Projekt Esstisch -> Fragen an die Profis

Christian144

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Hallo zusammen,

ich plane ein neues Projekt und zwar einen Massivholz-Esstisch. Basismaterial wird Stammware aus Eiche. Da ich bisher allerdings noch nicht selber mit Stammware gearbeitet habe, kommen bei mir ein paar Fragen auf. Ich habe die Möglichkeit das Holz auf einem Abricht- und Dickenhobel zu bearbeiten. Der Tisch soll 90cm breit werden, daher würde ich das Holz auf 15cm Breite ablängen und dann entsprechend verleimen.
Folgende Fragen ergeben sich derzeit für mich:

1) Gibt es bei Stammware eine Art Güteklassifizierung die als Qualitätsmerker zu sehen ist?
2) Muss ich bei der Auswahl des Holzes besondere Dinge beachten?
3) Ist nach dem Verleimen der Tischplatte noch einmal eine Bearbeitung mit dem Hobel erforderlich? Hintergrund der Dickenhobel hat eine max. Breite von 20cm.
4) Zudem würde ich gerne zwei Tischverlängerungen im Nachgang bauen um etwas flexibler in Länge zu sein. Gibt es besondere Methoden um Tischverlängerungen zu befestigen?

Gruß und Danke,
Christian
 

holz-wurmmm

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Zum Holz: Es muss trocken sein. Für einen Tisch ca 12% Holzfeucht.

Zum Hobel: 20 cm tönt nach einem sehr einfachen Gerät. Welches Gerät hast du da im Einsatz?

Nach dem Verleimen musst du auf jedenfall noch einmal hobeln oder schleifen. Auch mit Lamellos und Zulagen hast du oft einen sichtbaren Versatz. Die Profis machen das mit einer Breitband Schleifmaschine. Ich mach das jeweils mit dem Handhobel. Bei einem Esstisch ca ein Tag Arbeit. Oder du fragst in einer entsprechenden Schreinerei.

Ich würde auch zwei Gratleisten vorsehen, damit der Tisch gerade bleibt.

Viele Grüsse
Holzwurm


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netsupervisor

ww-ulme
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Zu deinen Fragen:
1. Ja die gibt es, jeder Hersteller hat etwas eigene Klassifizierungen. Normale ist die Qualität in A, A/B und B eingeteilt. B ist schon eher was für einen rustikalen Tisch, viele Ast-Einschlüsse, Sprünge und Risse.

2 Wie lang soll der Tisch werden? Bei einer Hobelmaschine mit 20cm bist du was die Abrichtlänge betrifft eingeschränkt, da die Tische der Hobelmaschine zu kurz für zB. 180cm Abrichtlänge sind.

3. Mein Vorgehen ist immer Teilstücke von ca. 30cm zusammen zu leimen, diese nochmals maschinell zu hobeln und dann mit Sandwich-Zwingleisten zu einer gesamten Platte zu leimen. Versatz hat man da zwar immer noch, aber dieser ist mit dem Handhobel leicht zu egalisieren. Manchmal behelfe ich mir mit losen Federn oder Lamellos.

4. Methoden der Befestigung von Tischplattenverlängerungen gibt es viele, von Stecksystem bis über Rampamuffen unter der Tischplatte hab ich schon viel gesehen. Üblich war früher eine Befestigung durch Montagelöcher in der Zarge. State-of-the-art gibt es meines Wissens hier aber nicht.

5. Ja, du musst bei der Auswahl des Holzes schon einiges beachten. Zunächst musst du die Länge richtig auswählen, ca. 5cm Zugabe zur Länge sind Pflicht, ich setze oft 10cm an, achte auf Risse und Ast-Löcher. Die Bohlen sollten immer wenn es geht aus der Mitte mit stehenden Jahresringen sein, wenn das nicht möglich ist muss man auf die Gegenläufigkeit der Jahresringe beim Verleimen achten. Alle Bohlen aus einem Block nehmen, nicht mischen, die Farbunterschiede sind nicht ohne.

Grüße
Manuel
 

Christian144

ww-kastanie
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Hallo zusammen,
bin ja total geflash wie viele Antworten schon von euch gekommen sind. Danke!

@Ingo: Das Video habe ich mir gerade angesehen. Top Arbeit und stimmt, viele Fragen wurden bereits beantwortet.
Eine Frage noch bzgl. dem Thema Splint-/ Kernholz: Ist bei der Eiche wirklich nur das Kernholz zu verwenden?

