Fragen zu Holzöl, Hartöl, Firnis, Hartwachsöl, ...

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Re-Mark, 7. August 2006.

  1. Re-Mark

    Re-Mark ww-kastanie

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    Fragen zu Holzöl, Hartöl, Firnis, Hartwachsöl, ...
    Hallo,

    ich habe jede Menge Fragen zu Grundlagen und zu Details bezüglich der Holzschutzmittel auf Öl-, Wachs- und Harzbasis.

    Aktuell ging es mir darum, einige für ein Regal bestimmte Buchenbretter ('stabverleimt'?) aus dem Baumarkt zu behandeln, aber ich bitte darum, meine Fragen nicht darauf beschränkt zu sehen. Mein Bett, meine Küchenschneidebretter und auch 'zusätzliche Fensterbretter' sind ebenfalls aus diesem Material, aber es stehen weitere Holzarbeiten mit anderem Anforderungsprofil an (Esstisch, evtl. Gartenschuppen, ...). Daher möchte ich nicht einfach nur wissen, was ich nehmen soll und wie es verwendet wird, sondern vor allem wann warum welche Inhaltsstoffe in einem Mittel drin sind, wie sie sich auswirken, welche Besonderheiten zu beachten sind etc.

    Ausgangspunkt war das für mich verwirrende Angebot im Baumarkt: Firnis, Holzöl, Hartöl, Möbel-Wachs, Holzwachs, Hartwachs, Bienenwachs, Hartwachsöl, Naturharz-Hartöl, Teak- und Gartenmöbelöl, Terrassen-Holzöl etc etc...

    Ok, die Produkte mit 'Wachs' im Namen enthalten Wachse, die mit 'Harz' enthalten Harze. Aber gibt es z.B. tatsächlich universelle (nicht Herstellerspezifische) Unterschiede zwischen 'Holzöl' und 'Hartöl', zwischen 'Möbelöl' und 'Firnis', zwischen 'Gartenmöbel-Öl' und 'Terrassen-Öl', ...? Enthalten vielleicht 'Hartöle' manchmal auch Harze? Machen 'Hartöle' die Oberfläche tatsächlich grundsätzlich strapazierfähiger als 'normale' Öle? Bringen 'Naturharz-Hartöle' weitere Vorteile?


    Es liegt der Verdacht nahe, dass zuminest einige der Kategorien einem ähnlichen Zweck dienen wie in einem anderen Bereich die verschiedenen Dünger: Tomatendünger, Staudendünger, Beerendünger, Rosendünger, Rasendünger, Moorbeetdünger, ... - nur eine Methode, Anwendern, denen Grundlagenwissen fehlt, das Geld aus der Tache zu ziehen. (Im Prinzip würden vier, fünf rel. billige Grundstoffe genügen, halt stickstoff-, phosphor-, kalibetont, dazu Magnesiumkalk und evtl. Eisendünger.)

    Vielleicht lohnt es sich ja auch beim Holzschutzmittel aus einigen Grundzutaten ein preisgünstiges und gleichzeitig hochwertiges Mittel selber zu mischen?

    Ein Blick auf die Inhaltsstoffe der deklarierten Produkte zeigt meist ähnliche Zutaten:
    - Leinöl
    - Leinöl-Standöl
    - Holzöl/Tungöl
    - Isoparaffine
    - Zitrusschalenöl
    - Terpentinöl
    - Co/Zn/Zr-Trockner/Sikkative
    - Wachse (nicht immer genauer erklärt, meist Carnaubawachs und/oder Bienenwachs)
    - Harze (noch seltener näher ausgeführt)

    Manchmal sind noch einige dieser Stoffe drin:
    - Methylcellulose
    - Quellton
    - Kieselsäure
    - Wasser
    - Paraffin
    - bei einem Hersteller als Ölanteil: Sonnenblumen-, Soja-, Distelöl

    Grundlegende Erklärungen zu Leinöl, Tungöl, Terpentinöl und zu Bezeichnungen wie 'Standöl', 'Halböl' etc. habe ich auf dieser Seite gefunden:
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    Es sind aber noch viele Fragen offen, z.B.:

    - warum enthalten manche Produkte Wasser? Ein Beispiel ist 'Behandla' von Ikea, ein anderes einige Produkte für den Außenbereich von 'ultranature'. Ich dachte schon, Wasser sei nur ein Streckmittel für billige Mischungen, aber bei 'ultranature' scheint das nicht zuzutreffen.

    - Bezüglich der Wachse, Hartwachsöle etc. dachte ich bisher, dass Wachs eben noch wasserabweisender wäre als Öl, und daher bei besonders strapazierten Flächen eingesetzt wird. Aber hier bin ich auf Aussagen gestossen, dass Wachs nicht wasserfest und sogar für Wasserflecken auf behandelten Holzflächen verantwortlich sein sein soll. 'Pures' Öl bzw. Firnis sei in dieserHinsicht besser:
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    Hier in diesem Forum meine ich, ähnliches gelesen zu haben. Stimmt das so? Sollte man bei Gefahr von Wasserflecken und insbesondere an exponierten Orten wie z.B. Esstisch besser auf Wachs und wachshaltige Produkte verzichten? Wozu nimmt man dann, abgesehen von Flächen, bei denen der Anfeuerungseffekt von Öl nicht erwünscht ist, überhaupt Wachs?

