Welcher Hobel No. 5 1/2 und woher?

bast_ig

ww-robinie
Registriert
26. Januar 2025
Beiträge
633
Ort
München
Da hatte ich auch ein Missverständnis. Ich dachte, alle veritas No. 4 und 5 hätten ein verstellbares Maul. Hatte das nicht explizit recherchiert, sondern aus den Angeboten, auch gebraucht, geschlossen, die ich gesehen habe.

Das finde ich schon sehr praktisch. Das Maul verstopft es bei mir in der Regel gar nicht, höchstens bleibt mal ein Span hängen, den ich dann rausziehe. Aber für große Spanabnahme brauche ich das schon. Da ist es dann auch kein Ersatz, dass man das von hinten einstellen kann. Ich gehe meist in einem Arbeitsgang von grob nach fein und auch mal wieder zurück, falls noch wo was weg muss.

Vielleicht ist es wirklich so, dass ein No. 62 eh schon ist, was ich dafür brauche. Ich werde einmal schauen, ob der große 62 von veritas in Frage kommt.


LG
 

pedder

ww-robinie
Registriert
19. Oktober 2007
Beiträge
10.417
Ort
Kiel
würde ich das sonst schreiben? ich meine mit Rob Lee drüber gesproche zu haben. jedenfall die Übernahme dieses Details in den Custom plane geschah aus dem Grund. Ernsthaft.
 

pedder

ww-robinie
Registriert
19. Oktober 2007
Beiträge
10.417
Ort
Kiel
Doch hatte er. Seit 1905
nein das funktioniert anders. und wenn du es öffnest, musst du es wieder sorgfältig einstellen. bei der Veritas Konstruktion kannst Du kurz aufdrehen, freiblasen und ohne hinzukucken wieder schließen, weil die max schließung von der Feineinstellung definiert wird.
 
Zuletzt bearbeitet:

flüsterholz

ww-robinie
Registriert
18. Juli 2022
Beiträge
4.426
Ort
südlicher Odenwald
nein das funktioniert anders. und wenn du es öffnedt. musst du es wieder sorgfältig einstellen. bei der Veritas Konstruktion kannst Du kurz aufdrehen freiblasden und ohne hinzukucken wieder schließen, weil die max schließung von der Feineinstellung definiert wird.
Die Arretierung ist neu, damit du beim Zurückführen nicht das Eisen beschädigst. Das ist eine Erfindung von Veritas. Aber nicht das verstellbare Hobelmaul.
 

pedder

ww-robinie
Registriert
19. Oktober 2007
Beiträge
10.417
Ort
Kiel
das mag ich besonders, wenn jemand vorwerfend erwidert und dann sagt: jetzt lass es gut sein.
 

flüsterholz

ww-robinie
Registriert
18. Juli 2022
Beiträge
4.426
Ort
südlicher Odenwald
Von mir aus können wir es auch weiter diskutieren, ich fahr jetzt aber erstmal Fahrrad. Auf eine Antwort müsstest du dann bis heute Nachmittag warten.
 

Lorenzo

ww-robinie
Registriert
30. September 2018
Beiträge
8.877
Ort
Ortenberg
Allerdings habe ich schon öfter das Problem, dass das Hobelbild gerade bei Weichholz und auch sonst bei schwierigem Faserverlauf nicht sehr gut ist. Ich hobel viel und habe entsprechend auch mal ein etwas stumpferes Eisen im Einsatz. Das ist mit Spanbrecher einfach besser.
Hey Basti,

Zu der besonderen Schwierigkeit astiges Weichholz von Hand zu hobeln hat Pedder schon das wichtigste gesagt. Knallharter Ast, drum rum Weichholz in wildestem Faserverlauf. Schlimmer gehts nicht.

