Langlöcher notwendig für Leimholzplatte?

bitsteak

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Moin zusammen!

Ich habe mir kürzlich eine neue Tischplatte gegönnt, welche demnächst zum Schreibtisch werden soll. Dabei handelt es sich um eine Leimholzplatte aus Esche mit den Maßen 1800x760x40 mm. Die einzelnen Leimhölzer sind ebenfalls 40 mm breit. Zwei Stahlkufen werden die Platte dann zukünftig tragen.
Nun jedoch die Frage: Benötige ich für eine Leimholzplatte mit diesen Maßen Langlöcher in den Kufen? Ich habe leider keine Erfahrung, wie eine Eschenleimholzplatte auf 760 mm arbeitet, jedoch wäre das Ausarbeiten der insgesamt 18 Bohrungen zu Langlöchern recht viel Arbeit, vermute ich - insbesondere in einer Großstadtwohnung ohne Werkstatt. :emoji_cold_sweat:

Also: Sind Langlöcher notwendig oder geht das wahrscheinlich auch ohne gut?

Beste Grüße,
Peter
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Moin zusammen!

Ich habe mir kürzlich eine neue Tischplatte gegönnt, welche demnächst zum Schreibtisch werden soll. Dabei handelt es sich um eine Leimholzplatte aus Esche mit den Maßen 1800x760x40 mm. Die einzelnen Leimhölzer sind ebenfalls 40 mm breit. Zwei Stahlkufen werden die Platte dann zukünftig tragen.
Nun jedoch die Frage: Benötige ich für eine Leimholzplatte mit diesen Maßen Langlöcher in den Kufen? Ich habe leider keine Erfahrung, wie eine Eschenleimholzplatte auf 760 mm arbeitet, jedoch wäre das Ausarbeiten der insgesamt 18 Bohrungen zu Langlöchern recht viel Arbeit, vermute ich - insbesondere in einer Großstadtwohnung ohne Werkstatt. :emoji_cold_sweat:

Also: Sind Langlöcher notwendig oder geht das wahrscheinlich auch ohne gut?

Beste Grüße,
Peter
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Langlöcher halte ich für absolut nötig ! Bohre ein zweites Loch dicht bei den bestehenden und feile diese zum Langloch auf !
 

Bam

ww-kiefer
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Großes Loch, große Unterlegscheibe und Fachkopfschrauben würden mir genügen. Ich frage mich viel mehr, ob langfristig eine Verstärkung gegen Durchbiegubg nötig ist? Kommen die Füße nach ganz außen?
 

Pyrox

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Gehen wir mal von einem durchschnittlichen Schwund pro % Holzfeuchteänderung von 0,25 % aus (radial für Esche ist 0,18 %, tangential 0,33 % - also ca. der Mittelwert, wenn die Lamellen zufällig ausgesucht sind). Bei einer Holzfeuchteänderung von 12 % bei Kauf (geratene Zahl, könnte aber ca. hinkommen wenn die Platte nur überdacht gelagert wird würde ich sagen) zu 6 % in der zentralbeheizten Wohnung reden wir also von 1,5 % Schwund in Querrichtung der Platte. Bei deiner gedachten Plattentiefe von 760 mm sind das 11,4 mm oder etwas über 1 cm.

Irgendwie abfangen solltest du den Schwund also - ich denke auch groß aufbohren und eine deutlich dünnere Schraube nehmen könnte reichen. Ansonsten Rundfeile und etwas Schweiß macht auch Langlöcher möglich. Als Unterlegscheiben bei richtig großen Löchern auch gerne mal an Karosseriescheiben denken, die haben ein kleines Innenloch im Vergleich zum Gesamtdurchmesser.
 

bitsteak

ww-pappel
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Großes Loch, große Unterlegscheibe und Fachkopfschrauben würden mir genügen. Ich frage mich viel mehr, ob langfristig eine Verstärkung gegen Durchbiegubg nötig ist? Kommen die Füße nach ganz außen?
Nein, die kommen nicht nach ganz außen sondern werden jeweils ca 300-350mm Abstand nach außen haben. Das sollte bei dieser Plattenstärke passen, soweit ich mich hier im Forum schon schlau machen konnte. :emoji_wink:


Vielen Dank für die ganzen Antworten. Habe gerade mal mit nur mäßigem Erfolg versucht, auch nur ein einziges Loch neu zu bohren. Mir scheint, als wäre Maschine oder Bohrer überfordert, denn ich kam gerade mal bis zur Hälfte
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Ein bestehendes Loch um 1-2-mm zu erweitern, funktionierte da schon deutlich besser und würde vermutlich sich vermutlich auch ähnlich gut größer bohren lassen auch.
Dennoch wurde die Spitze bereits bedenklich heiß. Hierfür werde ich mir aber nun keine neue Bohrmaschine zulegen, sondern die nächsten Tage mal im Baumarkt nach passenden Feilen schauen. Sofern ich das richtig verstehe, empfiehlt die Mehrheit hier dann doch Langlöcher, die ich dann irgendwie im Wohnzimmer reinfeilen muss. Die Nachbarn werden sich freuen. :emoji_sweat_smile:

Jedenfalls vielen Dank für die Hilfe!
 