@ Holzwurm: Wir haben bei uns im Ort ne Hobby-Holzwerkstatt in der die entsprechenden Maschinen stehen. Wenn ich mich recht entsinne ist der Hobel von der Marke Scheppert. (
Die Gratleisten sind bereits im Hinterkopf vorgemerkt. Gibt es da eine Regel wie viele Leisten X auf eine Länge Y kommen müssen?

@ Ralf: Würde mich auch über deinen Input freuen… Sind wir nicht alle ein wenig Profi :emoji_wink:

@ Manuel: Ich überlege gerade eine Länge zwischen 160 und 180cm und dann noch zwei Verlängerungen @ xcm. Für den Hobel gibt es entsprechende Verlängerungen um das Material zu stützen. Allerdings sind 200cm wohl das maximale, was mit der Maschine noch ordentlich bearbeitet werden kann.
Ich wollte in den nächsten Tagen mal zu einem Holzhändler fahren um mir das Holz anzusehen. Der Kubikmeter Eiche kostet dort wohl 1380€.

Bin noch etwas hilflos wie viel ich für nen Tisch mit 180cm Länge und 90cm Breite und ca. 5cm Dicke an Material planen muss. Die Beine sollen aus Stahl gebaut werden. Habt Ihr ne ungefähre Schätzung?

Gruß, Christian
 

dascello

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Lieber Christian,

der Holzhändler wird Dir Dielen zeigen. Die haben eine vorgebene Stärke. Die äußere Form richtet sich nach dem Wuchs des Baums und danach, wie der Schnitt verlief
Für Dich müssen die mindestens 60 mm stark sein. Das nächstkleinere Maß wäre 52 mm, das reicht aber bei weitem nicht, da diese Dielen nie ganz gerade sind, Du beim Aushobeln also locker ein paar Millimeter auf jeder Seite verlierst. Meiner Erfahrung nach könnte es bei der gegebenen Länge für eine Stärke von 46 - 48 mm reichen - wenn Du Glück hast.
Verabschiede Dich von der Idee, das Ding aus gleichmäßig breiten Lamellen zu verleimen. Das geht zwar, aber Dein Verschnitt würde immens werden.

In der Breite wird Deine Bohle auch einen Splintanteil haben. Der muss nach alter Tradition weggeschnitten werden. Schwupps, schon wurden aus 30 cm Breite am Ende nur noch 20 cm,......

Es gibt aber auch Verfechter der Ansicht, Splint könne mitverarbeitet werden. Hierzu findest Du Massen von Posts auf diesem Forum.

Dann, als Hohe Schule, könntest Du noch drauf achten,, wie die Jahresringe liegen. Wenn diese "stehen", d.H. der Schnitt geht durch die Mitte des Stamms, dann wirst Du den eigentlichen Kern des Stamms zwar raussägen müssen, aber Deine Eichenplatte wird "Spiegel" zeigen, die durch die längs aufgeschnittenen Markstrahlen des Holzes gebildet werden. Ich finde das schön. Ich besitze einen Schrank aus 1750 der ganz daraus gemacht ist, geil!
Aber es gibt dazu auch andere Meinungen.
Meistens wird deine Bohle aber schräge oder gar liegenden Jahresringe zeigen. Das ergibt zwar ein schön "gefladertes" Bild, aber es neigt zum Verbiegen oder gar "schüsseln" . Dafür dann die Gratleisten, die bei einer 50er Platte schon ganz schön gewaltig ausfallen müssen.

Die Länge der Bohlen variiert natürlich auch. Längen jenseits 350 cm sind nicht unüblich, Du kannst also mit Glück die Länge zweimal nutzen. Du wirst in dem Fall dem Holzhändler aber vor Ort sagen müssen (und das auch dort entscheiden), wo er das zum Transport durchsägen soll.

Trummteile sind das dann allemal, ein gutes Fahrwerk sollte Dein Kfz schon haben.

meint

Michael
 

derdad

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Bin noch etwas hilflos wie viel ich für nen Tisch mit 180cm Länge und 90cm Breite und ca. 5cm Dicke an Material planen muss. Die Beine sollen aus Stahl gebaut werden. Habt Ihr ne ungefähre Schätzung?

