Schüsselnde Eichentischplatte aufbereiten - Tipps & Tricks für Anfänger gesucht

Keilrahmen

ww-kastanie
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Hallo zusammen,

wir sind umgezogen und ein neuer Tisch musste her. Auf eBay Kleinanzeigen habe ich eine schöne Eichen-Tischplatte gefunden und schnell abgeholt (250 × 85 × 5,5 cm). Dabei habe ich allerdings nicht darauf geachtet, wie plan die Platte ist. Der Länge nach passt das, aber quer zeigt sich, dass sie doch ziemlich schüsselt, also in der Mitte nach oben gewölbt ist. Mit Glaserklötzen grob gemessen sind es über die Tischplatte hinweg etwa zwischen 1 mm und 2,5 mm.

Mein Grundgedanke, was ich mit dem Tisch machen möchte, wäre zunächst folgender:
  1. Die vorhandenen Risse mit einer Messingbürste o. Ä. sauber machen, da diese später noch mit Astfüller verfüllt werden sollen.
  2. Mit einer Planfräsvorrichtung die Unterseite plan fräsen, anschließend umdrehen und das Gleiche auf der Oberseite machen. Die Planfräsvorrichtung würde ich mir selbst bauen, hab ich aber entsprechend noch nie gemacht.
  3. Löcher und Risse mit Astfüller auffüllen.
  4. Ggf. Bow-Ties, oder wie die Dinger heißen, entlang der größten Risse einsetzen, eher aus optischen Gründen.
  5. Schleifen, schleifen, schleifen. Ende bei 240er Korn? Ein Mirka Deros ist vorhanden.
  6. Gratleisten auf der Unterseite einlassen. Vier Stück?
  7. Ölen, ölen, schleifen, ölen.
  8. Beine ran und fertig.
Es ergeben sich mir folgende Fragen:
  • A. Macht das so Sinn, oder sollte ich das mit dem Schüsseln nicht so eng sehen und einfach damit leben?
  • B. Wenn ich planfräse, geht ja vermutlich etwas von den schön gerundeten Kanten verloren. Wie stelle ich diese wieder her bzw. wie wurde das vermutlich ursprünglich gemacht?
  • C. Reichen vier Gratleisten bei 2,50 m Länge?
  • D. Welches Hartwachsöl könnte das vermutlich gewesen sein? Es sieht ja farblich nicht ganz neutral aus, oder?
  • E. Bis zu welchem Korn schleift man einen Tisch üblicherweise?
  • F. Was mache ich sonst noch falsch? Wo liegen mögliche Fehlerquellen?

Bitte entschuldigt die laienhaften Fragen, aber irgendwo muss ich sie mal stellen. Ich hoffe, hier nicht in der Luft zerrissen zu werden. Vielen Dank daher schon einmal vorab für eure Hilfe.

PS: Die Platte in eine Schreinerei zu geben und durch eine Breitbandschleifmaschine laufen zu lassen, wäre natürlich eine Alternative. Diese würde ich aber gerne erst einmal ausklammern. Es soll hier zunächst darum gehen, was ich selbst machen könnte.

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edit: Ich hab noch Bilder nachgereicht
 

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flüsterholz

ww-robinie
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Ich würde erstmal nur die Gratleisten einsetzen. Oft reicht das schon, um die Platte wieder gerade zu bekommen. Davon abgesehen finde ich 2,5mm auch nicht viel. Aber das ist immer Ansichtssache. Eiche schleife ich nur bis 120er, max bis 180er oder neuerdings bürste ich sie lieber und schleife dann nochmal mit 120er dezent drüber.

Gruß Michael
 

raziausdud

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Hallo.

Vielleicht wurde die Platte zuletzt so gelagert, dass die Unterseite besser trocknen konnte. Oder es wurde nur die Oberseite behandelt.

Stell die Platte erstmal hochkant so, dass beide Seiten gleichmäßig belüftet werden, irgendwo im Raum gegen einen Stuhl oder gegen einen Tisch, nicht an eine Wand.

Also nicht übereilt handeln, sondern erstmal nur abwarten, ein paar Tage … zunächst ob es besser wird.

Grüße. Rainer
 

Keilrahmen

ww-kastanie
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Danke, die Platte liegt jetzt schon ein paar Tage (Wochen) bei mir im Keller ohne das sich da was tut.
 

Friederich

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Die bauchige Seite zunächst mal verstärkt einer Wärmequelle oder der Sonne aussetzen. Das sollte schon deutlich was bewirken. Evtl schüsselt es dann sogar genau andersrum, wenn man übertreibt.
 

weissbuche

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Keller ist meist nicht so ideal, stell sie mal da hin, wo der Tisch später stehen soll. 2 mm wären mir nicht den Aufwand wert mit Vorrichtung bauen usw.. Solange die Gläser nicht umfallen ist doch alles gut. Schleifen bei Eiche auch nur bis 150. Mal in die technischen Merkblätter für das spätere Oberflächenmaterial schauen, da findet man Hinweise für die Vorbereitung der Oberfläche.
 