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Friederich

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nach passenden Feilen schauen
eine kleine Rundfeile. Oder gleich ein ganzes Set; andere Formen bracht man auch irgrendwann.
Das Eisen nahe des Loches fest eispannen, damit es nicht so vibriert.
In beide Richtungen erweitern, damit das Holz in beide Richtngen arbeiten kann. Quellen und Schwinden.
 

IngoS

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In beide Richtungen erweitern, damit das Holz in beide Richtngen arbeiten kann. Quellen und Schwinden.
Hallo, ist doch vollkommen wurscht, ob man in eine oder beide Richtungen erweitert. Schraube muss halt in der Mitte des Langlochs sitzen. Zur Zeit ist die Platte ja noch nicht angeschraubt.

Gruß Ingo
 

magmog

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Guuden,

dicke Löcher mit Kerndurchmesser des dicken Bohrers vorbohren!
Die je zwei Löcher neben den Beinen verlanglochen,
und noch durch zwei in der Mitte verschrauben, genügt!
Wichtiger Schrauben mit 5mmØ und 5mm kürzer als Plattenstärke plus Stahlstärke.
Schrauben mittig gut handfest, Schrauben neben den Beinen nur beidrehen.

PS.: Mit dem Bohrer gefühlvoll nach rechts und links wackeln, da ist schon eineiges
an Feilerei gespart, auch wenn die Metaller jetzt würfelhusten.
 

bitsteak

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Das Eisen nahe des Loches fest eispannen, damit es nicht so vibriert.
Wie bereits geschrieben, mach ich die Arbeiten ohne Werkstatt in einer Großstadtwohnung und zudem im Wohnzimmer. Irgendwas einspannen ist daher nicht machbar, aber muss halt auch ohne gehen.

Guuden,

dicke Löcher mit Kerndurchmesser des dicken Bohrers vorbohren!
Die je zwei Löcher neben den Beinen verlanglochen,
und noch durch zwei in der Mitte verschrauben, genügt!
Wichtiger Schrauben mit 5mmØ und 5mm kürzer als Plattenstärke plus Stahlstärke.
Schrauben mittig gut handfest, Schrauben neben den Beinen nur beidrehen.

PS.: Mit dem Bohrer gefühlvoll nach rechts und links wackeln, da ist schon eineiges
an Feilerei gespart, auch wenn die Metaller jetzt würfelhusten.
Besten Dank für die detaillierte Erklärung. So werde ich's versuchen!

Übrigens Mal so am Rande: Ein tolles und hilfsbereites Forum habt ihr hier. Ohne die zahlreichen Threads hier hätte ich mir niemals nen Schreibtisch - zumindest ansatzweise - selbst zusammengebaut.
 

Friederich

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Ich würde unbedingt ALLE Löcher zum Verschrauben ausnutzen. So viele sind das garnicht.
Bei einem Kufentisch haben die Schrauben sehr viel auszuhalten.
 
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Mater1984

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Nein, die kommen nicht nach ganz außen sondern werden jeweils ca 300-350mm Abstand nach außen haben. Das sollte bei dieser Plattenstärke passen, soweit ich mich hier im Forum schon schlau machen konnte. :emoji_wink:


Vielen Dank für die ganzen Antworten. Habe gerade mal mit nur mäßigem Erfolg versucht, auch nur ein einziges Loch neu zu bohren. Mir scheint, als wäre Maschine oder Bohrer überfordert, denn ich kam gerade mal bis zur Hälfte
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Ein bestehendes Loch um 1-2-mm zu erweitern, funktionierte da schon deutlich besser und würde vermutlich sich vermutlich auch ähnlich gut größer bohren lassen auch.
Dennoch wurde die Spitze bereits bedenklich heiß. Hierfür werde ich mir aber nun keine neue Bohrmaschine zulegen, sondern die nächsten Tage mal im Baumarkt nach passenden Feilen schauen. Sofern ich das richtig verstehe, empfiehlt die Mehrheit hier dann doch Langlöcher, die ich dann irgendwie im Wohnzimmer reinfeilen muss. Die Nachbarn werden sich freuen. :emoji_sweat_smile:

Jedenfalls vielen Dank für die Hilfe!
was für eine Marke hast du denn bei den Metallbohrern?
Ggf. Neuen richtig scharfen Bohrer versuchen.
ging mir das letztE Mal bei 8mm so. Den Bohrer vom Nachbarn geliehen und es ging nix. am nächsten Tag hat mir mein Werkzeughändler einen Bohrer mitgegeben und die Löcher waren Ruck zuck drin. War ein Fortis Bohrer (Eigenmarke der Metallhändler wohl). Bei Holzbohrern würde ich jetzt zu Alpen oder ENT raten. Bei Metallbohrern keine Ahnung. Macht mein Händler dem sag ich das Maß und bekomm was gescheites. :emoji_wink:
 

bitsteak

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@Mater1984 Stinknormale Metall-Bohrer aus einem Bosch (grün) Bit- und Bohrer-Set. Der Bohrer, den ich verwendet habe war auch noch unbenutzt. Spricht dafür, dass sich hier auch keine Investitionen lohnen. :emoji_wink:

