Stockflecken im Leinöl

Duespan

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Hallo,
ich wende mich an Euch, da mein Wissen über Leinöl recht begrenzt ist und ich im Netzt nur in diesem Forum teilweise Hinweise und Lösungsansätze für mein Problem gefunden habe.
Hier die Situation:
Ich habe auf einer Azoreninsel ein kleines Hotel gebaut. Aus verschiedenen Gründen habe ich den Ersten Stock mit vorgehängten Holzfassade gebaut. Das verwendete Holz ist eine Art japanische Zeder. Es ist hier heimisch und kommt mit der Witterung hier gut klar. Aus Mangel an Alternativen hier habe ich es mit purem Leinöl geölt (welches ich mit einem hier üblichen Zusatz zum schnelleren trocknen ((sikkative)gemischt habe).
Das Haus steht ca. 50m vom Atlantik entfernt. Dem entsprechend ist es der Witterung durch Sonne, Feuchitigkeit und Salz ausgesetzt.
Ich habe die Bretter einmal for der Montage geölt und dann noch ein zweites mal im verbauten Zustand. Ich gebe zu, dass ich das Öl nicht abgerieben habe, sondern nur durch die vertikale Position habe ablaufen /abtropfen lassen. Im verbauten Zustand habe ich das Öl gespritzt und dananch mit einer groben Pinsel verteilt.
SChon klar, dass dies nicht die optimale Vorgehensweise ist aber das Haus ist recht groß und ich hatte Zeitdruck.

Ergebniss:
Nach einigen Monaten (vor allem im feuten und kälteren Winter entstehen fast flächig kleine schwarze Punkte / Schimmelflecken (ich würde es Stockflecken nennen).
Die Flecken scheinen allerdings nur in der Ölschicht zu sein, denn man kannn sie einfach mit dem Fingernagel abkratzen. Momentan habe ich die Fassade schon 2 mal mit Chlorreiniger eingespritzt und siehe da, es sieht wieder aus wie neu nach wenigen sekunden.
Andere Teile wie Geländer habe ich nur einmal geölt und abgerieben. Die vergrauen eher aber haben das Problem mit den kleinen schwarzen Schimmelflecken deutlich weniger (aber auch teilweise). Die sind halt aber auch deutlich besser belüftet, da sie im Gegensatz zur Fassade vom Wind gut durchströmt werden.

Ich gehe davon ausm dass das Problem beim Öl / meiner Technik liegt. D.h.
- entweder Verunreinigungen im Öl selbst ( kommt hier ohne jegliche Spezifikation) oder durch den Verarbeitungsprozess
- oder in der Schichtdicke da ich es nicht abgerieben habe

Hier im Forum habe ich Hinweise darauf gelesen, dass evtl. Verunreinigungen in nicht ordentlich aufbereitetem Leinöl das Problem auslösen können und man besser Leinölfirnis verwenden sollte.
Ich bin für jeden Ratschlag dankbar.
Ich würde jetzt ansonsten im nächsten Frühjahr wieder mit dem Chlorreiniger ran und danach leinölfirnis versuchen. Allerdings auch den wieder aufspritzen und dann mit einem groben Pinsel verteilen / abreiben. Evtl auch mit dem Wasserschlauch überflüssiges Material abspritzen.
Danke und schönen Gruß aus dem Atlantik
Victor
 

Duespan

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Hallo Falk,
danke erstmal für Den link zu den Jungs in Werder. Hab ich mir angefangen durchzulesen und klingt recht interessant.
Das Leinöl war nicht für Lebensmittelzwecke soweit ich weiß aber die füllen einem das hier ich Wasserkanister ab und Spezifikationen gibt es leider keine.
Die Sache mit dem "Pilzfutter" (auf der Werder Seite) im nicht nach den DIN Richtlinien gefertigten Leinöl ist so ungefähr das was ich vermute. Ich würde nur gerne noch andere Meinungen hören.
Stehendes Wasser gibt es keins , da es sich um eine Stülpschalung handelt und einen Dachüberstand gibts natürlich auch. Aber hier fliegt der Regen und die Gischt gerne mal horizontal und die luftfeuchtigkeit ist besonders im Winter lange sehr hoch. D.h. die Fassade ist über längere Zeiträume von außen leicht feucht allein durch die hohe Luftfeuchtigkeit.
Ich frage mich nun ob nach der DIN hergestellter Leinölfirnis oder Lackleinöl die Situation hier deutlich verbessern würde. Und wenn ja, besser Lackleinöl oder nur Firnis oder doch wieder einfach nur Leinöl (aber diesmal vernünftiges)?
Bin weiter für alle Hinweise und Anregungen offen.
Danke
Gruß Victor
 

fahe

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...nicht gereinigtes und entschleimtes Leinöl bietet immer einen guten Nährboden für neues Leben...:emoji_wink:

