Hobelschlag bei der Elektra-Beckum HC 260C reduzieren

Wolfgang EG

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Vorab: Heiko Rech habe ich gelesen, also was er zum Thema Hobelschlag schreibt. Da sind einige Hinweise enthalten, die ich berücksichtigt habe, auch der, dass Hobelschlag wohl nicht ganz vermeidbar ist (?).

Nun habe ich in den Weiten des Internets einen Beitrag gefunden, wo ein Bastler einen verlängerten Dickentisch an der HC 260 angebracht hat, um Hobelschlag auszuschließen.

Meine Frage an die Profis: Bringt diese Verlängerung wirklich eine signifikante Verringerung des Hobelschlages beim Dickenhobeln?

Wolfgang

PS: Ich verwende den ADH HC 260 fast ausschließlich zum Abrichten und Dickenhobeln von Bauholz. Dabei verwende ich bis 100x100x4.000 mm Kantholz oder 24x200x4.000 mm Schalbretter. Auch selbst hergestelltes Leimholz wird zuletzt noch einmal fein dickengehobelt.
 

Holzrad09

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eine Frage an die Profis: Bringt diese Verlängerung wirklich eine signifikante Verringerung des Hobelschlages beim Dickenhobeln?
Nein, bringt es nicht.
Die kleine HC 260 muss damit leben, ebenso leichte Schepperbächer oder Murkstabos, einen richtigen fetten Einschlag gibt es aber bei den Lutz Maschinen.
Das Prinzip ist ganz einfach. Das Holz wird eingezogen und gelangt an die Messerwelle, diese dreht gegen die Vorschubrichtung und zieht bei der Spanabnahme das Holz nach oben, die Einzugswalze schafft es nicht das Holz unten zu halten. Dazu müsste sie viel mehr Druck aufbringen, was aber der Dickentisch nicht mit macht.
Hat das Holz nun die Auszugswalze erreicht, dann wird es auch unten gehalten, solange bis es die Einzugswalze verlässt, dann wird es bis zum verlassen der Maschine wieder hochgezogen.
Abhilfe könnte ein schräges Einfädeln bringen, somit greift die Messerwelle nicht mit einem Mal ins Werkstück, auch ein ausheben des Holzes kann funktionieren, ein direktes nacheinander der Hölzer funktioniert in der Regel auch.
LG
 

Wolfgang EG

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Vielen Dank für die schnelle und ehrliche Antwort, einschließlich Erläuterung. Dann kann ich mir den ganzen Aufwand sparen ...

Würde eine Art (federnder) Niederhalter vor der Einzugswalze etwas bringen? Also sozusagen direkt über dem Anfang des Dickentisches?

Wolfgang
 

Holzrad09

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Ich fürchte leider auch nicht, jeder weitere Druck auf den Dickentisch tut der Maschine nicht gut, sie ist einfach zu leicht gebaut.
Deutlich besser schaut es bei 310 mm Maschinen der 250 - 300 Kg Klasse aus, da gibt es trotz fehlender Druckbalken wesentlich bessere Ergebnisse, hatte neulich dazu schon mal was geschrieben. https://www.woodworker.de/forum/threads/welche-adh-hobelmaschine-4000€.113402/#post-740438 da sind auch die Dickentische etwas stabiler und können mehr Druck ab. https://www.bernardo.at/pub/media/catalog/product/0/8/08-1047_5.jpg.jpg
LG
 
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Wolfgang EG

ww-kirsche
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Danke für die Antworten. Ich war nur die letzten Tage etwas genervt, weil gerade diesmal die kurzen Meterstücke dann 5 bis 7 cm Hobelschlag am Anfang hatten. Später habe ich dann in der Länge 10 cm zugegeben, um den Hobelschlag abschneiden zu können.

Besonders auch beim Dickenhobeln von langem Material tritt der Hobelschlag verstärkt auf, da ich da keinen Einfluss beim Einzug nehmen kann.

Nun ja, ich arbeite mit der Maschine schon fast 20 Jahre ... Komisch, aber irgendwann kommt der Punkt, an dem es eben stört, was man die ganzen Jahre klaglos hingenommen hat.