Gruß, Christian
Hallo!
Du hast dir doch sicher einen Plan und eine Zuschnittliste gemacht. Mit der kannst du dir die Menge ausrechnen. Entweder in dm3 oder in m3 (mit 3 Nachkommastellen). Wenn das Schnittholz noch mit Baumkante ist, nimmst du von der errechneten Menge nicht ganz das Doppelte. Dann wirst du wahrscheinlich genug haben.

LG Gerhard
 

IngoS

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Hallo Christian,

Splintholz in einer Tischplatte sieht nicht gut aus, Man kann ja die Bohlen so besäumen, dass oben Kernholz und auf der Unterseite der Platte noch Splintholz sichtbar ist. Das spart dann wieder einige cm. Die einzelnen Lamellen schneidet man so, wie die Bohlen das hergeben, also unterschiedlich breit und auch konisch.
Das spart wieder einiges an Material.
Je länger die einzelnen Lamellen sind und je krummer oder verdrehter, desto mehr muss man abhobeln, um gut ausgehobelte Lamellen zu erhalten.
Es spart wieder an Dicke, wenn die Unterseite teilweise nicht voll ausgehobelt wird und wenn man verdrehte Bohlen in schmalere Lamellen aufteilt.
Ich habe immer Lamellenbreiten von 8 bis 15cm. Bei 1,8 m Länge kannst du mit einem Dickenverlust von 6 bis 10 mm rechnen.
Ich meine aber, dass deine Tischplatte bei 52mm Rohdicke mit 40 + mm reichlich dick und schwer wird.
Wenn du so Stahlrahmenfüße haben willst, wie das gerade Mode ist, brauchst du keine Gratleisten, dass erledigt das Untergestell, wie auch bei meiner Zargenbauweise.
Bedenke bei der Tischlänge folgendes: Bei 1,6 m Länge und 3 Personen nebeneinander kommen die äußeren beiden mit den Tischbeinen ins Gehege, bequem passen also nur 2 seitlich dran.
Da musst du schon mit der Tischlänge und der Beinposition etwas spielen, damit es optimal passt.
Zum Holzbedarf: Bei 1.8 m Tischlänge und 2 Ansetzplatten a 50 cm ergeben sich bei 90 cm Breite rund 2,5 qm Fläche. Bei 50% Verschnitt brauchst du also rund 4 qm Bohle. Übrigens wiegt eine 1,8 m lange 5 cm dicke Tischplatte reichlich über einen Zentner.
Wie du bei der von dir geplanten Fußkonstruktion die Ansetzplatten elegant anbringen willst, ist mir allerdings nicht klar.

Gruß

Ingo
 

dascello

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Ingos Rechnung passt. Ich bleibe mal bei 60 mm Rohmaterial. Das sind dann beim genannten Preis knapp 400 Euronen.

Frag evtl zuerst mal bei Holz Koch in Dortmund an. Die führen das als fertige Platten mit durchgehenden Lamellen.

Eine andere Sparmöglichkeit täte sich auf, wenn Du die Platte dünner machtest und an den Rändern aufdoppeltes. Dann reichen 27er Bohlen als Ausgangsmaterial.

Aber voll fett massiv hat auch was, muss ich zugeben. Vielleicht heißt Du ja Krupp oder Thyssen mit Nachnamen.....


Gruß

Michael
 

IngoS

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Hallo,

Hier noch Bilder von einem Tisch, dessen Platte ich aus zu dünnem (30mm) mitgeliefertem Eichenholz gebaut habe.
Die Platte habe ich rundum aufgedoppelt und unten mit untergeschraubten Leisten stabilisiert. (Leisten nicht eingegratet!) So wirkt die Platte wie etwa 50mm dick.
Das Untergestell aus VA hat der Bekannte selbst gebaut.

Gruß

Ingo
 

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ChrisOL

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... aber Deine Eichenplatte wird "Spiegel" zeigen, die durch die längs aufgeschnittenen Markstrahlen des Holzes gebildet werden. Ich finde das schön.

Michael
Stimmt, markante Eichenspiegel haben schon was. Hier mein Couchtisch. Nur wollen die Händler nicht nur Mittelbohlen verkaufen. Verständlich.

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Christian144

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Guten Morgen zusammen,

ich stelle schon fest, dass durch jede Antwort neue Fragen aufkommen.
Aber so lernt man ja…

@ Ingo: 1) Bzgl. Dem Splintholz ist mein Verständnis richtig, dass rein technisch nichts gegen die Verwendung sprechen würde? Sondern es hier
ein reines Design/ Optik Thema ist?