Ich benutze reines Lackleinöl nur bei neuen Hölzern. Sonnige Tage helfen. Danach Leinölfirnis, wenn es nur geölt werden soll.

Auch Leinölfirnis bieten aber für sekündäres Pilzwachstum aber im Außenbereich trotzdem eine gute Grundlage. Das ist zwar oberflächlich, aber lästig, weil man halt doch spätestens aller zwei, drei Jahre abwaschen und neu streichen muss.

Beste Erfahrungen habe ich mit Standölfarben, wenn es deckend sein darf.

Ist man halbwegs verrückt, wie meine Schwester mit ihrem dreihundertjährigen Haus, kann man die selber einsumpfen.

Ich hab' die bisher immer in Werder gekauft... und bin eben ein bisschen entsetzt, weil der Shop so leer wirkt.
 

agnoeo

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Tungöl ist noch eine Alternative, die sollte weniger anfällig für Stocken und Schimmelbildung sein.
Manche geben ein Fungizid bei.

Gruß, David
 

Martin45

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Der Schimmel braucht zwei Dinge. Futter und Feuchtigkeit. Beim Futter ist der meiste Schimmel nicht so wählerisch.
Unter normalen Bedingungen wird das Leinöl aushärten und damit vermutlich weniger attraktiv und die Umgebung ist ziemlich trocken.
Du hast schonmal eine Grundfeuchtigkeit durch das Klima, womöglich sogar durch Regen und Gicht noch viel mehr.
Vielleicht wäre es etwas weniger/besser, wenn du eine dünne Schicht genommen hättest, die schnell aushärtet. Ich könnte mir vorstellen, dass also die dicke Schicht und dass sie lange braucht, bis sie hart ist auch eine Rolle spielt.
Wie wurden denn traditionelle Häuser/Holzteile auf deiner Insel ganz früher behandelt? Da würde ich mich versuchen zu orientieren. Meist sind die lokalen und seit Jahrhunderten bewährten Mittel die besten, weil ökologisch, relativ dauerhaft und günstig.
 

Duespan

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Hallo Falk, David und Martin,
danke erstmal wieder.
Falk.. ...
dank meiner Frau soll es eher nicht deckend sein. Sie liegt mir in den Ohren, dass die schöne Holzfarbe sichtbar bleiben soll und damit hat sie auch nicht ganz unrecht. meinst Du denn lackleinöl wäre eine gute Möglichkeit hier. Du schreibst, dass Du es nur auf neuen Hölzern verwendest aber meins ist ja nun schonmal geölt. Ich würde es halt nochmal mit Chlorreiniger reinigen und dann mit Lackleinöl spritzen und mit grobem Pinsel/ Schrubber verreiben und evtl. (aber dass nur nach Rücksprache mit Euch Experten hier) mit Wasser abspritzen. Darauf bin ich gekommen, da es nach dem Ölen von einer Hausseite direkt stark geregnet hat und das Ergebnis danach auf jeden Fall nicht schlechter war als auf den anderen Seiten (evtl halt dünnere Schicht).

David... Ich hab keine Ahnung von Tungöl. Gibt es da irgendwelche Berichte drüber, dass es weniger Anfällig gegen Schimmel ist?

