Sehr alte Fenster abdichten - mit Holz und/oder Acryl?

raziausdud

ww-robinie
Registriert
22. Juni 2004
Beiträge
4.294
Ort
Südniedersachsen
Hallo zusammen,

ich möchte sehr alte Fenster dicht oder zumindest weniger durchlässig bekommen. Sie sind in einem Fachwerkhaus, dessen Senkrechten so 2-3 Grad "gewandert" sind. Entsprechend gibt es teils fingergroße Löcher (in den Ecken der Fensterflügel) und bis zu 5 mm breite Spalten. Das Ganze soll eine provisorische Lösung sein, bis in ein/zwei Jahren neue Fenster eingebaut werden.

Gibt es eine Möglichkeit, dies mit Acryl hinzubekommen? Also quasi die Lücken auszuspritzen (bei Schaum würde man ja auszuschäumen sagen). Ich dachte daran, den Fensterflügel mit einer Folie abzudecken, dann Acryl zwischen Folie und Fensterrahmen zu spritzen und zum Schluss nach Aushärtung des Acryls die Folie abzuziehen, so dass im Prinzip eine neue dichte Form am Fensterrahmen entsteht. Gibt es ein Mittel - in der Kunststoff-Glasfaser-Technik nennt man das wohl Trennwachs oder -mittel - mit dem man die Folie einstreichen könnte, damit man diese vom Acryl wieder abbekommt? Oder mit dem man gleich den Fensterflügel einstreicht, so dass man möglicherweise ohne Folie auskommt?

Oder wie macht man so etwas vorteilhaft mit Holzstücken/-streifen? Jetzt beim Schreiben fällt mir ein: wäre das ev. mit Fensterkitt zu machen?

Den letzten Rest Undichtigkeit könnte ich dann gegebenenfalls mit den bekannten selbstklebenden Dichtprofilen hinbekommen.

Oder hat jemand andere Vorschläge?

Vielen Dank im voraus und freundliche Grüße
Rainer
 

yoghurt

Moderator
Teammitglied
Registriert
7. Februar 2007
Beiträge
9.531
Ort
Berlin
Hallo Rainer,
ich kenne die von Dir beschriebene Variante mit Klebeband und Silikon. Ich hab es selbst noch nie probiert, kann mir aber vorstellen, dass Silikon auf einem guten Paketklebeband nicht hält. Hier würde ich einen Trockenversuch machen und qualitativ hochwertiges Klebeband wählen.

Ich habe völlig verstanden, was Du machen willst - nur bevor man über mich herfällt:
Diese Lösung ist fachlicher Murks - aber für Deine Fenster offenbar genau richtig!

Gruß

Heiko
 

Matthias33

ww-ahorn
Registriert
17. Juni 2010
Beiträge
113
Warum nimmst Du nicht einfach Fensterkitt? Leichtes Ablösen des Dichtmittels hinterher ist zwar ein frommer Wunsch, aber ich denke, etwas zu viel gewollt.
 

yoghurt

Moderator
Teammitglied
Registriert
7. Februar 2007
Beiträge
9.531
Ort
Berlin
Hallo,
ich denke, der Fensterkitt wird bei jedem Öffnen der Fenster herausfallen.

Gruß

Heiko
 

Matthias33

ww-ahorn
Registriert
17. Juni 2010
Beiträge
113
Hallo,
ich denke, der Fensterkitt wird bei jedem Öffnen der Fenster herausfallen.
Na, eigentlich steht ja nicht da, dass die Fenster wackeln. Und wenn, dann könnte man sie auch mit Holzstücken und etwas Holzleim verkeilen.

Aber mir fällt gerade ein, wie das Problem doch im Sinne des Vorgestellten gut und einfach zu lösen ist. Kommt aber auf die Beschaffenheit der Spalte und ihre Dicke und Gleichmäßigkeit an, davon habe ich jetzt keine Vorstellung. Man könnte Fensterdichtstreifen passender Stärke einfach mit der Schmalseite einschieben, so dass sie etwas im Spalt klemmen. Die Schutzfolie auf der Klebeseite entfernt man zunächst nur ein Stück am Anfang, so dass man sie umknicken kann, und ein Stück nach außen schaut. Dann legt man den restlichen Streifen in den Spalt, wobei ja auch die noch nicht entblätterte Klebeseite nicht behindern kann. Erst wenn der Streifen wie gewünscht im Spalt sitzt, zieht man vom herausschauenden Stück an die Folie ganz ab, und passt dabei auf, dass man den Dichtstreifen nicht wieder herausbefördert. Wenn der Streifen nach beiden Seiten leicht andrückt, kann es perfekter eigentlich gar nicht dicht werden, und als provisorische Lösung mit leichter Entfernbarkeit ist es ebenfalls perfekt. Kommt aber nun wirklich auf die Beschaffenheit der Spalte an, ob das praktikabel ist. An der Stärke der Streifen sollte es aber nicht hapern, die gibt es in allen Varianten. Ich empfehle EPDM-Kautschuk.

