(Händisches) Hobeln: Was läuft schief?

lasos84

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Liebe Holzwerker,
ich beiße mir beim (eigentlich so schönen) Thema hobeln die Zähne aus. Kurzfassung:

Es lief mal vergleichsweise anständig. Seit einigen Tagen hat sich das Blatt gewendet. Ich habe ständig Riefen im Hobelbild.Die Ecken des Eisens habe ich beim Schärfen eigentlich leicht verrundet, um dem vorzubeugen. Gehobelte Oberflächen wirken nicht glatt und poliert, sondern rau. Späne sind bei geringer Spanabnahme seltsam kringelig-lockig, aber nicht durchgehend. Bei höherer Spanabnahme schnell unsauberes Hobelbild. Auf der Stoßlade zeigen sich beim Bestoßen des Hirnholzes leichte Riefen sowie Ausrisse rund ums Holz.

Ich hatte es erst auf ein stumpfes Eisen geschoben. Aber nachdem ich mittlerweile zum vierten Mal geschärft habe und sich nichts ändert, zweifle ich etwas an mir. Bilder habe ich euch angehängt.

Falls es hilft, ein paar Angaben zum Setup:
- Hobel: Juuma 5, Original-Eisen
- Veritas Schärfhilfe
- Diamant-Platten aus China, Lederriemen zum Abziehen
- getestete Holzarten: Yellow Poplar, Kiefer, Eiche
 

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lasos84

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Nach dem vierten Mal schärfen? Hmmm, dann scheine ich da etwas grundlegend falsch zu machen. Ok, also an dem Punkt ansetzend: Nur die Mikrophase neu oder komplett neu ansetzen?
 

Lorenzo

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Jep, Messer hat Scharten, und schärfer könnte es auch noch sein, man sieht dass beim Bestossen rundum die Fasern nicht ganz sauber abgeschnitten werden. Dass bei sehr geringer Spanabnahme die Späne nicht mehr durchgehend sind, ist normal. Eigentlich sehen die ziemlich gut aus!
Microfase neu reicht, es schneidet nur einen winziger Teil der Schneide, der Rest is dem Holz völlig egal, kann krumm und rostig sein.
 

lasos84

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Danke euch! Das Schärfen wundert mich einfach, da ich dachte: Jetzt muss es doch mal scharf sein, mit Diamant und Leder, aber - Lerneffekt, ran ans Werk :emoji_wink:
Viele grüsse
Lasse
 

ChrisOL

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Danke euch! Das Schärfen wundert mich einfach, da ich dachte: Jetzt muss es doch mal scharf sein, mit Diamant und Leder, aber - Lerneffekt, ran ans Werk :emoji_wink:
Viele grüsse
Lasse
Die Hobelspäne sehen schon sehr fein aus. Nur um die kleinen Scharten weg zu bekommen musst du noch mal ran. Du musst so viel von dem Eisen wegschleifen, bis die Schneide ganz sauber ist.

Das Bestoßen wird das Messer schon ziemlich belastet. Da kommt es schon mal zu solchen kleinen Ausbrüchen. Das bekommst du aber mit etwas schleifen weg.
 

Mr.P

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Nurmal so ein Ansatz, mit der Schärfhilfe, bewegst du da das Messer nur linear oder auch seitlich? Wenn der Diamantstein nicht so sauber gearbeitet ist, dann könnte es sein, dass dieser die die Rifen reinschleift. Das bekommst du dann auch nicht mehr mit dem Leder weg. Man sollte ja z.B. auch bei der guten Tormek das Eisen auch immer seitliche hin und her bewegen, damit sich ein nicht gerader Stein nicht ins Eisen einfurcht.

Gruß
Andi
 

lasos84

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Nurmal so ein Ansatz, mit der Schärfhilfe, bewegst du da das Messer nur linear oder auch seitlich? Wenn der Diamantstein nicht so sauber gearbeitet ist, dann könnte es sein, dass dieser die die Rifen reinschleift. Das bekommst du dann auch nicht mehr mit dem Leder weg. Man sollte ja z.B. auch bei der guten Tormek das Eisen auch immer seitliche hin und her bewegen, damit sich ein nicht gerader Stein nicht ins Eisen einfurcht.

Gruß
Andi
Tendenziell eher vor und zurück, aber das ist ein guter Impuls. Ich muss das mal beobachten! Die Schleifplatten sind in der Tat billig, ich wollte sie mal ausprobieren. Empfehlung von Paul Sellers. Und am Anfang haben sie gut geschliffen, da hatte ich keine Probleme. Könnte also wirklich an denen liegen...
 

rafikus

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Welche Diamantplatten hast du denn? War die Körnung angegeben, oder hieß es lapidar "grob", "mittel" und "fein"?
Um eine Mikrofase anzubringen würde ich lieber zu einem Stein mit Körnung 4000 und höher greifen. Viele werden nun den Einwand bringen, dass 4000 dafür zu gering sei. Mein 4000er Stein von King macht die Sache sehr gut, dafür ist er sehr weich.
Eine Diamantplatte, die dafür gut wäre, müsste schon verdammt fein sein.
Ich hatte früher mit Leder gearbeitet, die Gefahr dass die Schneide verrundet wird, war mir aber zu groß und so ließ ich es sein.
Für die Mikrofase wird bei mir ein Stein ab Körnung 4000 eingesetzt.
 

