PVA-Holzleim = Mikroplastik? Umweltaspekt von Leimholz wird kaum diskutiert

Edefix

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Einen laufenden Betrieb mit einem mühsam aufgebauten Kundenstamm bekommt man nicht über Nacht auf neue Methoden umgestellt.

Denke mal das verhält sich ähnlich wie mit einem Bio Bauern. Wenn er über Nacht auf Bio Umstellt aber sich vorher keinen Kundenstamm für Bio aufgebaut hat, dann wird das auch in die Hose gehen.
 

flüsterholz

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Habe mal 2 ehemalige Lehrlinge gesprochen die mittlerweile eigene Tischlereien betreiben, fast ausschließlich Massivholz verarbeiten und hochwertige Möbel bauen. Alle Arbeiten mit PVAC wegen Gewährleistung und Aufwand. Selbst deren Kundenkreis (ab A13 aufwärts) ist ich bereit, den Aufpreis zu zahlen.
Interessant, da scheinen die im Norden etwas geiziger zu sein. Der letzte Restaurationsbetrieb, in dem ich gearbeitet habe, hatte als zweites Standbein noch biologischen Innenausbau mit entsprechenden Preisen. Der Bereich existiert noch unter neuem Besitzer, der andere nicht mehr. Und Glutinleime sind für mich als Privatkunde, wenn ich sie selber ansetze, auch wesentlich billiger als Weißleim.
 

Maxe_M

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Alle Arbeiten mit PVAC wegen Gewährleistung und Aufwand.

Man liest hier öfters auch von PU-Leim, nutzen die Profis das auch für Massivholz?

Für mich als Bastler ist Weißleim in der Verarbeitung nicht ideal, gefühlt trocknet er sofort an und bildet dann Spalten zwischen den Verbindungsflächen. Habe aber auch keinen Vergleich zu anderen Produkten.
 

agnoeo

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Andere Glutinleime bekommst du aber auch gebrauchsfertig, z.B. bei Titebond (wurde auch schon erwähnt). Transportweg, Verpackung und zusätzliche Inhaltsstoffe finde ich aber zumindest fragwürdig.
Die Verarbeitung ist aufwändiger (Ausnahme Fischleim) - Einweichen, Quellen, Erhitzen, Werkstück erwärmen, Reste schnell verbrauchen.

Lässt sich wie gesagt auch selber herstellen, der ist dann auch sicherlich einige Wochen haltbar jedenfalls bei Lagerung im Kühlschrank. Was die professionelle Verwendung angeht, kann ich das nicht beurteilen; es ist auch immer schwer vom gewohnten wegzurücken. Vielleicht erlauben moderne Möglichkeiten sogar eine einfachere Verwendung als es die Altgesellen erlebt haben, aber ausprobieren und umstellen kostet eben Zeit.

Gruß, David
 

magmog

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Man liest hier öfters auch von PU-Leim, nutzen die Profis das auch für Massivholz?

Für mich als Bastler ist Weißleim in der Verarbeitung nicht ideal, gefühlt trocknet er sofort an und bildet dann Spalten zwischen den Verbindungsflächen. Habe aber auch keinen Vergleich zu anderen Produkten.


Guuden,

für fast alle problematischen verleimungen verwenden wir PU, besonders bei Massivholz.
Ein weiterer Vorteil ist, dass er sich ausgehärtet nicht bei lackierten Flächen nicht abzeichnet.

Es sollte ein Weißleim mit längerer offener Zeit gewählt werden
oder es wird notfalls eine gaaanz kleine Menge Wasser zugesetzt.
 
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brubu

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Auch für als sehr ökologisch angepriesene Produkte wie Holzfaserdämmplatten die im Trockenverfahren hergestellt werden braucht es Leim.
Der ist auf PMDI Basis.
Auch wenn das Endprodukt gesundheitlich unbedenklich sein soll braucht es "ungesunde" Rohstoffe.
 

seschmi

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Für mich als Bastler ist Weißleim in der Verarbeitung nicht ideal, gefühlt trocknet er sofort an und bildet dann Spalten zwischen den Verbindungsflächen. Habe aber auch keinen Vergleich zu anderen Produkten.