Martin... Ja wie gesagt, ich habe auch entweder an die Schichtdicke oder halt das unreine Leinöl gedacht. Das Klima hier ist im Winter recht feucht aber es trocknet auch immer wieder ab, da es auch sehr windig ist. Aber klar hier am Meer ist die Fassade oft feucht und auch an älterem Putz mit verutlich Kalkfarbe sieht man änliche Flecken. Die bauen hier momentan nur noch alles in Beton und halten mich für verrückt, dass ich viel Holz verbaut habe. Traditionell wurde hier alles in Lavasteinen gebaut und nur wenig Holzhäuser. Das lokale Holz ( japanische Zeder hält das Klima aber über viele Jahre auch völlig unbehandelt aus. Das weiß ich aus eigener Erfahrung und aus Gesprächen mit älteren Einheimischen die viel mit Holz arbeiten. Wenn traditionell Holz geschützt wurde dann mit Leinöl aber heute würden die hier so eine Fassade lackieren. Aber es baut halt auch kaum Jemand Holzfassaden.
Daher hab ich mich auch für Leinöl entschieden. Nur nervt das Reinigen mit Chlorreiniger und ich vermute es ist auch nicht so super für das Holz. Auch bin ich mir nicht sicher wie viel Öl nun nach 2 Runden chlorreiniger noch wirklich drauf ist.

Daher bin ich halt am überlegen ob ies nicht etwas besseres gibt, was ich nun auf der geölten Fassade probieren kann. Und klar würde ich mir gerne noch größeren Ärger (durch ein noch unpassenderes Öl /etc. ersparen.
VG
Victor
 

fahe

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...also auch, wenn man Hölzer im Außenbereich aller zwei, drei Jahre abwäscht und neu mit Leinöl ölt, ist nach ein paar Jahren auch nicht mehr so sehr viel von der Maserung zu sehen. Das Holz bekommt dann eine dunkle Patina wie bei alten Häusern zu sehen.

Ich finde das ja schön. Ich fürchte: Deine Frau nicht...:emoji_wink:

Seit Jahrhunderten bewährte Standölfarben haben den Vorteil, dass sie von außen nach innen abwittern, aber nie abplatzen. Sie bleiben relativ diffussionsoffen und die Polymerisation sorgt für eine gute Verbindung mit dem Holz.

Aber wenn's dem Familienfrieden dient: Leinölfirnis, also Leinöl mit einem Sikkativ, das für schnellere Trocknung sorgt. Ich würde dem etwas Balsamterpentin beimischen. Also nicht 1:1, wie beim Halböl, sondern eher 1:0,2 oder so.

Die beste Zeit zum Streichen dürfte das Frühjahr sein. Dem Azorenhoch zum Trotze...:emoji_wink:
 

carsten

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Hallo

das Leinöl das Wachstum von Pilz bzw Schimmelsporen begünstigen hatten wir hier im Forum schon öfter.
Ich selbst hab nur Leinölfirnis im Außenbereich mal eingesetzt auf Eiche, in den ersten Jahren jährlich nachgeölt bis die Dose leer war.
Gänzlich ohne Befund. Ist allerdings auch eher ein Dekoobjekt und hängt Witterungsgeschützt.
Tungöl dringt tiefer ein und ist gering schichtbildend ABER auch deutlich teurer. Und bei einer ganzen Fassade ...???
Deshalb wird ja häufig im Außenbereich (große Flächen) Leinölfinis genutzt. Ist noch relativ günstig.
Aber bei einer Fassade ...???

Falk hat es schon angedeutet: Die Farbe wird man auch mit einem anderen Öl nicht erhalten können. Deshalb wäre für mich die Frage ob überhaupt noch mal Ölen klar mit nein beantwortet.
Diese grauen Punkte KÖNNEN auch ein beginnendes vergrauen sein. Das passiert mit Holz im Außenbereich unabhängig von Holzart und Standort.
 

Duespan

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Hallo Carsten, hallo Falk,
danke für Eure Antworten.
Carsten.... Ich hab einige teile dünner und nur einmal geölt und die dann auch abgerieben. Diese Teile vergrauen deutlich mehr aber haben halt nicht diese schwarzen Punkte. Und wie gesagt mit Chlorreiniger (klar der bleicht auch aber das benutzen hier alle vor allem gegen Schimmel) ist innerhalb von ca einer Minute fast nichts mehr zu sehen. Außerdem lassen sich die Punkte mit dem Fingernbagel abkratzen. Für mich sieht das schon recht deutlich nach Schimmelflecken aus.
Und wenn nicht ölen, was denn dann? Bei der Optik wäre es halt schön, wenn die Holzstruktur erhalten bleibt. Halt so wie beim ölen oder Lasur. Es kann ruhig einen anderen recht hellen braun ton bekommen nur halt nicht völlig deckend oder sehr dunkel (da das Erdgeschoss schon aus schwarzem Lavastein gebaut ist).
Es sind auch ca 250m² Fläche und außer dem schon verwendeten Leinöl muss ich auch noch alles selbt verschiffen. Daher sind so Sachen wie osmo farben oder sowas eher etwas zu tuer.