    - Isoaliphate, Zitrussschalenöl oder Terpentinöl dienen, wenn ich das richtig verstanden habe, als Verdünner, wobei Isoaliphate als unproblematischer bezüglich Allergen-Potential gelten als die natürlichen Öle und daher sogar in 'Naturprodukten' verwendet werden. Ottmar schreibt aber hier:
    Zitat:
    Das Oel zu verduennen bewirkt das Gegenteil [von tieferem Eindringen], da die Verduennug auf Grund der Duennfluessigkeit tiefer ins Holz eindringt, dieses saettigt und das Eindringen von Oel behindert.
    Hm, wozu verdünnt man das Öl dann überhaupt? Wäre pures Leinölfirnis dann nicht noch besser? Auf der Oberflächenbehandlungs-Seite von woodworking.de (Link oben) wird z.B. als Anwendung von 'Halböl' (Mischung aus Leinöl und Balsamterpentinöl) Tiefengrundierung genannt, dort wird also offenbar von einem tieferen Eindringen durch die Verdünnung ausgegangen.

    - Wie tief dringt so eine Öl- oder Hartwachsöl- oder Naturharz-Hartöl-Behandlung überhaupt in die verschiedenen Hölzer ein? Ich habe hier irgendwo etwas von 'Bruchteilen eines Millimeters' gelesen, aber wenn ich sehe, wieviel Öl meine Buchenleimholzplatten aufsaugen, so kann das eigentlich nicht sein...


    Ich glaube, hier mache ich lieber eine Pause...

    Grüsse,
    Robert
     
  2. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    Hallo Robert und alle anderen!

    Bin ganz neu hier, bzw. gerade beim googeln hier auf den Beitrag von Robert gestoßen.

    Ich suche auch nach einem selbstmachbarem Öl für unsere Bankirai-Terasse. HAbe bisher PNZ benutzt, aber jedes Jahr ca. 120Eus zu lassen für ca.7 LIter finde ich nicht o.k.

    Inhalt: wetterfeste Öle und Pigmente. Toll und teuer. Das Zeug ist leicht bräunlich beim Auftrag und dünn wie Wasser.
    Kann man Petroleum nehmen? Oder den billigen Holzschutz (den dünnflüssigen, der hat je nach Produkt auch Pigmente)?

    Was macht die Markenprodukte so teuer?

    Grüße
    MArtin
     
  3. heiko-rech

    heiko-rech ww-robinie

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    Hallo,

    Der ursprüngliche Sinn, der hinter dem Einsatz dieser Holzarten steckte, war, dass sie keiner Behandlung bedürfen. Dabei vergraut das Holz, verrottet aber nicht.

    Wenn du immer schönes, honigfarbenes Holz haben möchtest mußt du jedes Jahr streichen. Das hättest du aber auch billiger haben können, ohne die Tropenholzproblematik, indem du ein preisgünstiges Nadelholz genommen hättest, das du jedes Jahr streichst. Du bist also auch in die Bankirai Falle getappt.

    Ich bin jetzt nicht der absolute Öl Experte, wenn ich Blödsinn schreibe, verbessert mich bitte:emoji_grin:, aber ich bin der Meinung, dass hier ein Leinölfirnis ausreichen sollte. Eventuell zwei Aufträge, bei dem der erste mit Balsamterpentin verdünnt wird. Dies verhindert aber nicht das Vergrauen. Allerding wird vergrautes Holz dadurch etwas aufgefrischt. Wenn du das vergrauen verhindern möchtest, brauchst du einen UV Schutz. dies sind dann Farbpigmente, die beigemischt werden. Pigmente bekommst du in jedem Malerfachgeschäft. Dort kannst du dich auch bezüglich des selbstgemischten Öles beraten lassen.

    Gruß

    Heiko
     
  4. marbuc

    marbuc ww-pappel

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    HAllo und Danke für die Antwort!

    Ich habe dieses Bankirai genommen, da es halt nicht verrottet, selbst an den Stellen, wo die UNterkonstuktion Bodenkontakt hat. Weil es hart ist und ein Schieben von Möbeln etc. verknustert ohne Macken zu bekommen.

    Ausserdem war es ja spottbillig :emoji_grin:

    Ne, im Ernst. Vergrauen lassen stört mich nicht wirklich, aber meine liebste Cheffin will das nicht.

