Ladenkasten Mahagoni Restaurierung

Ratsuchend

ww-ahorn
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Das mit der Heizdecke muss ich unbedingt probieren. Aber wahrscheinlich nicht bei diesem Projekt. Ich hab jedenfalls eine bestellt - vielleicht kommt sie dann ja doch noch hier zum Einsatz.

Bezüglich Datierung: ich gehe davon aus, dass sie früher entstanden sein muss. Das Teil ist zwar miserabel konstruiert worden, aber komplett von Hand. Die Material Dicke von Furnier, Blind Holz und Ladenteilen schwankt so stark, dass man eine maschinelle Bearbeitung/Hobeln ausschließen kann. Die verwendeten Nägel sind von Hand geschmiedet, tw. auch Holz Nägel. Vielleicht passt die Anordnung des Schlosses nicht, aber das Schloss selbst sieht auch nach älterem Ursprung aus.

Am Ende ist es jedenfalls ein Teil, egal wie alt, das man als nicht erhaltenswert ansehen kann. Hätte ich es verfeuert, müsste ich kein schlechtes Gewissen haben.Trotzdem ist es eine schöne Herausforderung und wenn ich irgendwann fertig bin, sicher auch ein schönes Ergebnis.
 

flüsterholz

ww-robinie
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gibt es da eine Begründung oder ursächliche Einordnung für? Holzmangel,
Material war zu der Zeit teuer, Arbeitslohn nicht.
Bezüglich Datierung: ich gehe davon aus, dass sie früher entstanden sein muss
Ich sehe da auch keine Hinweise auf Spätbiedermeier. Ich denke, das Gutachten passt schon. Kannst du was zu den Beschlägen sagen. Die Fotos geben nicht viel her. Beschichtung, Material?
Das mit der Heizdecke muss ich unbedingt probieren
Hauptsächlich verwende ich die zum Vorheizen der Hölzer vor der Verleimung mit Glutinleim. Erzeugt die optimale Temperatur von 50-60° und kann das Holz von beiden Seiten erwärmen. Alle anderen Möglichkeiten waren mir immer zu klein oder zu teuer. Und man kann sie hinterher gut wegpacken. Passt gut zu meiner kleinen Werkstatt.
 

Mathis

ww-robinie
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gibt es da eine Begründung oder ursächliche Einordnung für? Holzmangel, Gewichtsoptimierung, …?
Ich bin nach 1990 über 20 Jahre im Einkauf auf der holländischen Antikstraße unterwegs gewesen, und habe so viele holländische Möbel gesehen, dass ich solche gut erkennen kann. Es wurden immer sehr dünne Hölzer verwendet, und oft auch noch handwerklich so wie bei der Chiffoniere sehr schlecht zusammengeschustert.
 

flüsterholz

ww-robinie
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Ich bin nach 1990 über 20 Jahre im Einkauf auf der holländischen Antikstraße unterwegs gewesen, und habe so viele holländische Möbel gesehen, dass ich solche gut erkennen kann. Es wurden immer sehr dünne Hölzer verwendet, und oft auch noch handwerklich so wie bei der Chiffoniere sehr schlecht zusammengeschustert.
Ab den 90ern kamen die aber schon zum größten Teil aus Osteuropa. Die deutschen und niederländischen Märkte waren spätestens Mitte der 90er schon ziemlich leergefegt.
 
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Ratsuchend

ww-ahorn
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Hallo zusammen,

danke für die vielen Ratschläge! Ich bin Werners Vorschlag gefolgt und habe neue Nut Streifen eingeleimt. Die Nut mit Kreissäge gesägt, was sehr schnell und gut funktioniert hat. Die Streifen aus der Lade rausgeschnitten habe ich aber mittels Handsäge - da jede Lade andere Maße hat, ging das schneller und sicherer als mit Hilfsanschlag und Kreissäge. Ich habe auch einen Millimeter rausholen können und habe jetzt 6 mm Fleisch unter der Nut.

Die Heizdecke hat sich leider meine Frau geschnappt, aber ich werde eine zweite für die Werkstatt besorgen und beim nächsten Projekt diese testen.

Mein Vorgehen:

Böden entfernt. Alles mit eisessig gewaschen, durchlüften lassen, anschließend mit Isopropanol eingesprüht und für ca. 24 Stunden eingepackt. Anschließend durchlüften lassen. Dann alles innen und außen abgeschliffen und zweimal mit Zwischenschliff mit Schellack gestrichen. Böden wieder eingesetzt und jetzt geht es los mit Poren füllen.

Hier ein paar Fotos:

PXL_20260406_201540178.jpg PXL_20260406_201540178.jpg PXL_20260406_201522817.jpg PXL_20260406_201558448.jpg
 

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flüsterholz

ww-robinie
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Sehr schön. Ich sehe gerade erst, dass die Laden keine halbverdeckte Zinkung haben. Gut, dass du die nicht versuchst hast zu lösen. Da wäre sicher einiges schief gegangen. Und das Furnier ist nur einmal gespiegelt. Schön!
Das eingesetzten Holz färbst du nicht mehr ein? Und du hast auch die Fronten zweimal mit Schellack gestrichen, vor dem Füllen? Oder habe ich das falsch verstanden? Nutzt du dann den bereits aufgetragenen Schellack zum Füllen oder gibst du nochmal Schellack dazu? Oder Füllen nur noch mit Alkohol? Oder ganz anders?

Gruß Michael
 

welaloba

ww-robinie
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1 mm zuviel am unteren Ende der Schubladenseite ist sehr gut, weghobeln kann man den immer noch.
Und: Sieht gut aus. Der Perfektionist würde die vielleicht noch beizen.
 

Ratsuchend

ww-ahorn
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Die Fronten habe ich nur einmal mit Wachs freiem Schellack gestrichen. Alles andere mit wachshaltigen Schellack zweimal - innen und außen. Dient auch als Geruchsstopp.

Bei den Sichtseiten gehe ich immer so vor: zuerst einmal mit Schellack streichen, anschließend starte ich mit dem Poren füllen (gefärbter Bims, dünner wachsfreier Schellack, viele Durchgänge immer 24 h Trockenzeit). Dann die eigentliche Politur.

Ich habe mir überlegt ob ich die neu verleimten Streifen farblich anpassen soll. Habe mich dann dagegen entschieden. Von außen sind sie nicht sichtbar und wenn man die Laden rauszieht, darf man schon sehen dass sie ersetzt wurden.

Das einzige was mir noch unklar ist, sind die Böden. Die sind sehr dünn und nicht sehr stabil. Bei einer vorherigen Restaurierung wurden Leisten zur Stabilisierung darauf verschraubt und ich fürchte ich muss was Ähnliches machen, da sie mir in der Mitte sonst reißen werden.

Schöne Grüße, Gerhard
 
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