Rauspund auf Dachboden verlegen - Wahl des Materials und des Werkzeuges

Bishop83

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Hallo - ich bin der Neue und stell jetzt öfters unbedarfte blöde Fragen...

...warum? In meinem unwirklichen Leben bin ich Beamter im Fachbereich Baurecht und quäle täglich Handwerker mit "nein das geht so nicht, dass wurde so nicht genehmigt"...

...hier hat nun jeder die Chance den Spieß umzudrehen :emoji_stuck_out_tongue_winking_eye:

Rahmenlage:

Im Jahre 2016 hab ich ein Y-TONG Haus errichten "lassen" und habe dieses Bezogen.

Nun muss ich ein paar Dinge mangels Verfügbarkeit von Handwerkern selbst umsetzen.

Mein derzeitiges Projekt:

Nach nun mehr als drei Jahren habe ich den Auftrag von meiner Frau erhalten den Dachboden (kalter Dachstuhl) mit einem Belag zu versehen damit Sie diesen als Stauraum missbrauchen kann um noch mehr Dinge zu horten.

Im Zuge dessen beabsichtige ich auf jeden Balken eine Dachlatte 30/50 mm zu montieren damit eine 30 mm Erhöhung zu der darunter liegenden Dämmung entsteht,
auf den Dachlatten wiederum sollen dann 28 mm Rauspund, gehobelt mit Nut und Feder montiert werden. Die Dicke des Rauspunds mit 28 mm wurde mit Absicht gewählt weil ggf. auch Möbel auf diesem gelabert werden sollen.

Mittlerweile sollte alles trocken sein, so dass es nicht notwendig ist eine Lücke zwischen den einzelnen Brettern zu lassen.

Die Frage ist an euch ist nun:

1. Ist das alles so sinnvoll bzw. sind in der Überlegung Fehler enthalten bzw. sollte etwas überdacht werden?

insbesondere bezüglich:

- Wahl des Materials
- Vorgehensweise
- Der Absicht eine Lücke zwischen den Brettern zu lassen

2. Wahl des Werkzeuges ich schwanke derzeit noch ob ich die Rauspundbretter mit einem Magazinschrauber (z. B. den Akku-Schrauber von Makita bis 75 mm)
und 4,5 x 75 mm Spax-Schrauben befestigen soll oder mit einer 90 mm Akku Nagelpistole (z. B. von Hitachi/Hikoki).


Vielen Dank bereits für eure Unterstützung und Ratschläge
 

Christian81

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Hallo Bishop83,

Mein erster Gedanke war, ich würde kein Rauspund nehmen. Wäre mir viel zu aufwändig. Warum kein OSB? Da du ja Möbel da hoch bekommst, würdest du ja auch Platten dort hin bekommen. Diese im Nut und Feder System geleimt und ab und zu geschraubt (Vollgewinde). Die Dachlatten kannst du dir sparen. Sehe da keinen Sinn.
Würde als einziges einen dünnen Filzstreifen auf die Sparren tackern. Damit schließt du ein eventuelles Reiben oder Knarzen von OSB auf dem Sparren aus. Kostet nicht viel.
Schrauben bei einer 22mm OSB würde ich max. 60mm nehmen.
 

Bishop83

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Hallo Bishop83,

Mein erster Gedanke war, ich würde kein Rauspund nehmen. Wäre mir viel zu aufwändig. Warum kein OSB? Da du ja Möbel da hoch bekommst, würdest du ja auch Platten dort hin bekommen. Diese im Nut und Feder System geleimt und ab und zu geschraubt (Vollgewinde). Die Dachlatten kannst du dir sparen. Sehe da keinen Sinn.
Würde als einziges einen dünnen Filzstreifen auf die Sparren tackern. Damit schließt du ein eventuelles Reiben oder Knarzen von OSB auf dem Sparren aus. Kostet nicht viel.
Schrauben bei einer 22mm OSB würde ich max. 60mm nehmen.
Ja OSB-Platten wären nett, aber meine Frau sagt, dass fällt leider aus, weil diese hässlich sind und isso und sowieso und Sie will da so schöne gehobelte Rauspund-Bretter haben, damit war leider die sachliche Diskussion diesbezüglich beendet.

