Nebengewerbe mit Deko Artikel und Schneidebretter gründen

Saschawiesler

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Hallo Zusammen,

ich bin gerade an der Überlegung in einem Nebengewerbe Deko Artikel und Schneidebretter zur verkaufen. Da man dafür aber Maschinen benutzt, sagt die Handwerkskammer, dass man das nicht ohne eine Ausbildung machen darf. Gibt es hier irgendein Weg, damit ich mich in diesem Zweig dennoch Selbständig machen kann?

Kann mir hier jemand weiterhelfen?
 

flüsterholz

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Ich weiß nicht, ob das noch möglich ist, ich hatte etwas ähnliches als Künstler und Handel mit Kunstgewerbe angemeldet. Das war allerdings noch zu Zeiten ohne Onlineplattformen. Ob das bei Schneidbrettern und Deko akzeptiert wird, weiß ich aber auch nicht. Müsstest du dich erkundigen.
 

Arkhan1806

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Es gibt folgenden Passus in der Handwerksordnung (§ 1):

"(2) Ein Gewerbebetrieb ist ein Betrieb eines zulassungspflichtigen Handwerks, wenn er handwerksmäßig betrieben wird und ein Gewerbe vollständig umfaßt, das in der Anlage A aufgeführt ist, oder Tätigkeiten ausgeübt werden, die für dieses Gewerbe wesentlich sind (wesentliche Tätigkeiten). Keine wesentlichen Tätigkeiten sind insbesondere solche, die
1. in einem Zeitraum von bis zu drei Monaten erlernt werden können,
2. zwar eine längere Anlernzeit verlangen, aber für das Gesamtbild des betreffenden zulassungspflichtigen Handwerks nebensächlich sind und deswegen nicht die Fertigkeiten und Kenntnisse erfordern, auf die die Ausbildung in diesem Handwerk hauptsächlich ausgerichtet ist, oder
3. nicht aus einem zulassungspflichtigen Handwerk entstanden sind."


Ich hatte mal vor einigen Jahren eine Zeit lang ein Kleingewerbe mit ähnlichen Artikeln, da hab ich mich auf Punkt 1 berufen, indem ich mir von drei verschiedenen Tischlermeister/innen kurze "Gutachten" habe schreiben lassen. Das hat schlussendlich mit seeehr viel Diskussionen und Drohungen seitens der Handwerkskammer funktioniert. Nochmal machen würde ich es nicht.
Es gibt auch die Möglichkeit, sein Gewerbe als Künstler anzumelden, da musst du aber auch bestimmte Dinge erfüllen. Auch eine Serienproduktion kann eine Möglichkeit sein, um schlussendlich in der IHK zu landen.

Das Problem bei allen diesen Möglichkeiten ist, dass die HWK erstmal "OK" sagen muss. Und das wollen die nicht. Selbst nachdem ich dann endlich zur IHK durfte, habe ich mindestens halbjährlich einen Brief der HWK bekommen, in der mir "nett" erklärt wurde, dass ich doch auf keinen Fall was meisterpflichtiges machen soll, da sonst mein gesamter Verdienst der letzten Jahre unter die Schwarzarbeit fällt (und das hätte mich finanziell ruiniert), etc. Ich musste auch immer wieder darlegen, was ich aktuell so mache und warum das nicht meisterpflichtig ist.


Eine ähnliche Situation hatte ich, als ich vor zwei Jahren nach meinem Techniker ein Kleingewerbe zu Motorenreparatur (das habe ich gelernt) aufmachen wollte. Schlussendlich wurde mir ernsthaft erzählt, dass ich bei der gleichen Reparatur am identischen Motor (z.B. Zylinderkopf tauschen) folgende Meisterbriefe bräuchte: Wenn der Motor in nem Boot ist: Bootsbauermeister, in nem BHKW: Heizungs- und Installateurmeister, in nem LKW: KFZ-Meister, Ausgebaut: kein Meister. Ausbauen hätte ich den aber auch nicht ohne Brief gedurft...
Damit war die Sache für mich durch, auf den Stress hatte ich keine Lust, das wäre wohl nicht ohne Anwälte gegangen.
 

