PVA-Holzleim = Mikroplastik? Umweltaspekt von Leimholz wird kaum diskutiert

fried.chycken

ww-robinie
Registriert
11. März 2022
Beiträge
998
Ort
Dresden
Scheint als würden die Experten aus der Holz- und Möbelindustrie dieses Thema genau so aussitzen wie die Auto Industrie.
Moment, wo war jetzt der Punkt, dass dieses Thema überhaupt ein Thema ist?

Die Darlegung dieses Sachverhaltes, der über Raunen und Hörensagen hinaus geht, habe ich wohl verpasst...

Mein Schleifstaub landet im Staubsauger. Dessen Inhalt später in der Schwarzen Tonne.

Selbst wenn PVAc problematisch wäre - wo wird es freigesetzt, dass Mikroplastik ein Thema wäre?
 

inselino

ww-robinie
Registriert
15. Januar 2017
Beiträge
1.640
Die Einschätzung, dass PVAc-Leim (Polyvinylacetat, Weißleim) langfristig nicht zukunftstauglich ist, wird in Fachkreisen durchaus geteilt, insbesondere im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Recyclingfähigkeit und Mikroplastikproblematik. PVAc ist ein thermoplastischer Kunststoff, der zwar wasserbasiert ist, aber beim Recycling von Holzwerkstoffen oft problematisch bleibt. Ist aber noch zugelassen.
Das ist eine unzureichende Zusammenfassung. Mir wäre kein Fachkreis bekannt, der da signifikant was zu sagt.
Außerdem ist der Begriff Mikroplastik aus meiner Sicht einfach unzureichend. PVAc wird hydrolysiert zu PVOH was wasserlöslich ist und damit keine Partikel bildet sondern in Lösung übergeht. Die Gefahren von Mikroplastik treffen hier nicht zu, da die Akkumulation im Körper für wasserlösliche Stoffe nicht passt.
Im Rahmen des Klimaschutzes wird es auch leichter sein, PVAc aus erneuerbaren Ressourcen (statt aus Öl) herzustellen anstatt Leime mit 12h Trocknungszeit zu verwenden.

Und dann doch nochmal zur Prioritätensetzung: Wir müssen das CO2 dort einsparen, wo wir es einfach und schnell ersetzen können. Ein Gebäude was 25°C hat muss nicht mit einer 800°C Gasflamme beheizt werden. Ein Glasofen bei dem das Glas bei 800°C schmilzt schon eher, ein chemischer Reaktor der aus Methan über Methanol dann chemische Grundprodukte herstellt ganz sicher.
Die Prozesse für die Herstellung alternativer Leime sind nicht ausgebaut, es gibt keine Lieferketten etc. Es ist nicht möglich, in den nächsten 10-20 Jahren jedes Verfahren auf die "besseren" Verfahren umzustellen, dafür fehlen die Rohstoffe, die Anlagen etc.
Strom, Fahrzeugtreibstoff, Wärme, Ernährung sind riesige Bereiche an Energieverbrauch die mit überschaubarem Aufwand schnell regenerativ umgestellt werden könnten. Die Erde hat ja zum Glück einen gewissen Puffer zur Regeneration.
 

Edefix

ww-kiefer
Registriert
10. April 2025
Beiträge
49
Ort
Süd Niedersachsen
Ikea (Internatonal nicht deutsch) behauptet sie können es bis 2030. Und Ikea sieht wohl keine Zukunft in PVAc. Aber das geht wieder in den Profi Bereich.
 

yoghurt

Moderator
Teammitglied
Registriert
7. Februar 2007
Beiträge
11.008
Ort
Berlin
Sorry, auch das geht am Thema vorbei! PVAC ist Leim der im Handwerk und im Hobby üblich ist. Bei Ikea wird der kaum vorkommen.
 

brubu

ww-robinie
Registriert
5. April 2014
Beiträge
7.057
Ort
CH
Sorry, auch das geht am Thema vorbei! PVAC ist Leim der im Handwerk und im Hobby üblich ist. Bei Ikea wird der kaum vorkommen.
Auch Möbelhersteller brauchen PVAC Leime, klar wenn der Kunde alles selber zusammenbastelt braucht es für die Verbindungen keinen Leim.
Ikea (Internatonal nicht deutsch) behauptet sie können es bis 2030. Und Ikea sieht wohl keine Zukunft in PVAc. Aber das geht wieder in den Profi Bereich
Das erinnert mich an schöne, blauäugige Versprechungen aus dem Marketingmärchenbereich. Easy Jet meinte auch einmal sie fliegen bis 2030 elektrisch..................
 

elchimore

ww-robinie
Registriert
8. August 2009
Beiträge
2.164
Ort
Villingen-Schwenningen
Ikea (Internatonal nicht deutsch) behauptet sie können es bis 2030. Und Ikea sieht wohl keine Zukunft in PVAc. Aber das geht wieder in den Profi Bereich.

