Welcher No 4 Hobel

pedder

ww-robinie
Registriert
19. Oktober 2007
Beiträge
10.109
Ort
Kiel
Wann war das?
LG Gerhard
Die amerkaner haben recht intensiv Holzwerken in der Schule gehabt. Da gab es bis vor kurzem einen großen Markt für neue und gebrauchtwe. Holzerkerclubs und Sammlervereinigungen. Das wird weniger, weil Holzwerkern nicht mehr flächendeckend unterrichtet wird.
 

joh.t.

ww-robinie
Registriert
14. November 2005
Beiträge
8.651
Ort
bei den Zwergen
Rali als Standard, den kleinen Der Stanley als Einhand seit 30 Jahren. Einen Steiner Reformputzhobel für gut.
Alles andere ist auch vorhanden, no4 no.6, Rauhbank Ulmia , Grundhobel Stanley etc.
Liegt aber alles in der Schublade...
 

bast_ig

ww-buche
Registriert
26. Januar 2025
Beiträge
289
Ort
München
Gerhard, stimmt natürlich. Eine Fertigung findet sicher lange nicht mehr mit Handwerkzeugen statt. Andererseits gibt es ja einen nicht ganz kleinen Markt für die Arbeit mit Handwerkzeugen bzw. handwerkzeugnah, der das Narrativ der ursprünglichen Arbeit mit Holz bedient. Das reicht der Herstellung der Werkzeuge über Kurse bis zu Onlineangeboten auf diversen Plattformen.

Dazu kommt, dass sich dieser Markt wahrscheinlich mit dem für Maschinen und Zubehör kreuzt. Platt gesagt: Wer einen Lie Nielsen hat, hat oftmals auch eine Festool Tauchsäge usw.

Letztlich handelt es sich bei dem gesamten Phänomen zu einem größeren Teil um vermarktete Produkte, von denen sicherlich nicht wenige Menschen leben.

Liebe Grüße
 

ChrisOL

ww-robinie
Registriert
25. Juli 2012
Beiträge
6.812
Ort
Oldenburg
Ich habe mal versucht die Umsätze von Lee Valley Tools (veritas) und von LieNielsen herauszufinden. Richtige Angaben gibt es nicht.
LeeValley Canada beschäftigt mehrere hundert Mitarbeiter. Daraus kann man dann schon große zweistellige Mio Umsätze pro Jahr herleiten, ggf. auch >100 Mio . Die haben auch ein sehr breites Sortiment

LieNielsen ist dagegen deutlich kleiner die geben 20.000 Stück verkaufte Tools an. Viel weniger Mitarbeiter. Das dürfte dann ein einstelliger Mio Umsatz pro Jahr sein. Inkl Sägen, Hobel, Stemmeisen und andere Sachen.
Das die sehr klein sind konnte man auch während der Corona Zeit sehen. Die Bestellung gingen hoch und die waren Jahre nicht in der Lage mit der Produktion hinterher zu kommen.
Also die tollen edlen Metall Hobel finden sich dann doch nur bei wenigen Liebhabern weltweit.

Ob Veritas da mit deren Hobeln so viel mehr macht darf dann auch bezweifelt werden.

Der Markt für neue hochwertige Hobel ist doch sehr überschaubar.
 

MarcBerlin

ww-robinie
Registriert
12. April 2022
Beiträge
880
Ort
Berlin
Ich kaper mal diesen Thread, damit jene, die sich hier schon so kompetent beteiligt haben, gleich über meine Frage informiert werden.
In Post #24 hatte ich die Bilder eines Kaufs bei Leboncoin eingestellt, der nun bei mir in der Werkstatt gelandet ist und zerlegt wurde. Ich frage mich nun, ob ich ihn aufarbeiten, entsorgen oder an Euch verschenken soll. Es ist wahrlich kein Schmuckstück
  • Es ist nirgends eine Marke zu erkennen
  • Alles ist höchst primitiv verarbeitet
  • Der Rost ist das geringste Problem
  • Das Eisen weist eine "imposante" Stärke von 2mm auf und benötigt einen kompletten Grundschliff
  • Der Spanbrecher müsste vorne auch komplett neu geschliffen werden
  • Das Maul verdient ebenfalls Nachbearbeitung per Feile.
  • Eine "Wange" (Begriff?) ist gut winklig zur Sohle. Die andere überhaupt nicht.
  • Die Sohle ist leidlich plan, liegt aber im Bereich des Mauls leicht hohl. Per Lehre gemessen: 0,25mm geht durch, 0,3 nicht
  • Alle Gewinde zöllig - mal eben eine Schraube tauschen zumindest nicht aus dem Bestand machbar.
  • Die Griffe habe ich bereits von einem fiesen, dicken aber zum Glück total spröden Lack befreit - die sind brauchbar und nach Endbehandlung bestimmt ganz schön.
seht selbst:
IMG_20260102_143416.jpg IMG_20260102_143428.jpg IMG_20260102_143433.jpg IMG_20260102_143517.jpg
 

