Die Geschichte meiner "neuen" Hobelbank

Martin Graf

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Ja, Hobeleisen für Nuthobel werden gebraucht nur sehr selten angeboten. Manchmal habe ich das Gefühl, dass es mehr Nuthobel als passende Eisen gibt. Ich hatte auch erst einen mit dieser Anschlag-Verstellung mittels Holzgewinde und fand es auch nicht so komfortabel. Auch hatte ich damals nur ein einziges Eisen dafür.

Neu gibt es die Eisen, glaube ich, nur im Set und die sind dann richtig teuer. Da wäre ein gebrauchter Metallhobel von Record oder Stanley deutlich billiger. Gerade nachgesehen: der 6er Satz Nuthobel-Eisen kostet neu über 300€. Dafür gibt's den kleinen Veritas Nuthobel plus 2 bis 3 Eisen. Verrückt!
Der Veritas ist ziemlich gut, aber für breite und vor allem tiefe Nuten bevorzuge ich eindeutig den Ulmia.

Glücklicherweise habe ich dann einen gebrauchten Ulmia-Nuthobel in neuwertigem Zustand und kompletten Satz Eisen für sehr wenig Geld bekommen. Mit dem kann man richtig gut arbeiten, solange die Werkstücke nicht ganz so klein sind.

Wünsche Dir viel Erfolg!
 

Fastdarkness

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Ja, Hobeleisen für Nuthobel werden gebraucht nur sehr selten angeboten. Manchmal habe ich das Gefühl, dass es mehr Nuthobel als passende Eisen gibt. Ich hatte auch erst einen mit dieser Anschlag-Verstellung mittels Holzgewinde und fand es auch nicht so komfortabel. Auch hatte ich damals nur ein einziges Eisen dafür.

Neu gibt es die Eisen, glaube ich, nur im Set und die sind dann richtig teuer. Da wäre ein gebrauchter Metallhobel von Record oder Stanley deutlich billiger. Gerade nachgesehen: der 6er Satz Nuthobel-Eisen kostet neu über 300€. Dafür gibt's den kleinen Veritas Nuthobel plus 2 bis 3 Eisen. Verrückt!
Der Veritas ist ziemlich gut, aber für breite und vor allem tiefe Nuten bevorzuge ich eindeutig den Ulmia.

Glücklicherweise habe ich dann einen gebrauchten Ulmia-Nuthobel in neuwertigem Zustand und kompletten Satz Eisen für sehr wenig Geld bekommen. Mit dem kann man richtig gut arbeiten, solange die Werkstücke nicht ganz so klein sind.

Wünsche Dir viel Erfolg!
Nachdem ich mir die Nuthobel angeschaut habe ist ein Ulmia das was ich am liebsten hätte.
Ansonsten noch den Stanley, aber bei den Angeboten bin ich mir nicht sicher ob und wann der in Ordnung und Vollständigkeit ist.
 

Martin Graf

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Es gab vor ein paar Monaten einen Thread, der hier ganz gut passt:

Wegen der Abmessungen/Geometrie zitiere ich mich mal selbst:
Länge ist ungefähr 19,5 cm. Die Dicke im Bereich der Schneide variiert zwischen 5,8 und 6,6mm, je nach Eisen. Am anderen Ende sind die Eisen gut 3mm dick.
Bei dem liegenden Eisen kann man ganz gut erkennen, dass die Flanken sich von der Spiegelseite ausgehend nach hinten verjüngen - hatte ich oben bereits mal darauf hingewiesen.


Außerdem muss auf der Rückseite noch eine v-förmige Nut eingearbeitet werden.

Und noch ein passender Beitrag zur Herstellung von Ersatzeisen
 
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Fastdarkness

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Es gab vor ein paar Monaten einen Thread, der hier ganz gut passt:

Wegen der Abmessungen/Geometrie zitiere ich mich mal selbst:
Länge ist ungefähr 19,5 cm. Die Dicke im Bereich der Schneide variiert zwischen 5,8 und 6,6mm, je nach Eisen. Am anderen Ende sind die Eisen gut 3mm dick.
Bei dem liegenden Eisen kann man ganz gut erkennen, dass die Flanken sich von der Spiegelseite ausgehend nach hinten verjüngen - hatte ich oben bereits mal darauf hingewiesen.