@Friederich Ich werde alle Löcher nutzen, aber wie beschrieben nicht alle als Langlöcher. Die Erklärungen dahingehend erscheinen mir sehr logisch in Bezug darauf, wie und wie stark das Holz arbeiten könnte. Aber allein schon weil ich Rampa-Muffen verwende, setze ich lieber ein paar mehr Befestigungen. Falls es mir nicht stabil genug sein sollte, habe ich aber auch schon einen Plan B in der Hinterhand und befestige ihn mit Kantholz an der Wand.
 

schrauber-at-work

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Mater1984

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ChrisOL

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Moin,

mal so gefragt, welchen Durchmesser haben die aktuellen Löcher in den Kufen?
Und beim einschrauben der Spax nicht vergessen mit 2-3mm vorzubohren, je nach Schraubengröße.
 

bitsteak

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Mit etwas Schneidöl (zur not Carama, WD 40...) schnell (und ohne Werkbank) erledigt. Stichsäge sollte allerdings ne "Drehzahlregelung" haben.
Stichsäge habe ich nicht, wäre nun für insgesamt 4 Langlöcher wohl auch etwas übertrieben in der Anschaffung. :emoji_wink:

P.S. Wozu Rampamuffen? Ordentliche Holzschraube (Spax o.ä.) und gut.
Um den Tisch mobiler zu machen, die knapp 20 kg weniger, die die Kufen haben, dürften sich beim Transport schon bemerkbar machen und ewig werde wir hier nicht wohnen.

bist du sicher? Die Bohrer sind nicht die besten. Stiftung Warentest hat mal getestet
Ja, sicher. Ist das erste mal, dass die hier an ihre Grenzen stoßen. Für mich absolut ausreichend.

welchen Durchmesser haben die aktuellen Löcher in den Kufen?
Und beim einschrauben der Spax nicht vergessen mit 2-3mm vorzubohren, je nach Schraubengröße.
Die aktuellen Löcher haben 7mm Durchmesser, testweise habe ich bereits auf 9mm aufgebohrt und werde diese noch weiter aufbohren. Die Schrauben sind M8 mit 30mm Länge
Und natürlich wird (deutlich weiter) vorgebohrt für die dicken Rampamuffen (für M8, ebenfalls 30mm Länge) sonst würde ich den Tisch ja direkt selbst sprengen. :emoji_wink:
 

benben

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Das mit dem Gewicht sparen und den Rampamuffen verstehe ich nicht. Spax kann man auch wieder rausdrehen. Sollte was kaputt gehen verschiebt man das Bein einfach um ein paar mm.

Gruss
Ben
 

bitsteak

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Das mit dem Gewicht sparen und den Rampamuffen verstehe ich nicht. Spax kann man auch wieder rausdrehen. Sollte was kaputt gehen verschiebt man das Bein einfach um ein paar mm.
Ok, ich dachte mir nur, dass man das Holz weniger beansprucht beim Raus- und wieder Reindrehen, wenn man auf Rampamuffen setzt. Ist denn irgendwas schlecht daran, diese Muffen zu verwenden oder warum beharrst du so auf Spax?
 

magmog

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Guuden,

Rampas kosten und machen einiges an zusätzlicher Arbeit.
Solange man sie nicht überdreht, kann man GUTE Spanplattenschrauben
zig mal ohne Festigkeitsverlust rein und rausdrehen, in Hartholz alle mal.

Außerdem kann man, wie Benben schon schrieb, notfalls das zu befestigende Teil in bisschen verschieben
und hat neues "Fleisch".
 
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benben

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Ich bin halt pragmatisch :emoji_wink:. Das setzen dieser Muffen ist auch nicht ganz so einfach und sie kosten Geld.

Ich fasse nochmal meine Sicht zusammen:

-kaum Vorteile
-schwieriger zu montieren
-teurer
-Die Bohrungen im Stahl müssen grösser sein
-riesige und unnötige Bohrung in der Tischplatte

Mir ist es relativ egal wie du deinen Tisch baust, aber ich würde 5mm Spax nehmen und gut ist. Ist ja jetzt auch keine Verbindung wo man bei der Herstellung Freude empfinden würde, auch sieht man nichts davon.

Jetzt habe ich meine Meinung ja nochmal erklärt, aber was meinst du hiermit?

Um den Tisch mobiler zu machen, die knapp 20 kg weniger, die die Kufen haben, dürften sich beim Transport schon bemerkbar machen und ewig werde wir hier nicht wohnen.
Gruss
Ben
 
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