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Juli 2010

Kahlschlag im Fernen Osten

Russischer Forstbehördenleiter räumt illegale Rodungen ein - Raubbauholz gelangt auch nach Europa, sagt WWF

»Es ist schockierend, dass es offenbar in den russischen Behörden, auf entscheidender Hierarchieebene, ein derartiges Ausmaß an Korruption und Bereicherung auf Kosten der Allgemeinheit und der Umwelt gib«, sagt Frank Mörschel, WWF-Referent für die Amur-Region. »Mit der weltweit steigenden Nachfrage nach Rohstoffen wie Holz, Erzen und anderen Mineralien erhöht sich der Druck auf die ressourcenreiche Amur-Region. Es ist daher enorm wichtig, dass sich die Behörden schützend vor die Naturschätze ihres Landes stellen und nicht dabei helfen diese illegal auszubeuten.«

Um eine nachhaltige Forstwirtschaft zu fördern, unterstützt der WWF Holzkonzerne, sich nach Richtlinien des Forest Stewardship Councils (FSC) zertifizieren zu lassen. Für die holzverarbeitende Industrie und die Verbraucher ist das FSC Siegel die einzige Möglichkeit zu erkennen, dass es sich um legales Holz handelt, das nicht aus Raubbau stammt.

Bei seinen Schutzbemühungen weiß der WWF große Teile der einheimischen Bevölkerung hinter sich. So konnte etwa im Heimat-Gebiet der Bikin ein Einschlagsmoratorium durchgesetzt werden. Doch um das Gebiet wirklich zu schützen, müssen die Verstrickungen von Behörden und illegalen Holzhändlern, die mafiösen Strukturen und der Schmuggel endlich konsequent angegangen und bekämpft werden. Als positives Zeichen wertet es der WWF, dass der Beitrag im russischen Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde, das traditionell dem Kreml nahesteht. »Wir hoffen, dass die Regierung in Moskau dem kriminellen Gebaren ihrer Bürokraten Einhalt gebietet«, so Mörschel. Der Leiter der Forstbehörde wurde in Folge des Fernsehbeitrags inzwischen suspendiert.

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