Hallo aus Hessen mit einer Frage zum.... Kufentisch...

Magnum007

ww-fichte
Mitglied seit
15 September 2020
Beiträge
23
Ort
Nauheim
Hallo, Da ich hier leider keinen Vorstellungsthread gefunden habe, mache ich dies eben mal in meiner ersten Frage!
Ich komme aus Nauheim bei Groß-Gerau, bin verheiratet, habe 2 erwachsene Töchter, die aber nicht mehr im Haus hier wohnen, kratze knapp an der 60 und hab ein Haus, an dem es immer was zu arbeiten gibt - auch mit Holz. Bin Elektriker, jedoch mache ich auch alle sonstigen Arbeiten am Haus, wie mauern, verputzen und was sonst eben so anfällt. Außerdem mache ich auch einfache Schweißarbeiten. Mit dem Thema Möbelbau habe ich mich bisher aber noch nicht befasst.

Womit wir schon beim Thema wären.
Meine älteste Tochter hatte die Vorstellung einen Tisch zu(sammen) zu bauen. Ihre Idee, wovon sie auch nicht abzubringen ist, die Tischplatte besteht aus 4 vorhandenen Baubohlen, die erst abgehobelt werden müssen und die Füße sollen ...Trommelwirbel.... Kufen werden. Diese sind ja hier nicht so wirklich beliebt, aber ich muss sagen ich persönlich finde die auch nicht schlecht. Aber alles Geschmacksache.
Die 4 Bohlen sollen ein Maß von je 2000 x 230 x 40cm sein und dazwischen ca. 1cm Luft, so dass am Ende eine Fläche von 2000 x 950 entsteht.
Sie hat mir also ein paar Links zu solchen Kufen geschickt, und da mir die Abmaße doch etwas mickrig vorkamen wurde mir dann hier auch bestätigt hat, sind die nicht wirklich für größere Tischplatten geeignet.
Nachdem ich nun schon einiges gelesen habe, möchte ich die Kufen selbst bauen.
Mein (von diversen Threads hier beeinflusster) Plan ist rundum Vierkantprofil in 100 x 40mm mit einer Wandstärke von 1,5-2mm
Damit das Wackeln in Längsrichtung minimal bleibt wollte ich als Montageplatte eine Stahlplatte in 300 x 900 x 5mm oben drauf schweißen.
So wie hier
https://www.woodworker.de/forum/threads/esstisch-mit-stahlgestell.111170/page-2#post-733295Wogegen ich die Kufen bei dem 2 Meter Tisch 1600mm auseinander setzen wollte (innen-innen)
Daraus ergibt sich jeweils vom Rand bis zur Kufe 100mm, weshalb die Kufen nicht mittig auf der Stahlplatte, sondern am äußeren Rand sitzen.

Diese Konstruktion hätte mir auch gefallen
https://www.woodworker.de/forum/threads/esstisch-mit-stahlgestell.111170/#post-710541aber die finde ich schon sehr gewaltig.

So nun ein paar Fragen:
1. Wäre die Konstruktion soweit O.K? Ich höre mir gerne an, was andere darüber denken.
2. Kann mir jemand sagen, was sowas kostet, wenn man die Pulverbeschichten lässt?

3. Hat weniger mit dem Tisch zu tun - ich lese hier in Verbindung mit Holzplatten immer wieder den Ausdruck "schüsseln". Was bedeutet das?

So ich glaube, das wars fürs erste mal.
Danke für eure Tipps!!!
Roland
 

Wrchto

ww-robinie
Mitglied seit
2 Januar 2016
Beiträge
726
Alter
50
Ort
Stockerau
Zum Thema schüsseln mal gaaanz vereinfacht erklärt: Stell Dir ein ebenes Brett vor, dass sich in die Form einer Rinne wölbt. Das hat mit der Feuchtigkeitsveränderung zu tun.

Grundsätzlich ist Deine Vorgehensweise ok, Du hast Dich ja schon bzgl. Wackeln, Langlöcher, Stahlplatte usw. eingelesen. Bedenke, dass Du durch die 1cm-Spalten die Kufen bzw. die Platte sehen wirst.
 

