Tisch mit 45° Gehrung verleimen

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Albe, 13. März 2017.

  1. Albe

    Albe ww-kiefer

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    Hallo zusammen,

    ich bin gerade etwas ratlos. Ich habe eine Küchenbar geplant / gebaut. Sie besteht aus einer 45cm breiten, 2,7cm starken Eichenleimholzplatte. Auf der einen Seite wird sie mit der Wand verschraubt, das "Tischbein" wird eine ebenso langer/breiter/dicker Eichenholzplatte. Sieht also am Ende aus wie ein "L" mit zwei gleichlangen Schenkeln.

    Die Verbindung habe ich in 45° Gehrung mit der TS 55 zurechtgeschnitten und 5 Flachdübelschlitze Gr. 20 reingefräst. Jetzt frage ich mich, wie ich das "Monstrum" (Schenkellänge 1,1m) vernüftig zusammenspannen soll, so dass sich die Gehrungsfuge möglichst dicht schließt...
    Habt ihr eine Idee? Wie macht ihr das?
     
  2. JoeLeFrog

    JoeLeFrog ww-kastanie

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    Mit Arbeitsplattenverbinder, auf der Unterseite sieht das eh niemand
     
  3. Besserwisser

    Besserwisser ww-robinie

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    Wie willst du denn die verbindung selbst stabilisieren? Die Lamellos sind ja eh bestenfalls Montagehilfen (imho kontraproduktiv), die kleine Gehrungs- Leimfuge hält so eine Sache nicht.
    Ansonsten, so wie man Gehrungen immer verleimt, mit viel gutem Packband.
     
  4. IngoS

    IngoS ww-robinie

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    Hallo,

    4 Schraubzwingen a 1,25m.

    Andere Möglichkeit: 4 Kanteln ca. 6 x 6 cm an jeweils eine Seite Schleifpapier anleimen. Die Kanteln (Schleipapier auf Werkstück) jeweils an beiden Werkstücken unter und über der Leimfuge positionieren (einige cm Abstand zur Fuge) und mit Zwingen festklemmen. Dann mit Zwingen an den Kanteln die Fuge zuziehen.

    Gruß

    Ingo
     
  5. Dusi

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    Nur mein Gefühl als Amateur:

    Ich würde die Gehrung ohne Lamellos mit der Klebeband Methode verleimen. Meinen Erfahrungen nach hält das bombenfest. Allerdings hast du generell hier einen sehr ungünstigen Hebel, z.B. wenn jemand gegen das "Bein" der Küchentheke stoßen sollte. Analog zu einem Tischbein.

    Ich würde hier noch ein 5-10cm Streifen Holz unter die Theke hochkant einleimen. Als eine Art Zarge.
     
  6. Sägenbremser

    Sägenbremser ww-robinie

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    Hallo @Albe

    die meisten verwenden bei verdübelten Gehrungen
    schon Schraubzwingen, oder Lamellospanngurte mit
    passenden Aluminiumbeilagen auf den Kanten.

    Du kannst du aber auch einfache Ratschengurte
    verwenden. Dazu braucht es aber einen Gegenwinkel
    aus gebrauchtem Plattenmaterial. Die abgeschnittenen
    Gehrungsreste eignen sich sehr gut als Druckstück auf
    der Leimecke, damit kannst du den letzten Druck noch
    tüchtig erhöhen.

    Gruss Harald
     
  7. Ach, gibt es so welche für "um-die-Ecke"? Hast Du da mal ein Bild?
     
  8. IngoS

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    Netter Witz :emoji_slight_smile:
     
  9. Friederich

    Friederich ww-robinie

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    Ich kanns mir jetzt auch nicht vorstellen.
    Arbeitsplattenverbinder nutzt man doch um Platten zusammenzufügen, die in einer Ebene liegen?
     
  10. tirogast_2018

    tirogast_2018 Gäste

  11. SteffenH

    SteffenH ww-robinie

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    Für solcherlei Verleimungen benutze ich manchmal abgebildete Zulage. Am besten spannt man sich noch ein Winkelbrett an die Teile.
     

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  12. dascello

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    Zwei Kanthölzer mit einer 45 grad Schräge am den richtigen Stellen Quer aufleimen. N bissl Leim jeweils an den Enden. Dann einfach mit drei Zwingen die Gehrungsflächen volle Kanne verleimen. Danach die Querhölzer mit Stemmeisen, Hobel und Schleifpapier wieder entfernen. Das hält dann bombenfest.
    So mache ich das bei den spitzen Enden meiner Cembali. Alles andere ist Murks.

    Gruß

    Michael
     
  13. Sägenbremser

    Sägenbremser ww-robinie

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    Guten Abend Michael

    es gibt auch noch eine mehr kostenorientierte
    Welt in der Tischlerei und ob wir da wirklich den
    "Murks" bei produzieren sei einmal etwas weiter
    hinten angestellt.

    Das angefragte Verleimungsproblem ist wirklich
    in der täglichen Praxis dabei eher eine Aufgabe die
    ein Auszubildender nach Ansage sicher lösen kann.

    Ob es für ein solch schlichtes Problem wirklich heute
    noch aufgeleimte Spannstücke brauchen könnte, ist
    mir etwas fremd, wenn gleich es natürlich auch so in
    der Form ordnungsgerecht funktionieren würde.

    Gruss Harald
     
  14. tomcam

    tomcam ww-robinie

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    Harald´s Beiträge in allen Ehren, aber einen Lösungsansatz kann ich hier gerade nicht entdecken.....
     