Tokoloshe

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Du willst ja auch kein zulassungspflichtiges Handwerk anmelden.
Meins ist inzwischen als Holzdesign und 3D-Druck angemeldet. Die Anmeldung läuft unter:
"Herstellung und Entwicklung von Design-, Deko- und Gebrauchsgegenständen aus Holz, Metallen, Kunststoffen und Filamenten unter Einsatz von CNC-, 3D-Druck- und Lasertechnik, ohne zulassungspflichtige Handwerkstätigkeiten sowie Handel mit CNC-Maschinenteilen."

Als ich anfangs knapper formuliert habe, hat mir die Kammer auch gesagt, ich würde in Drechsler etc reinrutschen mit meinen Dosen. Die sind aber eindeutig Zerspanungstechnik und Gebrauchsgegenstände, genauso wie auch Scheidebretter.
 

Curby

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Da man dafür aber Maschinen benutzt, sagt die Handwerkskammer, dass man das nicht ohne eine Ausbildung machen darf.
Das sollte gelinde gesagt Unsinn sein. Für Schneidbretter solltest du keinen Meister oder eine Ausbildung benötigen.

Warst du persönlich da oder hast du ChatGPT gefragt? Man sollte nicht alles der Handwerkskammer für bare Münze nehmen und vor allem keine schlafenden Hunde wecken. Das ist ein Lobbyverein. Ich darf als Quereinsteiger Medizintechnik oder Militärtechnik entwickeln, aber ein Möbelstück - das geht gar nicht. Dieses Land macht sich damit mehr kaputt, als es schützt.

Ob das inzwischen noch sinnvoll ist bei der Online Konkurrenz ist ein anderes Thema.
 

welaloba

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Ich hatte bis Ende 2020 "Holzkunst und Dienstleistungen" mit Untertitel An- und Verkauf von antiken Einrichtungsgegenständen bei der IHK angemeldet. Hatte nie Kontakt mit der HWK, wozu auch? Habe antike Möbel restauriert und Sachen auf Bestellung produziert und immer brav meine Umsatzsteuer abgeführt. Die letzten paar Jahre war ich als Kleingewerbe (ohne Umsatzsteuer) unterwegs mit entsprechend kleinem Umsatz.
 

Kerstenk

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Ich bin seit über 30 Jahren ohne Meistertitel im Bereich Holzverarbeitung tätig und bei der IHK, mit Eigenprodukten und Lohnfertigung. Vor drei Jahren umgezogen und schon kam die HWK an, habe denen erklärt, dass ich mit ihnen nichts am Hut habe, weil ich kein Handwerksbetrieb bin, damit war es für die gut. Die wollten genau wissen, was ich mache, habe ich abgelehnt ihnen mitzuteilen.
 

brubu

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Ich weiss, helfen kann ich nicht, schweigen auch nicht.
Wenn ich dieses Thema lese finde ich es einfach unglaublich. Bei uns legt jeder los und fertig. Einzig Medizin, Bankenwesen, private Bildungsinstitutionen, Kinderbetreuung und wenige Spezialfälle brauchen entsprechende Bewilligungen.
An die Vorschriften hat sich trotzdem jeder zu halten, Ausbildung hin oder her.
 

Martin45

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Es gibt diese identische Frage alle Monate und trotzdem werden dann wieder 5 Seiten dazu geschrieben. Auch fast identisch.
 

brubu

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Es gibt diese identische Frage alle Monate und trotzdem werden dann wieder 5 Seiten dazu geschrieben. Auch fast identisch.
Und? Lieber eine lebendiges Forum und neue, interessante Details gibt es immer wieder. Auch manche Nebendiskussion erweitert den Horizont in einer Art wie ich es sonst nicht erfahren könnte. Über Deutschland habe ich hier viel gelernt.
 

