Metabo HC 260 C: Kette abgesprungen von der Höhenverstellung des Dickentisches

Stefan_B_Z

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Hallo zusammen,

heute Nachmittag habe ich beim Hobeln mit der Metabo HC 250 C den Dickentisch mit der Kurbel nachstellen wollen. Da hörte ich "Ploing", und dann ging nichts mehr. Nachgeschaut: Kette abgesprungen. Maschine auf den Kopf gedreht. Genaueres Nachschauen liefert:

HC 250 C Kettenantrieb.jpg

Die Konstruktion habe ich nur ungefähr, aber nicht exakt verstanden. Das Teil links im Bild nahe dem Motor sieht so aus wie ein auseinandergefallener Kettenspanner. Offenbar gehört das lose Ketten-Ritzel an dieses Blechteil. Merkwürdig, dass Schraube und Ritzel fest miteinander verbunden sind. Ich hätte erwartet, dass sich das Ritzel um die Schraube als Achse drehen lässt. Außerdem:emoji_open_mouth:hne weiteres Zerlegen komme ich an die wichtigen Teile nicht heran.

Ihr seht schon: Viel Vermutung, wenig Wissen. Die vorhandene Explosionszeichnung gibt nur beschränkt Aufschluss. Einiges Suchen hat keine rechte Hilfe gebracht.

Also: Gibt es irgendwo eine brauchbare Anleitung? Was kann/muss ich wegschrauben, um den Kettentrieb freizulegen, aber ohne die ganze Maschine zu zerlegen? Und wenn ich dann alles wieder beieinander habe: wie stelle ich den Kettentrieb ein, dass der Tisch parallel und nicht windschief rauf und runter geht?

Grüße,
Stefan
 
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Johannes

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Hallo Stefan,
ohne deine Maschine explizit zu kennen, vermute ich das die Festigkeit zwischen Schraube und Zahnrad die Ursache für den Defekt ist.
Mit etwas Glück kannst du das passende Ersatzteil noch bei Metabo bekommen.

Es grüßt Johannes
 

IngoS

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Hallo,

ist das lose Zahnrad praktisch der Kettenspanner, muss es sich auf der Welle drehen lassen. Denke auch, dass dort der Fehler liegen könnte.
Ansonsten bei loser Kette alle Spindeln so drehen, dass der Dickentisch parallel zur Hobelwelle und parallel zum Abrichttisch steht.
Gruß Ingo
 

fahe

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Sehr simpel, wie die komplette Maschine - die übrigens leise stöhnt: "260! Ich heiße HC 260*" :emoji_wink: - konstruiert ist...

Die Schraube ist keine normale Schraube, sondern ein Bolzen, auf dessen Schaft sich das Kettenspannerrad drehen kann.

Ersatzteilnummer 1395017418-324 (GEWINDEBOLZEN RD 13X20 8h9 M 6), falls da ein Vorbesitzer etwas zusammengepfuscht hat.

Hier das beste Bild, das die Frage auf einen Blick klären sollte:
https://i.ebayimg.com/images/g/8CgAAOSw0wJmlTRd/s-l1200.jpg
 

Stefan_B_Z

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Danke erstmal für Eure Beiträge.


Zum Stand der Dinge: Habe soweit die Maschine zerlegt, dass ich ausreichend Zugriff auf die Ketten-Mimik habe. Bestandsaufnahme liefert, dass das nicht drehende Kettenritzel offenbar das geringste meiner Probleme ist. Da zwar alles auseinandergefallen, aber offenbar nichts verloren gegangen ist, habe ich zunächst versucht, alles provisorisch zu montieren. Sozusagen als Trockenübung. Und siehe da, selbst im völlig entspannten Zustand geht die Kette nicht auf den Kettenspanner. Irgendwas ist da im Argen, und ich weiß nicht was. Vielleicht ist das ja auch der Grund, warum der (vielleicht vorher schon nicht ordnungsgemäß montierte ?) Spanner auseinandergefallen ist.

