Wer kennt die Dictum Hattori Raubank

bast_ig

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Hallo zusammen,

ich überlege schon lange, eine Metall-Raubank zu kaufen. Zum Abrichten ist mein No. 4 zu klein und der Flachwinkel No. 62 beschert mir auf Flächen gerade bei Weichholz häufig Ausrisse, wenn das Eisen nicht gerade frisch geschärft ist.

Jetzt habe ich bei Dictum gesehen, dass es eine No. 7 für 150 Euro gibt, Marke Hattori. https://www.dictum.com/hattori-raub...l-8l13h0O00fju1VsHCtTcZQ07N0N3lEaArbPEALw_wcB

Die Beschreibung ist recht dürftig - Eisen aus "Werkzeugstahl"...

Hat jemand damit schon Erfahrungen gesammelt?

Viele Grüße
Sebastian
 

bast_ig

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Ah ja, stimmt, @agnoeo. Wie könnte sich das auswirken?

Ja, gebraucht ist natürlich auch eine gute Alternative. Ich habe sonst nur gebrauchte, neuere und alte. Da muss und musste ich allerdings einiges an Zeit reinstecken und die Eisen sind bei meinen älteren nicht so gut. Werden zwar sehr schnell sehr scharf, halten dann aber nicht lange. Gefühlt bis zum dritten Astkontakt in Nadelholz.
 

pedder

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Ah ja, stimmt, @agnoeo. Wie könnte sich das auswirken?

Ja, gebraucht ist natürlich auch eine gute Alternative. Ich habe sonst nur gebrauchte, neuere und alte. Da muss und musste ich allerdings einiges an Zeit reinstecken und die Eisen sind bei meinen älteren nicht so gut. Werden zwar sehr schnell sehr scharf, halten dann aber nicht lange. Gefühlt bis zum dritten Astkontakt in Nadelholz.
Stahlguss ist bruchanfälliger bei Stürzen.
Ich frag mich, wo man sowas für 75 € bauen kann.

Nadelholzäste greifen jedes Hobeleisen an, ein etwas größerer Keilwinkel kann helfen.
 
Zuletzt bearbeitet:

bast_ig

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Warum 75? Verkaufspreis ist 150. :emoji_slight_smile:

Der teure mit der Dictum-Marke ist aus Stahlguss, der andere aus Sphäroguss.
 

pedder

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Ich seh gerade, Du wohnst ja in München. Fahr doch zum Ostbahnhof und sieh Dir das Teil an. ICh würde es dann wegen des Widerrufsrechts trotzdem online kaufen, aber ansehen klärt viel.
 

flüsterholz

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Die Ausrisse bei Weichholz hast du aber nur im Bereich der Astlöcher? Also gegen die Maserung direkt hinter dem Astloch?Die wirst du mehr oder weniger auch mit allen anderen Hobeln haben. (Japanische mal ausgenommen, mit denen habe ich noch nie gearbeitet) Ein Fasenwinkel von 35° oder auch mehr könnte da am 62er schon was bringen. Oder von beiden Seiten auf das Astloch zuhobeln. Oder mit Ziehklinge in dem Bereich arbeiten. Oder schleifen.
Wenn deine Eisen aber schon beim 3. Astloch schlapp machen, vermute ich, dass die mal zu heiß geworden sind, wahrscheinlich beim unsachgemäßen Schärfen. So prickelnd finde ich die Stanley Eisen zwar auch nicht, aber so schlecht sind sie dann doch nicht. Oder sind die aus der Handyman Serie?
Dann muss ich jetzt doch mal nachfragen. Stanley hatte ich bei dir in Erinnerung, der 62er ist aber kein Stanley, oder? Da hättest du ein kleines Vermögen.
Zu dem Hattorihobel kann ich nichts sagen. Sphäroguss ist ja schon mal gut. Werkzeugstahl beim Eisen kann alles mögliche sein.
 

bast_ig

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@pedder, ja, vielleicht mach ich das. Kann man da Probehobeln vor Ort? War noch nie da. Ich finde es aus Gründen der Nachhaltigkeit immer nicht fair, das Werkzeug richtig einzusetzen und dann trotzdem zurückzuschicken, auch wenn das oft akzeptiert wird. Bei einem Hobel müsste man ja das Eisen mindestens schärfen.
 

Martin Graf

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der Flachwinkel No. 62 beschert mir auf Flächen gerade bei Weichholz häufig Ausrisse, wenn das Eisen nicht gerade frisch geschärft ist.
Hallo Sebastian,
das gilt ziemlich sicher für alle Hobel bzw. deren Eisen:emoji_wink:
Beim Flachwinkel kannst du ja mit dem Fasenwinkel spielen, aber Weichholz ist immer eine Herausforderung.
Vielleicht ein anderes besseres Eisen für den 62er kaufen?
Gruß Martin
 

bast_ig

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Ihr stellt die richtigen Fragen. :emoji_slight_smile:

Ja genau, die Ausrisse habe ich im Bereich von Ästen oder wenn ich Leimholz verputze am Übergang der Lamellen. Ich habe aber mit dem 62er deutlich mehr Ausrisse, auch an anderen Stellen, obwohl ich da ein japanisches Eisen drin habe. Der Fasenwinkel ist 40 Grad sowas. Ich denke, das liegt halt vor allem am fehlenden Spanbrecher. Mit dem Putzhobel erziele ich schon eine deutlich bessere Oberfläche.