lasos84

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Ich habe diese Platten: https://www.ebay.de/itm/303614095273
Die Körnung ist angegeben, und ich nutze die Platten in 240, 600, 1200 und 3000. Wassersteine habe ich auch. Allerdings habe ich festgestellt, dass ich mich - bedingt durch die Sauerei mit dem Wasser, und ich arbeite in der Wohnung - eher davor drücke und das Schärfen lasse. Was ja auch nicht im Sinne des Erfinders ist. Die Diamantplatten sind einfach eine deutlich sauberere Angelegenheit. Müsste ich aber mal testen,ob das Abziehen auf meinem 6000er Stein nochmal was bringt.
 

rafikus

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Solche Platten habe ich mir auch bestellt. Bei dem Preis war ich einfach darauf neugierig, was man bekommt. Nun, die Platten sind recht dünn und auch nicht gerade plan. Ausprobiert habe ich die noch nicht, aber ein Hobeleisen würde ich nicht da drauf los lassen. Eventuell versuche ich die auf eine plane Steinplatte zu kleben und probiere es dann.

Wenn du einen 6000er Wasserstein hast, dann mache ihn richtig plan und stelle damit die Mikrofase her. Die Mikrofase kann etwa 0,3mm breit werden und sollte spiegelblank sein. Wie hast du eigentlich die Spiegelseite des Hobeleisens abgerichtet?
Hast du schon eine vernünftige Lupe?
 

lasos84

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Dünn sind, ich habe sie allerdings auf eine Granitplatte geklebt, das funktioniert gut. Plan sind sie auch. Nur habe ich das Gefühl, sie verlieren die Schärfe recht schnell. Mag aber auch subjektiv sein, da ich bislang nur das Schärfen mit Wassersteinen kannte.
Den 6000er teste ich wie von dir beschrieben. Eine Lupe habe ich bestellt. Was mir darüber hinaus ein wenig Kopfzerbrechen bereitet: Die Mikrofase des Hobeleisens ist - unter Verwendung der Schärfhilfe - nicht 0,3mm breit, sondern eher 1 - 1,5 Zentimeter. Seltsam... Einstellung des Rädchens auf 6 Uhr gestellt, was laut Anleitung korrekt für die Mikrofase sein sollte.
Was die Spiegelseite angeht: dünnes Lineal an eine Kante der Steine, darauf Eisen auflegen und vorderen Teil des Eisens bearbeiten, mit aufsteigender Körnung bis 3000, danach auf Leder anziehen. Wenigstens das Polieren hat ganz gut geklappt.
Grüße
Lasse
 
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rafikus

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Die Mikrofase des Hobeleisens ist - unter Verwendung der Schärfhilfe - nicht 0,3mm breit, sondern eher 1 - 1,5 Zentimeter.
Dann haben wir zwei Probleme.
1. Das ist aber leicht zu beheben. Mit "breite der Mikrofase" meinte ich die Dimension entlang des Hobeleisens. Also wenn die eigentliche Fase 50mm x 7mm ist, dann wären die 7mm für mich die Breite. In diesem Thema ist auf dem ersten Bild die Mikrofase etwa 2mm breit, auf dem zweiten Bild dann schon passend: https://www.woodworker.de/forum/threads/schleifen-fase-wird-schräg.110677/#post-694245

2. Hier liegt ein richtiges Problem vor. Wenn du was von 1 ~ 1,5cm schreibst, dann deute ich das so, dass die Mirkofase sich nicht über die ganze Breite des Hobeleisens erstreckt. Das muß sie aber. Und wenn es nur so wenig ist, dann sind deine Platten oder dein Stein nicht plan.

Mach doch mal einige gute Bilder der Fase und auch der Spiegelseite.

Was die Bearbeitung der Spiegelseite angeht, so kann ich zu der Methode mit dem Lineal nicht viel schreiben. Ich mag sie nicht und versuche lieber einen großen Bereich plan zu bekommen. Aber auf einem 3000er Stein kann es kaum gut gehen. Mit dem Leder hast du die Oberfläche vielleicht glatt bekommen, aber damit kannst du doch nicht die Spuren nach dem 3000er Korn egalisieren.
 

rafikus

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Autsch. Der dunkle Bereich auf der Fase ist deine Mikrofase? Wo ist denn da der erwähnte 1 ~ 1,5cm? Für mich ist die Mirkofase mehr als 2mm breit (lang), viel zu viel.
Dass es schief ist liegt weniger an den Platten, sondern an der Schleifhilfe bzw. wie das Eisen eingespannt war.
Der geschliffene Bereich auf der Spiegelseite ist aber sehr klein, wie kann man den Spanstaucher da richtig anpassen? Ist der Bereich spiegelblank?
 