2) Aufdicken wäre eine Alternative. Ich finde eben die Optik von dicken Holzbohlen sehr schön und bin daher auf die Dicke gekommen.
Liegt beim Aufdicken die Kunst dann bei der Auswahl der richtigen Holzkombi, damit man das Aufdicken nicht direkt erkennt?
Die reine Verbindung wird sicherlich wie alles andere auch verleimt. Wie läuft es in dem Fall mit der Verleimregel?

3) Könntest du das konische zusägen noch einmal beschreiben? Ich habe da glaube ich noch ein Verständnisproblem. Wenn ich eine Holzbohle konisch zusäge, brauche ich doch eine weitere Bohle in exakt derselben positiven Form.


@ Michael: Als ich mich mit dem Thema Jahresringen beschäftig habe, habe ich auch mal gelesen, dass die stehenden Jahresringe der beste Teil des Baumes ist und dadurch entsprechend begehrt. Kommt man als „normalo“ überhaupt an diese Bretter?


Ich wollte eigentlich den Tisch von der Stammware/ Bohle bis zum fertigen Tisch selber machen. Daher wollte ich eigentlich nicht die passenden Bohlen schon kaufen. Klar wird es den ein oder anderen Fehler geben, aber eben selbst gemacht . Allerdings hat sich gestern herausgestellt, dass der Hobel wohl mit der Länge überfordert ist. Haben gestern 110cm Bretter versucht zu bearbeiten und da kamen wir schon an die Grenzen. Muss jetzt erst einmal eine neue Möglichkeit zum Bearbeiten finden.

Gibt es hier eigentlich Holzhändlerempfehlungen für Bayern, Umkreis Ingolstadt?
 

netsupervisor

ww-ulme
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Ich wollte eigentlich den Tisch von der Stammware/ Bohle bis zum fertigen Tisch selber machen. Daher wollte ich eigentlich nicht die passenden Bohlen schon kaufen. Klar wird es den ein oder anderen Fehler geben, aber eben selbst gemacht . Allerdings hat sich gestern herausgestellt, dass der Hobel wohl mit der Länge überfordert ist. Haben gestern 110cm Bretter versucht zu bearbeiten und da kamen wir schon an die Grenzen. Muss jetzt erst einmal eine neue Möglichkeit zum Bearbeiten finden.

Gibt es hier eigentlich Holzhändlerempfehlungen für Bayern, Umkreis Ingolstadt?
Das versteh ich, aber manchmal stehen einem nur begrenzte Maschinen-Möglichkeiten zur Verfügung. Wenn es dir mehr um das Bauen geht und Zeit keine Rolle spielt, dann kannst du durchaus deine Erfahrungen damit machen. Soll das Ergebnis im Vordergrund stehen, dann musst du abwägen ob du nicht fertige Riegel kaufst.

Das wundert mich kaum, ich habe mit meinen 2m Abrichtlängen auf meiner JET-310 auch zu kämpfen, allerdings habe ich mittlerweile Verlängerungen dran, von daher gestaltet sich das Ganze deutlich entspannter. Bei so kleinen Maschinen kommt man nicht umhin zunächst die hohle Seite an beiden Seiten abzurichten, ansonsten bleibt die Lamelle stehts hohl.
 

pixelflicker

ww-robinie
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Gibt es hier eigentlich Holzhändlerempfehlungen für Bayern, Umkreis Ingolstadt?
Das ist eine gute Frage. Ich kaufe mein Holz immer beim Schreiner, aber da kann ich halt nur bestellen und nicht vorher anschauen. Ein Holzhandel wäre da vielleicht eher interessant. In Geisenfeld gibt es den Huber, der sieht vielversprechend aus, aber gekauft hab ich da auch noch nix:
Holzfachmarkt - Fußbodenbau Huber in Geisenfeld

Direkt in Ingolstadt gibts noch den Burger
Neuheiten / Großhandel / Burger Holzzentrum - Burger Holzzentrum

Beides hab ich aber selber noch nicht angeschaut.
 

