XXL Baumstamm im Wald zu Bohlen sägen

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von lorihann, 2. Mai 2019.

  1. lorihann

    lorihann ww-pappel

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    Hallo zusammen,

    bei uns im Wald liegt eine neulich wegen Sturmschäden gefällte Buche mit einem Stammdurchmesser von 1,5 Metern. Diese ist bereits unter der Krone abgesägt, sodass dort ein so gut wie astreiner Stamm von ca. 6 Metern Länge liegt.
    Auf Grund der Größe ist der Stamm natürlich nicht zu bewegen.

    Deshalb die Frage; Wie kann man einen solchen Stamm am Fällungsort in Bohlen sägen?

    Bisher haben meine Recherchen ergeben dass man Stämme im Wald entweder mit einem mobilen Sägewerk oder mit einer Motorsäge mit spezieller Modifikation zu Bohlen sägen kann, allerdings müsste man bei dem mobilen Sägewerk den Stamm auf eben dieses draufheben -was unmöglich ist (zumindest mit meinen Mitteln)- und eine Motorsäge mit einer Schwertlänge von über 1,5 Metern konnte ich bisher auch nicht finden.
    Hat da vielleicht irgendwer eine Idee?
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Mai 2019
  2. Besserwisser

    Besserwisser ww-robinie

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    Aufsägen alleine ist bei Buche ja nur die halbe Miete, die muss auch noch gedämpft werden, das weisst du?
    Ansonsten scheint mir das auch eher ein fall für Leute zu sein, die so was täglich machen. Und wohlmöglich wollen die so ein Monster gar nicht, weil's auch deren übliche Dimensionen sprengt und damit kein Geld zu verdienen ist.
     
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  3. Holz-Christian

    Holz-Christian ww-robinie

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    Servus, seit wann „muss“ Buche gedämpft werden?
    Das ist lediglich ein „kann“.

    Bezüglich Aufsägen:
    Eine mobile Blockbandsäge mit mindestens 1300mm Durchlassbreite kann den Stamm zerlegen wenn man ihn mehrmals dreht.
    Man braucht allerdings einen entsprechenden Radlader oder ähnliches um den Stamm auf die Maschine zu heben.
    Das ganze sollte aber möglichst schnell über die Bühne gehen um Stockflecken zu vermeiden.
    Buche ist da extrem empfindlich.

    Gruß Christian
     
  4. Datzi

    Datzi ww-kastanie

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    Ich beschäftige mich auch seit einiger Zeit aktiv mit Milling (Kleiner Rahmen / Kettensäge mit 75cm-Schwert) und habe nun schon ein paar Erfahrungen sammeln dürfen.

    1,5m-Stammdurchmesser ist nichts, was man mal als Hobby-Miller / Einsteiger gerade so macht. Das machen Profis mit mobilen Sägewerken und nicht mit Kettensägen. Weiterhin ist meine Erfahrung, dass das auftrennen noch das einfachste an der ganzen Sache ist. Ich hab keine Ahnung von Dämpfen oder nicht Dämpfen. Aber eins weiß ich: Beim Trocknen selbst aufgeschnittener Bohlen kann man extrem viel falsch machen.
    Wenn du viel Geld in das Auftrennen des Stammes investierst, würde ich mich vorher erst klug machen, wer dir das Holz professionell trocknen kann - Sonst hast du schnell sehr teures Buchenbrennholz bei dir liegen.
     
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  5. Besserwisser

    Besserwisser ww-robinie

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    Ja klar. Ich "muss" auch keine Möbel haben, ich "kann" auch auf dem Fußboden leben.
    Ich hatte nicht erwartet, dass diese Dis wieder losgeht. Allgemein besteht in fachlichen Kreisen eigentlich der common sense (und das schon seit Jahrhunderten), dass ungedämpftese Buchenholz quasi nur als Brennholz zu nutzen ist und erst das Dämpfen das Holz möbeltechnisch verwertbar macht. Dass darf man anders sehen und im Einzelfall mag es auch vielleicht anders sein, ich vertraue da mehr auf die Erfahrung der Altvorderen und zB dessen, was so an antiken Möbeln überlebt hat.
     
