Leitungsführung durch Sparren

DasMoritz

ww-robinie
Mitglied seit
1 Juli 2012
Beiträge
711
Moin,

ich möchte von meinem Sicherungskasten gerne mit einer etwas größeren NYM Leitung (5x 10mm2) in meine Unterverteilung im Schuppen. Von dort aus sollen mit 5x 6mm² zwei Wallboxen angeschlossen werden.

Die Leitungsführung ist vom Haus, durchs Carport in den Schuppen (siehe Bild unten).
Dummerweise muss ich mit der Leitung nun durch mehrere Sparren parallel zur Pfette in Richtung Ende des Carports, dort geht es in die Unterverteilung.

Ich sehe nun zwei Optionen:

1.) Ich bohre durch jeden Sparren mit einem 20mm Bohrer ein Loch bzw. zwei Löcher (ich muss über den Weg einmal "hin" zur Unterverteilung und auch einmal "zurück" zu einer Wallbox). Die "Fächer" zwischen den Sparren würde ich alle noch mit Rauhspund "schließen".

2.) Ich baue eine kleine Abkastung welche vor der Pfette läuft, eigentlich eine Art Kabelkanal. Vorteil wäre, dass ich darin auch mal nachträglich eine Leitung verlegen kann und das ganze optisch geschlossen wäre.

Hier mal die beiden Optionen grafisch.

Danke,
Moritz
1605447642477.png

Und so sieht es im Moment aus:

1605447746263.png
 

carsten

Moderator
Teammitglied
Mitglied seit
25 August 2003
Beiträge
14.281
Ort
zwischen Koblenz und Wiesbaden
Hallo

Haben die Sparren zur Wand hin nicht so viel Luft dass da das Kabel durchpasst ? Wenn würde ich das Loch recht wandnah und so weit wie möglich nach unten setzen dann sieht man die Leistung nicht.
 

Hondo6566

ww-robinie
Mitglied seit
27 April 2017
Beiträge
3.402
Ort
Ortenaukreis
Hallo,
Balken erfahren bei Belastung Kräfte in Zug/Druck Richtung, die Spannung im Holz verteilt sich von Außen nach Innen von maximaler Spannung bis zu 0 in der sog. neutralen Faser bzw. Zone, welche bei symetrischem Querschnitt genau in der Mitte liegt. Wie Justus schon sagte, dort kann man eine Durchbohrung machen die die Belastungsfähigkeit nicht beeinträchtigt.
 

DasMoritz

ww-robinie
Mitglied seit
1 Juli 2012
Beiträge
711
Moin,

ich denke es wird die Abkastung. Wenn ich in den kommenden Jahren noch mal was da lang legen möchte, dann ist das deutlich einfacher.

Wie würdet ihr die Abkastung ausführen?
So wie in meiner Skizze?

PS: Bin kein Elektriker, bereite nur vor.
Danke,
Moritz
 

carsten

Moderator
Teammitglied
Mitglied seit
25 August 2003
Beiträge
14.281
Ort
zwischen Koblenz und Wiesbaden
Hallo

der hölzeren Kabelkanal hat aber den Nachteil dass er in den Zwischenräumen nach oben offen wäre und ein prima Plätzchen für allerlei Getier (hauptsächlich geflügelter Art) bietet.
 

FredT

ww-robinie
Mitglied seit
26 Juni 2014
Beiträge
3.325
Ort
Halle/Saale
Und ob er der VDE entspricht, müßte der Elektriker entscheiden... hat auch was mit Sicherheit zu tun, denn immerhin ist es ein Carport, und nicht dein Wohn- oder Schlafzimmer...
 

DasMoritz

ww-robinie
Mitglied seit
1 Juli 2012
Beiträge
711
der hölzeren Kabelkanal hat aber den Nachteil dass er in den Zwischenräumen nach oben offen wäre und ein prima Plätzchen für allerlei Getier (hauptsächlich geflügelter Art) bietet.
Moin,
das finde ich erstmal nicht schlimm. Ich habe den Zwischenraum zwischen Sparren und Pfette seit 2 Jahren offen, da hat sich bisher noch nichts eingesiedelt, aber...

Der Kabelkanal ist feuertechnisch die sicherste Lösung. Man kann ihn ja noch mit einem Brett verkleiden.
Dann geht sicherlich auch Installationsrohr, oder?