IngoS

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@ Ingo: 1) Bzgl. Dem Splintholz ist mein Verständnis richtig, dass rein technisch nichts gegen die Verwendung sprechen würde? Sondern es hier
ein reines Design/ Optik Thema ist?
Splintholz bei Eiche soll die gleichen Festigkeitswerte haben wie das Kernholz, ist aber längst nicht so witterungsbeständig. Außerdem geht dort gern der Wurm rein und dann muss das Splintholz ganz weggesägt werden. Ansonsten nimmt es beim Räuchern oder Beizen die Farbe nicht so an. Ich mag sichtbares Splintholz an Möbeln nicht.
2) Aufdicken wäre eine Alternative. Ich finde eben die Optik von dicken Holzbohlen sehr schön und bin daher auf die Dicke gekommen.
Liegt beim Aufdicken die Kunst dann bei der Auswahl der richtigen Holzkombi, damit man das Aufdicken nicht direkt erkennt?
Wenn das Aufdoppeln möglichst unauffällig sein soll, muss man die Platte etwa 10 cm länger und breiter machen, die Streifen rundum abschneiden und dann fugengenau umklappen und verleimen.


3) Könntest du das konische zusägen noch einmal beschreiben? Ich habe da glaube ich noch ein Verständnisproblem. Wenn ich eine Holzbohle konisch zusäge, brauche ich doch eine weitere Bohle in exakt derselben positiven Form.
Beim Besäumen für Platten richte ich mich nur nach den Waldkanten, es ist also jedes Brett mehr oder weniger konisch, außerdem müssen die Bretter ja auch meist in der Mitte aufgetrennt werden. Dann wird ausgehobelt und beide Kanten gefügt. Nun lege ich die Bretter zur Platte zusammen, wobei möglichst die Verleimregeln beachtet werden und natürlich auch die Konizität der Bretter, so dass man ungefähr hin kommt. Das endgültige rechteckige Plattenformat ergibt sich dann durch die Formatschnitte.
Hier kannst du sehen, wie beim Formatschnitt ein konischer Streifen abfällt:
https://youtu.be/u4SJrUb_fgY?t=367

@ Michael: Als ich mich mit dem Thema Jahresringen beschäftig habe, habe ich auch mal gelesen, dass die stehenden Jahresringe der beste Teil des Baumes ist und dadurch entsprechend begehrt. Kommt man als „normalo“ überhaupt an diese Bretter?
Es ist wie beim Fleisch, das Tier besteht nun mal nicht nur aus Filet.
Man kann sehr wohl auch aus Brettern, die nicht genau aus der Mitte stammen, gute Tischplatten herstellen, wenn man die Verleimregeln beachtet und die einzelnen Lamellen nicht zu breit macht. Ja, und ein Holzhändler wird dir nicht von drei Blöcken die Mittelbretter raussuchen und verkaufen, was aber eben auch gar nicht nötig ist.

Gruß

Ingo
 

carverandi

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Hallo,

in Reichertshofen gibt es den Holz Wallner. Habe dort aber auch noch nicht gekauft, also keine Erfahrung.
Zum Hobeln, du schreibst Dickenhobel. Hat der auch eine Abrichte? Ich habe meinen Couchtisch ausschließlich mit dem Dickenhobel abgerichtet und dafür eine Auflage gebaut die mit durch den Dickenhobel geschoben wird. Allerdings muss das Brett so unterfüttert werden das es nicht nachgeben kann, Hat dafür aber auch eine lange Auflage. Gibt hier ein Video wo dies gezeigt wird ab Minute 3: https://www.youtube.com/watch?v=es8ms69ZwEo&t=216s

Allerdings war es bei meinem Couchtisch nur max. 120cm Länge. Hier mein Making off.
 

Friederich

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3) Könntest du das konische zusägen noch einmal beschreiben? Ich habe da glaube ich noch ein Verständnisproblem. Wenn ich eine Holzbohle konisch zusäge, brauche ich doch eine weitere Bohle in exakt derselben positiven Form.
Hallo Christian,
exakt muss das nicht sein. Am Ende ist die Platte dann eben nicht exakt rechtwinkelig.
Du schneidest du sie zum Schluss auf Format und hast dann ein keilförmiges Abfalllstück. Die Materialersparnis ist trotzdem erheblich.
edit: Schon wieder übersehen, dass Ingo ja schon geantwortet hat.

Als ich mich mit dem Thema Jahresringen beschäftig habe, habe ich auch mal gelesen, dass die stehenden Jahresringe der beste Teil des Baumes ist und dadurch entsprechend begehrt. Kommt man als „normalo“ überhaupt an diese Bretter?
Genau stehend sind sie nur in der Mittelbohle. Muss aber nicht sein. Sieh zu, dass du möglichst den Außenbereich jedes Brettes verwendest, und aus der Mitte mehr oder weniger viel der hier flacherliegenden Ringe wegschneidest.
Noch nachteiliger als flache Jahrringe sind übrigens stark gekrümmte. Also die mit kleinem Krümmungsradius. Die werfen sich am stärksten und reißen am ehesten. Je weiter die Bohle in der Stammmitte lag, desto eher musst du hier die mittleren 2-3cm herausschneiden.
 