Vielleicht bin ich auch zu anspruchsvoll im Verhältnis zu meinem Schärfkönnen und der Qualität der Werkzeuge. Ich hatte jetzt gerade zufällig zwei Mal Leimholz aus Fichte und Robinie, das war echt grausam.

Der Putzhobel ist ein Stanley Bailey, nach dem Datierungsbaum aus den 50er bis 70ern. Das Eisen hält schon länger als drei Äste nimmt aber deutlich ab, nachdem man die ersten Äste gehackt hat.

Es ist leider kein Stanley No. 62. :emoji_slight_smile: Nur einer von Dictum, den ich günstig gebraucht bekommen konnte.

Grüße
 

flüsterholz

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Gut, das ist dann normal mit den Ausbrüchen. Gerade bei gekauftem Leimholz hast du ja fast immer wechselnde Faserverläufe. Das versuche ich erst gar nicht zu hobeln. Da muss man schon Glück haben, dass beim Verleimen auf gleichen Faserverlauf geachtet wurde.
Und mit einem Nr 4 habe ich auch (fast immer) weniger Ausrisse, als mit einem Nr. 62. Mit einem Nr 7 wirst du sehr wahrscheinlich auch weniger haben. Aber ganz wirst du sie bei Astlöchern fast nie wegbekommen.
 

flüsterholz

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Ich weiß ja nicht wie ernsthaft du das vorhast. Aber wenn du Holz von Hand abrichten möchtest, würde ich auch eine Rau(h)bank aus Holz in Betracht ziehen. Der tiefe Schwerpunkt und die leichte Einstellbarkeit bei Metallhobeln sind ja ganz nett, aber wenn man mal mehrere Stunden mit der Raubank arbeitet, lernt man die aus Holz sehr zu schätzen. Für Kanten nehme ich aber immer noch eine aus Metall.
 

Martin Graf

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Mit dem 62er von Dictum komme ich eigentlich gut zurecht, wenn das Eisen wirklich scharf und das Holbelmaul sehr eng eingestellt ist. Ist die Sohle (insbesondere vor dem Eisen) wirklich plan? Wenn sie nicht plan ist, dann muss man das Eisen zu weit rausschieben, dass es greift und dann funktioniert das nicht mehr bei feinen Arbeiten. (Ich frage deshalb, weil ich bei einen Einhandhobel von Dictum mal das Problem hatte und erst nach aufwändiger Nacharbeit ein gutes Hobelergebnis erzeugt werden konnte. Und ich hatte auch schon ein Eisen von Dictum in der Hand, dass nicht korrekt gehärtet/angelassen war. Das musste getauscht werden und das Ersatzeisen war deutlich besser.)
Ich verwende den 62er von Dictum auch viel mit der Stoßlade und selbst das originale Eisen hat ein recht gute Standzeit.
Für das Verputzen würde ich aber auch einen echten Putzhobel empfehlen.
Für die Flächen längerer Werkstücke würde ich auch eine hölzerne Rauhbank empfehlen.
Gruß
Martin
 

bast_ig

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Danke Euch fürs Mitdenken.

Ich komme mit dem 62er auch gut zurecht, die Länge ist auch gar nicht so schlecht. Ich bin nicht unbedingt darauf angewiesen, weil ich auch eine Hobelmaschine habe. Irgendwie mache ich es trotzdem gerne in Handarbeit. Und die Maschine, Metabo HC260, ist wirklich nervig zum Einstellen und Umbauen.

Eigentlich würde mir für die meisten Sachen ein No. 5 wahrscheinlich gut reichen. Allerdings möchte ich bald ein paar größere Sachen machen. Da wäre eine größerer Hobel schon gut wahrscheinlich. Optimal wäre natürlich, beide Größen zu haben. Aber da bin ich zu puristisch eingestellt. Ich mag nicht mehr Werkzeug haben, als ich wirklich brauche.

Eine hölzerne Raubank habe ich sogar. Mit der werde ich aber nicht so richtig warm. Die Ergebnisse sind schon okay, aber so richtig gut bekomme ich's nicht hin. Der Hobelkörper ist leider vom Vorbesitzer auch etwas verhunzt (aus dem Winkel). Wenn ich ihn nochmal abrichte, ist das Maul zu weit offen usw. usw. :emoji_slight_smile:

Der physischen Aspekt stört mich nicht. Ich habe jetzt noch nie eine No. 7 in der Hand gehalten. Aber ich mag das eigentlich ganz gerne, wenn man auch mal ins schwitzen kommt beim Hobeln. Spart mir das Training, merkt man aber auch am nächsten Tag.