Du sagst, dass du viel hobelst und enstprechend das Eisen auch mal stumpfer ist... Konsequenz muss leider zwingend sein: Du hobelst viel, du schärfst oft. Gerde die Äste machen das Eisen einfach schnell stumpf, und für den fiesen Faserverlauf brauchst du maximale Schärfe. Wie auch bei wimmerigen oder geriegeltem Holz.

Nicht umsonst wurde für feinen Möbelbau gerne "langweiligeres", weil schnurgerade gewachsenes und astfreies (oder astreines) Holz gewählt. Weniger Verzug und saubere Oberflächen.

Die Punkte die für ein möglichst sauberes Hobelbild sorgen:
-die Schneide muss so scharf wie möglich sein. Beim verputzen noch mit ner leichten Verrundung der Ecken um Treppchen im Hobelbild zu vermeiden.
-Sehr geringe Spanabnahme
-Ausrisse werden vermieden durch den Spanbrecher und/oder ein sehr enges Hobelmaul.
Die Sohle des Hobels die, bis auf den kleinstmöglichen Spalt für den Span, bis zur Schneide geht, drückt das Holz nach unten, so dass der Span der abgenommen wird nicht durch Spaltung über eine weitere Strecke angehoben werden kann.
Der Spanbrecher tut was der Name schon sagt, er bricht die Fasern des angehobenen Spans. Stell dir vor du hebst ein Stück Furnier an, und im Vergleich dazu ein Stück Stoff. Das Furnier löst sich über eine weitere Strecke vom Untergrund als der Stoff. Die intakten Fasern des Furniers wirken wie eine Feder, es wird Kraft übertragen die den Span vom Verbund mit den Fasern darunter reissen kann. Im Stoff ist diese Kraftübertragung nicht mehr möglich.​
-Der Schnittwinkel. Ein größerer Winkel sorgt dafür dass mehr geschabt wird als geschnitten.

Es sind also mehrere Faktoren die auf die Schnittqualität Einfluss haben. Alle haben eines gemeinsam: Es ist aufwändiger ein sauberes Ergebnis zu bekommen.
-Du muss besser schärfen können und mehr Zeit investieren.
-Du nimmst weniger Material ab bei praktisch gleichem Aufwand.
-Du brauchst mehr Kraft beim Vorschub weil den Span zu brechen eben diese erfordert.
-Du brauchst mehr Druck auf die Oberfläche um den Verbund zwischen den Fasern zusammenzuhalten.

Hier ein sehr schönes altes Video zur Verdeutlichung
https://www.youtube.com/watch?v=c0N5pV8N1H0

Ich würde für schwieriges Holz NICHT empfehlen einen besonders breiten Hobel zu verwenden. Der Kraftaufwand wird höher, und die Wahrscheinlichkeit dass du wilde Faserverläufe zu hobeln versuchst steigt mit der Breite an. Für fieses Holz nehm ich nach vielen Versuchen mit unterschiedlichen Hobeln immer noch am liebsten meinen Ulmia mit engem Hobelmaul, dickem (kein Flattern) sehr gut schärfbarem Eisen und Spanbrecher der sehr sauber aufliegt und sehr nah an der Schneide eingestellt sein muss.

Und manchmal hilft nur die Ziehklinge. Aber astiges Nadelholz... Ab durch den Dickenhobel mit wenig Spanabnahme, Druckbalken, scharfe Messer, langsamer Vorschub... Garstiges Zeug, aber die Maschine übernimmt hier die viele Arbeit die für ein gutes Ergebnis geleistet werden muss.

Für mich persönlich wäre da längst die Grenze erreicht wo ich Handwerkzeuge nicht mehr benutzen würde. Und auch meine persönliche Meinung: 600€ für nen neuen Handhobel der dieses Problem trotzdem nicht einfach so löst kann man auch für einfacher zu verarbeitendes Holz einsetzen. Wenn du den Hobel eh haben willst is das was anderes, dann kannst ihn auch jetzt kaufen, aber sei dann nicht enttäuscht wenn es das jetzige Problem trotzdem noch gibt.