IKEA ist aber jetzt auch nicht (mehr) der Massivholzhersteller, für die Papp- und Kunststoffmöbel wird sich der Anteil von PVAC Leimen eh schon in Grenzen halten und Spanplatte oder MDF hat auch andere Klebstoffkomponenten.... Vielleicht gibt es ab 2030 dann bei Ikea gar kein Massivholz mehr.
Und beim Microplastik Fußabdruck von IKEA ist glaube ich auch aktuell der PVAC Leim mit einer der kleineren Bestandteile.
Grüssle Micha
 

magmog

ww-robinie
Registriert
10. November 2006
Beiträge
15.610
Ort
am hessischen Main & Köln
Möchte darauf hinweisen das wir uns in dem Form "Amateur fragt" befinden. Was der Profibereich macht kann in dem geeignetem Forum diskutiert werden.

…..dieses Forum heißt komplett
„Amateur fragt Profi“, es wird auch häufig nach der professionellen Einschätzung gefragt.
Mitlesen muss keiner und es können auch Floristen auf die persönliche Ignor Liste gesetzt werden!
 

joh.t.

ww-robinie
Registriert
14. November 2005
Beiträge
8.789
Ort
bei den Zwergen

joh.t.

ww-robinie
Registriert
14. November 2005
Beiträge
8.789
Ort
bei den Zwergen
Auch Möbelhersteller brauchen PVAC Leime, klar wenn der Kunde alles selber zusammenbastelt braucht es für die Verbindungen keinen Leim.

Das erinnert mich an schöne, blauäugige Versprechungen aus dem Marketingmärchenbereich. Easy Jet meinte auch einmal sie fliegen bis 2030 elektrisch..................
Ikea hat sich von normalen Möbelkonstruktionen verabschiedet.
Das ist alles komplett auf billig umkonstruiert.
 

isso

ww-robinie
Registriert
21. Januar 2025
Beiträge
2.814
Ort
sonstwo
Nein, das ist logistisch ideal und der analysierten und zu erwartenden Nutzungsdauer entsprechend konstruiert.

@flüsterholz davon könntest du mir mal ein bisschen mit in das Paket packen. Das würde meine Experimentierambitionen wahrscheinlich um Jahre beschleunigen:emoji_wink:
 

flüsterholz

ww-robinie
Registriert
18. Juli 2022
Beiträge
3.606
Ort
südlicher Odenwald
Nein, das ist logistisch ideal und der analysierten und zu erwartenden Nutzungsdauer entsprechend konstruiert.

@flüsterholz davon könntest du mir mal ein bisschen mit in das Paket packen. Das würde meine Experimentierambitionen wahrscheinlich um Jahre beschleunigen:emoji_wink:
Wenn was übrig bleibt. Ich kann mir nur nicht vorstellen, dass so ein Rest bei deinen Dimensionen viel bringt. :emoji_wink: Aber gerne.
 

weissbuche

ww-robinie
Registriert
7. Februar 2010
Beiträge
3.498
Ort
29549 Bad Bevensen
Die im TM von Bindulin angegebenen 4 min ist die geschlossene Zeit oder auch geschlossene Wartezeit. Der Leim wird aufgetragen und die Teile zusammen gelegt oder gesteckt, dann soll man etwas warten und dann erst den Druck aufbauen. In der Praxis ergibt sich diese Wartezeit bei der Verleimung komplizierten Objekten oder größeren Flächen. Das ist kein ablüften sondern soll durch das fügen, also das drucklose zusammenlegen oder stecken, das Vernetzen des Leims im Holz zu fördern.
 

brubu

ww-robinie
Registriert
5. April 2014
Beiträge
7.057
Ort
CH
Das TM ist nicht einfach geschrieben, aber am Schluss der Anwendung heisst es "einseitiger Leimauftrag wird nicht empfohlen".
Ich habe einige Merkblätter durchgeschaut, jeder Hersteller schreibt etwas anderes. Soweit verständlich, daher können bezüglich Verarbeitung von PVAC Leim keine allgemein gültige Angaben gemacht werden.
 

isso

ww-robinie
Registriert
21. Januar 2025
Beiträge
2.814
Ort
sonstwo
Nach etlichen Jahren mit immer mal wechselnden Weißleinen, werde ich jetzt nicht anfangen zu gucken ob das irgendwo steht :emoji_wink:.