Macchia

ww-robinie
Mitglied seit
2 Mai 2014
Beiträge
6.068
Ort
Corsica
Hallo Roland,

zu
1) ja, wobei mir die Konstruktion aus dem 2. Link deutlich mehr zusagt....:emoji_wink:
2) wenn rostfrei und sauber bei Selbstabholung würde ich auf Korsika=teuer etwa 80/90,- bezahlen / pro Stück,
wobei ich denke, dass es in D nicht soviel günstiger ist.
Ich würde daher nur entfetten, anschleifen, grundieren! und lackieren mit namhaften Produkten.
3) schaust du dem Brett auf die Stirn siehst du die Jahresringe, je nachdem aus welchen Bereich des Stammes
geschnitten als mehr oder weniger bogenförmige Linie. Beim trocknen (s. #2) wird sich das Holz entgegengesetzt zu diesem Verlauf "biegen/schüsseln".
Bei einzelnen Bohlen/Brettern die nicht miteinander verleimt werden würde ich den Kern bei allen Brettern nach oben nehmen so, dass die
Längskanten sich nach unten auf das Gestell/Platte ziehen. (umso breiter die Bohle/Brett umso deutlicher der Effekt)
Beim verleimen zu einer geschlossenen Platte hingegen sind Verleimregeln--> aus diesem Grunde möglichst einzuhalten.

Die gewünschten Abstände lassen nicht nur Brösel durchrieseln und erschweren das sauber wischen,
sondern sind auch Stolperfallen für jedes Wein-Glas etc. was aber weniger schlimm ausfällt wenn der Kern nach oben verbaut wird.
Die Abstände haben zwar Nachteile aber ein einzelnes Brett muss nicht mit großen Langlöchern im Stahl befestigt werden
hier langt ein größerer LochØ (10mm) als SchraubenØ (5mm). (PanHead-Kopf + Beilagscheibe) vorausgesetzt die Bohlen sind trocken.

viel Spass beim Bau!
und Bilder vom Ergebnis wären toll.
 

Ironwood

ww-birnbaum
Mitglied seit
30 Juli 2020
Beiträge
200
Ort
Heide
weshalb die Kufen nicht mittig auf der Stahlplatte, sondern am äußeren Rand sitzen.
Hallo Roland,
die Außermittigkeit der Kufen auf der Grundplatte ist bezüglich der Stabilität nicht relevant. Wichtig für die Stabilität ist, dass die Bohrungen für die Schrauben möglichst weit außen auf der Grundplatte sitzen (max 10-15mm Randabstand). Ggf. musst du einseitig durch das Rohr und die Grundplatte schrauben. Bei der geplanten (geringen) Wandstärke des Rohrs darauf achten, dass das Rohr von den Schrauben nicht deformiert wird. Alternativ: an den Schraubenpositionen ein Rohrstück als Verstärkung einschweißen.

Viel Erfolg
Gruß - Paul
 

Magnum007

ww-fichte
Mitglied seit
15 September 2020
Beiträge
23
Ort
Nauheim
Hallo und erstmal vielen Dank für die Antworten und Tipps - und die Erklärungen was schüsseln bedeutet!
@Macchia
1. Ja, da bin ich mir selbst noch nicht ganz einig :emoji_wink:
2. Bei den Preisen werde ich wohl auf Lackierung zurück greifen. Ich werde aber trotzdem mal ein Angebot fürs Beschichten einholen, wenn es soweit ist.
3. Das heißt, so wie auf dem Bild, liegen sie schon richtig?
Würde es sich hier um ein halbwegs hochwertiges Holz handeln, würde ich mir ums Verleimen (lassen) Gedanken machen.
Dass dann ein paar Krümel durchfallen, ist nicht soo tragisch - sie hat ja einen Saugroboter.... :emoji_wink:
Aber was hat das umfallende Glas mit der Einbauposition des Brettes zu tun...?
Danke für den Link. Sehr interessant für Laien wie mich!!!

@Ironwood
Da ja nur die beiden Füße und der untere Verbinder aus dem Rohr bestehen, dieses U-Gerüst auf die Grund oder Montageplatte geschweißt wird, die wiederum aus 5mm Stahl besteht, brauche ich mir um die Deformierung glaube ich keine Gedanken zu machen.