Jetzt möchte ich anfangen, meine uralten Bestände an Lärche aufzuarbeiten. Einiges habe ich schon zu Leimholz verarbeitet, probehalber. Und da stört mich eben der Hobelschlag besonders. Aber was soll's. Muss ich eben mit leben.

lärche.jpg

Wolfgang
 

Holzrad09

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Wenn Du eine zweite Person hast, dann kannst Du die Bretter hintereinander durchlassen, aber unmittelbar hintereinander, die Hirnenden müssen sich berühren.
Die Möglichkeit des Aushebens hatte Ich oben schon genannt, da bekommen die Federn etwas Vorspannung.
Es gibt auch Leute, die die gedickteten Flächen nochmal 5 Zehntel abrichten und somit die Hobelschläge entfernen.
LG
 

Batucada

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Bei Hobelschlag bekomme ich ganz große Ohren. Aber ich glaube, das hat sich in der Zukunft für mich erledigt. Leider hilft Dir das nicht weiter. Und so war es, die Vermeidung des Hobelschlags war einer der Gründe, warum ich mich an den Bau einer Dickte gewagt habe.

Batucada
 

miaz

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Bei der HC260 gibt es zwei Varianten der zweiten Einzugswelle. A: geriffelt Stahl, B: Gummibelag.
Vermutlich tritt der Hobelschlag eher bei der Gummivariante auf. Voraussetzung ist natürlich, dass sauber abgerichtet wurde und das Brett bei der Abnahme nicht allzu sehr die Tischebene verlässt. Mit der Hand gefühlvoll unterstützen beim Abnehmen hilft.
Man könnte die Andruckfedern verstärken, macht jedoch nur bei der Gummiwalze Sinn, die Stahlwalze prägt ihr Profil in das Holz.
 

Wolfgang EG

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Bei der HC260 gibt es zwei Varianten der zweiten Einzugswelle. A: geriffelt Stahl, B: Gummibelag. ... Vermutlich tritt der Hobelschlag eher bei der Gummivariante auf. ...
Ich habe offensichtlich die Variante mit der Gummiwalze ...

20201002_111658.jpg

Wolfgang

PS: Ja, mir ist bewusst, dass ich die Maschine auch mal sauber machen sollte ... Schon 1.000 Mal vorgenommen, aber immer wieder verschoben. Übrigens: Heuer habe ich der alten Lady mal einen neuen Antriebsriemen gegönnt. Ansonsten alles noch im Original.
 

Wolfgang EG

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Wenn Du eine zweite Person hast, dann kannst Du die Bretter hintereinander durchlassen, aber unmittelbar hintereinander, die Hirnenden müssen sich berühren. ... Es gibt auch Leute, die die gedickteten Flächen nochmal 5 Zehntel abrichten und somit die Hobelschläge entfernen.
LG
Mein Problem ist, dass ich eher ein »Einzelkämpfer« bin. Da ist nichts bzw. nur sehr selten was mit fremder Hilfe ... Das mit dem nochmal durchlassen muss ich mal durchdenken. Besteht dann nicht wieder die Gefahr eines erneuten Hobelschlages?

Wolfgang

PS: Heute werde ich das mal ausprobieren!
 

seschmi

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Nicht nochmal durchlassen, sondern über die Abrichte schieben.
Und tatsächlich mal die Aufhängung der Andruckwalzen sauber machen - wenn da Dreck drin ist, können die Federn die nicht nach unten drücken, und dann geht das Holz natürlich nach oben.

Und natürlich das Holz, wenn es rauskommt, unterstützen. Entweder mit der Hand das freie Ende sachte nach oben drücken, oder auf einen Rollenbock schieben lassen.
 

tomkaes

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PS: Ja, mir ist bewusst, dass ich die Maschine auch mal sauber machen sollte ... Schon 1.000 Mal vorgenommen, aber immer wieder verschoben. Übrigens: Ansonsten alles noch im Original.
... einschließlich dem festgebackenem Dreck / Harz an den Führungen der Vorschubwalzen. Und du wunderst dich über Hobelschlag?
 

Wolfgang EG

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... Und tatsächlich mal die Aufhängung der Andruckwalzen sauber machen - wenn da Dreck drin ist, können die Federn die nicht nach unten drücken, und dann geht das Holz natürlich nach oben. ...
Danke, das leuchtet mir ein. Dann werde ich mal schauen, wie ich an die Walzen ran komme.

Wolfgang
 

seschmi

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Von außen die Verkleidung ab. Es gibt ganz gute Anleitungen im Internet, wie man die Walzen wechselt, so kommt man auch dran. Einfach mal googeln...
 