Aber interessant allemal!
 

magmog

ww-robinie
Registriert
10. November 2006
Beiträge
15.610
Ort
am hessischen Main & Köln
Guuden,
eine Kante wie gewohnt mit Leim versehen, mit einer zweiten zusammendrücken,
gleich wieder trennen. Sollte die zweite voll mit Leim benetzt sein, ist das Notwendige erreicht.
Da fast immer zu viel aufgetragen wird ist die Chance groß.
 

isso

ww-robinie
Registriert
21. Januar 2025
Beiträge
2.814
Ort
sonstwo
Klar, aber bei der Herstellung von Leimholz mit fallenden Breiten schon ein eher nerviges Unterfangen.

Da die zweite Seite irgendwie zu beleimen wäre schon hart ätzend!

Und ja, selbst den Zahnspachtel muss man alle paar Wochen Mal erklären :emoji_wink:
 

brubu

ww-robinie
Registriert
5. April 2014
Beiträge
7.057
Ort
CH
Den kenne ich seit meiner Lehrzeit, ein super Gerät für den Auftrag an Kanten und Fugen. Mit der feinen Walze für beidseitigen, mit der groben für einseitigen Auftrag mit mehr Leim. Wenn der täglich gebraucht wird kein Problem mit eintrocknen. Bei wenig Gebrauch empfiehlt es sich seitlich der unteren Walze 3-Eckleisten in Kunststoff einzulegen damit die minimale Leimmenge im Gerät klein gehalten werden kann. (Wer mehr Mut hat kann die Ecken gleich mit Epoxydharz ausgiessen.)

Zusätzlich kann die ganze Box seitlich leicht schräg eingespannt werden, dann fliesst der wenige Leim in eine Ecke, die ganze Breite braucht man sehr selten. So kann der Leimverlust gering gehalten werden wenn das Gerät gereinigt wird.
Der Leimauftrag geht sehr schnell
 

flüsterholz

ww-robinie
Registriert
18. Juli 2022
Beiträge
3.606
Ort
südlicher Odenwald
Habe diese Woche einige Tests mit dem Fischleimgries von Kremerpigmente durchgeführt. Die Zubereitung war ähnlich wie bei anderen Glutinleimen. Ich habe in etwa die doppelte Menge Wasser 20g zum Fischleimgries 10g dazugegeben.
20260221_133229.jpg Danach dann nach Vorgabe von Kremer Pigmente zwei Stunden quellen lassen. Dann im Wasserbad auf knapp 65° erwärmt. Angenehm ist mir aufgefallen, kein unangenehmer Geruch. 20260221_140105.jpg

Die Verarbeitung war dann doch etwas ernüchternd. Erhofft hatte ich mir ja, dass ich diesen Leim auch zimmerwarm bei einer langen offenen Zeit verarbeiten kann. Der muss aber wie jeder andere Warmleim verarbeitet werden.
Ich habe Leimversuche auf vorerwärmten Holz und auf Holz mit Werkstatttemperatur 18° durchgeführt. Auf nicht vorgewärmten Holz bei 60° etwa 2-3min offene Zeit, dann geliert er. Bei 50° vielleicht noch eine Minute. Ab 40° nur noch einige Sekunden. Bei etwa 30• geliert er im Leimtopf. Vorrausgesetzt mein Thermometer funktioniert richtig. Bei vorgewärmten Holz sind die offenen Zeiten gefühlt in etwa wie bei Hautleim. Für mich also uninteressant. Da bleibe ich bei fertigen Fischleim und Hautleim. @werists das war dann wohl auch für dich leider nichts.
Interessant war auch, dass sich Eiche stark verfärbt, anders als beim fertigen Fischleim. Links Fischleimgries, rechts fertiger Fischleim. Eigentlich wollte ich mein Tischgestell damit verleimen. Das habe ich dann besser gelassen.
20260221_141524.jpg @isso trotzdem noch interessiert? Dann lege ich was ins Päckchen.
Für ein paar Kleinigkeiten habe ich ihn dann aber doch benutzt, damit es nicht ganz umsonst war. Für das Verkleben von Messing mit Holz und Holz auf Holz. 20260221_165852.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:

isso

ww-robinie
Registriert
21. Januar 2025
Beiträge
2.814
Ort
sonstwo
Ne, das scheint nicht das passende zu sein. Verfärbungen muss nicht sein. Dann gucke ich mal etwas Fischleim zu bekommen.
 
Oben Unten