    Ich mag aber nicht jedes Jahr so viel Kohle lassen für Öl. Ist wirklich recht viel Geld, für die paar Liter Öl.
    Wenn die Terasse (ca. 35m²) im Frühjahr wieder frisch aussieht, würde das reichen.
    Gut, das Holz verrottet nicht - wird nur grau. Also ist chemischer Holzschutz nicht notwendig (wäre an der Unterkonstruktion und der Bohlenunterseite eh nicht möglich). Eine Ölung, um das Holz geschmeidig zu halten (sorry, bin noch nicht der Experte) ist wohl auch Käse, denn allzu tief dringt das Öl ja nicht ein, ich glaube keinen Millimeter.
    Also geht es echt nur um die Pikmentierung?

    Kann man denn dann nicht IRGENTWAS nehmen, was das Holz leicht einfärbt, auffrischt??? So richtig billig, im wahrsten Sinne des Wortes.

    Was, wenn man den billigsten Holzschutz kauft (z.B. 5 Liter 5 Euronen im top Angebot), der toll sein soll um Nadelholz zu schützen aber nix taugt, es quasi nicht kann und aber doch ne Bankirai-Terasse färbt???? Weil er dazu halt noch geeignet ist.

    Was passiert mit dem Bankirai, wenn es kein Öl bekommt?

    Woraus besteht diese dünnflüssige Holzschutzmittellei?

    Wären dann 10 Euro zu 90 Euro bei 5 Litern. Wenn die Farbe nicht 100% Bankirai ist, ist das auch Wurst. Ich muß ja nicht zu dunkel kaufen.

    BITTE gebt mir Antworten, die Sache wurmt in mir:emoji_slight_smile:
     
  5. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    Ja scheinbar......

    ...wollen die Holzexperten hier lieber dieses Scheinöle verkaufen als zugeben, dass es Scharlatanerie ist.
    Mich würde so eine DIY Mischung auch interessieren.
    Gruß
    Thomas
     
  6. Eurippon

    Eurippon ww-robinie

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    Wieso Scharlatanerie?
    Man muss sich mal die Verhältnismässigkeit vor Augen halten: Holzterasse für sauviel Geld hingestellt und dann am Oberflächenmittel sparen? Holz ist in diesem Punkt eben ein undankbarer Werkstoff, wer das nicht will soll sich Rasengittersteine oder Kunstrasenteppich legen.
    Bei Holzpflegeprodukten gilt generell der Grundsatz: Was nichts kostet taugt auch nichts. Die Rohmaterialen werden aufwendig hergestellt, es müssen Tests durchgeführt werden, der ganze Schmodder muss ja auch noch erst mal entwickelt werden...das kostet Geld was der Kunde letzten Endes bezahlen muss.
    Eine DIY - Mischung wird nicht (viel) billiger sein als ein gutes Markenprodukt. Leinöl kostet auch 7 Euro pro Liter, die Anwendungshäufigkeit ist hier aber höher...ganz zu schweigen vom optischen Ergebnis: halt nicht so schön frischbraun.:rolleyes:

    Der allgemeine Mensch verhält sich seltsam wenn es nicht um das Auto geht: Da kippt auch keiner das Billigöl in den Motorblock - das macht ja das Auto kaputt :rolleyes: und mit einer schönen Terasse kann man ja nicht Sonntags dreimal extra um den Block fahren damit man auch ja gesehen wird.
    Komischerweise kippt man teureres Öl ins Auto als an den Salat...

    Leute: Luxus kostet auch nach der Anschaffung weiterhin Geld...
     
  7. Re-Mark

    Re-Mark ww-kastanie

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    Lies doch nochmal, was Marbuc bzgl. seiner Terrasse überlegt hat. Der Punkt war doch, dass er meinte, dass das teure Bankirai-Holz eigentlich gar keinen Schutz braucht. Das Öl würde nur dazu dienen, dass die Oberfläche nicht grau aussieht. Und das Öl müsste jedes Jahr erneuert werden. Da ist es doch legitim zu überlegen, wofür man da eigentlich den Mehrpreis für teures Öl bezahlen soll.

    Wenn du meinst, dass ist falsch, dann sag doch warum. Braucht das Bankirai-Holz doch Schutz vor Witterung? Wäre bei einem Markenprodukt doch kein jährlicher Neuanstrich notwenig?

    Nun mal Butter bei die Fische, worin besteht deiner Meinung nach denn das Problem bei einer 'billigen' Selbstbaumischung, z.B. aus Leinölfirnis und etwas Tungöl? Glaubst du, das blättert ab? Oder würde die Bankirai-Terrasse damit doch wegfaulen, was ohne Öl oder mit teurem Öl nicht passieren würde?

    Es ist aber so, dass die Hersteller einen erbärmlichen Job hinlegen, wenn es darum geht zu belegen, worin die Vorteile ihrer Produkte bestehen. Entwicklungskosten? Einem Autohersteller nehme ich das ab, denn weder Motor- noch Karosserieteile bäckt man mal eben in der Küche. Aber wenn man sich die Inhaltsstoffe diverser Öle anguckt, dann ist meist immer das gleiche drin. Warum sollte ich dem Hersteller glauben, wenn er behauptet, ausgerechnet seine Mischung sei toll und viel besser als andere, ähnliche Mischungen?
    Wo sind die Vergleichstests, die belegen, dass diese Preisforderungen gerechtfertigt sind?