Ich würde es dann so bauen, das scheint mir technisch und optisch die beste Lösung zu sein.
Eventuell baue ich das direkt auf beiden Seiten (rechts und links) im Carport, dann kann ich die Wallboxen möglichst sinnvoll platzieren.

1.) Installationsrohr unter die Sparren schrauben
2.) 4cm x 4cm Aufnahmeholz an Sparren bzw. Pfette genagelt oder geschraubt um die Verkleidung aufzunehmen (hell gekennzeichnet)
3.) Verkleidung aus Rauhspund oder ähnlichem. Ich würde das so bauen, dass unter die Sparren exakt ein Brett "hochkant" passt und dann den Zwischenraum zwischen den Sparren entsprechend "auffüllen."
4.) Fertig. Ist zwar wahrscheinlich viel "Schnibbelei" aber dann habe ich es passend und genau "Stauraum" für weitere Vorhaben.

1605471871998.png
 

Yovader

ww-robinie
Mitglied seit
17 September 2020
Beiträge
786
Ort
Bad Zwischenahn
Weshalb denn eigentlich 5 x 10mm²
Da dürfen dann pro Ader 50 Amp durch, ich vermute mal, das gibt Dein Hausanschluß gar nicht her.
5 x 10 ist teuer, schwer und extrem schwierig zu verlegen. Auch die passenden Anschlußkästen sind nicht günstig.

Bei der Verlegeart reichen 5 x 4 mm² für 32 Ampere und die muss man auch erstmal verbraten
 

Yovader

ww-robinie
Mitglied seit
17 September 2020
Beiträge
786
Ort
Bad Zwischenahn
Übrigens passt ein 5 x 10mm² nicht durch ein 20mm Loch

Leute, das ist ein knapp armdickes Kabel mit massiven Kupferadern die jeweils Fingerdick sind, das biegt man nicht mal locker auf der Leiter in elegante Bögen. Wahrscheinlicher ist, dass einen die Masse von der Leiter zieht
 

DasMoritz

ww-robinie
Mitglied seit
1 Juli 2012
Beiträge
711
Moin @Yovader,

erstmal schöne Grüße aus Oldenburg / Alexandersfeld.

Also 5x 4mm2 kommt mir ein wenig dünne vor, oder? An meinem Wechselrichter mit 26,45kWp Anlage werden im Sommer zur Hochzeit 22kW Leistung abgegeben (unterschiedliche Ausrichtung), da wird ein 5x 6mm2 Kabel schon handwarm.
Aber ich denke ein 5x 10mm2 ist dann etwas zu heftig...

Edit:
Ich habe gerade eben nochmal geschaut da ich noch ein 5x 10mm² Kabel rumliegen habe.
Als Armdick würde ich das nun nicht bezeichnen, um ehrlich zu sein. Etwas mehr als Daumendick, aber mehr auch nicht - ungefähr so wie der Flaschenhals einer normalen Bierflasche (die habe ich gerade als gute Referenz).
 
Zuletzt bearbeitet:

Yovader

ww-robinie
Mitglied seit
17 September 2020
Beiträge
786
Ort
Bad Zwischenahn
Nicht ganz,
laut VDE darf ein 4mm² je nach Verlegeart mit 32 Ampere belastet werden. Das mit dem Loch im Sparren ist ohne Rohr eh nicht zulässig.
Ohne Instalationsrohr ist eine Verlegung nur im Erdreich oder an Steinwänden zulässig.

22 kW im Sommer handwarm ist doch völlig unbedenklich, fass mal ein übliches Steckernetzteil an.
Es geht ja auch um die Belastung, die in der Realität vorhanden ist. Bei Dauerbelastung in Gewerbebetrieben oder eben bei der Energiegewinnung ist das anders, als in der Hobbywerkstatt. Sobald diese dann elektrisch beheizt wird, sieht es wieder anders aus.