Das hier dürfte wohl das fieseste Holz gewesen sein das ich noch ohne Ziehklinge sauber verputzt bekommen hab:
https://www.woodworker.de/forum/thr...-eiche-und-irgendwas-rotem.117586/post-819965
Wimmerige Birne mit Ästen. Und die Oberfläche musst ich mit bisschen dickeren Hobelspänen reichlich polieren, denn leicht streifig hat es trotzdem ausgesehen.
 

agnoeo

ww-robinie
Registriert
14. Juni 2016
Beiträge
1.242
Ort
Rhein-Sieg
Ich hobel viel und habe entsprechend auch mal ein etwas stumpferes Eisen im Einsatz.
Darüber bin ich auch gestolpert. Der beste Hobel wird dir nicht helfen wenn der nicht richtig scharf ist, besonders bei schwierigem Holz. Selbst wenn sauberes Holz 2-3x teurer ist, allein das es schneller und einfacher zu bearbeiten ist, gleicht das mmn wieder aus. Zumindest wenn du perfekte Ergebnisse haben möchtest. Für viele Fälle sind mir leichte Ausrisse auch egal, kommt da natürlich auch etwas auf den Anspruch und den Verwendungszweck an.

Gruß, David
 

flüsterholz

ww-robinie
Registriert
18. Juli 2022
Beiträge
4.426
Ort
südlicher Odenwald
Ich hatte mal kurz Zeit, etwas Douglasie zu hobeln. Die Beplankung einer Gartenbank muss zum Teil erneuert werden. Hatte jetzt "leider" keine Äste, aber zumindest wechselnden Faserverlauf. Auf dem ersten Foto siehst du das Ergebnis mit dem 62er Veritas, Fase 25°. Eine Stelle hat er nicht ausrissfrei geschafft.
20260702_182425.jpg
Auf dem zweiten Foto bin ich nochmal mit dem Lie Nielsen Nr. 5 drüber gegangen. Keine Probleme.
20260702_183108.jpg
Auf den beiden Fotos siehst du den Faserverlauf von der Seite.
20260702_184053.jpg
20260702_184104.jpg Und das hier hab ich noch im Holzlager gefunden. Richtig schöne astige Fichte. Das wird spaßig. 20260702_184143.jpg
Ich weiß aber noch nicht wann ich dazu komme. Morgen muss ich Türen kürzen und eine zweite Planke in Douglasie wartet auch noch. "Leider" auch wieder ohne Äste. Die mach ich dann noch zum Vergleich mit 35° Fase.
 

flüsterholz

ww-robinie
Registriert
18. Juli 2022
Beiträge
4.426
Ort
südlicher Odenwald
Da Türen kürzen verschoben wurde, ging es weiter mit der Gartenbank. Die Eisen für den Veritas hab ich alle nochmal durchgeschärft und mit 6000er abgezogen. (wie besprochen)
20260703_090542.jpg
Begonnen habe ich mit der 35°Fase. An zwei Stellen hatte ich auch kleine Äste, wechselnden Faserverlauf und Reste eines Astes seitlich. Hier kam es wieder zu Ausrissen.
20260703_110301.jpg 20260703_110254.jpg 20260703_111427.jpg 20260703_111419.jpg

Danach mit 25° Fase. Schon ganz brauchbar an zwei Stellen
20260703_110520.jpg
20260703_110513.jpg 20260703_111419.jpg 20260703_111427.jpg
Danach mit dem 5er (nicht frisch geschärft), aber der Klang war noch gut.
Mit kleinerem Hobelmaul und minimaler Zustellung. Verschieben des Frosches etwa 30sec. Der stand noch auf Schlichten. 20260703_112233.jpg 20260703_112243.jpg 20260703_122347.jpg So gut wie keine Ausrisse mehr. Auch an den kritischen Stellen.