Johannes

ww-robinie
Registriert
14. September 2011
Beiträge
7.973
Alter
68
Ort
Darmstadt/Dieburg
Hallo Marc,
ich empfehle den Habel aufzuarbeiten. Dabei kannst du eine Menge über diese Hobel lernen. Das Hobeleisen würde ich zunächst mal ignorieren. Also alles gangbar machen und dann den Hobel mit zurückgezogenen Eisen die Sohle schleifen. Wichtig ist der Bereich rund um das Maul. Zum Schleifen kann man einfach Nassschleifpapier mit etwas Wasser auf ein Stück Steinfensterbank legen. ich würde mit 240er oder 320er beginnen und dann auf 600er wechseln. Zur Beobachtung des Schleifvorgangs mit einem wasserfesten Filzstift die Sohle kreuzweise anmalen, dann kannst du sehen wo du etwas weggeschliffen hast. Wenn dann alles passt kannst du entscheiden, ob das vorhandene Hobeleisen taugt oder ob du ein neues kaufst.

Es grüßt Johannes
 

bast_ig

ww-buche
Registriert
26. Januar 2025
Beiträge
289
Ort
München
Ich schleife die Sohle einfach auf einer planen Spanplatte, geht auch. Ich habe das bei einem Stanley gemacht mit sehr verzogener Sohle, dabei ich mit 60er Schleifpapier angefangen, am Ende noch auf einem Diamantstein.

Ich würde mir genau überlegen, die Restauration anzutun. Da muss man ja schon sehr viel machen und am Ende brauchst du auch noch ein Eisen möglicherweise. Lieber vielleicht eine richtige Stanley Ruine kaufen. :emoji_slight_smile:

Ich habe ein dünnes Stanleyeisen. Das ist gar nicht so schlecht, wird schnell sehr scharf. Die Standzeit ist auch okay, ich rechne aber nicht in qm. Nur weil es dünn ist, muss es also nicht schlecht sein.

Grüße
 

MarcBerlin

ww-robinie
Registriert
12. April 2022
Beiträge
880
Ort
Berlin
Eine plane Sohle hielt ich auch für das Wichtigste. Daher habe ich schon exakt das begonnen, was Du empfiehlst. Und auch ganz naiv mit 220er begonnen. Mit gutem Siliziumkarbid-Nassschleifpapier. Keine Chance! Von den nötigen 25 Hundertsteln hab ich mit Schweiß vielleicht 3 weg bekommen. Also um das Ding plan zu bekommen, müssten andere Maßnahmen her. Irgendein super grober und planer Diamantblock o.ä. Aber das ist alles nicht vorhanden und ich fürchte, dass jede Minute und jeder Euro den ich in dieses wenig edle Teil stecke, verschwendet ist.

Deine zentrale Info scheint zu sein, dass beim Maul definitiv Kontakt zum Holz sein muss, oder? Also mit der aktuellen, leicht hohlen Sohle wird kein ordentliches Ergebnis zu erzielen sein? Ich hatte so einen Fall noch nie, aber kann man sich ja irgendwie vorstellen.
 

