Kaufberatung Handsägen für den Einstieg (aus Deutschland?)

NewbieS

Gäste
Ich bin auf der Suche nach 1-2 guten Sägen als Ausgangsbasis und Grundstock. Einen Fuchsschwanz o.ä. für den Zuschnitt und eine kleinere Rückensäge oder Feinsäge für eben die Feinarbeiten.

Ich habe natürlich im Vorfeld ein bisschen recherchiert. Bei der Ware in Baumärkten bin ich ziemlich unsicher. Bei Feinewerkzeuge.de kostet ein Fuchsschwanz 80€ und eine Vertias Feinsäge 50€. Das wären 130€ für zwei Sägen. Das ist mir eindeutig zu teuer. Dann gibt dort noch günstigere Ausführungen der Marke "Thomas Flinn", die preislich machbar wäre? Generell fiel mir auf, dass keine Sägen "Made in Germany" im Angebot waren. Gibt es keine entsprechenden Produkte, die konkurrenzfähig sind?

Wie sieht es beispielsweise mit Firmen wie Bahco und MPS aus im Vergleich? Augusta Heckenrose fertigt wohl auch in Deutschland und scheinen auf ihrer eigenen Homepage ein (nur äußerlich?) anderes Angebot zu führen als in den Baumärkten.


Ich möchte mich hier aber nicht ausschließlich auf deutsche Hersteller beschränken. Wichtig ist mir eine solide Qualität zu einem vernünftigen Preis. Ich sag jetzt mal roundabout 50-80€.

PS: Es heißt zwar "Wer billigt kauft, kauft zweimal" aber trotzdem: Bitte keine keine Beiträge ala "alles unter 200€ ist Schrott" und keine Markenfetischisten. Konkrete Erfahrungen und Kaufempfehlungen helfen mir mehr als pauschaule Aussagen :emoji_wink:
 

heiko-rech

ww-robinie
Mitglied seit
17 Januar 2006
Beiträge
3.683
Ort
Saarland
Hast du schon mal über eine Gestellsäge fürs nachgedacht? Die gibt es gebraucht immer mal recht günstig. Wenn du dich mit dem Schärfen nicht beschäftigen möchtest kannst du erst einmal ein Japanblatt nachrüsten. Fürs ganz Feine dann eine Feinsäge. Da wird es dann aber schon schwierig etwas brauchbares und günstiges zu finden. Es sei denn du lernst das schärfen. Dann kannst du eine günstige Feinsäge kaufen und selbst daraus ein funktionierendes Werkzeug machen. Das braucht aber auch etwas Übung.
 

Holzrad09

ww-robinie
Mitglied seit
3 Februar 2015
Beiträge
6.689
Ort
vom Lande
Ich bin auf der Suche nach 1-2 guten Sägen als Ausgangsbasis und Grundstock.
Du müsstest die Sägen ja auch schärfen lernen, daher empfehle Ich Dir einen Blick auf die Insel zu werfen und nach einem edlen Stück aus Sheffield zu schauen. In dieser Qualität sind Rückensägen heut nahezu unbezahlbar. https://www.ebay.de/itm/W-Tyzack-So...989521?hash=item217a319111:g:UwkAAOSwGuJfMRQc
Dann gibt dort noch günstigere Ausführungen der Marke "Thomas Flinn", die preislich machbar wäre?
Warum soll die Säge nicht funktionieren, Ich nutze sie auch.
DSC_0375 (2).JPG
LG
 
Zuletzt bearbeitet:

Lico

ww-robinie
Mitglied seit
9 August 2019
Beiträge
1.047
Ort
Ostheide
Eine Schlitz- und eine Absetzsäge von Ulmia kosten zusammen keine 120€. Die kann man problemlos selbst schärfen. Ist keine Hexerei. Dazu noch für 30€ eine Dozuki aus der üblichen Quelle und man kommt erstmal klar. Bei den japanischen Sägen muss man aber wissen, dass man die gar nicht oder nur sehr schwer nachschärfen kann.