Keilrahmen

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Es ist sicher richtig, das der Keller nicht der ideale Raum ist, aber die Platte ist nicht sooo klein und ich kann sie hier nicht einfach so für n paar tage oder Wochen im Wohnzimmer lagern. Dazu kommt ein enges Treppenhaus und hohes Gewicht... Entsprechend möchte ich sie nur noch einmal durchs Treppenhaus tragen wenn sie fertig ist :emoji_grin:
 

Küstenharry

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Ist das eine neue oder eine alte Platte.
Ich habe ebenfalls eine alte Platte bekommen,die auch eine gewisse Patina hat nach 60 Jahren.
Tischgestell drunter und nutzen.
120 er reicht zum schleifen.
 

IngoS

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Hallo,

bei der Platte und der Holzsortierung solltest du an der Platte gar nichts machen. Die ist gut so, wie sie ist.
Das bisschen Schüsselung macht doch nichts. Auch die Risse einfach so lassen.
Fräsen, Hobeln, Spachteln verschlimmbessert die Optik der Platte nur.

Was für ein Untergestell soll denn drunter?

Meine Tischplatte ist ähnlich geschüsselt. Hat sich noch nie jemand drüber beschwert und auch die offen gelassenen Risse sind auch nach Jahren nicht mit Essensresten vollgeschmoddert, wie das gern behauptet wird.

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Gruß Ingo
 

Keilrahmen

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Vielen Dank für die ganzen Rückmeldungen hier! Wegen dem Schüsseln werde ich dann wohl erstmal die Finger von lassen.

Die Risse werde ich aber vermutlich trotzdem zu machen, mit zwei kleinen Kindern wäre ich schon dankbar wenn ich den Tisch richtig abwischen kann.

Bzgl. Gratleisten, reichen da 4 Stück? Ansonsten irgendwelche Infos/Kommentare noch zum Ölen/Schichtaufbau und dem Thema Butterfly Inlays?
 

Friederich

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Tischgestell drunter und nutzen.
Was zu überlegen wäre: Welche Seite nach oben? Die Bauchige oder die Hohle? (Falls man von der Qualität her die freie Wahl hat)
Ich denke, die Oberseite wird auf längere Zeit eher trockener; so dass es günstiger wäre, die bauchige Seite nach oben zu legen. Möglicherweise würde sich die Platte dann von alleine annähernd perfekt geradeziehen.
 

derdad

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So, einmal frisch von der Leber weg gesprochen: Solche Tischplatten sind zwecks ihres Aussehens so zusammengestellt und kein Tischler der sich mit Massivholz befasst würde erwarten, dass so eine Platte auch nur annähernd gerade bleibt. Den Verzug, den wir auf den Bildern sehen, zeugt davon, dass derjenige der die Tischplatte gemacht hat, Erfahrung in der Massivholzarbeit hat. Sonst wären bei dieser Tischplatte die "Lichtspalte" um einiges mehr.
Mir gefällt die Tischplatte ausgesprochen gut.
Man muss sich entscheiden, will ich eine Massivholztischplatte die plan bleibt? Dann darf ich kein Holz wie dieses wählen. Oder will ich eine Tischplatte, die die Optik wie auf den Fotos hat und plan bleibt wie eine Billardplatte? Dann muss ich eine Spanplatte nehmen und eine entsprechendes Laminat aufleimen, das es ja im Handel gibt.
Durch das sch.... Marketing (und vielen Videos von , nennen wir sie, "Klick fang Tischlern") in allen möglichen Medien werden falsche Erwartungen geweckt.
Mir fällt dazuw immer nur ein: "waschen mich, aber mach mich nicht nass".
Trotzdem ein schönes Wochenende
Gerhard
 

Keilrahmen

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Ja gut ihr habt mich ja schon überzeugt... Ja die Platte kommt aus einer Schreinerei und wurde dort 5 Jahre selbst genutzt. Wie ich mit den Rissen umgehen soll weiß ich aber trotzdem noch nicht... Meine Kids sind 1 & 3 Jahre und entsprechend schaut es beim essen schonmal aus...

Bzgl. Gratleisten: Ich hab schon U Leisten da, jetzt will ich die auch verbauen :emoji_grin:. Möchte diese entsprechend einlassen und wollte eigentlich Rampamuffen zum festmachen benutzen, dafür ist aber vermutlich zu wenig Fleisch übrig weil ja quasi nur der Mittelsteg des U's übrig bleibt (Ich hoffe ihr wisst was ich meine...). Spricht irgendwas dagegen einfach ins Holz zu schrauben mit Pan-Head Schrauben oder so?
 

Lorenzo

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Normalerweise braucht man garkeine; wenn man die Platte einfach mit Nutklötzen an der Tischzarge befestigt.
Wenns noch ne Zarge gibt...

