Bei Fischleim, Knochenleim und Haut Leim gibt es Unterschiede in den Anforderungen.
Fischleim ist leicht zu verwenden ist aber wohl zum Furnieren nicht so gut.
Der Knochenleim scheint sehr stabil zu sein muss aber erwärmt werden. Wurde früher zu Furnieren verwendet.
Bei Sitzmöbel die viel seitliche Kräfte vertragen müssen sollte man Haut Leim verwenden da er elastischer ist.
Ich kann nur aus eigenen Eefahrungen berichten, bzw wie ich es mal gelernt habe. Allerdings habe ich auch schon in anderen Berichten ganz andere Meunungen dazu gelesen.
Knochenleim kenne ich von einem Bekannten, der ihn in etwas modifizierter Form im Geigenbau benutzt. Ich kenne ihn hauptsächlich zum Verleimen von Holzverbindungen und zum Herstellen von Leimholzplatten. Ich mag allerdings den Geruch überhaupt nicht. In kleinen Mengen aber erträglich. Man sollte nur nach Gebrauch den Topf auswischen, sonst hast du am nächsten Morgen Güllegeruch in der Werkstatt.
Hautleim verwende ich hauptsächlich zum Ausbessern von Furnieren bei der Restaurierung. Der ist etwas, wie du schon schreibst, elastischer. Viele Furniere, z.B. im Biedermeier, wurden nur nach optischen Gesichtspunkten auf das Blindholz verleimt, ohne auf das Arbeiten desselbigen zu achten, z.B bei Rahmenbauweise. Die Furniere wurden dort auch im Bereich des Querrahmens in gleicher Richtung wie beim Längsrahmen verleimt. Das wurde zwar bei einigen Möbeln durch eine besondere Form der Schlitz und Zapfenverbindung berücksichtigt, trotzdem entstehen dort immer noch Spannungen, die der Hautleim besser ausgleichen kann, als der Knochenleim. Noch besser soll das der Hasenleim können. Aus dem gleichen Grund werden diese Leime bei der Polimentvergoldung benutzt. Hier insbesondere, um im Bereich der Gehrungen bei Bilderrahmen die nötige Elastizität zu gewährleisten. Einzige Besonderheit ist bei der Polimentvergoldung die Höchsttemperatur. Hasenleim max 40° und Hautleim 50°. Bei Holz sollen Temperaturen bis 65° möglich sein. Ich hab mir aus Bequemlichkeit für Vergoldungen und Furnierarbeiten die 50° angewöhnt. Für Furnierarbeiten mit dem Furnierhammer funktioniert das einwandfrei.
Fischleim kenne ich jetzt hauptsächlich für das Verleimen von Tisch und Stuhlzargen, alternativ eine 50:50 Mischung aus Knochen und Hautleim.
Aber ganz ehrlich, ich habe das nie irgendwie überprüft. So gelernt und dann so übernommen. Ich habe die letzten Jahre auch fast nur noch Hautleimgries oder fertigen Fischleim verwendet.
Heute ist auch der Fischleim als Granulat gekommen. Den hatte ich ja, wie bereits erwähnt, bestellt, um Plastikverpackungen zu reduzieren, da ich denke, dass man so im Privathaushalt am meisten Kunststoffe einsparen kann. Da werde ich mit dem Fischleim die nächsten Tage auch noch einige Tests durchführen. Mal schauen, was da alles bei rauskommt.