Lico
 

Eder Franz

ww-robinie
Mitglied seit
7 Dezember 2008
Beiträge
785
Schau dir mal die japan. Sägen von TAJIMA an. Die Griffe haben einen simplen Rastmechanismus um das Sägeblatt zu wechseln. Je nach Anwendung kann man ein gröberes/feineres Blatt einsetzen, ein kürzeren Griff oder einen längeren Griff verwenden. Wenn das Blatt mal endgültig stumpf sein sollte, ist die Ersatzteilversorgung simpel. Passende Teile gibt es sogar im onlien-Buchhandel. Falls dir TAJIMA nicht deutsch genug ist, kannst du genau diese original japanischen Sägen auch mit der Aufschrift "Kirschen" bekommen.
 

pedder

ww-robinie
Mitglied seit
19 Oktober 2007
Beiträge
5.231
Ort
Kiel
Generell fiel mir auf, dass keine Sägen "Made in Germany" im Angebot waren. Gibt es keine entsprechenden Produkte, die konkurrenzfähig sind?
Warum aus Deutschland? Deinen Sägetypen gab es hier nie in gut und günstig. In Gut auch erst ein paar Jahre. :emoji_wink:

Eine günstige Lösung ist eine Rückensäge von Spear & Jackson, die gibt es auch in neu bei Amazon
Fuchsschwanz des gleichen Herstellers über eBay. Schärfen sollte man lernen wollen, wenn man nachschärfbare Sägen kauft.

Ach so Stanley hat auch moderne Sägen mit Kunststoffgriff, die Nachschärfbar sind. aber da finde ich auf die Schnelle nix.

Mein Tipp: die Säge für feine Arbeiten von Veritas kaufen, das ist die beste Säge für den Preis. Übrigens mit Blättern aus Japan.
Ein Fuchsschwanz ist für grobes, da kann man auch was günstiges nehmen. Von Längs- und Absatzschnitt fange ich jetzt lieber nicht an...
 

der_vik

ww-birke
Mitglied seit
9 Juli 2012
Beiträge
63
Ort
Berlin
Heyho,

sofern Wille besteht die Sägen selbst umzuschärfen und vor allem auch den Griff anzupassen, kann ich mich dem Tipp von @pedder anschließen. Die Spear and Jackson Sägen habe ich in vierfacher Ausführung selbst im Besitz - 2 Fuchsschwänze einmal für Längs- und ein mal für Querschnitte geschärft, dann noch eine Traditional Tenon Saw für längere Längsschnitte (die hat ein hohes Sägeblatt) und eine "Professional" Tenon Saw für Querschnitte (da ist das Sägeblatt deutlich weniger hoch bis zum Messingrücken). Für eine ungefähre Idee, was man alles machen sollte um aus der Budgetsäge eine gute Handsäge zu machen empfehle ich das Video von Rex Krueger unter
Und eines möchte ich noch anfügen: Das nervige Logo und die gleithemmende Beschichtung ab Werk lässt sich mit einem gut in Aceton getränktem Lappen und einigem Aufwand abwischen. Das verleiht dem Umbau m.E. dann das I-Tüpfelchen und die Sägen arbeiten sich dann mit Leichtigkeit durch das Holz.

Vorteil an den Sägen: Ich habe für ca. 100€ und einige Stunden Arbeit 4 gute Sägen die fast alle Anwendungsfälle abdecken. Das zahle ich bei Veritas für eine einzelne... Nachteil ist, dass man einige Stunden Arbeit investieren muss und sich mit der Schärfung beschäftigen muss (das muss man aber eh, ausser man geht den Weg zu den Japansägen).

Ansonsten ist der Blick zu den Japansägen auch nicht falsch. Eine günstige Ryoba von feinewerkzeuge habe ich auch in der Werkstatt und es gibt den ein oder anderen Fall, wo ihre Nutzung sich viel natürlicher anfühlt als die der anderen 4 Sägen.

Lieben Gruß,
Vik.
 

freakazoit

ww-ahorn
Mitglied seit
2 Juli 2013
Beiträge
107
Ort
Wartburgkreis
Guude,

ich bin mir nicht sicher, aber Bahco ist nicht "made in Germany"... sind eher Vertreiber ala Hama... soweit ich informiert bin, lasse mich aber gerne eines besseren belehren.
Es gibt Marken die sind im Einzelhandel schwer zu bekommen...

Grundsätzlich bin ich auch für Regional wenn es sinn macht. Ich würde schauen, ggf. ausprobieren (z.B. bei Bekannten...)
Dann kaufen was mir gefällt und ins Budget passt.

Ich habe nach und nach auch div. Sägen verschiedener Typen mir angeschafft.
Es fehlt mir noch ne Gestellsäge...

