Öl ist eine Flüssigkeit und damit feuch
Äh, nein.
Es sei denn, Du führst eine eigene Definition von Feuchtigkeit ein im Sinne von "alles was flüssig ist".
Landläufig sowie in der Technik bezeichnet Feuchtigkeit jedoch immer das Vorhandensein von Wasser. Und davon ist in einem Öl wirklich gar nichts vorhanden, es sei denn es handelt sich um eine dieser eigentümlichen Öldispersionen, von denen hier aber nicht die Rede war.
Quellen bzw. Fasern Aufstellen passiert wirklich nur, wenn Wasser im Spiel ist. Das hat mit der Physik bzw Chemie des Holzes zu tun, die man in etlichen Quellen nachlesen kann. Nicht polare, organische Flüssigkeiten, wie Öle oder auch Lösemittel bewirken solch einen Effekt nicht.
Obendrein ist es völlig kontraproduktiv nach erfolgter, nicht aber gänzlich ausgehärteter Ölung noch einmal irgendwie mit Wasser zu agieren. Das Öl kann unterschiedlich von der Feuchtigkeit unterwandert werden, es kann zu Flecken führen und die oxidative Aushärtung wird ebenfalls gestört. Sobald das erste Öl drauf ist, sollte die Oberfläche möglichst erst wieder nach ein paar Wochen Wasser sehen.
VOR jeglicher Ölung kann ein Wässern und anschließender Schliff dagegen total sinnvoll sein. Nebst dem Aufstellen der Fasern bewirkt das Quellen auch ein Öffnen der Poren und macht eventuelle Verdichtungen (durch Hobeln oder Schleifen) rückgängig. Daher nimmt die Oberfläche anschließend mehr Öl auf und lässt sich besser imprägnieren (sofern man ein Öl verwendet, was gut eindringt)