Christian144

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Hallo,

ich habe mir noch einmal ein paar Gedenken bzgl. der Materialstärke gemacht.
Bzgl. dem Thema aufdicken hätte ich noch eine Frage. Ziel ist es ja, wenn ich es richtig verstanden habe, mit wenig Holz viel Holz "vorzuspielen". Wäre es in einem solchen Fall nicht sinnvoll die beiden äußeren Bretter in der gewünschten Holzstärke zu verwenden und nur die innen liegenden Bretter sowie die Kopfteile nach Ingos Art aufzudoppeln?

Gruß
 

Christian144

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Hallo zusammen,

so jetzt soll das Projekt Tisch nun endlich starten. Holz ist gekauft und auch schon grob zu geschnitten. :emoji_blush:
Ich habe an euch noch die ein oder andere Frage zu den Gratleisten/ den Tischbeinen, die die Funktion der Gratleisten übernehmen sollen.
Welche Materialstärke muss ich für die Beine berücksichtigen um der Funktion einer Gratleiste auch gerecht zu werden, oder ist das Gewischt des Tisches das eigentliche Kriterium für die Materialstärke?

- In welchem Abstand muss die Tischplatte befestigt werden? Jede Bohle mit einer eigenen Schraube? Oder weniger?

- Ich würde gerne Gewindemuffen in den Tisch schrauben mit denen ich dann die Beine befestigen möchte. Kann man die Muffen für die Befestigung nehmen und in welcher Materialstärke?

- Reichen bei einem 1,8m Tisch die zwei Beide als Gratleisten?

Danke und allen ein schönes Wochenede.
 

Friederich

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Reichen bei einem 1,8m Tisch die zwei Beide als Gratleisten?
Hallo, das verstehe ich nicht. Beine ersetzen keine Gratleiste.
Oder meinst du die Zargen? Die 4 Zargen (2 längs 2 quere) genügen, auch bei 180cm Tischplattenlänge.

Wenn keine Verschraubung an den Zargen, nur an Gratleisten, dann würde ich bei 180cm wohl eher drei Gratleisten nehmen. Also auch eine in der Mitte. Ist ja kein großer Aufwand.
Verschrauben würe ich eine Gratleiste an mind 4 Stellen. Oder 6, da 5 keinen Sinn macht. In der Mitte braucht man keine Verschraubung.
Langlöcher nicht vergessen.
Mach aber doch mal eine Skizze.
 

Christian144

ww-kastanie
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Hallo,

der Tisch soll eine änliche Optik wie z.B. dieser hier haben:
https://www.woody-moebel.de/esstisch-wildeiche-massiv-woody-41-01209/

Bzgl. den Beinen hatte ich eine solche Konstruktion im Kopf:
https://www.tischonkel.de/aktuelles/wp-content/uploads/2014/05/TB104-70x70-SCHW_a.jpg.
Ich hatte Rechteckstahl mit den Maßen 10x 3cm und einer Wandstärke von 2mm geplant und dachte ich könnte die Tischbeine auch gleich als Ersatz für konventionelle Gratleiste verwenden. Für die Beine hatte ich an Rechteckstahl mit den Maßen 10x 3cm und einer Wandstärke von 2mm geplant, in die entsprechende Langlöcher gefräst werden.

Oder ist das Vorgehen falsch?
 

Christian144

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und eine weitere ergänzende Frage, gibt es eine optimale Positionierung für Tischbeine bei einem 1,8m Tisch? Sprich Wo sollten die Beine positioniert werden und wie breit müssen die Beine sein?
 

IngoS

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gibt es eine optimale Positionierung für Tischbeine bei einem 1,8m Tisch? Sprich Wo sollten die Beine positioniert werden und wie breit müssen die Beine sein?
Hallo,

für zwei Sitzplätze braucht man ca. 1m bis 1,2m Platz (lichtes Maß). So weit sollten die Beine auseinander stehen.
Für 3 Sitzplätze nebeneinander müssten die Beine ganz nach außen rücken.

Gruß

Ingo
 
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