PVA-Holzleim = Mikroplastik? Umweltaspekt von Leimholz wird kaum diskutiert

yoghurt

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Hallo,
es ist mir nicht gelungen eine brauchbare Konsistenz herzustellen. Ich habe es mit Temperatur und Essigsäure versucht und letztlich hat mich das mehrere Tage am effektiven arbeiten gehindert. Habe dann flüssigen Leim bezogen und das restliche Granulat im Forum verschenkt.

Da ich fast nicht mehr tischlere ist’s auch egal!
 

Friederich

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Ich bin schon erstaunt über was du @Edefix dir so Gedanken machst.
Und ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig Gedanken sich die Allermeisten machen ....
Wir fahren gerade mit Vollgas auf einen Abgrund zu. In jeder Beziehung.
Wenn wir nicht endlich vernünftig und verantwortungsbewusst werden, nimmt das Alles ein ganz böses Ende.
 

andama

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Und ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig Gedanken sich die Allermeisten machen ....
Wir fahren gerade mit Vollgas auf einen Abgrund zu. In jeder Beziehung.
Wenn wir nicht endlich vernünftig und verantwortungsbewusst werden, nimmt das Alles ein ganz böses Ende.
Klar mache ich mir so meine Gedanken, da ist meine 500g Flasche, die ich vielleicht im Jahr verbrauche wohl sehr vernachlässigbar.
Da gibt es andere Punkte wo ich angesetzt habe, altes Haus ausgebaut, Holzfenster, Schiefer, Ton Dachziegel, 100 Jahre alte Vollholzmöbel, Vollholztüren, Holzdielen und kein Laminat, keinen einzigen Betonpflasterstein, alles gebrauchtes Granitpflaster, Autos mindestens 10 Jahre in Nutzung.
Jetzt frage ich dich @Friederich und in die Runde, könnt ihr ähnliche resourcenschonenden Leistungen vorzeigen?
@IngoS hat seine Lesitungen mit Beifall geschildert.
 

isso

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Wir brauchen hier jetzt bestimmt kein "ich habe mehr Ressourcen gespart".

Wir leben, das kostet auf diese Art Ressourcen. Eine Wertung bei dem Bemühen diese zu sparen verkneifen ich mir.

Ihr wisst alle, dass ich da sehr interessiert bin.

Trotzdem oder gerade darum freue ich mich um jeden Versuch, alleine schon weil er bewusst macht, dass sich Leute Gedanken machen.

Also Danke für jeden Beitrag!

Wenn alle versuchen ist schon viel bewegt. Erfolge potenzieren sich sehr häufig und finden Nachahmer.

Ich lese hier oft den Gartenthread und bin immer schwer beeindruckt. Da habe ich noch massiv Defizite.

An @IngoS Gemüsesuppe auf dem Treffen musste ich heute denken. Meine von Gestern war auch gut, aber das Wissen, dass das alles aus dem Garten stammte, ist einfach ein Bonus den ich heute vermisst habe.

Wertschätzung von Lebensmittel und dem mir ermöglichten Konsum sind für mich essentielle Dinge um Nachhaltigkeit als Gewinn schätzen zu können!

Es ist immer ein Abwägen, wir überlegen gerade im Herbst nach Griechenland zu fliegen. Aber wir überlegen halt.
 

yoghurt

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Hallo,

Was für dich kein Problem ist, kann für jemand anderen aber durchaus ein Problem sein. Der Fragesteller sieht in der Verwendung von Weißleim für sich ein Problem und sucht eine Lösung. Da spielt es doch erst einmal keine Rolle, ob Weißleim für dich oder die Allgemeinheit ein Problem ist.

Hallo,
ich möchte da noch mal einhaken. Einerseits respektiere ich jedes Bemühen die Umwelt zu schützen.

Andererseits bin ich der Meinung, dass es durchaus auch so etwas wie eine objektive Wahrheit gibt. Wenn nun wissenschaftlich erwiesen sein sollte, dass etwas objektiv kein Problem ist, dann finde ich es schwierig im Sinne „Alternativer Fakten“ daraus unbedingt ein Problem zu machen. Das mag im Bezug auf Weißleim nicht so eindeutig sein, aber ich glaube es ist verständlich was ich meine.
 