Die Dachlatten sind dafür gedacht, dass zwischen den Rauspund-Brettern und der darunter liegenden Dämmung sowie der Dampfsperre etwas Luft zur Zirkulation ist, dass ist zumindest seitens des Bauträgers empfohlen worden und zwar unabhängig davon wann diese Maßnahme erfolgt.

Bei 22 mm OSB-Plätten (war tatsächlich auch von mir so geplant worden) würde ich auch nur 60 mm Schrauben nehmen, aber es sind ja 28 mm Rauspund-Bretter nun angedacht, deswegen die Frage Magazinschrauber 4,5*70 mm oder Nagelpistole 90 mm.

Das dass hier sehr viel Arbeit ist, ist mir klar, aber mein Auftraggeber mit dem Ring um mich zu knechten möchte das eben so.
 

Bishop83

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Wofür soll das gut sein?
Die Dachlatten sind dafür gedacht, dass zwischen den Rauspund-Brettern und der darunter liegenden Dämmung sowie der Dampfsperre etwas Luft zur Zirkulation ist, dass ist zumindest seitens des Bauträgers empfohlen worden und zwar unabhängig davon wann diese Maßnahme erfolgt.
 

pedder

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Ich versteh nichts davon. Wen ich etwas davon verstünde, würde ich Dich jetzt wohl nach dem gesamten Aufbau inkl. der verwendeten Materialien fragen.
 

Christian81

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OSB-Platten wären nett, aber meine Frau sagt, dass fällt leider aus, weil die hässlich sind und isso und sowieso und Sie will da so schöne Rauspund gehobelt haben, damit war leider die sachliche Debatte diesbezüglich beendet.
Okay, dann sollte man(n) das so machen.
Ich hab zu wenig Erfahrung mit der Nagelpistole, behauptete mal die Schreiner schrauben lieber. Es gibt die Möglichkeit die Dielen unsichtbar durch die Feder zu Schrauben. Schrauben sind aber speziell weil kleiner Kopf mit Fräskante usw. Kosten natürlich auch mehr.
Wenn es nur ein Lagerraum ist der nicht als Wohnraum genutzt wird, kann man die auch sichtbar Schrauben. Würde aber immer vorbohren. Auch das mit dem Filz darunter würde ich machen.
 

qnc42

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Ich habe auch vor einigen Jahren Rauspund im Spitzboden verlegt, direkt auf die Sparren. So knallig eng sitzt das mit dem Dämmmaterial eh nicht.

Und so aufwändig ist das gar nicht - und sieht wirklich super aus. Geschraubt habe ich unsichtbar. Ich habe Nut voraus verlegt, und die Schrauben über der Feder schräg eingedreht. Magazinschrauber/Nagelpistole habe ich für die paar Schrauben nicht angeschafft.
In die Stirnseiten habe ich jeweils ein Lamello (ungeklebt) eingelassen, damit es zwischen den Sparren nicht so hohl liegt - wir durch Längsversatz aber ja eh von beiden Seiten geführt und ist wahrscheinlich überflüssig - kostet aber auch nix.
 

Bishop83

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Okay, dann sollte man(n) das so machen.
Ich hab zu wenig Erfahrung mit der Nagelpistole, behauptete mal die Schreiner schrauben lieber. Es gibt die Möglichkeit die Dielen unsichtbar durch die Feder zu Schrauben. Schrauben sind aber speziell weil kleiner Kopf mit Fräskante usw. Kosten natürlich auch mehr.
Wenn es nur ein Lagerraum ist der nicht als Wohnraum genutzt wird, kann man die auch sichtbar Schrauben. Würde aber immer vorbohren. Auch das mit dem Filz darunter würde ich machen.