Zum nicht drehenden Ritzel: Das sitzt so fest auf dem Gewindebolzen, dass ich anfänglich einen Presssitz angenommen hatte. War aber selbst nicht so richtig überzeugt davon, denn das hätte eine Drehung des Bolzens im Blech bedeutet. So blöd kann doch kein Konstrukteur sein, oder? Außer vielleicht, dass ihm einer vom Controlling mit den Kosten im Nacken sitzt...

Naja, Fahe's Bild hat gezeigt, dass dem nicht so ist. Also werde ich nun versuchen, den Gewindebolzen aus dem Ritzel zu treiben und gängig zu machen. Falls das nicht gelingt, muss ein Ersatzteil her.

Der Gewindebolzen als Einzelteil ist offenbar nicht mehr lieferbar. Die Baugruppe "Kettenspanner" hingegen schon. Mit 8,90 plus Versand aushaltbar. Aber: das dauert. Ohnehin bin ich gerade in meinem Tatendrang gebremst, weil eine Horde von Enkeln einige Aufmerksamkeit einfordert.

Findet sich bitte noch jemand, der nützliche Tips zum Justieren des Tischs liefert? Aktuell sind da vier Gewindestangen ohne jede definierte Einstellung. Habe noch keine Idee, wie ich das angehen soll.


Die 260 im Titel kann ich leider nicht korrigieren. Vielleicht findet sich ja ein Admin, der das macht, um nachfolgendenden Generationen das Suchen zu erleichtern.

- Stefan
 

fahe

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Ingo hat es doch schon beschrieben: Jede Spindel einzeln, ohne aufliegende Kette.
Ketten werden auch nicht aus einem Stück gefeilt, sondern haben ein Kettenschloss. :emoji_wink:

Ich hab vor 'nem Jahr schon einmal geschrieben: Alles, was am an einer HC260 so einstellen kann (und was bescheiden genug ist), ist hier sehr ausführlich beschrieben.

https://www.woodworker.de/forum/threads/elektra-beckum-hc-260-justieren.118947/
https://www.woodworker.de/forum/thr...cht-dickenhobel-elektra-beckum-hc-260.124219/
 

Stefan_B_Z

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Zwischenstand:

Ja, die Bundschraube konnte ich mit ein paar nachdrücklichen Hammerschlägen aus dem Ritzel heraustreiben. Ich habe nicht schlecht gestaunt, wie zermürbt der Lagersitz in der Lagerbohrung des Ritzels in Folge des "Fressens" aussah. In meiner Wühlkiste habe ich eine 8H7-Ahle gefunden. Und nach dem Ausreiben des Lagersitzes läuft das Ritzel jetzt wieder sehr schön auf dem Schaft der Schraube.

Ansonsten: Der Verlauf dieses Fadens ist ein wunderbares Lehrstück, wie Kommunikation funktioniert, und an welcher Stelle manchmal auch nicht.

Grundregel: Alle Antworten sind nur so gut wie die Fragen, die man stellt. Da habe ich offenbar noch Lernbedarf.

Ich habe von meiner nicht erfüllten Erwartung geschrieben, dass sich das Ritzel um die Schraube als Achse drehen lässt. Jetzt mehren sich die Beiträge zum Thema Bundschraube, obwohl dies nichts zur Lösung des Problems beiträgt. Fall 1: Ich hätte die Schraube nicht aus dem Ritzel heraustreiben können. Dann hätte ich eine neue Baugruppe kaufen müssen. Fall 2 (ist eingetreten): Schraube und Ritzel lassen sich trennen. Dann lässt sich entweder wieder alles gängig machen (check), oder nicht, weil zumindest das Ritzel kaputt ist. Auch dann hätte ich einen neuen Kettenspanner gebraucht, weil das Ritzel (vermute ich) als Einzelteil nicht verfügbar ist. Es ist kein vernünftiges Szenario auszumachen, in dem eine neue Bundschraube hilfreich wäre.