So etwas in der Art hier: klick.
 

yoghurt

Moderator
Teammitglied
Registriert
7. Februar 2007
Beiträge
9.531
Ort
Berlin
Hallo,
was ich meinte, ist das zwischen Fensterflügel und Fensterrahmen Kitt nicht halten wird.
Ansonsten gibt es viele gute und bessere Wege.... Aber um unregelmäßige Spalten in dieser Dichtungsebene zu schließen erscheint mir die Silikon-Klebeband-Methode effektivsten. Das gilt natürlich nur unter der oben genannten Voraussetzung, dass die Fenster eh in spätestens zwei Jahren ausgebaut werden.

Gruß

Heiko
 

Matthias33

ww-ahorn
Registriert
17. Juni 2010
Beiträge
113
Hmm ... vielleicht habe ich auch schief gelesen. Ist irgendwie nicht sehr verständlich, der Text. Ich habe gelesen "Fachwerk" und kombiniert, dass die Undichtheit zwischen Fachwerk und Rahmen besteht. Wenn es wirklich um Spalte zwischen Rahmen/Fensterflügeln geht (oder es gibt gar keinen Fensterrahmen? Bilder würden alles klären), kann man das doch ganz normal mit den "bekannten Dichtstreifen" in ausreichender Stärke machen? Notfalls zusätzlich einen passend gemachten Holzstreifen zum Überbrücken ankleben, das ist doch kein Problem. Nein, also da würde ich keine Dichtmasse nehmen.

MfG
 

raziausdud

ww-robinie
Registriert
22. Juni 2004
Beiträge
4.294
Ort
Südniedersachsen
Hallo nochmal,

erst einmal vielen Dank.

Zur Klarstellung: es geht um die Lücken zwischen Fensterrahmen und Fenstern (mal ehrlich: hab ich das nicht so beschrieben ... ?). Das Problem sind nicht die Spalten/die Luft zwischen Fensterfalz und Rahmen, die könnte ich leicht mit Dichtbändern schließen. Das Problem sind die echten Löcher, da wo man richtig nach draußen sehen kann, wo beide Teile weit gegeneinander verschoben sind, wo der Falz des Fensters nicht einmal mehr den Rahmen überdeckt. Da ist auf beiden Seiten nichts außer Luft, auf die ich irgendetwas kleben könnte:emoji_wink:.

Da müsste ich schon mit kleinen Holzleisten arbeiten, den Fensterfalz quasi verbreitern. Das erscheint mir als Provisorium (auch das habe ich erwähnt...) aber recht aufwendig und zeitraubend. Jede dieser Leisten müsste einzeln gemessen und in unterschiedlichen Stärken einzeln angefertigt werden. Deshalb kam mir die Idee mit der großzügigen Anwendung von Acryl und da der Gedanke, gleich alles in Acryl zu machen.

Klar auch, das das Ganze fachlich nicht korrekt sein muss. Ich werd das mal mit Paketband probieren und dieses auch mal mit Fett/Öl einstreichen.

Optimal für meine Zwecke erscheint mir im Moment eine Kombination von kleinen Holzleisten und Acryl/Silikon (denn dieses kann ich ja auch nicht "auf Luft" anbringen): reichlich "Klebezeug" auf den Fensterflügel, darauf eine dünne Leiste, Fenster schließen, überschüssiges Klebematerial abstreifen, trocknen lassen. Es darf halt nur nicht passieren, dass der Kleber die beiden Teile - also Fensterflügel und Rahmen - miteinander verklebt. Deshalb meine Frage nach dem "Trennmittel".

Viele Grüße
Rainer
 

andama

ww-robinie
Registriert
13. Dezember 2007
Beiträge
3.636
Ort
Leipzig
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte - deshalb stelle ein Bild ein. Nach deiner Beschreibung hört sich da ja wirklich abenteuerlich an. Wenn da so große Spalten, mußt du mit Sicherheit Folgeschäden am Gebäude einplanen, da das Wasser sich seinen Weg nach innen suchen wird bzw. schon gefunden hat. Deshalb tausche die Fenster so schnell wie möglich und lasse alles korrekt abdichten.
 

raziausdud

ww-robinie
Registriert
22. Juni 2004
Beiträge
4.294
Ort
Südniedersachsen
Ja gern, am Mittwoch bin ich wieder bei meinem Freund, um dessen Mietwohnung geht es, da werde ich mal Fotos machen und hier einstellen.