Falk.. nach der Chlorreinigerrunde sieht es immer fast aus wie neu. Aber ist halt keine schöne Lösung. Firnis also, mit Terpentin damit es flüssiger wird, richtig? Meinst Du das kann man dann auch noch spritzen? Aber der eigentliche Unterschied zum letzten Versuch hier ist dann vor allem das vernümpftig aufbereitete Leinöl im Firnis, denn Sikkativ hatte ich auch beigemischt, richtig?
Ich versuche es nur genau zu verstehen.
Danke
Gruß Victor
 

wostok

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Ich hab' die bisher immer in Werder gekauft... und bin eben ein bisschen entsetzt, weil der Shop so leer wirkt.

Aus dem Werder-Shop:
Vor 12 Jahren habe ich die Farbmanufaktur Werder eröffnet.
Es gab harte Zeiten, aber auch dank ihnen sehr viele schöne Momente.
Einige von ihnen kenne ich schon die ganze Zeit. Ich möchte fast sagen, wir sind Freunde geworden.
Danke
Jetzt heisst es Abschied zunehmen. Ich schließe die Farbmanufaktur aus Altersgründen mit schwerem Herzen.
Leider habe ich keinen Nachfolger. Ich versuche noch jemanden zu finden ,welcher einige meiner Produktentwicklungen weiter herstellt und vertreibt.
Im Shop gibt es nur noch einige Reste.
Aus diesem Grund ist es leider nicht mehr möglich ein neues Kundenkonto zu eröffnen.
Bestandskunden können sich noch einloggen.
Danke nochmals und Tschüss
Ihr Jürgen Gammelin
Das ist sehr schade! Ich bin schon länger Kunde dort und war immer zufrieden. :emoji_cry:
 

fahe

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Das ist sehr schade! Ich bin schon länger Kunde dort und war immer zufrieden. :emoji_cry:
Da kann ich mich nur anschließen. Schade, dass sich mein Bauchgefühl bestätigt hat.
Eben noch einmal nachgesehen: 2019 habe ich für 5 Liter Leinöl-Firnis 28 Euro bezahlt. Liter Tungöl 6 Euro. Das waren noch Zeiten.

Glücklicherweise hat Krämer sen. wohl Nachwuchs, der auch im Geschäft arbeitet.
Das wäre dann der nächste, bevor ich zu den neuen Leinöl-Geschichten-Erzählern gehe.

Firnis also, mit Terpentin damit es flüssiger wird, richtig?
Ja, Balsamterpetin.
Meinst Du das kann man dann auch noch spritzen?
Ich denke ja: Ja.
Habe ich allerdings keinerlei Erfahrung.
Aber auf die Azoren kriegst Du doch gegen Kost und Logis im Schafstall eine(n) Woofer/in oder etwas in der Art zum Pinseln...:emoji_wink:
Hey, ich hab' mit meiner Freundin schon mal Hunderte Bäumchensetzlinge in Ontario gepflanzt.
Aber der eigentliche Unterschied zum letzten Versuch hier ist dann vor allem das vernümpftig aufbereitete Leinöl im Firnis, denn Sikkativ hatte ich auch beigemischt, richtig?
Ja. Es geht darum, dass es ordentlich gereinigtes und entschleimtes Leinöl ist. Dann bietet das Öl erst einmal selbst nichts Organisches mehr, was Pilzen schmecken würde. Sekundärer, vulgo:emoji_open_mouth:berflächlicher, Pilzbefall kann es dennoch geben. Das ist aber auf allen Flächen so, auf denen sich organisches Material und feuchte Bedingungen finden. Das ist also nicht tragisch... und muss auch nicht passieren.
Das Sikkativ beschleunigt nur das Trocknen.

By the way: Wo bleibt eigentlich @WinfriedM
Also wenn hier schon so oft vom ÖLEN die Rede ist...:emoji_wink:
 

WinfriedM

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Diese grauen Punkte KÖNNEN auch ein beginnendes vergrauen sein. Das passiert mit Holz im Außenbereich unabhängig von Holzart und Standort.
Ich würde das ähnlich sehen, schwarze Punkte habe ich auf Kiefer oder Fichte hier bei unserem Klima nach 2-3 Tagen Regen bereits drauf. Das Leinöl bietet etwas mehr Futter, was die Pilze mögen, aber einen großen Unterschied macht das dann ja nicht. Aus den Punkten wird mehr und mehr eine Vergrauung der ganzen Oberfläche. Das Öl auf der Oberfläche wittert da auch in 1-2 Jahren ab und dann ist alles irgendwann gleichmäßig grau.