Ich werde mir mal beim 62er die Sohle genau ansehen. Für Hartholz und Kanten hat es immer gereicht. Aber vielleicht fehlt noch das letzte Quäntchen für schwierige Verhältnisse.

Grüße
 

flüsterholz

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Eine hölzerne Raubank habe ich sogar. Mit der werde ich aber nicht so richtig warm.
Das kann ich inzwischen ganz gut nachvollziehen. Ich hatte jetzt kurz hintereinander zwei Gäste zu Besuch in der Werkstatt, zum Ausprobieren von Hobeln. Beide mit etwas Vorkenntnissen im Hobeln, ohne dir jetzt irgendwas bei deinen Fähigkeiten unterstellen zu wollen. Aber beide kamen mit den Metallhobeln auf Anhieb besser klar. Für mich war das auch eine neue Erkenntnis, da ich noch auf Holzhobeln gelernt habe und so nie den direkten Vergleich am Anfang hatte. Aber da scheint doch was dran zu sein, das Metallhobel einfacher in der Handhabung sind.
 

Ballenzwerg

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Dictum hat im Laden in München sehr viele Produkte ausgestellt und man kann meines Wissens auch probehobeln. Die Mitarbeiter haben Ahnung und stehen für Beratung zur Verfügung. Kostenlose Parkplätze im Parkhaus und sehr gute Öffnungszeiten. Vor-Ort-Besuche können nach meiner Erfahrung aber teuer werden, wegen "Habenwollen". :emoji_wink:
 

Avogra

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Hi Basti, komm doch auch nochmal zu uns rüber wegen Schärfen. Du meintest ja letztens, dass meine Hobel schärfer sind als deine und die waren eigentlich schon gar nicht mehr optimal. Wär ja schön, wenn es einfach daran liegen würde.
 

bast_ig

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Danke Euch allen für die Beiträge! Eine schöne Diskussion.

Und Danke Alex, ich brauche bald eh die Verleimzwingen. Dann schau ich mal wieder vorbei. :emoji_slight_smile:

Ich wollte noch was zum Beitrag von @flüsterholz schreiben. Ich habe noch keine lange Geschichte mit Handhobeln, so ein Jahr ca., nachdem ich gelernt habe, einigermaßen vernünftig zu schärfen. In der Zeit habe ich einiges ausprobiert, anderes wieder gelassen. Vor allem habe ich aber schon ein paar Meter gemacht, weil mir Das echt Spaß macht und ich regelmäßig nachts arbeite und Wohnungen über der Werkstatt sind. Ich kann in der Werkstatt einige Holzhobel (Putz- und Schlichthobel) nutzen und habe mir auch noch eine hölzerne Raubank gekauft. Ich dachte, das wäre aus Kostengründen vernünftig.

Das Handling von Metallhobeln finde ich aber um einiges besser, weil der Schwerpunkt niedriger ist und die auch mehr Moment aufbringen. Bei den Holzhobeln fällt mir das genaue einstellen nicht leicht und vor allem fällt es mir schwer, das so hinzubekommen, dass die Einstellung bleibt, wenn man nur fein nachjustieren will. Kann man natürlich alles lernen, mir hat dann die Geduld gefehlt. Und etwas bin ich auch zu Anfang dem Hype um die Vintagestanleys erlegen. :emoji_slight_smile:

Bei Metallhobeln finde ich es auch sehr praktisch, dass man die Einstellungen so lassen kann. Ich hoble schon regelmäßig irgendwo kurz, da ist das Teil dann gleich bei der Hand.

Grade vorhin habe ich zufällig eine Platte abgerichtet und verputzt, als Beispiel für das Ergebnis. Holz ist Kiefer mit kleinen Lamellen. Das war mal eine Tischplatte, die ich auf die Hälfte der Stärke gesägt habe. Nach dem Verputzen sah die Fläche so aus, dass im Prinzip bei jedem größeren Ausrisse waren. Schon noch annehmbar in der Tiefe. Ich vermute, besser wird's nicht. Mit dem 62er hat die zweite Platte deutlich tiefere Ausrisse bekommen.

Grüße
Basti
 

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flüsterholz

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Das sieht doch schon richtig gut aus. Und der Glanz, der beim Hobeln von vielen Nadelhölzern entsteht, bekommt man bei kaum einem anderen Holz so schön hin. Das hast du doch super hinbekommen. Kann es sein, dass deine Kiefer eine Fichte oder Tanne ist?
Probier doch mal Linde aus. Da hast du die Probleme mit den Ästen nicht. Und es lässt sich traumhaft hobeln und entwickelt fast so einen schönen Glanz wie Fichte. Leider ist es im täglichen Gebrauch sehr empfindlich auf Druckstellen. Ich lege auch immer etwas unter, wenn ich damit arbeite. Aber zum Üben ist es gut. Dann vielleicht Schwarznuss und wenn du dann was härteres probieren möchtest Esche. Alles Hölzer, bei denen man schnell Erfolgserlebnisse hat. Weiterhin viel Spaß und pass auf, das es nicht zur Sucht wird, oder.... :emoji_wink:
 
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