Gruß in die Nachbarschaft
 

JannikOS

ww-robinie
Mitglied seit
31 Oktober 2018
Beiträge
2.211
Ort
Hamburg
Leute, das ist ein knapp armdickes Kabel mit massiven Kupferadern die jeweils Fingerdick sind, das biegt man nicht mal locker auf der Leiter in elegante Bögen. Wahrscheinlicher
Junge, ich glaub du musst Mal Pumpen gehen :emoji_stuck_out_tongue: :emoji_wink: oder Mal n 5x10 in die Hand nehmen...
Armdick ist das sicher nicht

Edit: gerade gesehen, würde schon richtig gestellt. Durchmesser schätze ich Mal ähnlich wie ne 50 Cent Münze. Und bevor es Streit gibt, der Post ist humoristisch zu sehen
 
Mitglied seit
3 Februar 2016
Beiträge
882
Ort
65307 Bad Schwalbach

Hermann82_94

ww-robinie
Mitglied seit
8 Juli 2020
Beiträge
659
Ort
Im bayerischen Wald
Also ich würde einen Kabelkanal auf die Pfette schrauben.
Ob 6mm² oder 10mm² ist auch ein bisschen Glaubensfrage, am Besten mit deinem Elektriker klären.
Was ich auf alle Fälle machen würde (hab ich in nem anderen Thread auch schon geschrieben): nimm kein 5-adriges Kabel sondern zieh den Schutzleiter separat.

EDIT: nur bei Netzform TT oder TN mit bereits aufgetrenntem PEN zulässig.
 
Zuletzt bearbeitet:

thschi

ww-birke
Mitglied seit
10 Januar 2017
Beiträge
60
[...]Das mit dem Loch im Sparren ist ohne Rohr eh nicht zulässig.
Ohne Instalationsrohr ist eine Verlegung nur im Erdreich oder an Steinwänden zulässig.
[...]
Hallo, da würde mich eine belastbare Quelle ernsthaft interessieren. Derartiges wird immer wieder diskutiert.

Danke schon mal fürs raussuchen!

Thomas
 

thschi

ww-birke
Mitglied seit
10 Januar 2017
Beiträge
60
Also ich würde einen Kabelkanal auf die Pfette schrauben.
Ob 6mm² oder 10mm² ist auch ein bisschen Glaubensfrage, am Besten mit deinem Elektriker klären.
Was ich auf alle Fälle machen würde (hab ich in nem anderen Thread auch schon geschrieben): nimm kein 5-adriges Kabel sondern zieh den Schutzleiter separat.
Schutzleiter separat ist erlaubt? Auch hier wäre eine Quelle nett.

Danke auch dir!

Thomas
 

fahe

ww-robinie
Mitglied seit
15 Juni 2011
Beiträge
2.449
Ort
Coswig
Leute, das ist ein knapp armdickes Kabel mit massiven Kupferadern
...es wurde ja von anderen schon angemerkt: Deine Arme möchte ich nicht haben...:emoji_wink:

Wahr ist, dass ich ein 5*16er sogar lieber verlege, weil die Einzeladern da nicht mehr massiv sind...:emoji_wink:

Wahr ist auch, dass Du Deine Leitung ohnehin am Anfang vorsichern musst. Und wahr ist auch, dass die TAB für die Zuleitung zur ersten UV eine Belastbarkeit von 63 A vorschreiben. Ob das zu jeder UV gilt, darüber streiten die Fachkräfte meiner Erfahrung nach regelmäßig. Mit bspw. 3*35A vorgesichert, ist das ja aber kein Thema.
 

pixelflicker

ww-robinie
Mitglied seit
8 August 2017
Beiträge
1.854
Ort
Mitten in Bayern
Also ich hab ein 5x10mm² auch schon verlegt, das ist bei mir die Zuleitung zur Waschküche (da stehen Gewerbemaschinen, die brauchen schon was) und dann gehts von da aus weiter zur Werkstatt mit einem 5x6mm²
Ich muss sagen, das 5x10er würde ich nicht mehr gerne verlegen. Gut, es ist nicht ganz leicht, aber das war weniger das Problem, aber es ist sehr anstrengend, weil es so steif ist. Ich bin dann mit meinem Elektriker auch zu der Erkenntnis gekommen, dass ein 5x16 vielleicht einfacher gewesen wäre.

Ob der Querschnitt jetzt nötig ist, weiß ich nicht. Ich denke eher nicht, deswegen bin ich dann auch zur Werkstatt weiter mit einem 5x6mm² gegangen. Aber er wird sicher nicht schaden und wenn er keine allzu engen stellen und Radien hat, dann kann man das schon machen.
 
Oben Unten