Holzrad09

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Wenn ich dieses Thema lese finde ich es einfach unglaublich. Bei uns legt jeder los und fertig. Einzig Medizin, Bankenwesen, private Bildungsinstitutionen, Kinderbetreuung und wenige Spezialfälle brauchen entsprechende Bewilligungen.
An die Vorschriften hat sich trotzdem jeder zu halten, Ausbildung hin oder her.
Ähm...
Wenn nahezu jeder tun und lassen kann was er will, macht man da überhaupt noch ne Ausbildung ?
Die 3 Jahre könnte man sich ja dann auch noch sparen und gleich nach der Schule loslegen ? :emoji_slight_smile:
LG
 

SteffenH

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Wer viel fragt, kriegt viele Antworten. Gewerbe anmelden "Handel mit Dekoartikeln und Küchenbedarf". Finanzamt meldet sich, IHK meldet sich. Alles ausfüllen. IHK will Geld für nix, ist halt so. In Sachen Finanzamt musst du entscheiden, ob Kleinunternehmer ohne Umsatzsteuer (Verkauf ohne Mehrwertsteuer, aber auch keine Erstattung für Betriebsausgaben), oder halt mit.
 

SteffenH

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Ähm...
Wenn nahezu jeder tun und lassen kann was er will, macht man da überhaupt noch ne Ausbildung ?
Die 3 Jahre könnte man sich ja dann auch noch sparen und gleich nach der Schule loslegen ? :emoji_slight_smile:
Das gewerbliche Ausüben eines Handwerks der Anlage A ist in der Regel (es gibt Ausnahmen) an den Meistertitel geknüpft. Diesen zu erlangen ist wiederum nicht zwingend an eine Ausbildung in diesem Handwerk geknüpft. Die Meisterpflicht der Gewerke der Anlage A basiert auf einer kolportierten Gefahr-Geneigtheit.
 

wirdelprumpft

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Das mit den Dekoartikel ist so ne Sache
Weniger das mit der HWK oder sonstigen Ämter da kann man viel Regeln wenn man nicht gerade im Wohngebiet in seiner Garage/Keller arbeitet und dabei irgendwie Nachbarn belästigt. z.b man stellt eine berechtigte Person an die HWK/IHK
„Berechtigung“ hat.
Ich finde es immer wieder erstaunlich wie viel Zeit es benötigt überhaupt ein fertiges, verkaufsfähiges Produkt zu erstellen, zu verpacken (produktverpackung),
die Nische zu finden wo es keine billigen Massenprodukte gibt usw.
Manches ist zwar schnell ausgelasert aber dann muss man ggf. entgraten, schleifen, usw. und mit jedem Schritt steigen die Produktkosten. Es macht auch ein Unterschied ob Stück 1 -10 oder 100 usw.


seinen Meister gemacht, ohne vorher einen Gesellenbrief abzulegen.
Also ich wäre auf dem Stand das man ein Gesellenbrief braucht also Bäckergeselle kann durch aus Schreinermeister machen usw.
evtl. geht das mittlerweile auch ganz ohne kann ich mir aber schwer vorstellen.
 

Curby

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und da gibt es hier ein prominentes Beispiel für, Jonas Winkler, hat seinen Meister gemacht, ohne vorher einen Gesellenbrief abzulegen.
Ganz ganz schlechtes Beispiel. Was der da gestern wieder raus gehauen hat, uff ...

Diesen zu erlangen ist wiederum nicht zwingend an eine Ausbildung in diesem Handwerk geknüpft.
Aber die Hürden gibt es nun mal.

Wenn nahezu jeder tun und lassen kann was er will, macht man da überhaupt noch ne Ausbildung ?
Nach wie vor ist das ein deutsches Ding. Was spricht dagegen, wenn jemand Dinge aus Holz bauen möchte, ein Händchen dafür hat und jemand bereit ist es zu kaufen, das zu erlauben? An einem Tisch oder einer Garderobe ist noch niemand gestorben (schätze ich).

Die Meisterpflicht der Gewerke der Anlage A basiert auf einer kolportierten Gefahr-Geneigtheit.
Ist trotzdem ein überholtes Konzept und viel zu undifferenziert. Ein Möbel bauen? Da besteht doch keine Gefahr. Eine Treppe falsch bauen? Schon eher.