Es kann also sein, dass man da gar nichts machen muss, einfach nur abwarten, bis die Vergrauung abgeschlossen ist.
 

Duespan

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Hallo Falk, hallo Carsten und hallo Winfried,
danke für Eure Antworten und Einschätzungen. Tut mir Leid, dass ich erst jetzt antworte. Bin gerade dabei hier alles Winterfest zu machen und mit Kind und Kegel über Weihnachten nach Hause zu fliegen. Ich hab noch mal ein Paar Bilder gemacht. Da sieht man mal wo das Ding wirklich steht, wie die Fassade nach ca. 7 Manaten ohne Chlorreiniger aussieht und auf einigen Bildern hab ich einige Stellen frisch mit Chlorreiniger besprüht. Wäre super wenn Ihr Euch die noch anschauen könntet und Eure Einschätzung mit dem beginnenden Vergrauen anstelle von Schimmel zu bestätiugen (oder halt auch nicht). Ich hab es mir auch noch mal genauer angeschaut und diesmal sieht es wirklich auch nicht mehr so gepunktet aus (DIe letzten beiden male bevor ich mit Chlorreiniger dran war sah es wesentlich mehr nach Schimmel / Stockflecken aus.).
Und hat Jemand von Euch Erfahrung mit den Auswirkungen von Chlorreiniger auf das Holz (und die Ölschicht).
Danke Euch.
Gruß Victor

IMG-2628.JPG IMG-2629.JPG IMG-2630.JPG IMG-2640.JPG IMG-2642.JPG IMG-2654.JPG IMG-2656.JPG 300763718_1097272950914311_4226096295509222709_n.jpg
 

carsten

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Hallo

also das drittletzte Bild ist für mich einwandfrei natürlich Vergrauung. An so exponierter Lage mit Sonne Wind und Wasser geht das halt schneller.
Vermeiden kann man das nicht.

PS schönes Fleckchen Erde
 

K2H

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Ich würde das ähnlich sehen, schwarze Punkte habe ich auf Kiefer oder Fichte hier bei unserem Klima nach 2-3 Tagen Regen bereits drauf.
Genau.
Ohne es gnau zu wissen denke ich aber nicht:
Das Leinöl bietet etwas mehr Futter, was die Pilze mögen
Nach der "Chlor-Kur" dürfte von dem Öl nicht mehr viel übrig sein.
Ich kenne solche Flecken von Häuser, Gartenmöbel, usw. an der Algarve.
Dort herrscht ähnlich feucht-warmes "Insel-Klima".
 

Duespan

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Hallo Carsten, hallo K2H,
danke mal wieder für Eure Antworten.
Carsten... ja ist wirklich schön hier. Sag mal meinst Du wirklich das drittletzte Bild (das mit dem CHlorreiniger Fleck in der Mitte) oder meinst Du das Geländer? Baim Geländer sieht es für mich nach vergrauung aus (deshalb hab ich es mit rein getan). Die Geländer hab ich nur einfach geölt und auch danach abgewischt, außerdem ist dabei halt die Belüftung deutlich besser. An den GEländern findet man die schwarzen Punkte fast nicht. Das ist für mich ein Grund warum ich eine zu dicke Ölschicht als Ausgangspunkt des Problems für möglich halte und warum ich auf Schimmel getippt habe.
K2H... Bei der Chlor- Kur kommt zumindest nur sehr wenig Öl mit runter und danach sieht die Fassade eigentlich nahezu aus wie vorher und verhält sich auch ähnlich. WObei nach er zweiten Kur waren die Bereiche unter den Fenstern heller und die sind dann auch stärker und flächiger dunkel geworden. Da scheint also etwas mehr abgegangen zu sein. Vermutlich durch mehr Chlorreiniger der sich auf dem Fensterbrett gesammelt hat oder so ähnlich...
Gruß Victor
 

WinfriedM

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Für mich sieht das auch nach Vergrauung aus. Je feuchter das Holz bleibt, um so stärker hast du dann auch verfärbende Pilze. Und wenn es dauerhaft zu feucht bleibt, siedeln sich echt fiese Pilze an, die das Holz zerstören. Dein Dachüberstand sollte aber reichen, damit es nicht dauerhaft zu feucht ist.