@Keilrahmen: Ich hab das Gefühl dass du unbedingt was an der Platte machen willst. Ich kann das schon bisschen nachvollziehen, du willst sie wahrscheinlich zu "deiner" Tischplatte machen.
Für das was sie ist, eine Platte, die aus Holz verleimt ist, das vor nicht allzu langer Zeit nicht unbegründet als Brennholz aussortiert worden wäre in der Schreinerei, schaut sie tip top aus. Ich finds auch voll okay dass man solches Holz jetzt verwendet, aber es kommt mit Kompromissen. Vor allem wenns um eine Esstischplatte geht.

Lass die Gratleisten weg. Die Platte ist gerade und um irgendwas an der zu verändern brauchts bei 5,5cm Dicke ne Menge Kraft.

Der Riss ist sehr groß, ich kenn nix was man da reinpacken könnte was auf Dauer hält und von den Eigenschaften her zu ner Tischplatte passen würde. Am ehesten noch Sikaflex.

Die Kinder setzt man an diesem Tisch einfach dahin wo kein Riss ist, oder benutzt nen Untersetzer. Oder beides.

Zu den Schwalben die den Riss zusammenhalten sollen (mit dem passiert jetz eher nicht mehr viel außer den Jahreszeitlichen kleinen Schwankungen in der Breite) müsstest du konkrete Fragen stellen.

Noch kurz zu der Aussage dass es früher Brennholz gewesen wäre: Mit ner Platte aus astreinem Holz müsste man keine Kompromisse eingehen. Die funktioniert einfach. Über Jahrzehnte. Und mit dem Anspruch haben die Leute Möbel gekauft.
Heutzutage gehts oft an erster Stelle um die Optik. Und gleichzeitig ist der Anspruch auf Funktion und nen möglichst geringen Pflegebedarf eher gestiegen. Das lässt sich mit dieser Optik nicht vereinbaren, und ich vermute mal ganz frech dass die Platte nicht die nächsten zwanzig Jahre als Esstischplatte verwendet werden wird..
 

magmog

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Guuden,

die Platte ist toll, und für einen Gebrauchstisch planer als es für ihre Verwendung sein muss.
Ich würde sie lassen wie sie ist.
Wenn die Risse
(die auch einfach gelegentlich ausgesaugt werden können,
oder es wird gewartet bis sie sich flächenbündig gefüllt haben)
unbedingt stören, würde ich sie mit Holzmehl bis auf 5mm unter Oberfläche füllen
und dann mit Epoxidharz mit Eichstaub verfüllen. Allerdings muss danach verschliffen werden was
zwangsläufig die Oberfläche in dem Bereich zerstört.
In Konsequenz muss allerdings die ganze Oberfläche neu aufgebaut werden.
Pfuschig können die Kanten abgeklebt werden, ein passendes elastisches Material
für Fußböden eingespritzt und wie Silikon bündig gewischt werden.
 

Keilrahmen

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Okay ihr habt mich überzeugt, gegen das Schüsseln werde ich nix machen. Abschleifen muss ich mal schauen, sind ein paar Abdrücke von Kaffeetassen drauf die ich vll. gerne ohnehin weg haben möchte.

Was spricht gegen so Stubai / Woodrepair Astfüller?
 

WoodyAlan

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Vielen Dank für die ganzen Rückmeldungen hier! Wegen dem Schüsseln werde ich dann wohl erstmal die Finger von lassen.

Die Risse werde ich aber vermutlich trotzdem zu machen, mit zwei kleinen Kindern wäre ich schon dankbar wenn ich den Tisch richtig abwischen kann.

Bzgl. Gratleisten, reichen da 4 Stück? Ansonsten irgendwelche Infos/Kommentare noch zum Ölen/Schichtaufbau und dem Thema Butterfly Inlays?
Ich find den recht ansprechend wie er ist. Zum Risse verschließen hol dir schwarze Schellack Stangen und gieß sie aus damit. Das bleibt nicht zwingend dauerhaft dicht aber hilft und passt optisch in meinen Augen, aber geschmäcker sind verschieden.
 

stefan.

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Du hast immer noch nicht beantwortet, was du für ein Tischgestell verwenden willst. Oder hab ich das übersehen?
 

HeimNavi

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Bei 2,5 mm Schüssel würde ich das ehrlich nicht planfräsen – das Risiko ist zu groß, dass du zu viel Material wegfräst oder die schönen Kanten ruinierst. Mit gummierten Tischbeinen oder Gleitern auf der Unterseite merkt man das später kaum noch. Zum Schleifen: Bis 180er reicht völlig aus, 240er ist eher overkill bei Eiche. Bei der Länge würde ich eher 6–8 Gratleisten nehmen, die müssen nicht nur statisch wirken sondern auch optisch Sinn machen. Für das Öl würde ich einfach ein gutes Hartwachsöl (z.B. Osmo oder Saicos) nehmen – neutrale Farbe kannst du immer noch nachträglich mit leicht gefärbtem Öl anpassen, wenn nötig.
 
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