Außerdem muss auf der Rückseite noch eine v-förmige Nut eingearbeitet werden.

Und noch ein passender Beitrag zur Herstellung von Ersatzeisen
Beide Links funzen bei mir nicht :emoji_expressionless:
 

Fastdarkness

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Und weiter geht es.
Die GöGa wollte heute die Sämereien ansetzen da konnte ich noch ne Kleinigkeit an der Bank machen.
Das meiste wurde sowieso mit Handwerkzeugen gemacht, nur das Ablängen und Auftrennen habe ich an der Kreissäge und Bandsäge gemacht.

Erst mal das Holz für die Vorderzange vorbereiten. Ist eigentlich zu schade für ein Werkzeug.
1000050119.jpg

An zeichnen und eine Ausnehmung für die Metallplatte einstemmen.
1000050121.jpg

Verschrauben, natürlich per Hand :emoji_grin: 1000050123.jpg

Natürlich musste jetzt erst getestet werden.
Auf und zu drehen geht ohne Beanstandungen.
Dann der Haltetest. Das Buche Brett hält Bombenfest.
1000050092.jpg

Dann geölt und fertig für Heute.
1000050124.jpg
 

Fastdarkness

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Ich glaube das ich die kleine viereckige Eichenplatte nochmal neu mache.
Ca 2cm pro Seite größer aber dafür mit einer großzügigen Phase. Das sieht, denke ich, gefälliger aus.
Übrigens bin ich von meiner alten Scheppach Hbs 32 vario völlig erstaunt.
Beim Auftrennen des Buchebretts in ca 12cm Höhe ist das Band sage und schreibe ganze 3/10mm verlaufen. Da hätte ich mit mehr gerechnet.
 

Fastdarkness

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Hallo,
wie kompliziert sind denn die Hobelmesser?
Kann man da nichts selber machen?

Es grüßt Johannes

Es gab vor ein paar Monaten einen Thread, der hier ganz gut passt:

Wegen der Abmessungen/Geometrie zitiere ich mich mal selbst:
Länge ist ungefähr 19,5 cm. Die Dicke im Bereich der Schneide variiert zwischen 5,8 und 6,6mm, je nach Eisen. Am anderen Ende sind die Eisen gut 3mm dick.
Bei dem liegenden Eisen kann man ganz gut erkennen, dass die Flanken sich von der Spiegelseite ausgehend nach hinten verjüngen - hatte ich oben bereits mal darauf hingewiesen.


Außerdem muss auf der Rückseite noch eine v-förmige Nut eingearbeitet werden.

Und noch ein passender Beitrag zur Herstellung von Ersatzeisen

Hier sind noch Fotos vom Ulmia Nuthobel und Maße für die Eisen.
Naja, ganz so einfach wie gedacht ist es dann doch nicht.

1. Man muss den Stahl bekommen. Drehlinge sind ja zu haben, kosten in DEU aber nen Haufen und wie gut die Chinaware ist - keine Ahnung.
2. Beim bearbeiten darf das nicht zu heiß werden da sonst die Härte wieder flöten ist.
3. @Martin Graf Vielen Dank für die Maße und Bilder. Aber hier sieht man das die Eisen auf der ganzen Länge geschliffen werden müssen um die leichte Keilform hinzubekommen.

Dazu habe ich mal Fragen.
Was hat es mit der keilförmigen Nute auf der Seite gegenüber der Spiegelseite auf sich?
Viel wichtiger, funzt das auch mit einem parallelem Eisen? Also ohne die Verjüngung auf der ganzen Länge.
 

flüsterholz

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Die Nut ist dafür gedacht, dass du das Eisen genau mittig auflegst auf die Führung. Das haben nicht alle Nuthobel. Stanley, etc haben das anders gelöst. Da wird das Eisen parallel auf einer Seite geführt und von der anderen Seite mit einer Schraube gehalten, so dass es nicht hin und herwackelt beim Arbeiten. Ich kann nachher mal ein Foto machen, da wird das, denke ich, verständlicher. Habe heute einen freien Tag. :emoji_slight_smile:
Bei parallelen Flanken fangen die Eisen irgendwann in der gehobelten Nut an zu klemmen. Je tiefer die Nut und härter das Holz, um so mehr und eher.
 