Falls du also weiterhin astige Nadelhölzer von Hand hobeln möchtest, und eine gute Oberfläche erzeugen möchtest, wäre ein Bevel Down Hobel wohl geeigneter. Wobei ich in einer schmaleren Bauform nochmal Vorteile sehen würde. Also eher Nr4 oder Nr5, statt 4 1/2 oder 5 1/2, wobei der 5er besser in der Hand liegt, als der 4er. Ob ich noch an das Fichtenholz gehe, weiß ich nicht. Der Urlaub ist zu Ende und die Zeit etwas knapper. Aber ich denke, die Tendenz ist auch so ersichtlich.

Gruß Michael
 

bast_ig

ww-robinie
Registriert
26. Januar 2025
Beiträge
633
Ort
München
Hi,

viele interessante Beiträge!

Du sagst, dass du viel hobelst und enstprechend das Eisen auch mal stumpfer ist... Konsequenz muss leider zwingend sein: Du hobelst viel, du schärfst oft.
Das ist der Grund, warum ich auf jeden Fall ein hochwertiges und dickes Eisen möchte. Das macht bei mir einen immensen Unterschied in der Standzeit!

Mein Putzhobel ist ein No. 4 mit zwei alten Stanleyeisen. Die halten nicht lange durch. Eins ist auch von einem seriösen Verkäufer vorgeschliffen gewesen, das hat also relativ sicher auch nicht die Härtung im Laufe des Lebens verloren. Ich kann mir das bloß so vorstellen, dass früher der Schleifstein immer schon eingerichtet war und dass es deshalb - auch wegen der dünnen Eisen - schnell ging, kurz nochmal abzuziehen.

Gerade die eindrücklichen Ergebnisse von @flüsterholz zeigen einen großen Unterschied in der Oberflächengüte. Das spricht für mich "objektiviert" für einen No. 5. Ist also nicht nur mein Schärfkönnen. :emoji_slight_smile: Danke Dir nochmal Michael.

Für viele Fälle sind mir leichte Ausrisse auch egal, kommt da natürlich auch etwas auf den Anspruch und den Verwendungszweck an.

Das ist auch mein Anspruch. Ich bin absolut pragmatisch, was die Oberfläche angeht. Das Handhobeln macht mir viel Freude, ist aber kein Selbstzweck. Ich will dann schon auch zum Ende kommen. Und deswegen fand ich die Idee gut, einen mittellangen Hobel zum Schlichten zu haben, mit dem ich am Ende bei feiner Spanabnahme quasi eine verputzte Oberfläche erhalte.

Ein Punkt, auf den ich noch keine Antwort gefunden habe: kann man beim Schärfen bis zu einer angenommen gleichen Schärfe eines gleichen Messers eine bessere bzw. schlechtere Standzeit generierem? Ausgenommen natürlich, dass der nicht gut abgezogen ist. Die Frage ist also, ob es noch andere Parameter gibt, die über die Standzeit entscheiden.

Grüße
 

flüsterholz

ww-robinie
Registriert
18. Juli 2022
Beiträge
4.426
Ort
südlicher Odenwald
Bessere Standzeit bekommst du, wenn du die Fase in einem größeren Winkel anschleifst. Bringt bei weicheren Hölzern aber wieder Nachteile in der Oberflächengüte.
 

flüsterholz

ww-robinie
Registriert
18. Juli 2022
Beiträge
4.426
Ort
südlicher Odenwald
Zu den Stanley Hobeln. Die Standzeit bei den amerikanischen war eigentlich recht gut, (die englischen kenne ich so gut wie nicht) Problem war öfter, dass die Eisen irgendwann mal zu heiß geworden sind beim Schärfen. Hast du auch öfter bei alten Ulmia Eisen.
 

bast_ig

ww-robinie
Registriert
26. Januar 2025
Beiträge
633
Ort
München
Hi,
ich berichte kurz wie es weiterging:

Ich bin ewig um den Clifton No. 5 herumgeschlichen. Und ich hatte eine Benachrichtigung, sobald der No. 5 von Dictum wieder verfügbar war. Der Clifton ist mir eigentlich zu teuer mit fast 500 Euro. Aber sicherlich ein super Hobel.