    Nun, bei Holzölen von 'Markenherstellern' habe ich eher etwas von 20 Euro für einen Dreiviertelliter in Erinnerung. Könnte natürlich auch sein, dass ich da etwas verwechsele, denn nach Terrassenpflegeölen habe ich nie geschaut.
    Jemand mit reellen Preisangaben hier?

    Ist sie das? Ist es wirklich so, dass ein 'Markenprodukt' die Terrasse bis zum Winter gut aussehen lässt, ein Leinöl-Anstrich aber nicht? Die Frage ist ernst gemeint. Ich besitze keine Holzterrasse oder Holzgartenstühle und schon gar nicht aus Edelhölzern.

    Warum die Pöbelei? Gib doch lieber mal Fakten oder Links zu unabhängigen Tests, die belegen, dass die teuren Produkte tatsächlich mehr bringen als Billigprodukte oder Selbstgebrautes.
    Kann ja sein, dass du recht hast, aber Behauptung alleine genügt nicht.
    Als Laie und 'dummer Verbraucher' habe ich auch meist den Eindruck, dass Holzöle so ähnlich vermarktet werden wie probiotische Joghurts: da der Verbraucher die Qualtität nicht fühlen kann, legt man willkürlich einen Preis fest, und baut darauf, dass Preisklasse=Qualitätsklasse vermutet wird.

    Ist das ein Naturgesetz?

    Ist eine Bankirai-Terrasse überhaupt Luxus im strengen Sinn?
    Und vor allem: Sollte ein Hersteller von Luxusprodukten nicht in der Lage sein, seinen Kunden zu vermitteln, worin der Luxus besteht?

    Grüße,
    Robert
     
  8. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Holzöl-Hersteller haben noch den ganzen Vertriebsweg zu finanzieren. Da wird viel Geld für hängen bleiben. So wird dann ein Öl, was in der Herstellung 5-7 Euro kostet, für 20 Euro verkauft.

    Ich denke schon, dass man mit ein paar Rohstoffen ein gutes Öl für vielleicht 5-7 Euro pro Liter selber herstellen kann.

    Gartensachen hab ich auch schon mit Leinöl aus dem Aldi gestrichen. Billig und hat grundsätzlich funktioniert, ohne das nun irgendwie genauer erforscht zu haben.

    Problematisch wird es, wenn man Öl selber kochen will, das ist nicht ganz so einfach, mitunter auch gefährlich. Vielleicht bekommt man ja irgendwo ein fertig gekochten Firnis recht günstig, wo man noch ein paar weitere Stoffe reinmixt.

    Bei Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar. kosten 10l Firnis ca. 85 Euro. Bei Ebay gibt's Firnis schon für 45 Euro für 10 Liter, z.B. Ebay#110157756441
     
  9. Eurippon

    Eurippon ww-robinie

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    Das ganze Thema ist recht komplex:
    Will man eine Terasse die nur hält oder auch gut aussieht? Bei ersterm empfehle ich die Rasengittersteine. Sicherlich bringt Öl einen gewissen Schutz, das Optimum in Sachen Werterhaltung und Ästethik bleibt es aber nicht. Bankirai ist an sich ein schwieriges Holz - sehr hart und ölig - das sind Eigenschaften die speziell entwickelte Rezepturen sinnvoll erscheinen lassen, gerade wenn man den Anschaffungspreis einer solchen Terasse sieht. Sicherlich fault die nicht weg wenn man nichts macht, allerdings würde es mich melancholisch stimmen eine ergraute Terasse zu sehen und der Fehler aus Geiz bei mir läge...

    Leinöl und Tungöl (ersteres mehr) vergilben mit der Zeit, gerade im Aussenbereich. Zudem braucht deren erfolgreiche Anwendung andere Vorraussetzungen (Zwischenschliff, Holzfeuchte) als ein speziell entwickeltes Produkt. Dieses ist meist (viel) einfacher in der Anwendung, trocknet schneller und gibt das "Idealbild" optisch gesehen im Ursrungssinne ab. Das ist das was die Leute auch wollen: Es muss immer wie neu aussehen. Dieses Ergebnis erziehlt man mit erster genannten Produkten nicht. Ausserdem (um auch einen mechanisch akzeptablen Schutz zu erreichen) braucht man bei Leinöl mind. 5 Überzüge. Bankiraiöl braucht nur einen...