Ich beispielsweise baue gewerblich Trommeln, habe eine komplett ausgestattete Werkstatt und hätte nichts dagegen ab und zu mal andere Dinge im Auftrag zu bauen. Aber das ist ne dicke Grauzone, worauf ich wenig Lust habe. Auf eine Ausbildung habe ich bzgl. Zeitverlust (man wird nicht jünger), Geldverlust und Publikum (tut mir leid, aber als Hochschulabsolvent habe ich auf dieses Umfeld für mehrere Jahre keinen Nerv) auch keine Lust. Daher erwäge ich tatsächlich, dieses Land zu verlassen. In so ziemlich jedem anderen Land könnte ich einfach loslegen.
 

Kerstenk

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Weniger das mit der HWK oder sonstigen Ämter da kann man viel Regeln wenn man nicht gerade im Wohngebiet in seiner Garage/Keller arbeitet und dabei irgendwie Nachbarn belästigt. z.b man stellt eine berechtigte Person an die HWK/IHK
„Berechtigung“ hat.
ich habe Anfang 90 eine Anfrage gestellt für einem Betrieb im Mischgebiet, wurde genehmigt von den Behörden und scheiterte an der Unterschrift eines Nachbarn, der erst zugesagt hatte. Zwei Jahre später habe ich genau auf dieser Adresse einen Holzverarbeitenden Betrieb angemeldet bei der Gemeinde. Es hat sich niemand dafür interessiert was ich da mache oder nicht mache, es war nur das Büro, der Rest war 15km weg, die Adresse dazu unbekannt, da nirgends angegeben.

Ich finde es immer wieder erstaunlich wie viel Zeit es benötigt überhaupt ein fertiges, verkaufsfähiges Produkt zu erstellen, zu verpacken (produktverpackung),
die Nische zu finden wo es keine billigen Massenprodukte gibt usw.
Manches ist zwar schnell ausgelasert aber dann muss man ggf. entgraten, schleifen, usw. und mit jedem Schritt steigen die Produktkosten. Es macht auch ein Unterschied ob Stück 1 -10 oder 100 usw.
wird gerne unterschätzt, Fertigen ist auch deutlich einfacher, wie die Sachen im Anschluss gewinnbringend an den Markt zu bringen ist deutlich schwerer, aber genau darüber sollte man sich mehr Gedanken machen.
 

wasmachen

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HinternDiwan
@Curby
Verlass es.

Ich denke, ein Kunde sollte und darf erwarten, dass ne gewisse Expertise da ist.
Haben hier grad so n 'Superladen', der das ganze ohne den jeweiligen Ausbildungsstandarts ja alles besser weiss und kann. Nach 2 Jahren jetzt Bankrott, einer von den 2 will jetzt unbedingt 'das Ruder herumreissen'. Schaun mer mal, wo der in nem Jahr ist. Der kennt nedmal den Unterschied zwischen Brutto, und 'in der Täsch'...
Achja, aktuell kostet das Lieferanten und Kunden schon einiges an Geld!

Ist immer das gleiche Thema: wie willste ne Qualifikation/Wissen nachweisen?
 

Kerstenk

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Ganz ganz schlechtes Beispiel. Was der da gestern wieder raus gehauen hat, uff ...
was aber absolut nichts mit der Tatsache zu tun hat, das er die Meisterprüfung bestanden hat.

Ich könnte Dir so machen Meister zeigen, der es absolut nicht drauf hat, aber sich Meister nennen darf. Daraus lernt man, der Titel ist nicht die Garantie, auch Gutes zu bekommen. Aber in der heutigen Zeit, ist ein Titel oft mehr wert, wie echtes Können, nicht nur im Handwerk.
 

Curby

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Das stimmt. Mir hat ein Bekannter vor ein paar Jahren mal getrichtert, dass für viele Azubis die Gesellenstücke von anderen gebaut werden. Ganz einfach weil die 3 Jahre nur Sachen auf den Bau geschleppt haben und niemals ein Werkzeug oder Stück Holz in der Hand hatten.
 
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