Bis dann.
Rainer
 

raziausdud

ww-robinie
Registriert
22. Juni 2004
Beiträge
4.294
Ort
Südniedersachsen
Hallo,

so, hier gleich ein paar der gewünschten Fotos.

Die ersten zeigen die Situation, so schief wie das Haus gegenüber ist auch das Haus in dem sich die Fenster befinden. Beide sind am Ende einer Häuserzeile. Man sieht u.a. eine senkrecht eingestellte Wasserwaage und die Innenfenster, die ich für meinen Freund gebaut habe, aus billigstem Holz und 1mm-PVC-Rollenware (Provisorium, s.o.). Wir haben uns entschieden, den Schrägen der Außenfenster zu folgen. Wir meinten, wenn wir jetzt mit Wasserwaage arbeiten, dann sieht man erst recht, wie schief alles ist.

Frage am Rande: würde das ein Profi auch so machen oder muss ein Tischler immer senkrecht/waagrecht bauen?

Dann ein paar Fotos der alten Außenfenster.

Die großen Schlitze in den Außenfenstern hab ich erst beim Bau der Innenfenster entdeckt und meine, die Schlitze müssen noch zu. Sonst haben wir jetzt ja quasi erst ein Einfach-Fenster, vorher so gut wie kein Fenster ...

Die Innenfenster sind hervorragend dicht. Was man nicht sieht: Auf der Fensterbank und oben auf der Rollo-Leiste befindet sich noch eine Anschlagleiste, durch die quasi ein Falz entsteht. Die Raumtemperatur ist bei ca. 0 Grad Außentemperatur auch schon von vorher ca. 10 auf jetzt 18 Grad angestiegen.

Bitte macht keine Anmerkungen zum Mietrecht. Ich habe meinen Freund auch schon darauf angesprochen, aber er hat wohl irgendeinen Deal mit dem Vermieter.

Weitere Fotos im folgenden Artikel.

Viele Grüße
Rainer
 

Anhänge

  • Fenster (1).JPG
    Fenster (1).JPG
    209,1 KB · Aufrufe: 43
  • Fenster (2).JPG
    Fenster (2).JPG
    252,8 KB · Aufrufe: 49
  • Fenster (3).JPG
    Fenster (3).JPG
    237,4 KB · Aufrufe: 47
  • Fenster (4).JPG
    Fenster (4).JPG
    175,9 KB · Aufrufe: 49
  • Fenster (5).JPG
    Fenster (5).JPG
    121,1 KB · Aufrufe: 53

raziausdud

ww-robinie
Registriert
22. Juni 2004
Beiträge
4.294
Ort
Südniedersachsen
Erfolgsmeldung !!!

Mein Freund war ein paar Tage im Krankenhaus. Wir haben uns jetzt wieder den Fenstern gewidmet und folgenden Versuch gestartet. Ergebnis: das ist für diesen Fall genau das Richtige.

Gutes Paketband auf den Rahmen, zusätzlich noch mit Fett eingerieben, Fenster schließen, Acryl in die Lücke zwischen Rahmen und Flügel, nach einer Woche ging das ohne irgendeinen Hauch von Haftung auseinander, jetzt liegt der Flügel absolut passgenau auf dem Rahmen.

Danke noch mal für den Tipp mit dem Paketband.

Und viele Grüße
Rainer
 

Feuerfresser

ww-ulme
Registriert
15. November 2005
Beiträge
168
Ort
Sarstedt
Das nen ich Altbau live.

Aber schön wäre es auch nach ein paar Monaten mal zu hören ob es noch hällt- Zur Zeit scheint es ja für den Fall genau das richtige zu sein.
 

buddschegg

ww-fichte
Registriert
22. Februar 2011
Beiträge
21
Ort
Hamburg
Nur mal so, das mit dem Acryl klappt jetzt natürlich erstmal, aber dauerhaft ist das nicht. In wenigen Tagen/Wochen wird das zeug weitertrocknen, einsacken und reißen. Dann kannst du das entweder alle 3 Wochen neu machen oder sich mal Gedanken über eine ernsthafte Lösung machen.

Da Wohnen Menschen drin ? bei 10 Grad Minus stell ich mir das recht Kuschelig vor wenn die Wärme zu den löchern rauspfeift. Die Heizkosten möchte ich mir garnicht vorstellen:emoji_slight_smile:

Wenn dein "Freund" da ne pauschale Warmiete zahlt ist es ja in Ordnung, ansonnsten würde ich dringend mal den Vermieter auf den Pott setzen und auf abhilfe drängen, wir leben im Jahr 2011, da sollte es auch im ehrwürdigen Altbau möglich sein Fachgerecht ( und der Bausubstanz entspechend) zu Sanieren.
 
Oben Unten