Blamaili

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Jetzt frage ich dich @Friederich und in die Runde, könnt ihr ähnliche resourcenschonenden Leistungen vorzeigen?
Ja, kann ich. Ich habe kein Auto und hatte nie eins, fahre seltenst Leih-Auto, fliege nicht, lebe auf verhältnismäßig kleiner Fläche, beziehe Ökostrom, fahre ein altes Rad, kaufe gebrauchte Klamotten, Technik, Werkzeuge, etc und repariere alles mögliche, engagiere mich in der Klimabewegung und der Verkehrswende.

Bringt nur leider alles nichts, wenn sich die Bundesregierung für Klimakatastrophe und gegen Klimaneutralität entscheidet.
 
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Ist es denn wirklich so falsch, die Tragweite eines Problems nach diesem Prinzip realistisch einzuordnen? Mit dem Ziel, über notwendige Prioritäten zu entscheiden?

Leute... wir vergleichen hier leimende Heimwerker mit der Plastik-Industrie. Hallo???

Bleibt doch mal auf dem Boden und betrachtet das Thema mit gebührendem Abstand! Dann erkennt ihr auch, wo man wirklich anfangen muss: Im Kleinen oder im Großen?

Ich bin mir zum Beispiel sicher, dass ich in meinem ganzen Heimwerkerleben noch nicht so viele Leimfugen hergestellt habe, wie mein Discounter Plastik aller Art über das Kassenband schiebt... Bundesweit. Jeden Tag.
 
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Alceste

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Bleibt doch mal auf dem Boden und betrachtet das Thema mit gebührendem Abstand! Dann erkennt ihr auch, wo man wirklich anfangen muss: Im Kleinen oder im Großen?

We narrowed our set of departure airports to the “big three” (SFO, OAK and SJC) and threw in two private jet friendly alternatives to boot—Livermore (LVK) and Hayward (HWD). Between 03:00-10:00 UTC on February 9th (7:00 PM Sunday – 2:00 AM Monday PST), 136 business jets departed from these five Bay Area airports. On the Sunday before that? Just 11.


https://www.flightradar24.com/blog/...for-fun/the-super-bowl-lx-private-jet-exodus/

Eine Sache will ich aber noch zum ursprünglichen Thema beisteuern: Egal ob Leim jetzt kompostierbar ist (und ob das problematisch ist oder nicht) eure Späne sind Müll und gehören als solcher NICHT in den Wald (egal für wie "Bio" ihr den haltet). Kauft euch lieber mal ne (gebrauchte) Holzbearbeitungsmaschine, die macht Spaß UND ist nachhaltig :emoji_wink:
 

Edefix

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Ich finde es gut zu unterscheiden zwischen Dingen die man beeinflussen kann und die man nicht ändern kann. Sonst ergeht es einem wie Don Ki Chote.
Mir gefällt der Gedanke ein Produkt durch meine Hände zu erschaffen das ich komplett unbedenklich an nächste Generationen weitergeben kann. Und dann stelle ich mir vor wie ein Forscher in 200 Jahren vor meinem Möbel sitzt und sich wundert. Das Ding ist komplett frei von Plastik. Und das Möbel ist aus der Plastik Ära. Ich finde den Gedanken lustig.
 

seschmi

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Die Frage nach Alternativen ist ja beantwortet: Nimm Fischleim, der lässt sich wie Weißleim verarbeiten.

Hautleim, Knochenleim usw gehen natürlich auch, sind nur aufwändiger, weil sie warm verarbeitet werden müssen.

Für den Hobbyisten ist das eine vollwertige Alternative. Da ist wird ja üblicherweise auch nicht so viel verbraucht, dass die Kosten ein Problem wären.

So lange es nicht wasserfest sein muss, reichen solche Glutinleime völlig aus, schließlich wurden damit Jahrhunderte lang Möbel gebaut, von denen viele noch stehen.