Ich habe jetzt schon mehrfach gelesen, dass die Schrauben nicht so "angeknallt" werden sollen. Was wäre denn da ein vernünftiges Maß an Drehmoment?
Ich persönlich würde bei diesem Tisch jedes einzelne Brett auf jeder Seite mit 2 Schlossschrauben befestigen, aber soviel Industrie wollte meine Tochter nun auch wieder nicht...:emoji_laughing:

Bilder kommen - wenn das Ergebnis halbwegs ansehnlich ist.... :emoji_sunglasses: Kann aber noch etwas dauern.

Roland
 

Anhänge

Wrchto

ww-robinie
Mitglied seit
2 Januar 2016
Beiträge
726
Alter
50
Ort
Stockerau
Auf Deinem Bild kannst Du beim zweiten Brett von links schon das Schüsseln beobachten :emoji_wink:
Das umfallende Glas bezieht sich auf die Spalten zwischen den Brettern. Es passiert eben gerne, dass man beim Abstellen des Glases auf den Tisch, dieses so "in" die Spalte stellt, dass es umkippt.
Die Schrauben einfach vernünftig handfest anziehen. Nicht zu locker, aber auch nicht mit Gewalt.
 

Magnum007

ww-fichte
Mitglied seit
15 September 2020
Beiträge
23
Ort
Nauheim
Hallo
Das mit den Spalten und umfallendes Glas ist klar, es ging aber um den Satz:
"... sondern sind auch Stolperfallen für jedes Wein-Glas etc. was aber weniger schlimm ausfällt wenn der Kern nach oben verbaut wird. "
Das hatte ich nicht kapiert.
Aber wie gesagt, die Bretter werden abgehobelt, sodass der Tisch nachher eine ebene Fläche ergibt.

[EDIT]
Gerade eben habe ich mal noch etwas gestöbert und bin auf folgende Kufen gestoßen:
https://bestloft.de/product/paar-tischbeine-versch-groessen/
Material ist schon mal 2mm, die Gundplatte 4mm aber 100mm breit. Lediglich die Breite von den Kufen selbst von 80mm wäre ein kleines Manko.
Trotzdem dachte ich mir, wenn ich die Kufen so montiere, dass der 20mm Überstand nach außen zeigt und ich auf die andere Seite der Grundplatte oben 4 Ausleger schweiße, sozusagen unter jedes Brett einen mit ca. 150 x 200 (300) x 5, wären diese Kufen dann auch ausreichend?
 
Zuletzt bearbeitet:

Magnum007

ww-fichte
Mitglied seit
15 September 2020
Beiträge
23
Ort
Nauheim
:emoji_joy::emoji_joy::emoji_joy::emoji_joy:
OK.... Da die Bohlen ja gehobelt werden sollen, sollte es nicht zu diesem Eklat kommen.
Trotzdem schicke Zeichnung... :emoji_wink:
 

Magnum007

ww-fichte
Mitglied seit
15 September 2020
Beiträge
23
Ort
Nauheim
Ich hab kein Feuchte Messgerät. Die liegen seit gut 10 Jahren trocken bei mir in der Garage. Es waren 4 Stück á 4 Meter. 2 Stück haben sich verzogen, die anderen beiden nur "geschüsselt". Die beiden habe ich jetzt geteilt, sodass ich die 4 auf dem Bild daraus erhielt.
Vor 3-4 Jahren hatte ich sie mal in Gebrauch und damals waren sie eigentlich schon in dem Zustand wie jetzt.

Rechte Seite oben, also so wie sie auf dem Bild liegen.
 

IngoS

ww-robinie
Mitglied seit
5 Februar 2017
Beiträge
6.327
Ort
Ebstorf
Rechte Seite oben, also so wie sie auf dem Bild liegen.
Hallo,

ja, so ist es richtig. Abstand zwischen den Bohlen 3, max. 4mm, sonst fallen die Messer durch. Weil die Bretter nicht zur Platte verleimt werden, braucht man keine Langlöcher und kann die Bretter auch fest schrauben (nicht zu weit außen am Brett schrauben). In der Mitte quer noch eine Latte unter die "Platte" schrauben, um unterschiedliche Bewegung der Einzelbohlen auszugleichen (kippende Gläser:emoji_slight_smile:).