Wolfgang EG

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Von außen die Verkleidung ab. Es gibt ganz gute Anleitungen im Internet, wie man die Walzen wechselt, so kommt man auch dran. Einfach mal googeln...
Ich sitze schon einige Zeit und suche Anleitungen. Einige habe ich schon gefunden, allerdings eher Lösungen, ohne die Maschine zu zerlegen.

Wolfgang

PS: Momentan stöbere ich in der Explosionszeichnung rum.
 

Wolfgang EG

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Am Sonntag habe ich mal die Andruckwalzen überprüft. Es ging darum, ob sie so verdreckt sind, dass ihre Funktion eingeschränkt ist oder gänzlich fehlt.

Die Walzen ließen sich ganz leicht nach oben drücken, was mich etwas stutzig machte. Fest war da nichts. Bevor ich die Federspannung der Walzen erhöhe, eine Frage: Kann es sein, dass besonders die Einzugswalze ihrer gedachten Funktion nicht mehr ganz gerecht wird und sich nach oben drückt, sobald die Messer das Material erfassen? Das könnte doch auch bedeuten, dass dann ein erhöhter Hobelschlag entsteht ... Oder irre ich (wieder einmal)?

Vielen Dank.
Wolfgang
 

Batucada

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@Wolfgang EG
Der Druck müsste sich bei Deiner Maschine einstellen lassen. Dafür sind Druckfedern vorgesehen, je Walzenende 1 Stück, soweit sich das aus den Abbildungen entnehmen lässt, die ich mir mal bei Metabo beschafft habe. Ich würde die Stellung der Einstellschrauben ausmessen und notieren, oder ggf. mit einem Filzstift eine Markierung anbringen. Nach der Liste sollen es M8-Schrauben sein, wenn es ein Regelgewinde ist, dann ist die Steigung 1,25 mm. Ich würde mal versuchsweise die Schrauben um 1 Umdrehung verstellen, zurück stellen auf alte Werte geht dann immer noch.

Batucada
 

Holzrad09

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Kann es sein, dass besonders die Einzugswalze ihrer gedachten Funktion nicht mehr ganz gerecht wird und sich nach oben drückt, sobald die Messer das Material erfassen? Das könnte doch auch bedeuten, dass dann ein erhöhter Hobelschlag entsteht ... Oder irre ich (wieder einmal)?
Federn können mit der Zeit ermüden, deshalb kann man sie in der Regel nachstellen. Bei der HC 260 scheint es recht einfach zu gehen.
https://www.woodworker.de/forum/threads/vorschub-eb-hc-260.103836/#post-583830LG
 

Wolfgang EG

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Danke für die Antworten.

Ja, der Druck lässt sich einfach einstellen, wie man am Foto erkennen kann. Dann werde ich das mal in Angriff nehmen, wenn ich diese Woche wieder die Dickte benötige. Den Druck baue ich soweit auf, bis ich ganz leichte Spuren der Walze im Holz sehe. Dann wieder ganz leicht etwas zurück. Müsste funktionieren.

Vorher markiere ich mir natürlich den alten Stand der Schraube, wie von @Batucada beschrieben.

20201002_111649.jpg

Wolfgang
 

seschmi

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Die müssen schon recht straff drücken - „leicht“ geht das bei mir nicht, ich muss schon richtig fest drücken, um die Walze hochzuschieben.

Die Walze vor der Hobelwelle darf auch Spuren ins Holz drücken, danach wird ja noch gehobelt. Die zweite Walze ist bei mir mit glattem Gummi beschichtet, die macht ohnehin keine Spuren.
 

Wolfgang EG

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Na ja, ging bei mir wirklich zu leicht ...

Ich hatte keine Ruhe und habe doch heute gleich mal straffer angezogen und probiert. Was soll ich sagen: Damit – und unter Beachtung der anderen gegebenen Hinweise – habe ich geschafft, in meine Lärche-Enden (55 cm) keinen Hobelschlag zu fabrizieren! Und gerade bei kurzen Stücken hatte ich vorher massive Probleme.

Das Problem ist also gelöst, vielen Dank.

20201005_154408.jpg

Wolfgang

PS: Ich habe jetzt als Beleg aber nur drei Enden fotografiert. Ich hoffe, ihr glaubt mir auch so ....
 
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