Also, ich fürchte wir verlassen hier mal wieder den Bereich der "kurzen" Fragen. Aber das Thema ist zu interessant, um es abzuwürgen und da
@yoghurt es in der Hand hat, kann er die Beiträge ja - auch mal wieder - in einen eigenen Thread umlagern, wenn er mag.
Das Thema Schallschutz ist echt weitläufig, nicht trivial und daher auch immer wieder Opfer verbreiteter Irrtümer.
Zitate von oben:
Vermutlich bringt das faktisch nichts!
Korrekt!
Das ist eine Sache in der Raumakustik, die immer wieder falsch eingeschätzt wird - ist vielleicht auch etwas kontra-intuitiv. Aber wenn ich erstmal eine Schallbrücke (=Schallübertragung per Körperschall, also einen starren Festkörper) geschaffen habe, dann sind alle sonstigen Abkopplungen dahin. Wie gern wird zum Beispiel, bei verschraubten (oder genagelten) Dielen, noch etwas "entkoppelndes" zwischen Auflager und Diele gelegt. Bringt genau gar nichts. Ganz eklatant betrifft das auch die Randfugen von schwimmenden Estrichen. Bauleiter bestehen gern darauf, dass der Überstand des Randdämmstreifens bis ganz zum Schluss stehen bleibt, egal wie nervig das für die Oberbodenleger ist. Weil sie wissen, dass sonst ganz bestimmt irgend ein Honk am Bau irgend etwas in die Fuge fallen oder laufen lässt und das braucht wirklich nur ein Klecks Gips, ein stecken gebliebener Keil oder ein verklemmtes Steinchen zu sein und die Schallbrücke ist da. Ich habe schon erlebt, wie in einem größeren Bauvorhaben mehrere Kilometer Fußleisten raus gerissen wurden, um Schallbrücken zu finden und zu entfernen. Akustiker hatten nach beklagter schlechter Schalldämmung herausgefunden, dass es Ankopplungen zwischen Estrich und Wänden geben muss.
…Trockenbauwand nachträglich aber entkoppelt auf den Fertigfußboden stellen könnte
Das geht schon. Tatsächlich erfährt ja solch eine Wand keine absurden Kräfte (Wobei - die Artistin…

) und ein Verdübeln ist überhaupt nicht nötig. Stattdessen wird die Wand umlaufend mit einem Elastomer-Dichtungsband (z. B. Zellkautschuk/ EPDM) angebracht und am Ende in der Fuge mit einem elastischen Klebstoff nochmals fixiert. Das ist beim Verspachteln der Fuge zwar anspruchsvoll, aber machbar. Was eher nicht ausreicht, ist das übliche Schaumstoffband, da es sich zu leicht komprimieren lässt und keine echte Federwirkung hat
Trittschall kann ich natürlich nicht bekämpfen indem ich eine Wand entkopple!
Jaein… Das größte Problem bei einer fest auf dem Boden verdübelten TB-Wand ist, dass Körperschall der beim Betreten entsteht (also Trittschall) auf die Wand übertragen wird, die dann als Resonator bzw. Membran fungiert und diesen abstrahlt. Diesem Problem kann man durch gutes Entkoppeln der Wand begegnen. Ein weiteres Trittschall-Problem stellt die durchgehende Estrichplatte dar. Ich laufe ja in beiden Räumen auf der gleichen Platte, höre also vom Trittschall des Nachbarraumes jede Menge, selbst bei gut entkoppelter Wand. Dem Problem kann man nur begegnen, wenn man die Estrichplatte im Bereich der Trennwand auch trennt. Also "einfach" mit der großen Flex durchschneiden und danach gut lüften

. Vielleicht vorher noch prüfen, ob eine Fußbodenheizung vorhanden ist…