MarcBerlin

ww-robinie
Registriert
12. April 2022
Beiträge
880
Ort
Berlin
Jetzt haben sich unsere Posts überschnitten. Mein voriger bezog sich auf den von @Johannes "Korn 60" klingt realistisch. So grobes und ein paar Folge-Körnungen müsste ich erst einmal besorgen. Aber okay, das würde ich noch investieren. Aber ich sehe eben auch viel Arbeit für ein unsicheres Ergebnis. Und einen echten Stanley in ähnlich miesem Zustand findet man ja auch bisweilen. Ich hatte eigentlich gehofft, dass einer von Euch schreibt, "komm pack ein und schick ihn mir!" :emoji_slight_smile:
 

rafikus

ww-robinie
Registriert
26. Juni 2007
Beiträge
4.168
Ort
Ruhrgebiet
Eine Schönheit ist es nicht, aber damit kann man auf jeden Fall arbeiten.
Leg mal den Frosch auf seinen Platz und prüfe, ob er auf allen vier Auflagepunkten gut anliegt. Eventuell muss dort etwas angepasst werden. Danach geht es weiter.

Da die Informationen mit der Sohle gerade gekommen sind: solltest du handwerklich nicht unbegabt sein, dann kannst du auch ruhig mal mit einer Feile an die Sohle ran. Das habe ich auch schon gemacht als klar war, dass es mit dem Schleifen wenig Sinn hat.
 
Zuletzt bearbeitet:

Tilia

ww-robinie
Registriert
29. Juni 2009
Beiträge
669
Ort
Nähe KA
Ich kaper mal diesen Thread,..
Und warum nicht einfach einen eigenen Thread für eine solche Anfrage eröffnen??

Man traut sich ja kaum noch hier in dem ganzen Thema mal noch ein Topic "einzuschieben"..........

@abgefahren ich weiß ja nicht wie groß dein Einzugsgebiet ist... ca. 1 Autostunde südlich von Heidelberg hätte ich den Nr.4 und Nr.62 von Juuma (FeineWerkzeuge) zum Testen anzubieten.

Ich bin mit beiden Hobeln sehr zufrieden. Ich musste, bis auf das Schärfen, nichts an den Hobeln nacharbeiten. Alles rechtwinklig und soweit innerhalb der angegebenen Toleranzen. Ich würde das aber, übrigens bei jedem Hersteller, immer auch überprüfen, weil man da immer mal auch von gelegentlichen Qualitätsschwankungen liest.

Bei einem der Hobel musste ich lediglich den hinteren Griff reklamieren. Der war aufgrund eines Produktionsfehlers (zu kurz) etwas locker. Das kostenfreie Zusenden eines adäquaten Ersatzteiles lief aber freundlich, schnell und reibungslos.

Klar, das schon mehrfach erwähnte Spiel in der Zustellung. Aber das muss man halt einfach wissen, und die Rändelschraube wieder "nach vorne" drehen, wenn man mal das Eisen zurück gezogen hat.

Feinste Lateraleinstellung mache ich, wie auch schon hier im Thread geschrieben, mit einem kleinen (Messing-)Hämmerchen.

Ich finde mit den Hobeln kann man absolut gut arbeiten. Aber sicher ist auch noch Luft nach oben, und die Premium Hobel haben für Holzbegeisterte sicher auch ihre Berechtigung.
 

flüsterholz

ww-robinie
Registriert
18. Juli 2022
Beiträge
3.293
Ort
südlicher Odenwald
@Tilia Er war inzwischen bei mir, weiß nicht ob er nochmal hier reinschaut. Ich denke, er hat seine Wahl getroffen. Kam für mich zumindest so rüber. Hatte beim Besuch seine Putzhobel von Ulmia und ECE dabei und hatte somit auch einen direkten Vergleich zum Nr.4. Ich kann ihn aber auch nochmal anschreiben, wenn du magst? Vielleicht wäre ein mittelpreisiger Nr.4 noch eine Alternative
 

abgefahren

ww-fichte
Registriert
11. Dezember 2025
Beiträge
15
Ort
Heidelberg
@ flüsterholz

Ja danke dir nochmals das war sehr nett von dir und "leider" hast du mich angesteckt. Ich glaube es wird etwas teures werden obwohl ich es nicht unbedingt brauche :emoji_wink: leider im Moment nicht zu bekommen.

Habe mir mittlerweile einen ECE Reformhobel und Ulmia Reformhobel zugelegt und suche einen No4 für die Minisammlung.
Vielleicht später noch einen 62er von Veritas.

Aber alles nach und nach, weil A sehr teuer und B nicht sofort verfügbar.
 
Oben Unten