Hallo,
es ist immer schwierig, die Origin und das ganze System drumherum mit einer stationären Portalfräse zu vergleichen. Die Konzepte dahinter sind einfach zu unterschiedlich. Mit der Origin kann man erst einmal relativ klein, also mit der Maschine selbst starten. Die kostet ca. 3500 Euro, was natürlich viel Geld ist. Aber damit und zwei Rollen Tape kommt man schon recht weit. Es gibt dutzende Baupläne für Erweiterungen, die man selbst bauen kann. Oder man kauft sich als Nächstes die Workstation und macht sich damit das Leben leichter. Benchpilot war für mich ein riesiger Sprung, da ich für den Onlineshop auch einige Teile immer wieder mal in Kleinserie fertige. Man kann das ganze System also nach und nach kaufen und muss die ca. 6000 Euro für das Komplettpaket nicht auf einmal ausgeben. Eine Portalfräse muss man eben komplett kaufen.
Weitere Vorteile wurden ja bereits genannt. Der Benchpilot wiegt ca. 15 Kg. ,kann also auf einer Platte montiert durchaus auch an die Wand gehängt/ gestellt werden. Somit bleibt das Shaper System immer noch extrem kompakt.
Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil, ist die Bedienung. Das geht alles viel einfacher, als bei einer Portalfräse mit einem CAD/CAM. Vieles kannst du direkt an der Maschine machen, wie z. B. einfache Formen, Bohrungen, Fingerzinken. Alles andere geht in Shaper Studio im Browser viel einfacher, als in einem CAD. Vieles funktioniert automatisch, beispielsweise das Abbremsen an Ecken und kleinen Konturen bei der Verwendung von Benchpilot. Und im Gegensatz zu vielen anderen Firmen macht Shaper (Demnächst Festool) ständig neue Videos, in denen die Funktionen und Möglichkeiten gut erklärt werden.
Und wenn du das alles nicht möchtest, kannst du die Maschine auch ohne WLAN, Internet und Shaper eigene Software nutzen. Zum Erstellen von Konturen kannst du z.B. Inkscape benutzen und die Daten per USB übertragen. Selbst Updates kannst du per USB einspielen. Es gibt also keinen Onlinezwang, aber die Onlinefunktionen machen vieles einfacher und bequemer.
Ich bin der Meinung, dass die Origin gerade für kleine Betreibe durchaus eine Alternative zur großen CNC sein kann, wen sie richtig eingesetzt wird. Der Einmann-Betrieb kann mit einem Gesamtinvest von 6.000 Euro dann Dinge anbieten, für die ansonsten eine große CNC für mehrere zehntausend Euro nötig wäre. Beispielsweise eine Tischplatte in Elipsenform, eingefräste Schriftzüge, Beschläge, die komplexe Fräsungen erfordern und vieles mehr. Und das alles bei kurzer Einarbeitungszeit, ohne teure Schulungen etc.
Ich habe die Shaper Origin auch lange Zeit unterschätzt. Das sollte man nicht machen. Man sollte sich die Möglichkeiten anschauen und sich vor allem auch überlegen, was man damit machen könnte, was vorher nicht ging. Wenn man mit der Origin nur das macht, was man bisher mit den vorhandenen Maschinen auch gemacht hat, bringt sie natürlich keine Vorteile. Das ist aber bei jeder anderen CNC genau so.
Ich bin sehr zufrieden mit meiner Shaper und setze sie auch immer öfter auch in Onlinekursen ein.
Gruß
Heiko
Hier mal ein paar Bilder vom aktuellen Projekt:
(Ja, das könnte man auch alles mit herkömmlichen Maschinen machen)