    Ein Auto besteht auch nur aus heiss-oder kaltverformtem Metall....
    Niemand hat bestritten dass sich die Hersteller in Bezug auf Inhaltsstoffe kaum was nehmen. Es ist nur eine Frage des besseren Marketings um als Nonplusultra zu gelten. Es gibt in diesem Breich Marken die sind gut, andere strecken die Mittel bis hin zur Wasserbrühe, da bleibt von den wirksamen Inhaltsstoffen nicht vie übrig. Das ist in anderen Bereichen auch so: Es gibt in jedem Supermarkt 5 Anbieter von Milchprodukten...alles eine Frage des Geschmacks..viva la Vielfalt

    Was den Preis anbelangt: Wer im Baumarkt kauft dem ist nicht mehr zu helfen...
    Jedes gute Öl in Reinform kostet zwischen 7 und 9 Euro pro Liter. Rechnet man die Zusätze und die Pigmente hinzu (auch hier gibt es bessere/farbstabiliere Sorten) kommt man auf den gleichen Preis des fertigen Produkts +- ein paar Euro...also alles eine Milchmädchenrechnung.

    Fakten über den Nutzen? Ich glaube Erfahrung der Anwender sagt mehr aus als ein Stück bedrucktes Papier...
    Über die Wirksamkeit wurde oben schon geschrieben...

    Zum Vergleich mit dem Auto, Pöpelei und Motoröl: mein Vater sagte immer: Getroffene Hunde bellen....Gott hab ihn selig

    Luxus kostet auch weiterhin Geld: Hat was mit gesundem Menschenverstand zu tun...sonst kann man jeden Luxus nach mangelnder Fürsorge zu Lebzeiten frühzeitig zusammenkehren...
     
  10. garfilius

    garfilius ww-robinie

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    Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das Problem nicht der Holzschutz (den hat das bankirai ja "eingebaut") sondern das Vergrauen.
    Reines Öl oder Firnis bringen einen gewisen Feuchteschutz, aber keinen UV-Schutz. Die UV-Strahlen zerstören das Holz (meines Wissens das Lignin) und erzeugen dadurch den Farbwechsel. Durch einen Anstrich kriegst Du kein neues Lignin in das Holz, da hilft nur, die zerstörten Holzteilchen zu entfernen. Entweder Schleifen oder Net-Trol von owatrol.de oder dessen Derivate für deutlich weniger Geld und ein Hochdruckreiniger.
    Eine klare Lasur/Öl, die UV-Strahlen wirklich dauerhaft zurück hält, gibt es nicht. Nach einigen/wenigen Jahren muß das vergraute Holz runter. Gegenteilige Aussagen der Hersteller sind m. E. Mumpitz, sonst würde z.B. im Bootsbereich nicht jeder sein Holzboot jedes Jahr neu über lasieren. Es scheint einige Klarlacke zu geben, die länger halten. Aber Klarlack auf einer Terrasse ist - glaube ich - nicht das Wahre.
    Ich hab auf dem Holz-Terrassentisch ein Produkt der Firma oli-lacke.de im Testeinsatz. Es vermindert das Vergrauen, verhindert es aber nicht. So nach drei Jahren werde ich wieder schleifen dürfen.

    Mein Tipp wäre, die Kontrollinstanz ruhig zu stellen :emoji_wink:

    Gruß
    Gero
     
  11. frankundfrei

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    Bangkirai und UV-Schutz eine Gratwanderung

    Hallo Marbuc,

    ich versuche mal auf die Fragen einzugehen.

    Also geht es echt nur um die Pigmentierung?
    --> ja so ist es - bei Bangikrai geht es bei der Nachpflege hauptsächlich um den Erhalt der Holzfarbe.

    Kann man denn dann nicht IRGENTWAS nehmen, was das Holz leicht einfärbt, auffrischt??? So richtig billig, im wahrsten Sinne des Wortes.
    --> wichtig ist, dass Du ein Mittel hast, dass das Pigment möglichst in der Tiefe der Holzfaser absetzen läßt und/oder das Pigment gut auf der Oberfläche kleben läßt.

    Was, wenn man den billigsten Holzschutz kauft (z.B. 5 Liter 5 Euronen im top Angebot), der toll sein soll um Nadelholz zu schützen aber nix taugt, es quasi nicht kann und aber doch ne Bankirai-Terasse färbt???? Weil er dazu halt noch geeignet ist.
    --> Der billige Holzschutz ist nicht auf das Bangkirai abgestimmt und schon gar nicht auf dein Holz das ständig betreten wird. Billigholzschutz setzt das grobe Pigment hauptsächlich auf der Oberfläche ab. In der Regel wird das Pigment durch Kunstharze gehalten. Diese Kunstharze verursachen aber einen Film, der auf einer Terrasse schnell verletzt wird. Wasser setzt sich unter dem Film ab und kann schlecht mehr ausdiffundieren. Bangkirai macht einiges mit - aber es wird dann zu hübschen Farbveränderungen kommen. Wenn der Billigholzschutz sogar auf Wasserbasis ist, dann kannst hast Du nur noch schichtbildende Stoffe, die zu schnell abgetragen werden.

    Was passiert mit dem Bankirai, wenn es kein Öl bekommt?
    --> Es versprödet und vergraut schneller, evtl. neigt es schneller zur Rißbildung - aber das alles hat keinen Einfluss auf die Haltbarkeit des Holzes.