Diesen Seitenast der Diskussion habe ich noch selbst befeuert, indem ich von meinem Internetfund berichtet habe, wonach das Metabo-Teil 1395017418-324 (angeblich) nicht mehr lieferbar sei. Stattdessen hätte ich diszipliniert sein und fragen müssen: "Ist meine Vermutung richtig, dass sich das Ritzel um die Schraube drehen sollte?" Aber immerhin hat Falk / Fahe implizit die Antwort auf diese nicht gestellte Frage durch sein Foto geliefert, demnach es sich um zwei getrennte Einzelteile handelt. Danke dafür.

Weiter: Ich hatte gefragt: "Findet sich bitte noch jemand, der nützliche Tips zum Justieren des Tischs liefert?". Und ich bekomme zur Antwort: "Ingo hat es doch schon beschrieben: Jede Spindel einzeln, ohne aufliegende Kette." Ja. Klar. Habe ich gelesen. Aber auch wenn diese Antwort nicht wirklich weitergeholfen hat, muss ich beim zweiten Nachdenken doch einräumen, dass das eine absolut korrekte Antwort auf meine Frage ist.

Ich hätte fragen müssen: "Ich weiß, dass ich die vier Spindeln einzeln so drehen muß, dass ihre Relativstellung zueinander wieder stimmt. Aber wie erreiche ich das? Was ist die Referenz, und wie ermittele ich die?" Denn tatsächlich hatte ich keinen guten Ansatz finden können, wo und wie ich die Ausrichtung des Dickentisches messe. Aber auch diesmal hat Falk / Fahe durch seine Links wenigstens die Richtung gewiesen. Und dort, nämlich in diesem Beitrag hier, fand sich dann tatsächlich eine nachvollziehbare Vorgehensweise. Kurzfassung: Nimm den Abrichttisch als Referenz. Lege über den Abrichttisch und über den Dickentisch je eine lange Wasserwaage. Richte beide Wasserwaagen durch drehen der Spindeln parallel zueinander aus. Jupp. So werde ich es machen. Also auch Danke für diese Spur.

Schriftliche Kommunikation ist was anderes als miteinander reden. Ich muss tatsächlich präziser werden im Ausformulieren meiner Fragen.

Aber immerhin, ich habe jetzt die Richtung. Und ich bin zuversichtlich, dass ich mit dem Rest der Baustelle klarkomme. Danke für's Mitmachen.

- Stefan
 
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fahe

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...also mundgerecht einmal ein Foto verlinkt, bei dem auf den ersten Blick klar ist, wie das funktioniert, finde ich genauso liebevoll an die Hand genommen, wie die klickbereite Verlinkung der beiden sehr ausführlichen Threads in diesem Forum. :emoji_sunglasses:

Und das, obwohl ich sonst eher nicht fremde Kerle an die Hand nehme. Eigentlich nicht einmal bekannte... :emoji_joy:

Aber, wenn das Ding erst einmal wieder läuft, ist ja auch alles ok.
 

Stefan_B_Z

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... Aber, wenn das Ding erst einmal wieder läuft, ist ja auch alles ok.
Ja, genau so ist es. Und ja, das Ding läuft wieder.


Ich denke, dass es gute Sitte ist, nach Inanspruchnahme von Hilfe auch über das Ergebnis zu berichten. Also bitte sehr:

Das Ausrichten des Dickentisches gegen den Abrichttisch mittels zweier Wasserwaagen ging leichter als gedacht. Und mit frisch gefetteter Lagerung des Kettenritzels auf der Bundschraube ist die ganze Verstellmimik schön leichtgängig.

Nach Zusammenbau der Maschine ging alles auf Anhieb. Heute Abend gab es die Generalprobe mit Abrichten und Dickenhobeln von ein paar Eichenleisten. Läuft alles, wie es sein soll. Das Holz wurde ordentlich klemm- und hakelfrei durch die Dickte gezogen. Die ausgehobelte Dicke ist auf beiden Seiten der Maschine schön gleich. Kein Hinweis auf eine Schiefstellung des Dickentisches erkennbar.

Nocheinmal: Dank für die Hilfe und das Weisen der Richtung.

Gute Nacht.
Stefan
 

fahe

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...na, siehste: Wie meist im Leben. Sobald man's macht, wie gedacht, funktioniert es auch wie erwartet. :emoji_wink:
 
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