Hi @Avogra hast du seit dem Post denn die Zeit gefunden deine Versuche zu machen?
Hi,
letztes Wochenende hab ich tatsächlich den Versuch gestartet mit insgesamt 4 verschiedenen Osmo Produkten, zwei von Leinos und eines von Livos. Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, schaffe ich vor Ostern keine aussagekräftigen Fotos mehr, deshalb hier schon mal vorab eine schriftliche Zusammenfassung für dich als Input:
verwendetes Öl
Von Osmo hatte ich drei Varianten des normalen Hartwachs-Öl in verschiedenen Glanzgraden (3065, 3032, 3011), ein Klarwachs (1101) und das Hartwachs-Öl Natural Effekt (3041). (Muss die Liste später nochmal kontrollieren. Ich hab nicht alle Osmo-Proben verwendet, aber bin mir nicht mehr ganz sicher, welche).
Von Livos hab ich das Finish-Öl 240. Leider ist mir erst auf dem Gläschen aufgefallen, dass es eigentlich zur Endbehandlung bereits geölter Obeflächen vorgesehen ist.
Von Leinos benutz ich schon länger das Hartöl 240 und jetzt neu das Hartöl hell 241.
Bis auf die Öle, die ich schon da hatte, habe ich darauf geachtet, dass möglichst kein Leinöl enthalten ist. Wie ich gelernt habe, ist das neben der UV-Strahlung maßgeblich für das Nachgilben heller Hölzer verantwortlich. Die Auswahl scheint hier wirklich sehr dünn zu sein, bzw. nur einige wenige Hersteller geben überhaupt die Inhaltsstoffe ihrer Produkte an.
Ich musste ein wenig Jonglieren, wo ich was bestelle, da ich nicht Versandkosten bei mehreren Shops bezahlen wollte. Daher die etwas wild zusammengewürfelte Auswahl. Ursprünglich hatte ich mehrere verschiedene Livos-Öle bestellt. Der Shop hat aber meine Bestellung storniert und im nächsten Shop gab es die anderen dann nicht.
Die Osmo Proben sind leider wirklich nur kleine Beutelchen mit vielleicht 5ml Inhalt. Das hat gerade so für einen Auftrag gereicht.
verwendetes Holz
An Hölzern hab ich aus meinem Fundus benutzt:
Ahorn
Fichte
Kiefer
Esche
Das Holz habe ich bis 120er Papier geschliffen, dann gewässert und am nächsten Tag noch mit 180 und 240, in der Hoffnung, dass ich mit einem Auftrag auskomme, da für mehr die Osmo-Pröbchen nicht gereicht hätten. Das Stück Ahorn hatte leider ausnehmend wenig Chatoyance gezeigt (muss das Wort jetzt möglichst oft benutzen um es mir zu merken

). Das ist mir erst so richtig aufgefallen als ich eigentlich gerade mit dem Auftrag anfangen wollte. Ich hab dann die Rückseite nochmal per Hand gehobelt und auch behandelt.
Das Öl habe ich dann satt mit Lappen aufgetragen.
Mein Zwischenfazit
Die Osmo-Produkte sehen bis auf das Natural alle sehr sehr ähnlich aus, auch das Klarwachs. Ich muss mir die Oberflächen nochmal bei Tageslicht und Fotolicht anschauen. In der Werkstatt habe ich kaum Unterschiede bzgl. Glanzgrad gesehen. Alle feuern relativ wenig an. Die Chatoyance des unbehandelten Holz wird ganz leicht verstärkt.
Das Livos und die beiden Leinos Öle sehen auch sehr ähnlich aus nach dem Auftrag. Alle feuern etwas mehr als die Osmo-Hartöle an. Die Chatoyance wird etwas mehr verstärkt.
Das Osmo Natural sticht deutlich heraus. Auf allen vier Holzarten bleibt die Holzfarbe praktisch unverändert. Allerdings wird die Oberfläche wie schon weiter oben berichtet etwas matt, also verliert eine evtl. vorhandene Chatoyance. zB die Esche war auch nach dem Schleifen schon sehr matt, hier sieht die Oberfläche mit dem Natural-Öl wirklich genau wie das unbehandelte Holz aus. Die anderen Hölzer verlieren ihre Chatoyance, falls sie vorher vorhanden war.
Das Osmo-Klarwachs war erstaunlich flüssig, fast flüssiger als die Hartwachs-Öle. Ansonsten sehe ich optisch nach dem Auftrag keinen großen Unterschied. Vielleicht ändert sich das ja, wenn man die Oberflächen alle einpoliert.
Ich denke, die Wahl für helle Hölzer ist in allererster Linie eine Geschmacksfrage:
Ich will, dass das Holz wie unbehandelt aussieht und auch UV-beständig ist? -> Osmo Natural 3041, muss dann aber mit der Auslöschung jeglicher Chatoyance leben.
Das Holz darf gerne etwas angefeuert werden? -> Leinos Hartöl Hell 241
Eigentlich will ich möglichst wenig Anfeuern, aber ich will trotzdem schon auch Chatoyance sehen? -> Eines der normalen Osmo Hartwachs-Öle (oder Topoil)
Ich persönlich hab nichts dagegen, wenn auch helles Holz etwas anfeuert und werde in Zukunft das Leinos Hartöl hell verwenden. Tatsächlich mag ich die Verarbeitung der Osmo-Öle nicht so besonders. Die Oberfläche fängt immer nach kürzester Zeit leicht zu kleben an, bevor es dann richtig trocknet und man muss genau die richtige Menge auftragen. Der klassische Auftrag bei dem man nach einer Weile den Überschuss abnimmt, ist mir irgendwie sympathischer. Das Osmo geht dafür unterm Strich deutlich schneller.
Nächste Schritte
Ich werde jetzt nochmal ein weiteres Stück Ahorn verwenden, das von Haus aus mehr schillert. Mit den Ölen von denen ich mehr da habe, wiederhole ich den Test nochmal mit Zwischenschliff mit Pad und zweitem Auftrag. Da nehm ich dann auch nochmal ein Fußbodenöl mit dazu, von dem ich weiß, dass es sehr stark gilbt.
Wenn das fertig ist, mach ich von den Ergebnissen aussagekräftige Fotos.
Dann stelle ich alle Bretter für einige Zeit in ein Südfenster. In ein paar Monaten mach ich dann nochmal Fotos, wie die einzelnen Oberflächen auf die UV-Strahlung reagiert haben und werd hier nochmal berichten.
@Beaconhill , wenn du selbst auch nochmal versuche machen willst, kann ich dir gerne ein bisschen vom Leinos Hartöl hell abfüllen. Davon gibts ja leider keine so Pröbchen wie bei Osmo. Livos hat super Pröbchen. Die kosten zwar 3,50€, aber es kommt in kleinen Schraubgläschen mit 50ml Inhalt, damit kann man schon ein bisschen mehr anfangen als mit den Osmo-Tütchen.