    Woraus besteht diese dünnflüssige Holzschutzmittellei?
    --> Das kannst Du nur erfahren wenn voll deklariert wird. Bei konventionellen Herstellern findes Du da keine Angaben. Naturfarbenhersteller sind da genauer.

    -------

    Das Hauptproblem liegt in der Auswahl des Holzes - verbunden mit dem Wunsch die Farbe beibehalten zu wollen. Bangkirai ist sehr dicht. Die Holzfaser nimmt nur sehr wenig an Pigment auf. Man braucht also ein gut abgestimmtes Anstrichmittel, das einmal tief eindringen kann und gleichzeitig auch ein Pigment auf der Oberfläche haften läßt. Wenn bei dir die Faser schon mit farblosen Imprägnierungen oder Ölen voll ist, dann kann nur über die Oberfläche kaum ein befriedigender UV-Schutz entstehen. Ich würde dann mit 120er Körnung anscheifen und dann mit gut pigmentierten Terrassenöl behandeln.

    Ein Terrassenöl ist eher leicht (also mit mehr Lösemittelanteil als z.B. ein Parkettöl), damit es auch bei so einem harten Bangkirai möglichst tief eindringen kann. Die Pigmente müssen sehr fein gemahlen sein, damit sie von der Holzfaser aufgenommen werden. Naturharze dienen als "Kleber" damit Pigmente auch auf der Oberfläche haften können. Trockner helfen, dass das Öl auch wirklich aushärtet.

    So eine Mischung hat seinen Preis und da sind 19,90 Euro für einen 3/4-Liter durchaus preiswert.

    Grüße aus Frangn

    Frank von Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.
     
  12. frankundfrei

    frankundfrei ww-robinie

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    Ist Bangkirai Luxus?

    Hallo Robert,

    Bangkirai ist tatsächlich Luxus, auch wenn Du es billig erstehst.

    Ich will hier keinen "Nebenkampfplatz" aufbauen, aber ich muss es schreiben: Wenn Du mal die Wälder in den Herkunftsländern gesehen hast (z.B. Borneo/Kalimantan) und wenn Du den ganzen Transportweg mal bedenkst. Dann ist Bangkirai für uns in Europa ein Luxus auf Kosten der Herkunftsländer und auf Kosten der Natur.

    Eine heimische Robinie tuts eigentlich auch.

    Grüße aus Frangn

    Frank von Natural-Farben.de
     
  13. frankundfrei

    frankundfrei ww-robinie

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    Versuch Fragen zu beantworten

    Hallo Robert, ich versuche mal auf die Fragen einzugehen

    Ausgangspunkt war das für mich verwirrende Angebot im Baumarkt: Firnis, Holzöl, Hartöl, Möbel-Wachs, Holzwachs, Hartwachs, Bienenwachs, Hartwachsöl, Naturharz-Hartöl, Teak- und Gartenmöbelöl, Terrassen-Holzöl etc etc...
    gibt es z.B. tatsächlich universelle (nicht Herstellerspezifische) Unterschiede zwischen 'Holzöl' und 'Hartöl', zwischen 'Möbelöl' und 'Firnis', zwischen 'Gartenmöbel-Öl' und 'Terrassen-Öl', ...?

    --> in der Namensgebung sind die Gedanken in der Wirtschaft frei, solange Du keinen geschützten Namen nimmst. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt und leider wird auch oft was vorgegaukelt. "Bio" "Natur" "getestet" und ein gesundes Label noch ein schönes Foto, möglichst bedarfsorientiert (z.b. "Einmalöl"), etc.
    Tatsächliche Unterschiede kann man nur über die Volldeklaration erfahren. Leider ist die aber oft nicht vorhanden. Wenn man voll deklariert, dann sollten die einzelnen Stoffe noch näher beschrieben werden (Rohstofflexikon).

    Enthalten vielleicht 'Hartöle' manchmal auch Harze?

    --> Hartöl sagt erst mal, dass das Öl auch aushärtet. Bei Naturölen also nicht nur reines Leinöl sonder verkochtes Leinöl mit Trocknern. Unser Hartöl hat auch Naturharze - hier ist halt wieder wichtig, dass man die Inhaltsstoffe nachvollziehen kann.

    Machen 'Hartöle' die Oberfläche tatsächlich grundsätzlich strapazierfähiger als 'normale' Öle? Bringen 'Naturharz-Hartöle' weitere Vorteile?

    --> Ja, weil ein nicht aushärtendes Öl auf einer Holzoberläche ein Ärgernis ist - vor allem da wo Du es einsetzen willst.

    Vielleicht lohnt es sich ja auch beim Holzschutzmittel aus einigen Grundzutaten ein preisgünstiges und gleichzeitig hochwertiges Mittel selber zu mischen?