Das mit dem Filz hört sich tatsächlich gut an...

dass mit dem Filz, Folgefrage: sollte der nur zwischen die Dachlatte und den Rauspund oder zwischen Balken und Dachlatte und zwischen Dachlatte und Rauspund?

dass mit dem Vorbohren... muss das sein? dass würde dann echt in krasser Arbeit ausarten, dann würde ich dann eher zur Nagelpistole greifen, ein blinder Verbau fällt auch aus, da der Magazinschrauber dann nicht mehr richtig funktioniert (mit dem kann man angeblich nicht schrägbohren)...
 
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Bishop83

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Ich habe auch vor einigen Jahren Rauspund im Spitzboden verlegt, direkt auf die Sparren. So knallig eng sitzt das mit dem Dämmmaterial eh nicht.

Und so aufwändig ist das gar nicht - und sieht wirklich super aus. Geschraubt habe ich unsichtbar. Ich habe Nut voraus verlegt, und die Schrauben über der Feder schräg eingedreht. Magazinschrauber/Nagelpistole habe ich für die paar Schrauben nicht angeschafft.
In die Stirnseiten habe ich jeweils ein Lamello (ungeklebt) eingelassen, damit es zwischen den Sparren nicht so hohl liegt - wir durch Längsversatz aber ja eh von beiden Seiten geführt und ist wahrscheinlich überflüssig - kostet aber auch nix.
ja aber die Dachlatte ist wohl bei mir doch fällig werden, da die Dämmung bei mir schon sehr eng mit dem Balken liegt ist mir aufgefallen, wenn der Rauspund direkt draufkommt wird das schon sehr eng, die Empfehlung ist tatsächlich nicht schlecht nach kurzer Betrachtung des Realbestandes...

Naja ich muss ca. 1200 Schrauben bzw. Nägel setzen bei der Größe des Dachbodens, ich möchte ehrlich gesagt nicht jede mit der Hand einzeln verbauen (ich bin Beamter - das muss fauler auch gehen)...
 

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Das mit dem Filz hört sich tatsächlich gut an...

dass mit dem Filz, Folgefrage: sollte der nur zwischen die Dachlatte und den Rauspund oder zwischen Balken und Dachlatte und zwischen Dachlatte und Rauspund?

dass mit dem Vorbohren... muss das sein? dass würde dann echt in krasser Arbeit ausarten, dann würde ich dann eher zur Nagelpistole greifen, ein blinder Verbau fällt auch aus, da der Magazinschrauber dann nicht mehr richtig funktioniert (mit dem kann man angeblich nicht schrägbohren)...
Lass das mit dem Filz . Aus eigener Erfahrung bewirkt das bei Nut und Federbrettern genau das Gegenteil . Ich hatte schon etliche hitzige Debatten mit Architekten bezüglich Filz auf dem Lagerholz bzw. Balken. Diesen schwimmenden Aufbau dann wieder mittels Schrauben/Nägeln zu koppeln halte ich für unlogisch . Die Dielung hat dadurch viel mehr Spielraum und neigt dadurch vermehrt zum Knarzen . Wenn du einen Schwimmenden Aufbau haben willst , dann eher so wie in diesem Thread → Schwimmender Boden

csm_holzbalkendecke-sanieren-saint-gobain-rigips_14b4f012f2.jpg
 

Bishop83

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Lass das mit dem Filz . Aus eigener Erfahrung bewirkt das bei Nut und Federbrettern genau das Gegenteil . Ich hatte schon etliche hitzige Debatten mit Architekten bezüglich Filz auf dem Lagerholz bzw. Balken. Diesen schwimmenden Aufbau dann wieder mittels Schrauben/Nägeln zu koppeln halte ich für unlogisch . Die Dielung hat dadurch viel mehr Spielraum und neigt dadurch vermehrt zum Knarzen . Wenn du einen Schwimmenden Aufbau haben willst , dann eher so wie in diesem Thread → Schwimmender Boden

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macht man überhaupt einen schwimmenden Boden auf einen Dachboden?
 

falco

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Dass bei einem kalten Dachstuhl von oben eine Dampfbremse liegen soll finde ich erstmal befremdlich.