Grüße

Freakazoit
 

flow

ww-robinie
Mitglied seit
25 Januar 2012
Beiträge
823
Ort
Oldenburg (Oldb.)
sofern Wille besteht die Sägen selbst umzuschärfen
So schöne Ergebnisse man damit auch bekommen kann - einem Anfänger würde ich das eher nicht raten. Wenn's dann mit dem Sägen nicht klappt, weiß man nicht, ob's an der Säge, dem Schärfergebnis oder den eigenen Fähigkeiten liegt. Dann lieber eine halbwegs anständige Säge von der Stange holen. Schärfen wäre für mich immer der nächste Schritt.


Viele Grüße

Wolf
 

Keilzink

ww-robinie
Mitglied seit
27 November 2010
Beiträge
1.840
Ort
Reutlingen
Ich glaube, wir gehen heute mehrheitlich davon aus, dass die Waren, die wir kaufen, aus der Verpackung springen und genau so funktionieren, wie sie sollen und wir es wollen. (Wenn nicht, sind wir beleidigt und fühlen uns betrogen).
Und wir alle wissen, dass das meistens nicht so läuft ...

Bei Werkzeugen ist es besonders krass. Die Anzahl an handgeführten Werkzeugen, (die etwas komplexeren Zwecken dienen als ein Hammer, eine Beisszange oder ein Schraubenschlüssel), die mir in meinem Leben begegnet sind, und die nicht nachgearbeitet werden mußten, liegt im einstelligen Bereich. Und da ich schon meinem Großvater in den 60er Jahren über die Schulter geschaut habe, meine ich mich gut erinnern zu können, dass es schon damals so war.

Wenn ich schon nacharbeiten muß, und dazu der Verdacht besteht, dass früher mehr dieser Werkzeuge in Umlauf waren, deshalb die Qualitätsanforderungen höher waren - könnte ich auf die Idee kommen, mich nach gebrauchten Werkzeugen umzusehen. Im Ergebniss habe ich heute eine Zinkensäge, die (getestet) einer Lie Nielsen (130 € ?) von der Funktion her in nichts nachsteht für 5 Euro und ein paar Stunden Arbeit bekommen. Und sie hat auch einen Kirschbaumgriff mit Messingschrauben, und der wurde sogar haargenau an meine rechte Hand angepasst. OK, das Sägeblatt blinkt nicht so schön, wie bei einer neuen und der Rücken ist nur aus Stahl statt Messing. Dazu sind noch 20 € für eine gute Schränkzange und 10 für ein paar Feilen gekommen, aber auch die Kluppe habe ich aus Abfallholz selbst gebaut.

Wie Ottmar das genannt hätte:
Als Gedankenanstoß.
Andreas
 
Zuletzt bearbeitet:

Holzrad09

ww-robinie
Mitglied seit
3 Februar 2015
Beiträge
6.689
Ort
vom Lande
Und eines möchte ich noch anfügen: Das nervige Logo und die gleithemmende Beschichtung ab Werk lässt sich mit einem gut in Aceton getränktem Lappen und einigem Aufwand abwischen. Das verleiht dem Umbau m.E. dann das I-Tüpfelchen und die Sägen arbeiten sich dann mit Leichtigkeit durch das Holz.
Das macht aber nun mal größtenteils englische Rückensägen aus, ist halt doof dass es bei den Spear & Jackson Sägen aufgesprüht anstelle eingraviert oder geätzt wurde, dann würde es wahrscheinlich auch besser gleiten.
LG
 
Zuletzt bearbeitet:

NewbieS

Gäste
Danke erstmal für die zahlreichen Beiträge. Ich versuche das mal etwas zu ordnen...

Die Säge zu schärfen ist nicht das Ausschlusskriterium, auf UMschärfen habe ich aber keine Lust. Entweder ich kaufe die passende Säge oder ein entsprechend neues Blatt zu einer vorhandenen Säge.

Letztlich ist es mir egal, ob die Säge aus Deutschland kommt. Mir fiel nur auf, dass gerade die Feinsägen meist aus dem englischsprachigen Raum kommen. Insbesondere Sheffield lese ich sehr oft. Ich bin ähnlich wie @freakazoit ein Fan von regionalen Sachen und hatte mich einfach gewundert, wieso es kaum deutsche Vertreter gibt. Holzwerken tut man hier schließlich schon genauso lange. Im Umgang mit westlichen Sägen bin ich vetraut. Japanische Sägen wie von @Eder Franz und @der_vik vorgeschlagen, habe ich noch nicht benutzt.

@heiko-rech die Idee mit der Gestellsäge ist tatsächlich sehr gut. Werde ich drüber nachdenken. Das wäre eine relativ naheliegende Lösung. Im Zweifelsfall spendiere ich der Säge ein neues Sägeblatt. Je nach Zustand.