    --> selber geht immer - Profis mit langjähriger Erfahrung haben auch ihre Daseinsberechtigung. Allerdings - Holz nimmt nur einmal ordentlich Öl auf - dann sollte es auch das richtig abgestimmte sein, sonst fehlen die Pigmente, ist es zu weich, feuert zu sehr an oder vergilbt zu sehr, wird nicht trocken, etc.

    warum enthalten manche Produkte Wasser?

    --> weil leider die VOC-Diskussion dazu führt, dass man auch lösemittelfreie Öle anbieten will. In Sachen Öl ist das keine gute Lösung, dadurch wird zuviel auf der Oberfläche gezaubert und ein Tiefenschutz bleibt aus.

    Stimmt das so? Sollte man bei Gefahr von Wasserflecken und insbesondere an exponierten Orten wie z.B. Esstisch besser auf Wachs und wachshaltige Produkte verzichten?

    --> Ja. Schichtbildende Wachse dienen nicht dem Schutz vor Wasser.

    Wozu nimmt man dann, abgesehen von Flächen, bei denen der Anfeuerungseffekt von Öl nicht erwünscht ist, überhaupt Wachs?

    --> Um die Poren zu füllen, poliert erreicht man einen Glanzgrad und eine glatte Oberfläche. Aber auch hier Vorsicht: Deklaration ist wichtig - es gibt schon sehr verschiedene Wachse - bis zur Chemiekeule.

    Hm, wozu verdünnt man das Öl dann überhaupt? Wäre pures Leinölfirnis dann nicht noch besser?

    --> wenn Du Zeit und Geduld hast geht Leinölfirnis. Bei manchen untergeordneten Oberflächen ist ein pures Öl nicht nötig - da ist ein schnelleres Trocknen wichtiger. Naturharze, die für den Oberflächenschutz hilfreich sind benötigen Lösemittel. Auch sehr dicke Standöle benötigen Lösemittel.

    - Wie tief dringt so eine Öl- oder Hartwachsöl- oder Naturharz-Hartöl-Behandlung überhaupt in die verschiedenen Hölzer ein? Ich habe hier irgendwo etwas von 'Bruchteilen eines Millimeters' gelesen, aber wenn ich sehe, wieviel Öl meine Buchenleimholzplatten aufsaugen, so kann das eigentlich nicht sein...

    --> eben verschieden. Je nach Holzart. Stirnholz zieht ja noch weit mehr. Deshalb ist es wichtig, dass man beim Ölen ständig nass in nass nachgibt, bis das Holz nichts mehr aufnimmt. Bei Bangkirai ist da natürlich recht bald Schluss - bei Fichte kannst Du vielfach Öl auftragen. Entsprechend sind auch die Eindringtiefen - wobei man die auch durch die Viskosität oder durch die Zuschlagstoffe (Wasser)beeinflussen kann.

    So, und jetzt mach ich auch mal ne Pause....


    Grüße aus Frangn

    Frank von Natural-Farben.de
     
  14. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Zur Eindringtiefe: Mit Buche hab ich mal Versuche gemacht. Ein mit 20 % Terpentin verdünntes Holzöl dringt typisch zwischen 1-3 mm tief ein. Stirnholz hingegen zieht enorm, mitunter 5-10 cm in die Tiefe.
     
  15. wandergeselle

    wandergeselle ww-robinie

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    Entweder Schleifen oder Net-Trol von owatrol.de oder dessen Derivate für deutlich weniger Geld und ein Hochdruckreiniger.


    @garfilius
    moin - kannst du noch was über die derivate beisteuern ?
     
  16. garfilius

    garfilius ww-robinie

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    @wandergeselle
    Hier bei Obi hab ich so Tüten mit einem Salz gesehen, die den gleichen Effekt wie Net-Trol haben sollen und so 3..4 EUR kosten. Owatrol deklariert ja leider keine Inhaltsstoffe, aber letzten Endes wird es irgendeine Säure sein, die den Effekt bringt. Falls Du auch einen OBI in der Nähe hast, würde ich noch mal nach dem genauen Namen auf der Tüte gucken gehen.

    Gruß
    Gero
     
  17. garfilius

    garfilius ww-robinie

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    Leipzig
    Ein Derivat habe ich bei Obi gesehen. So ein Pulver in Tüte, daß das Gleiche bewirken soll.

    Gruß
    Gero

    Heute scheint der Server keine Lust zu haben, deshalb das Doppelposting :emoji_wink: Die erste Antwort wurde nicht angezeigt
     
  18. wandergeselle

    wandergeselle ww-robinie

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    hamborch/HH
    gestern hatten ne menge server keine lust.
    obi hat sich aus dem hamburger stadtgebiet zurückgezogen - max knarr wohl dann.
    ansonsten gehe ich davon aus , dass ich das wohl auch im tischlereinkauf hier bekomme - ansonsten liegt der liter nettrol (innoclean a)so bei 7,€- und reicht für ca 5-7qm.
    frage ,weil ich so ca 200qm auffrischen kann -angebot ist in arbeit - und mit derivat wirds wohl kundenfreundlicher.........sollte noch njemand infos dazu haben - ich bedank mich schon jetzt
    gruss aus HH
     
  19. marbuc

    marbuc ww-pappel

    Beiträge:
    12
    Hallo,

    habe gar nicht mitbekommen, dass es hier weiterging....