Fastdarkness

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Die Nut ist dafür gedacht, dass du das Eisen genau mittig auflegst auf die Führung. Das haben nicht alle Nuthobel. Stanley, etc haben das anders gelöst. Da wird das Eisen parallel auf einer Seite geführt und von der anderen Seite mit einer Schraube gehalten, so dass es nicht hin und herwackelt beim Arbeiten. Ich kann nachher mal ein Foto machen, da wird das, denke ich, verständlicher. Habe heute einen freien Tag. :emoji_slight_smile:
Bei parallelen Flanken fangen die Eisen irgendwann in der gehobelten Nut an zu klemmen. Je tiefer die Nut und härter das Holz, um so mehr und eher.
Hat diese Führungsnut auch der Ulmia?
Ich meine nicht den Freischnitt an den Flanken sondern das sich das Eisen kontinuierlich verjüngt über die breite Seite.
 

Martin Graf

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Alle Nuthobel, die ähnlich dem von Ulmia aufgebaut sind und die ich kenne, verwenden diesen keilförmigen Schlitz zum seitlichen Positionieren des Eisens. Ich hatte auch noch kein Eisen für diese Art Hobel in der Hand, dass diesen Schlitz nicht aufweist. Das ist mMn auch essentiell, damit präzise gearbeitet werden kann. Das Eisen darf sich weder seitlich verschieben können, noch darf es schräg stehen. Ansonsten könnte sich beim Arbeiten der Abstand der Nut in Bezug zum Anschlag ändern bzw. würde ein schief stehendes Eisen eine breitere Nut hobeln und/oder klemmen.

Ob ein Eisen, dass sich längs von der Schneide zum anderen Ende nicht verjüngt, funktioniert, kann ich nicht genau sagen. Aber ich vermute, dass sich ein parallel geformtes Eisen (also ohne Verjüngung) beim Arbeiten leichter zurück schieben könnte. Durch die Keilform des Eisens wird es zusätzlich gegen Verschieben gesichert. Bei normalen Bankhobeln spielt das wahrscheinlich keine Rolle, da dort die Reibflächen zwischen Hobelkasten, Keil und Eisen viel größer sind.

Wenn Du ein nicht keilförmiges Eisen verwendest, dann müsste wahrscheinlich auch der Keil angepasst werden.
 

Fastdarkness

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Alle Nuthobel, die ähnlich dem von Ulmia aufgebaut sind und die ich kenne, verwenden diesen keilförmigen Schlitz zum seitlichen Positionieren des Eisens. Ich hatte auch noch kein Eisen für diese Art Hobel in der Hand, dass diesen Schlitz nicht aufweist. Das ist mMn auch essentiell, damit präzise gearbeitet werden kann. Das Eisen darf sich weder seitlich verschieben können, noch darf es schräg stehen. Ansonsten könnte sich beim Arbeiten der Abstand der Nut in Bezug zum Anschlag ändern bzw. würde ein schief stehendes Eisen eine breitere Nut hobeln und/oder klemmen.

Ob ein Eisen, dass sich längs von der Schneide zum anderen Ende nicht verjüngt, funktioniert, kann ich nicht genau sagen. Aber ich vermute, dass sich ein parallel geformtes Eisen (also ohne Verjüngung) beim Arbeiten leichter zurück schieben könnte. Durch die Keilform des Eisens wird es zusätzlich gegen Verschieben gesichert. Bei normalen Bankhobeln spielt das wahrscheinlich keine Rolle, da dort die Reibflächen zwischen Hobelkasten, Keil und Eisen viel größer sind.

Wenn Du ein nicht keilförmiges Eisen verwendest, dann müsste wahrscheinlich auch der Keil angepasst werden.
Danke für die Antwort.