@Holzrad09 was machen die Sägen von Tyzack & Son so besonders? Und danke für deine kurze Einschätzung zu den Sägen von Thomas Flinn!

So, ich hoffe ich habe niemanden übergangen!
 

Túrin

ww-robinie
Mitglied seit
20 Dezember 2009
Beiträge
5.288
Ort
deheeme
...die Idee mit der Gestellsäge ist tatsächlich sehr gut. Werde ich drüber nachdenken. Das wäre eine relativ naheliegende Lösung. Im Zweifelsfall spendiere ich der neugekaufen gebrauchten Säge ein neues Sägeblatt...
Das wäre ein schönes Selbstbauprojekt. Oder zwei, für Längs- und Querschnitte.
 

Holzrad09

ww-robinie
Mitglied seit
3 Februar 2015
Beiträge
6.689
Ort
vom Lande
Wie sieht es beispielsweise mit Firmen wie Bahco und MPS aus im Vergleich?
MPS sagt mir jetzt nichts und über Bahco kann Ich nichts schlechtes sagen, habe von denen eine Fein und eine Japansäge. Die haben auch einige nachschärfbare Sägen im Programm, was halt nicht so toll ist, der Plastikgriff.
Wenn es Dir aber nichts ausmacht, dann kommt man da mit 100 Eu schon weit. Fuchsschwanz 28,50 Eu, eine Japansäge zu 25 Eu, eine Feinsäge für etwa 18 Eu und eine Rückensäge für etwa 25 Eu.
Damit solltest Du für den Anfang gut gerüstet sein.
LG
 

der_vik

ww-birke
Mitglied seit
9 Juli 2012
Beiträge
63
Ort
Berlin
Das macht aber nun mal größtenteils englische Rückensägen aus, ist halt doof dass es bei den Spear & Jackson Sägen aufgesprüht anstelle eingraviert oder geätzt wurde, dann würde es wahrscheinlich auch besser gleiten.
Vielleicht fehlt mir da das Traditionsbewusstsein, aber wenn etwas die Funktion behindert, dann empfehle ich durchaus es einfach wegzumachen :emoji_wink: Würde ein Logo auf dem Rücken sein oder in das Sägeblatt eingraviert, hätte ich auch nichts dazu gesagt. Das Problem ist einfach, dass die Sägen mit dem Logo nicht vernünftig durch das Holz gleiten und die Säge ständig hängenbleibt - zumindest wenn die Schränkung auf ein Minimum reduziert wird um ein sauberes und möglichst dünnes Schnittbild zu kriegen.

Lieben Gruß,
Vik.
 

Holzrad09

ww-robinie
Mitglied seit
3 Februar 2015
Beiträge
6.689
Ort
vom Lande

Eder Franz

ww-robinie
Mitglied seit
7 Dezember 2008
Beiträge
785
Da sind einige schöne Tipps zusammengekommen. Rückensägen sind nicht so mein Ding. Bei den Japansägen würde ich Tajima der Bahco vorziehen. Es gibt gerade bei den japansägen sicherlich noch irrere Teile, die bei Volmond von Jungfrauen aus Hühnerkot geschmiedet wurden, aber eigentlich will ich gar keine Säge besitzen. Ich säge auch nicht um zu sägen, sondern weil möchte, das mein Holz in Zwei ist.

Was Ottmar - ich habe ihn leider nicht kennengelernt - wohl dazu gesagt hätte? Ich glaube man hätte prima mit ihm an einem geseiften Brauhaustisch darüber philosophieren können. :emoji_slight_smile:
 

Keilzink

ww-robinie
Mitglied seit
27 November 2010
Beiträge
1.840
Ort
Reutlingen
... genau so wie pedder das schreibt. Ich habe auch mit anderen Schränkzangen rumgemacht, aber die Eclipse 77 ist die einzige, die wirklich sehr gut funktioniert. Inzwischen hab ich zwei, beide in Bronze, eine mit einem fein geschliffenen Stempel nur für die Zinkensäge, die andere, im Urzustand, für die anderen Sägen . Eine davon habe ich sogar in D kaufen können, kaum gebraucht, mit der Original-Verpackung. Man muß halt ein bisschen aufpassen, dass man auch wirklich eine 77er erwischt, Eclipse hat im Laufe der Zeit einige Typen rausgebracht.
 

tritom

ww-birnbaum
Mitglied seit
9 Dezember 2019
Beiträge
224
Ort
Schweiz
Oben Unten