Dann ist vorher schon was falsch gelaufen. Flächen, die verleimt werden, müssen auch ohne Leim spaltenfrei zusammenpassen.

Kein Leim kann belastbar Spalten überbrücken. PU-Leim schäumt die zwar voll, der Schaum ist aber wenig belastbar.

Wenn Weißleim zu schnell trocknet, hilft Fischleim in der Tat, der ist deutlich langsamer. Außerdem gibt es Weißleim mit längerer offener Zeit.
 

Maxe_M

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Es sollte ein Weißleim mit längerer offener Zeit gewählt werden
oder es wird notfalls eine gaaanz kleine Menge Wasser zugesetzt.
Könnte es helfen die Holzoberfläche vor dem Leimauftrag zu befeuchten, oder riskiert man dabei eine schlechte Leimverbindung? Ich nehme an, dass das Antrocknen vorallem durch Aufsaugen ins Holz geschieht.

Dann ist vorher schon was falsch gelaufen. Flächen, die verleimt werden, müssen auch ohne Leim spaltenfrei zusammenpassen.
Ich hab das anders gemeint: Ist der Leim leicht angetrocknet, fließt er nicht mehr richtig und dann lässt er sich nicht mehr mit der normalen Presskraft aus der Leimfuge drücken. Ich würde sagen nach 2min fängt es schon an (normaler Ponal auf Buche).
 

Mr.Ditschy

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Wie seht ihr das?
Das muss jeder wie bei allem Konsum für sich entscheiden, denn überwiegend beeinflusst alles automatisch den Markt und Kaufverhalten.

Leime aus tierischen Bestandteilen umzusetzen, wie hier zum Teil vorgeschlagen wird, ist für vegane Ansprüche absolut ungeeignet (Vegan zu leben ist inzwischen deutlich stärker auf dem Vormarsch als komplett plastikfrei zu leben).
Aber zum Beispiel will selbst IKEA bis 2030 auf biobasierte Klebstoffe aus Maisstärke umstellen, was sich positiv auf den Umweltaspekt auswirkt.
Wenn solche "Bio-Klebstoffe" gut vermarktet und überall eigesetzt/verkauft werden, beeinflusst man als Käufer automatisch die Verringerung von fossilen Leimen. :emoji_wink:
 

Mr.Ditschy

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Tut mir leid, wenn ich jemandem auf die Füße getreten bin. Ich bin neu in diesem Forum. Dachte hier könnte man frei ein Problem ansprechen. Mir ist halt aufgefallen das viele Antworten nicht zielführend sind. Bitte nochmal um Verzeihung.
Neinein, Du bist überhaupt nicht das Problem, lass dir da nichts einreden.
Sprich bei manchen Gewohnheiten anzuecken, das ist eher das Problem.

Leute... wir vergleichen hier leimende Heimwerker mit der Plastik-Industrie. Hallo???

Bleibt doch mal auf dem Boden und betrachtet das Thema mit gebührendem Abstand! Dann erkennt ihr auch, wo man wirklich anfangen muss: Im Kleinen oder im Großen?
Das passiert leider bei so vielen Themen ... und landen auch mal im Spaßmodus.
Aber ein Problem erkennen und für sich verbessert betrachten, ist schon der erste Zugewinn.
 

flüsterholz

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Vor meinem geistigen Auge tauchen Akkus, ganz viele Akkus, noch mehr Akkus auf :emoji_wink:
Entschuldige, der Vorlage konnte ich einfach nicht widerstehen.
Benutze ja selber Akkus für mein Fahrrad :emoji_slight_smile:
 

brubu

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bei Verbindungen und Dübeln fast immer, Fügeverleimungen nie.
Ich müsste nachschauen, mindestens früher war der beidseitige Auftrag bei Hartholz auf dem technischen Merkblatt oder Leimbehälter aufgeführt.

Nachtrag: Auf der Leimflasche von Collano FL 330 PVAc Weissleim steht: "Kebstoff einseitig, bei Hart-und Exotenhölzern sowie Schlitz/Zapfenverklebungen beidseitig auftragen"

Wer andere Angaben kennt soll die bitte mitteilen.
 
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