Ich werde das sehr wahrscheinlich feststellen . . . .
Einen Ulmia habe ich gerade geschossen, für kleines Geld, allerdings ohne Eisen und Keil.
Drehlinge sind bestellt und dann mal sehen was daraus wird.
:emoji_grin:
 

Fastdarkness

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Heute waren ein paar Kleinigkeiten dran. Die großen Dinge sind durch, mal abgesehen von der Hinterzange und dem Abrichten der Platte.

Dafür das die Bankplatte rutschfest liegt waren ursprünglich noch Verstrebungen unter der Platte angebracht.
Diese habe ich nachgebaut, die Querverstrebung, genau wie das Gestell, aus Nadelholz.
Die Verstrebung entlang der Aufnahme für die Hinterzange aus Buche.
Nach oben waren die Verstrebungen ursprünglich genagelt. Jetzt sind sie geleimt und nach oben mit Holzdübeln verstrebt.
Zur Seite zum Gestell nur mit Holznägeln vernagelt.
1000050344.jpg

Ich freue mich immer wenn die Handhobel auch sauber laufen.
1000050341.jpg

Weiter vorne im Thread wurde ich ja auf das schräge Holzbrett in der Lade angesprochen. Das habe ich heute auch gleich fertig gemacht und eingebaut.
1000050343.jpg

Ja, die Bank ist sicher nicht die Schönste. Die Konstruktion ist ebenfalls nicht die Beste.
Ich habe halt die ursprüngliche Konstruktion ergänzt bzw erneuert.
Den Sinn und Zweck für mich hat sie jetzt schon definitiv erfüllt.
Ich habe mich deutlich geübt und verbessert im Umgang und der Handhabung von Handwerkzeugen.
Habe auch meine Rückschlüsse gezogen was ich anders machen würde wenn ich eine Bank selber bauen würde.
 

killkenny

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Ich würde zwar nie auf die Idee kommen, so viele Sachen per Hand zu machen (ziemlich zeitintensiv und zudem wäre ich bei manchen Sachen zu unfähig:emoji_grin:) aber ich finde es faszinierend, wenn jemand die Muse dazu hat. Find ich richtig gut, wie du das umgesetzt hast.
 

Fastdarkness

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Ich würde zwar nie auf die Idee kommen, so viele Sachen per Hand zu machen (ziemlich zeitintensiv und zudem wäre ich bei manchen Sachen zu unfähig:emoji_grin:) aber ich finde es faszinierend, wenn jemand die Muse dazu hat. Find ich richtig gut, wie du das umgesetzt hast.
Vielen Dank.
Aber manchmal muss man sich einfach nur damit beschäftigen.
Ich hatte das schon Eingangs geschrieben. Mit einer Maschine ist natürlich vieles einfacher, oft auch genauer. Aber etwas mit Handwerkzeugen zu schaffen ist halt einfach schön.

Wenn ich Geld damit verdienen müsste, wäre jeder Handschlag auf Zeitersparnis hin optimiert. Und ich würde deutlich mehr Maschinen nutzen.

Da ich aber in Pension bin habe ich auch Zeit.
 

Fastdarkness

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Der Nuthobel ist da.
Wie bereits erwähnt, ohne Keil und Messer, dafür nur knapp 35€.
1000050487.jpg

Aber darum soll es ja nicht gehen.
Ich hatte ja weiter vorn beschrieben wie ich den Schlitz in der Bankplatte gereinigt und geleimt habe.
Jetzt, knapp 1,5 Wochen nachdem das Kopfholz ebenfalls wieder dran ist hat sich der Schlitz wieder aufgetan.
Keine Ahnung wie und warum.
Auf jeden Fall ist das Abnehmen des Kopfholzes keine Option.
Daher den Schlitz erweitert und mit der alten Elektra Bekum Bandsäge schlanke Brettchen geschnitten und diese als "Lückenfüller" angepasst.
1000050637.jpg

Vorher mit der kleinen Japansäge den Schlitz gereinigt und ein wenig erweitert.
1000050639.jpg
Mittlerweile verleimt und die kleinen Spalten mit Schleifstaub und Leim verspachtelt.

Morgen baue ich die Hinterzange an und beginne die Platte abzurichten.
 
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