Letzte Woche dann schon den Clifton im Einkaufskorb gehabt, irgendwie gab es einen 20 Prozent Rabatt. Das wären bei dem Preis schon 100 Euro. Und dann am gleichen Tag die Benachrichtigung erhalten, dass der Dictum No. 5 mit japanischem Eisen wieder da ist. Gleich gekauft; 10 Minuten später ging der Link zum Produkt schon nicht mehr. Ob die jetzt nur einen hatten oder alle anderen auch so schnell...

Jedenfalls kam er heute an. Siehe da, es ist sogar die neue Produktlinie mit schwarzer Lackierung und den dunklen Griffe aus Nuss(?).

Sieht schön aus jedenfalls. Die kommenden Tage werde ich mal testen und schauen, ob alles passt.

Ich hatte vor einer Weile beim No. 7 von Dictum einen Bestellfehler und habe den dann 3 x bekommen. Davon war nur einer gut, die anderen na ja. Teilweise 0,5 mm Verzug der Sohle auf die ganze Länge.

Bin gespannt und werde nochmal berichten.

Grüße

20260801_101332.jpg
 

ingoogni

ww-birke
Registriert
13. November 2024
Beiträge
64
Ort
enschede
Wobei ich in einer schmaleren Bauform nochmal Vorteile sehen würde. Also eher Nr4 oder Nr5, statt 4 1/2 oder 5 1/2, wobei der 5er besser in der Hand liegt, als der 4er.
Ich weis die richtige bezeichnung auf Deutsch nicht, aber, bei den 5er, hasst du gerade aus gehobelt oder mit dem hobel "angewinkelt" so dat der schnittwinkel "niedriger" wird. "Scherend schneiden" Bei der angewinkelten hobelweise bevorzuege iche breitere hobel fuer die kanten vom brett da mann mehr winkel machen kann.

Dann eine ganz andere frage, hunderte jahre wurde Weichholz mit hoelzerne hobel gehobelt ohne verstellbares maul und "normalen" schnittwinkel. Oder etwa 100 jahre mit "normale" Stanley's. Ist das das problem der Hobel oder unserer Auffassung von wie etwas aussehen sollte (Perfektion)?
 

flüsterholz

ww-robinie
Registriert
18. Juli 2022
Beiträge
4.426
Ort
südlicher Odenwald
Holzhobel gab/gibt es mit verschiedenen Schnittwinkeln. Schlichthobel mit 45°, Putzhobel mit 50° oder auch 55°. Ist auch heute noch so, z.B. bei Ulmia.
Ebenso ist das Hobelmaul bei Putzhobeln kleiner als bei Schlichthobeln.
Gleiches bei Metallhobeln. Bei Bevel Down Hobeln (Nr1 bis 8) aus Metall, die ab den 1860ern immer beliebter wurden, verstellt man den Frosch um das Hobelmaul zu verkleinern. Die Erfindung war von Bailey, dessen Patent dann Stanley 1867 "aufgekauft" hat. Das gibt es also schon recht lange. Ebenso Metallhobel mit 50° Schnittwinkel, wie bei Holzhobeln.
Bevel up Hobel mit verstellbarem Hobelmaul gibt es auch seit dem Ende des 19. Jhds. Genaue Jahreszahl weiß ich jetzt nicht auswendig. Also alles keine Erfindungen aus neuerer Zeit.