Osb sollte aus bauphysikalischer Sicht ausscheiden, daher ist Rauspund schon nicht schlecht.

Das wird ja kein Wohnraum, also wird von oben verschraubt (normaler Akkuschrauber langt völlig, 1000 Schrauben ist doch nix) und gut.
 

brubu

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Hallo
Nein! Der Dachboden ist im Normalfall nicht für dauernden Aufenthalt, also ist eine Trittschalldämmung überflüssig. Ich würde bei 90cm
Balkenabstand eher etwas dickere Dielen nehmen, kenne mich aber zu wenig aus. Bei uns sind Abstände bis ca.65 cm bei 26mm Dielen
üblich, anderseits wenn es nur der Dachboden ist und nicht tonnenweise Ware gelagert wird reicht es ev. mit 26mm wird aber etwas weich.

Gruss brubu
 

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macht man überhaupt einen schwimmenden Boden auf einen Dachboden?
Eher nein ! Ich gehe mal davon aus , das du Mineralwolle oder Flocken als Dämmung zwischen den Balken hast und diese nicht begehbar ist . Ich würde zuerst eine Sparschalung auf die Balken schrauben . Das heißt , ein sägerauhes Schalbrett mit großzügigem Abstand zum Nächsten . Auf dieser Ebene lässt es sich dann gut laufen und arbeiten . Deine Lüftung hast du dann auch . Danach kannst du dann deine Nut und Federbretter auf dieser Lage bequem verschrauben . Nimm aber keinen Rauspund . Der ist in der Regel viel zu feucht und du hast am Ende riesige Fugen !
In etwa so ,vielleicht mit etwas größeren Abständen:

IMG_2168.jpg
 

brubu

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2 Lagen braucht es sicher nicht, trockene Dielen Nut/Kamm und fertig, der Beamte hat nicht viel Zeit...
 

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2 Lagen braucht es sicher nicht, trockene Dielen Nut/Kamm und fertig, der Beamte hat nicht viel Zeit...
Wenn er aus Versehen die Dämmung betritt und sein Fuß die darunterliegende Rigippsdecke durchbricht , möchte ich nicht in der Nähe seiner Ehefrau sein :emoji_thinking: :emoji_cry: :emoji_head_bandage: :emoji_rage: . Sortierte bzw. unsortierte Schalung kostet nicht viel .
 

brubu

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Wenn er aus Versehen die Dämmung betritt und sein Fuß die darunterliegende Rigippsdecke durchbricht , möchte ich nicht in der Nähe seiner Ehefrau sein :emoji_thinking: :emoji_cry: :emoji_head_bandage: :emoji_rage: . Sortierte bzw. unsortierte Schalung kostet nicht viel .
Dann gehört er als Beamter definitiv nicht auf den Bau!!
 

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Dann gehört er als Beamter definitiv nicht auf den Bau!!
Mir ist das auf einer Baustelle auch mal passiert und ich in sicher kein Beamter :emoji_cold_sweat: :emoji_grin: . Im Altbau hat man in Deutschland gewöhnlich noch eine Staakung/Fehlboden zwischen den Balken . Im "kostenoptimierten" Neubau läuft man in diesem Fall meistens auf der Trockenbaudecke .
 

Friederich

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Dass bei einem kalten Dachstuhl von oben eine Dampfbremse liegen soll finde ich erstmal befremdlich.
Genau das wollte ich auch gerade bemerken. Dampfbremse, wenn hier überhaupt, kommt doch grundsätzlich auf die kalte Seite der Dämmung....?

Korrektur: Ich meinte die warme Seite.
 
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