Gruß

Ingo
 

Macchia

ww-robinie
Mitglied seit
2 Mai 2014
Beiträge
6.068
Ort
Corsica
Das ist schon die richtige Wahl.
Ich weiß jetzt nicht ob dieses Öl dem Fichtenholz evt.
einen Gelbstich verleiht.
Vielleicht meldet sich hier jemand dazu..
Topoil von Osmo fällt mir noch ein und
Tungöl welches aber recht teuer ist doch kaum einen Gelbstich erzeugt.

Du könntest auch mit Pigmenten arbeiten z.B. weiß, das kommt ganz gut auf Fichte und überdeckt den Gelbstich.
siehe:
https://www.kremer-pigmente.com/de/pigmente/?f=18
 

joh.t.

ww-robinie
Mitglied seit
14 November 2005
Beiträge
3.546
Ort
bei den Zwergen
Das ist schon die richtige Wahl.
Ich weiß jetzt nicht ob dieses Öl dem Fichtenholz evt.
einen Gelbstich verleiht.
Vielleicht meldet sich hier jemand dazu..
Topoil von Osmo fällt mir noch ein und
Tungöl welches aber recht teuer ist doch kaum einen Gelbstich erzeugt.

Du könntest auch mit Pigmenten arbeiten z.B. weiß, das kommt ganz gut auf Fichte und überdeckt den Gelbstich.
siehe:
https://www.kremer-pigmente.com/de/pigmente/?f=18
Es gibt Natural holzöl auch mit UV Schutz, dann bleibt es hell.
 

Magnum007

ww-fichte
Mitglied seit
15 September 2020
Beiträge
23
Ort
Nauheim
Hallo
Wie mir hier geraten wurde, werde ich also 10mm Löcher für 5mm Spaxschrauben bohren und Unterlegscheiben (Karosseriescheiben) 5,3x20 nehmen.
Macht es Sinn, zwischen Metallunterlegscheiben und Metallgrundplatte nochmal Unterlegscheiben aus Kunststoff zu legen?
Mein Gedanke, auf dem Kunststoff kann das Holz besser "arbeiten", also dehnen und zusammen ziehen?
 

Macchia

ww-robinie
Mitglied seit
2 Mai 2014
Beiträge
6.068
Ort
Corsica
wichtig ist nur, dass die Schrauben nicht zu fest angezogen werden.
Kunststoff Unterlegscheiben ist zwar prinzipiell keine schlechte Idee, doch da
bräuchte man wenn, sog. polyslider denn wäre der Kunststoff zu weich/stumpf wäre ja auch nichts gewonnen.

Bin auf das Ergebnis gespannt...
Die Farbgebung ist schon geklärt?

Viel Erfolg weiterhin
 

Magnum007

ww-fichte
Mitglied seit
15 September 2020
Beiträge
23
Ort
Nauheim
So, was lange währt.... Der Tisch wurde heute an Ort und Stelle zusammen gebaut.
Als Schutz hat sich meine Tochter bei einem hiesigen Schreinerbetrieb erkundigt und sich für das hier
https://www.remmers.com/de/holzfarb...-fuer-innen/hartwachs-ol/p/000000000000768203in intensivweiß entschieden.
Nun aber ein paar Bilder von der Bauphase und dem fertigen Tisch.
Für meinen ersten Tisch find ich den richtig gut - und seeehr stabil. Beim nächsten darf es auch etwas weniger massiv sein...
Aber besser so, als andersrum.

Danke allen hier, die zu dem guten Ergebnis beigetragen haben!!!
Roland
 

Anhänge

Dietrich

ww-robinie
Mitglied seit
18 Januar 2004
Beiträge
4.891
Ort
Taunus
Hallo Roland,

schön das Du den Vollzug meldest und vergiß nicht 4 Filzfüßchen drunter zu kleben, der Boden wird es danken.

Gruß Dietrich
 

Macchia

ww-robinie
Mitglied seit
2 Mai 2014
Beiträge
6.068
Ort
Corsica
sauber gearbeitet!
Danke für´s zeigen!
Das weiße Hartwachs macht sich gut, zumindest was ich auf dem Foto sehen kann.

:emoji_thumbsup:
 
Oben Unten