Ziehender (scherender) Schnitt, oder nicht. Ich probier meistens beides. Mal funktioniert das eine besser, mal das andere. Und oft ist es immer noch so, dass ich nicht weiß, warum.
 

ingoogni

ww-birke
Registriert
13. November 2024
Beiträge
64
Ort
enschede
Bevel up Hobel mit verstellbarem Hobelmaul gibt es auch seit dem Ende des 19. Jhds. Genaue Jahreszahl weiß ich jetzt nicht auswendig. Also alles keine Erfindungen aus neuerer Zeit.
Lehsenswert: https://mshepherdpiano.com/early-english-mitre-planes-part-i/

Erstes verstellbares hobelmaul moeglicherweis auch bei Gabriel bei einem "compass plane" Schiffshobel(?).

~1894 Ott/Ulmia Reformhobel.

EDIT: Und dann fand ich noch: https://blog.lostartpress.com/2015/02/14/way-before-james-krenov/

Wenn das holz wirklich schwierig ist greift man zum 87° stemmeisen (blunt chisel) oder dem "schabhobel" (?) wo das eisen fast vertikal steht. Man kann es versuchen mit einem umgekhertes normales eisen im zahnhobel korpus.

Trotz Zeitlinie und alle Technologie bleibt meine frage stehen, ist es der hobel oder der trieb nach perfectionismus im hobelbild? Oder, warum kleben wir auf diesem Ausbruch das Etiket "fehler". Zum beispiel, das erste und zweite Bild mit Ausriss (35° phase 47° schnittwinkel(?)) lackiere das mal. Einige schichten. Poliere den lack und es gibt eine interessante zeichchung / licht reflektion. Man koennte sogar sagen, ein zeichen vom handwerk, gegenueber leblose mechanische perfektion.

Bevor ihr mich falsch versteht, alle achtung fuer was man mit handwerkzeug erreichen kann und fuer die muehe und zeit die es gekostet hat es zu erreichen. (und ja, ich versuche mich daran, ist aber nicht leicht mit 60+ das "muscle memory" an zu lernen.)

(irgendwie hat so ein feiner ausbruch etwas "Wabi-Sabi" nicht gewoll, aber nicht schlecht. Eben wass die Natur und unsere mittel hergeben)
 

flüsterholz

ww-robinie
Registriert
18. Juli 2022
Beiträge
4.426
Ort
südlicher Odenwald
Bevor ihr mich falsch versteht, alle achtung fuer was man mit handwerkzeug erreichen kann und fuer die muehe und zeit die es gekostet hat es zu erreichen. (und ja, ich versuche mich daran, ist aber nicht leicht mit 60+ das "muscle memory" an zu lernen.)

(irgendwie hat so ein feiner ausbruch etwas "Wabi-Sabi" nicht gewoll, aber nicht schlecht. Eben wass die Natur und unsere mittel hergeben)
Es kommt natürlich immer darauf an, welche Oberfläche man erreichen möchte. Ich wollte mit meinem Beitrag nicht ausdrücken, dass nur eine makellose Oberfläche ohne Ausrisse die einzig wahre ist. Aber darum ging es ja in der Fragestellung von @bast_ig
Ich finde alle möglichen Oberflächen haben ihre Berechtigung, von grob geschnitzt oder mit Schrupphobel hergestellte, über bewusst benutzt aussehende (Wabi Sabi ist gerade der persönliche Favorit meiner Frau) über gebürstete bis hin zu feinglänzenden Hobeloberflächen. Jede Oberfläche hat ihre eigenen Anforderungen in der Herstellung und ihren eigenen Charme. Gut, wenn man dann weiß, wie man sie herstellt.
Das gleiche gilt für das Finish. Nur mit Öl eingelassene, über gewachste, alte polierte Öllacke, Sanderak- oder Schellackpolituren, bemalte, maserierte, etc. Alle haben ihren Reiz und ihre Herausforderungen.
Einige sind halt einfacher herzustellen, manche schwieriger. Letztendlich aber immer eine persönliche Geschmackssache.

Gruß Michael
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben Unten