  6. Holz-Christian

    Holz-Christian ww-robinie

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    Diskussion zwecklos.

    Zum Trocknen des Schnittholzes:
    Unmittelbar nach dem Aufsägen mit trockenen Stapelleisten aufsetzen und entweder erst Freilufttrocknen lassen (Stapel mit Blech oder ähnliches oben abdecken) oder gleich in einer Trockenkammer fertig trocknen lassen.

    Ich würde die Bohlen/Bretter gleich in der Breite halbieren oder Dritteln lassen um sie einigermaßen händeln zu können.

    Gruß Christian
     
  7. SaschaH

    SaschaH Gäste

    Müssen es denn die 6 m am Stück sein??
    Je nach Standort (Wind usw.) winden sich die Bretter doch ordentlich und 2 oder 3 m in der Dimension sind doch einfacher zu bewegen.
    Ich habe vor zwei Jahren eine Buche aufsägen lassen (45 mm Bohlen). Die verarbeite ich jetzt (ohne dämpfen) nach und nach zu Bänken.
     
  8. teluke

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    Nach meiner Erfahrung geht das auch ganz gut ohne dämpfen.
    Ich denke aber dass Buche dann unbedingt als Rahmen/Füllung Konstruktion ausgeführt werden muss.
    Ich habe aus gestockter Buche sogar ein paar Zimmertüren gemacht.
    Stehen (bis jetzt) wie eine 1.
     

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  9. schrauber-at-work

    schrauber-at-work ww-robinie

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    Gestockte Buche sieht einfachnSuper aus. Mein Couchtisch besteht ebenfalls daraus :emoji_thumbsup:

    Gruß Stephan
     
  10. teluke

    teluke ww-robinie

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    Sehe ich auch so.
    Einen Couchtisch für die Schwiegermutter habe ich auch daraus gemacht.
    Ebenso einen Esstisch, zwei Betten und einen Kleiderschrank für unsere AirBnB-Wohnung.
    Dann war die gestockte Buche verbraucht.
    Jetzt ist Eiche an der Reihe.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Mai 2019
  11. Holz-Christian

    Holz-Christian ww-robinie

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    Ich habe auch schon gedämpfte Buche verarbeitet die konnte man nur mit Keil in die Schnittfuge auftrennen.
    Da hilft auch ein „common sense in fachlichen Kreisen“ nichts wenn das Holz bei der Anschließenden Trocknung verschalt.

    Das A und O ist schonende Trocknung.
    Dann steht ungedämpfte Buche genau so gut.

    Gruß Christian
     
  12. mofler

    mofler ww-pappel

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    Hallo Zusammen,

    bei uns in der Gegend (südl. Oberbayern) gibt es Sägewerke die holen Dir den Stamm ab, schneiden wie gewünscht und liefern Dir die geschnittene Ware wieder an.
    Hat keine 100€ Aufpreise gegenüber dem reinen Lohnschnitt gekostet (8x 5m Fichtenstämme, Anfahrt ca. 12km einfach). Vielleicht gibt es sowas auch bei Dir.

    Grüße
    Koni
     
  13. Komihaxu

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    Ich hatte dieses Jahr Eichenstämme mit max 1m Durchmesser und knapp 5m Länge schneiden zu lassen.
    Der Sattelschlepper hatte einen Kran mit 6 Tonnen Hubkraft:

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    Zum Vergleich dein Stamm
    Volumen = 0,75m * 0,75m * 6 m * Pi = 10,6 m³. (Edit: Fehler korrigiert)

    Nasse Buche dürfte etwas um 1 Tonne pro Kubik haben, also wiegt der Stamm über 10 Tonnen. Das kann dir am Stück kaum jemand auf unverdichten Waldboden heben.
    Mein größter Stamm hatte 5-6 Tonnen und wir konnten ihn mit dem 120 PS Fendt (ein riesengroßer Traktor!) nicht einmal mit der Heckhydraulik anheben. Wir konnten ihn nur schieben/rollen.

    Deinen Stamm wirst du also mit der Seilwinde aus dem Wald ziehen (lassen) müssen.