  15. Friederich

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    Spitzer Winkel und Cembalo ist aber eine andere Sachlage. Hier gehts ja um einen 90° Winkel. Und hier steht auch noch das gegenüberliegende Hirnholz Verfügung, um Zwinge anzusetzen.

    Wie wärs denn, einfach lange Zwingen anzusetzen, parallel zu beiden Plattenflächen? Ansetzpunkte vorne und hinten auf genau halber Plattendicke. Man müsste sie nur gleichzeitig anziehen, dann würden sie in der Summe eine Kraft senkrecht zur Gehrungsfläche ausüben.
    Rechtwinkeligkeit überprüfen, und ggf. die entsprechende Zwingen millimeterweise nach oben oder unten verschieben.

    Auch ein Verschieben auf der Gehrungsfuge könnte man problemlos korrigieren, indem man die eine Zwinge etwas lockert, und die im rechten Winkel dazu stehende etwas stärker anzieht.
     
  16. IngoS

    IngoS ww-robinie

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    Hallo Friedrich, siehe Post 4. Du hast es aber schön erklärt :emoji_slight_smile:

    Gruß

    Ingo
     
  17. tirogast_2018

    tirogast_2018 Gäste

    Lächel....
    Aber schön formuliert ists allemal, und ein schöner Blocksatz...:emoji_wink:
     
  18. dascello

    dascello ww-robinie

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    Ok, den "Murks" nehme ich zurück!

    Aber der Themenerstellen hatja keinen Zeitdruck, daher könnte mein Vorschlag vielleicht doch der beste für ihn sein.

    Gruß

    Michael
     
  19. Albe

    Albe ww-kiefer

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    Ich werds so machen wie von Ingo und Friederich beschrieben und mir 1,2m Zwingen kaufen. Kann man bestimmt noch mal gebrauchen. Außerdem lasse ich die Flachdübel draußen.
    Die Holzleisten aufkleben ist interessant, aber die Platte ist fix und fertig und schon geölt und einen Hobel habe ich auch nicht.

    Außerdem werde ich eine "Zarge", ca 10-15cm wie von Dusi empfohlen unter die Tischplatte schrauben, von unten versenkt. Wie verbinde ich am besten die Zarge mit der senkrechten "Tischbeinplatte"? Exzenter sind ja von vorne sichtbar... Reichen Flachdübel?
     
  20. Friederich

    Friederich ww-robinie

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    Hattest du die Schlitze nicht schon gefräst? Dann wärs ja keine große Sache, die Lamellos reinzusetzen. Probier doch mal trocken, ob sie passen. Die Stabilität würden sie schon deutlich erhöhen.
    Und auch die gesamte Aktion würd ich erstmal trocken durchspielen. Dann kanst du dir in Ruhe überlegen, wie du die Zwingen versetzen mußt oder den Druck variieren, wenn etwas nicht passt.
    Zulagen nicht vergessen, damit das Holz nicht vermackt wird.

    Falls du auf die Lamellos verzichten willst, weil die Schlitze nicht exakt gefräst sind, würde sich zusätzlich die Paketklebebandmethode anbieten. Das erleichtert das Zusammensetzen. Nur mit Lamellos lässt sich die Klebebandmethode nicht kombinieren.
    Und wiederum falls ohne Lamellos: Die Stabilität kannst du noch erhöhen durch Kanthölzer, welche du nachträglich in den Innenwinkel einleimst. 4x4 würde schon genügen.
    Das wär sinnvoller als die Zarge nach Dusi.
    Es darf aber kein durchgehendes langes Kantholz sein, weil es die Platten sperren würde, so daß sie beim Schwinden reißen würden.
     
  21. Albe

    Albe ww-kiefer

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    Ok, dann hatte ich die Sache mit den Lamellos falsch verstanden und nutze sie, wenn möglich.
    Das Problem mit dem Kantholz ist ein optisches. Das würde ich ungern machen.
    Was spricht denn gegen die Zarge? Da wäre die Tischbeinplatte gegen blöd dagegenkommen abgesichert.
     
  22. Friederich

    Friederich ww-robinie

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    Durch das eingelemte Kantholz ebenfalls. Das wär viel einfacher zu bewerkstelligen, und eher noch haltbarer.
    Du könntest es auch ruhig ca 7cm von den Außenkanten zurücksetzen, dann sieht man es nur, wenn man in die Hocke geht.
     
  23. ukunz

    ukunz ww-esche

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    Wir haben sowohl Sesselgestelle (wie Stahl LC2) als auch einen Couchtisch sogebaut und verleimt. Haben allerdings Dominos in die 45° getan, die sind etwas stabiler als die Lamellos. Auf der Länge müssten die Lamellos aber doch reichen! Daneben uns eine zu den u.g. Bessey Teilen analoge Vorrichtung auf Sperrholz geleimt mit Sandpapaier drunter festgezogen und dann damit die Ecken immer zusamengespannt. Bisher hat es gehalten. Viel Spass Uku
    wie diese das habe ich mir aber selbst gebaut, das ginge auch mit einem 45° abgeschrägten Balken über die gesamte Länge!
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  24. Der Hannes

    Der Hannes ww-birnbaum

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    Nürnberg
    So wie Friedrich beschrieben hat,

    Rot sind Zulagen grün die zwingen.

    Durch die Lamelos hast du eh schon eine ziemlich gute Führung das du die zwingen auch nur Handfest anziehen musst im normal Fall.
    [​IMG]
     
  25. Friederich

    Friederich ww-robinie

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    So hatte ich es gemeint. Würde aber die Zulagen etwas weiter nach innen setzen, auf die Mitte der Plattendicke
     
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