Keilzink

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Ich habe mir gerade deinen Link auf die Dia-Platten angesehen. Klar, hoher Preis bedeutet nicht immer und unbedingt bessere Qualität. Wenn aber der Preisunterschied zwischen dem Marktführer und diesen China-Platten bei 1: 20 bis 1: 30 liegt ... dann kann man schon mal nachdenken.
Die billigste meiner Platten hat um die 70 € gekostet, die teuerste 90. Vorher habe ich mit Nassschleifpapier auf Glasplatten gearbeitet - auch damit bekommt man vernünftige Ergebnisse, mit viel Mühe halt, dafür für wenig Geld. Aber ehrlich, für diese Billigplatten wäre mir meine Zeit und meine Hobelmesser zu schade.
 

lasos84

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Das war... ähm... eine saudumme Schätzung, geboren aus der Faulheit, den Hintern vom Sofa zu bewegen und nachzumessen. Gelobe Besserung, daher: „Mikrofase“ ist rund 3mm breit. Trotzdem zu groß für „Mikro“. Also nochmal komplette neue Fase anziehen, oder?
Der Bereich ist blank auf der Rückseite, aber in der Tat sehr klein. Auch da würde ich wohl nochmal ranmüssen.
Krass, wieviel Arbeit man da reinsteckt - ind wie viel man falsch machen kann. Hohes Frustrationpotential. Aber toll, wie ihr hier helft. Großartig, das hilft sehr!!!
 

lasos84

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Ich habe mir gerade deinen Link auf die Dia-Platten angesehen. Klar, hoher Preis bedeutet nicht immer und unbedingt bessere Qualität. Wenn aber der Preisunterschied zwischen dem Marktführer und diesen China-Platten bei 1: 20 bis 1: 30 liegt ... dann kann man schon mal nachdenken.
Die billigste meiner Platten hat um die 70 € gekostet, die teuerste 90. Vorher habe ich mit Nassschleifpapier auf Glasplatten gearbeitet - auch damit bekommt man vernünftige Ergebnisse, mit viel Mühe halt, dafür für wenig Geld. Aber ehrlich, für diese Billigplatten wäre mir meine Zeit und meine Hobelmesser zu schade.
Mit Granitplatte und Nassschleifpapier habe ich auch mal geschärft, ging ordentlich. Macht allerdings, ähnlich wie Wassersteine, auch Sauerei. Dachte, das würde ich mit den Diamantplatten umgehen. Und mittlerweile fürchte ich, dass das Problem weniger an der Technik liegt, sondern eher ein menschliches ist... :-/
 
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Lorenzo

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Aber du lernst gerade sehr viel und kannst bald die "menschlichen Probleme" immer häufiger hinter dir lassen. :emoji_wink:
Handwerk halt, das Wissen wie etwas geht is meistens nur die halbe Miete, dann muss die Feinmotorik ran, und die kann man sich nicht anlesen, da hilft nur machen! Du bist also auf dem besten Weg.
 

michaelhild

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Zu breit/lang kann eine Mikrofase nicht sein, jedenfalls beeinflusst die Größe nicht das Schnittergebnis.
Eine Mikrofase ist dafür gedacht, um das nachschärfen zu beschleunigen, da ja nur die schmale Mikrofase geschärft werden muss, nicht die ganze Schneide. Mit jedem Schärfen wird die größer und irgendwann erfüllt sie ihren Zweck nicht mehr, weil das Schärfen keinen wirklichen Zeitvorteil mehr bringt und man muss die Schneide neu aufbauen.
Auf das Arbeiten mit dem Hobel hat das keinen Einfluss.
 

Túrin

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Zu breit/lang kann eine Mikrofase nicht sein, jedenfalls beeinflusst die Größe nicht das Schnittergebnis.
Eine Mikrofase ist dafür gedacht, um das nachschärfen zu beschleunigen, da ja nur die schmale Mikrofase geschärft werden muss, nicht die ganze Schneide. Mit jedem Schärfen wird die größer und irgendwann erfüllt sie ihren Zweck nicht mehr, weil das Schärfen keinen wirklichen Zeitvorteil mehr bringt und man muss die Schneide neu aufbauen.
Auf das Arbeiten mit dem Hobel hat das keinen Einfluss.
Genau so.
 

flow

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Nurmal so ein Ansatz, mit der Schärfhilfe, bewegst du da das Messer nur linear oder auch seitlich? Wenn der Diamantstein nicht so sauber gearbeitet ist, dann könnte es sein, dass dieser die die Rifen reinschleift.
Das denke ich eher nicht, dann müsste ja die Schärfhilfe immer haargenau an der selben Stelle über den Stein fahren.

Wolf
 

JannikOS

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Also ich habe noch nie eine Lupe benötigt,um meine Eisen zu schärfen?
Wenn man jetzt das letzte raus holen will, meinetwegen aber die grundlegenden Probleme müssen aktuell noch woanders liegen
 
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