Statt Chlor kannst du es mal mit Waschsoda probieren. Eine Lauge ansetzen und damit schruppen. Dann mit Wasser nachspülen.

Ein toller Standort zum glücklich wohnen, aber sicherlich auch ein raues Klima.
 

magmog

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Guuden,

Warum wird von den Menschen mit Erfahrung über ettliche Generationen mit Holzhäusern
kein Leinöl für Außenanstrich verwendet? Obwohl Leinöl seit Jahrtausenden bekannt ist?
Das falsche Material am falschen Platz!
Roh lassen, oder wie die Schweden und die anderen nordischen ihrer Häuschen behandeln.
Oder mit modernem Material.
Das LÖ runter und Flächen neu aufbauen.
 

K2H

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Warum wird von den Menschen mit Erfahrung über ettliche Generationen mit Holzhäusern
kein Leinöl für Außenanstrich verwendet? Obwohl Leinöl seit Jahrtausenden bekannt ist?
Das falsche Material am falschen Platz!

Das kann man so pauschal nicht sagen. Zum Einen sind Leinöl und Leinölfarben ebenfalls altbewährte Holzanstriche für draußen, die eben wegen ihrer nicht-filmbildenden Eigenschaft auf Dauer dem Holz weniger schaden als andere, filmbildende. Siehe die alten und uralten Fachwerkhäuser.
Zum Anderen, was konkret die Frage "Schimmelflecken" dieses Faden betrifft, kommt es m. M. n. eher auf das Klima an in dem das Holz steht.
Oder anders gesagt, wie viel und wie lange das Holz feucht wird/ist und wie schnell es abtrocknen kann.
Die Fotos oben zeigen es m. M. n. gut: Die nur einseitig belüftete Fassadenverkleidung hat mehr Flecken als der allseitig freistehende Antrittspfosten der Treppe. Eben weil der viel schneller trocknen kann. Das zeigt ganz deutlich dass es weniger mit dem Öl, als viel mehr mit der länger anhaltenden Feuchtebelastung des Holzes zu tun hat. Das sehe ich auch wie @WinfriedM.


.... dürfte in dem feucht-warmen Klima auf den Azoren keine gute Option sein. Das kann man nicht mit dem Klima in dem z. B. rohe da stehende Almhütten Jahrhunderte alt werden, vergleichen.
oder wie die Schweden und die anderen nordischen ihrer Häuschen behandeln.
Die nordischen Häuser wurden ebenfalls schon seit dem 17. Jhrdt aus dem gleichen Grund (zu lange viel Feuchtigkeit, zu kurz, zu wenig Sonne), mit leinölbasierenden Farben gestrichen. Typisch das "Falun-Rot", das aus Leinölfirnis und Roggenmehl als Bindemittel, Eisenoxid-Pigmenten, hergestellt aus Bergwerksabraum und anderen "Ingredienzien" , hergestellt wurde.
Allerdings muss man auch dazu sagen, der Unterschied zu heute ist, dass "damals" in Skandinavien die Holz-Verschalungen aus sägerauen Bretter gebaut wurden und der Anstrich als mehr oder weniger dickschichtige Schlämme drauf kam. So dicke Schichten würden auf gehobelten oder geschliffenen Oberflächen nicht wirklich lange halten.

Gruß,
KH
 

K2H

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Die antimikrobielle Wirkung von Eisenoxid und anderer Zuschlagsstoffe im Falunrot sollten nicht unterschätzt werden.
Das kann durchaus sein. Wobei ich nicht weiß wie sich das Eisenoxid gegenüber Schimmel, Pilzen, usw. tatsächlich auswirkt. Immerhin ist Eisen als chem. Element ein Stoff den zumindest Pflanzen sogar brauchen. Ich vermute eher dass in Skandinavien die dicke Beschichtung, sprich Schlämme statt "Lasur", ausschlaggebend ist. Ist aber nur eine Vermutung.
Das hilft Duenspan aber so und so nicht weiter, wenn er sein Haus nicht gerade im "Scandinavian Style" streichen will....
 
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