    Sprich mit einem professionellen Holz-Spediteur.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Mai 2019
  14. Holz-Christian

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    Servus, kleiner Rechenfehler:
    0,75*0,75*3,14*6 ergibt gerundet 10,6 Tonnen.
    Dazu müsste aber der mittlere Stammdurchmesser 1,5 Meter betragen.
    1,5 Meter wird er am Anschnitt mit Wurzelausläufen haben.
    Mittlerer Stammdurchmesser von 1,1 Metern ist wohl realistisch.
    Schon schrumpft der Stamminhalt auf 5,7 Kubikmeter oder Tonnen.

    Gruß Christian
     
  15. mofler

    mofler ww-pappel

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    Hallo,
    als erstes muss der Stamm an eine Forststraße gezogen werden, sonst geht sowie nichts. Traktor mit Seilwinde oder langer Kette.
    Wenn der Stamm dann am Wegesrand liegt kann in ein Holztransporter holen. Ein Kran eines Langholztransporters hebt bis zu 30 mt.
    Ich bin mal mit einen Holztransporter in den Bergen unterwegs gewesen, nicht zu glauben wo die überall hinfahren und was die laden können.

    Grüße
    Koni
     
  16. kgb007

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    Was will man mit 6m BucheBohlen anfangen? Ich würde das schneiden auf 2 und 4 oder 2 x 3m. Ein mobiles Sägewerk fährt auch in den Wald. Und wer so etwas professionell betreibt, kennt auch die Leute mit der benötigten Technik.
     
  17. ChrisOL

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    Hallo Rainer,
    da bin ich anderer Meinung ich würde die so lang wie möglich lassen. Sonst hast du später zu viel Verschnitt.
     
  18. IngoS

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    Hallo,

    ich weiß nicht, wie viel du mit Blockware schon gearbeitet hast.
    Bei mir ist es zumindest so, dass die Bohlen an den Enden immer mehr oder weniger Risse haben. Da muss man je nach Bohle schon mal 10 bis 20cm abschneiden. Bei einer 2m Bohle bleiben dann eventuell nur noch 1,8 bis 1,6m über.
    Darum, je länger die Bohle zum Trocknen ist, desto besser.

    Gruß

    Ingo
     
  19. Holz-Christian

    Holz-Christian ww-robinie

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    Ich würde den Stamm auch nicht ohne Not absägen.
    Wenn Platz zum Lagern vorhanden ist auf alle Fälle am Stück lassen.
    Hier eine mobile Blockbandsäge die den Stamm sägen kann:
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    Wenn der Stammheber zu schwach ist kann man mit Frontlader oÄ nachhelfen.
    Vielleicht läuft in deiner Nähe ja eine solche Maschine.
     
  20. Stihlmartin

    Stihlmartin ww-pappel

    Hallo in die Runde,
    bin neu hier und suche Ideen für was anderes. Aber zu dem Problem des unzulänglich liegenden Riesenstammes aufsägen kann ich was beitragen.
    Habe mir vor ein paar Jahren Eine Stihl MS 066 mit Alaskan Mill für Längsschnitte mit 90er Schiene gebraucht gekauft. Die Säge hat 7PS und mit der Längsschnittvorrichtung kann man bis fast 80cm Breite sägen. Der 1. Schnitt erfolgt mit einer sorgfältig mit der Wasserwaage ausgerichteten Aluleiter oder 2 Holmen als Führung. Beim nächsten Schnitt hat man dann schon eine (hoffentlich) ebene Fläche als Führung.
    Das was am Stamm zu breit ist, nach den ersten paar Brettern/Balken kann man mit der MS freihand besäumen, was das Wenden des Stammes spart, und kriegt dann halt 80 cm breite Bretter ohne Waldkante.
    Die Führung für den 1. Schnitt kann man versetzen und dann im Prinzip beliebig lang sägen.
    Mit minimalerem Aufwand Bretter sägen geht kaum. Aber Muskelkraft, Sprit, Zeit, Staubmaske und am Anfang etwas Frustrationstoleranz brauchts schon.
    Es gibt auch noch andere Längsschnittvorrichtungen zum "millen". Einfach mal bei youtube anschauen.
    Man kanns ja für diesen Einsatz kaufen und später wieder verkaufen. Man sollte aber schon Kenntnisse vom Umgang mit Motorsägen haben.
    Gruß, Martin
     
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