Dass das gewerblich völlig anders aussieht, und dass es andere wichtigere Themen gibt, ist klar. Aber wer, aus welchen Gründen auch immer, keinen Kunststoff als Leim will, findet leicht Alternativen.
 

agnoeo

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Hautleim, Knochenleim usw gehen natürlich auch, sind nur aufwändiger, weil sie warm verarbeitet werden müssen.

Wie oben erwähnt gibt es auch flüssige Hautleime (liquid hide glue), z.B. old brown's oder titebond und man kann die unter Zugabe von Salz selbst herstellen (Piggly no Wiggly, Christopher Schwarz).

So lange es nicht wasserfest sein muss, reichen solche Glutinleime völlig aus, schließlich wurden damit Jahrhunderte lang Möbel gebaut, von denen viele noch stehen.

Wurde auch erwähnt: Kaseinleim; habe ich leider selber noch nicht verwendet. Lothar Greef hat dazu was gemacht meine ich und es gibt's eine legendäre Sachgeschichte von der Maus dazu:


Gruß, David
 

Djslimer

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Ich habe ein wenig nachgeforscht und da es hier ja eh schon politisch ist, wollte ich die zwei Aspekte teilen (bitte korrigiert mich, wenn nötig), die die Entscheidung zur Nutzung von Naturleimen beeinflussen können.

Die Naturleime scheinen sehr ergibig zu sein. Vor allem die Hautleimen scheinen auch günstiger zu sein (10-15€ / kg Granulat).
Die Verarbeitung ist aufwändiger (Ausnahme Fischleim) - Einweichen, Quellen, Erhitzen, Werkstück erwärmen, Reste schnell verbrauchen.
Fischleim kann flüssig erworben werden und ist somit direkt nutzbar und wohl auch lagerbar. Fischleim ist aber teurer im Vergleich zu Weißleim.
 

flüsterholz

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Ausnahme Fischleim
Wenn du den selber ansetzt, musst du den auch quellen lassen und dann erwärmen um ihn zu verflüssigen. Er geliert aber erst bei ca 20°. Dadurch ist er in der Verarbeitung einfacher als andere Glutinleime. Andere Glutinleime bekommst du aber auch gebrauchsfertig, z.B. bei Titebond (wurde auch schon erwähnt). Transportweg, Verpackung und zusätzliche Inhaltsstoffe finde ich aber zumindest fragwürdig.
 

weissbuche

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Die Gesellen aus meiner Lehrzeit, die noch mit Kasein-,Glutinlleim usw. arbeiten mußten, haben immer erzählt, wie froh sie waren, nicht mehr damit arbeiten zu müssen. Was Hobbyisten machen unterscheidet sich doch sehr vom Tischlern zum Geldverdienen. Als Profi brauche ich definierte Eigenschaften mit denen ich meine Arbeit an den Kunden verkaufen kann, ich muß schließlich Gewährleistung bedienen. In LG gab es eine Fabrik die Glutinleim hergestellt hat. Da wurde auch schon einiges mit Untergewicht, z.B. Formaldehyd um die Schimmelgefahr zu reduzieren. Auch da lohnt eventl.ein Blick in die Unterlagen. Ich jedenfalls lasse mir kein schlechtes Gewissen machen und werde hier auch weiter die Fa. Henkel unterstützen.
 

flüsterholz

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Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass selbstangesetzte Glutinleime im Betrieb sinnvoll einsetzbar sind. Neben der Vorbereitung muss man sie auch andauernd im Blick behalten um die Wasserverdunstung auszugleichen. Schon mit mehr Zeit verbunden, die dann auch bezahlt werden muss und dafür braucht man auch die entsprechenden Kunden. Macht wahrscheinlich nur Sinn bei einer entsprechenden Spezialisierung auf Bio Möbel/Innenausbau.
 

weissbuche

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Habe mal 2 ehemalige Lehrlinge gesprochen die mittlerweile eigene Tischlereien betreiben, fast ausschließlich Massivholz verarbeiten und hochwertige Möbel bauen. Alle Arbeiten mit PVAC wegen Gewährleistung und Aufwand. Selbst deren Kundenkreis (ab A13 aufwärts) ist ich bereit, den Aufpreis zu zahlen.
 
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