    Erst einmal vielen Dank für das Interesse an meiner Unterthematik mit dem Billigöl und für die sachkundigen Hinweise, was Pigmente und abriebfeste Schichten angeht; ebenfalls für die angeregte Diskussion :emoji_wink:

    Ich möchte nicht am falschen Ende sparen, falls das so rübergekommen sein sollte. Ich dachte nur, wenn es den gleichen Zweck erfüllt, kann es ja auch weniger kosten. Ich bin kein Freund von Geiz Ist Geil oder ähnlichem, sondern denke nur sparsam.
    Wenn ich nur etwas überdurchschnittlich mit einem Rutscher arbeite, kann es auch ein Metabo sein und ich muss mir nicht den Festool kaufen (auch wenn der traumhaft geht, aber wenn der Ferrari nur rumsteht...). Brennholz kommt öfter, also säge ich mit meiner Dolmar und spiele nicht. Öl im Auto kaufe ich nicht nach besonderer Marke, sondern nur nach Herstellervorgabe der API, Bauch und Preis.
    egal nun...

    Ich habe heute die Bankiraiterrasse mal wieder vom Moos befreit auf die typische, deutsche April- Kärcherart, also mit Hochdruck (vielleicht ist das ja auch der Fehler schlechthin?)
    Denn vorher war sie schmuddelig-bräunlich und rutschig/grün, nun ist sie rutschfest und sehr grau. Das gute PNZ-Bankiraiöl vom letzten Jahr ist vollkommen Geschichte, ebenfalls die 100+ Euronen und die Zeit, die ich fürs Ölen brauchte. Habe ich mit dem Kärcher die Pigmete rausgewaschen???Besser mit Grünbelagentferner und Schrubber?

    Mittelschwere Krise also am Samstag 15.30Uhr.
    Superwetter auch morgen. Terrasse könnte also morgen abend (wegen Austrocknung vom Reinigen) "pikmentiert" werden. Der Tatendrang war wieder unbeschreiblich, also ab zum gerade noch offenen Baumarkt, Material für den Sonntag besorgen.

    Habe nun ein günstigeres Produkt durch Zufall gesehen: Gartenholz Öl (Genius-Pro).
    Dunkelbraun pigmentiert, tiefenwirksam, imprägnierend.
    weitere Angaben (Auszug):
    Naturöl
    dringt tief ein
    leicht zu verarbeiten
    betont den Holzcharakter
    ideal für Harthölzer
    geeignet für Gartenparkett (ich hoffe, damit ist ne Terrasse gemeint)
    Reichweite: 750ml für 27-33m² (ich habe Zweifel, werde es ja dann sehen)

    Das ganze ist mit Terpentinersatz verdünnbar.

    2,5Liter 25 Euros. 10€/l ist schon mal günstig. Ist fast die Hälfte vom PNZ und wenn die Reichweite stimmt weniger als ein Viertel.

    Kennt das jemand? Laut Beschreibung ist es wohl auch nur ein Öl mit feinen Pikmenten (wegen Eignung für dichtes Hartholz). Möglich ein Leinölfirnes? Das gibt es im Baukasten noch günstiger, aber nicht mehr Samstag nachmittag.

    Ich habe mal eine Restbohle damit behandelt: sehr dunkel. Wenn die Pigmente drinbleiben (wenn sie drin sind) reicht es vielleicht für zwei Jahre?

    Aber meine eigentliche Frage:
    trocknet das Gemisch dann noch in vetretbarem Rahmen (1-2 Tage), bis die Terrasse wieder begehbar ist? Ist Terpentin denn in der Lage, Micropigmente mit in die Tiefe von Bankirai zu transportieren? Das wäre ja dann ne tolle Sache, mein Öl zu verdünnen. Mehr Öl, etwas heller und tief drin.


    Grüße
    marbuc
     
  20. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Dortmund
    Also wenn auf deinem Öl drauf steht, dass man es mit Terpentin-Ersatz verdünnen kann, dann könnte es sein, dass es dann auch tiefer einzieht. Ist eine Frage, wie es schon eingestellt ist. Bei Leinölfirnis macht man es z.B. ganz gerne, den ersten Anstrich bis 1:1 mit Terpentin zu verdünnen (=Halböl). Andererseits: Danach sollte man nochmal unverdünnt arbeiten. Denn Lösemittel verdunstet ja und die entstehende Holräume müssen wieder mit Öl gefüllt werden.

    In der Regel sind solche Öle schon für den Anwendungsall korrekt eingestellt.
     
  21. marbuc

    marbuc ww-pappel

    Beiträge:
    12
    Ich habe das Öl heute mal verarbeitet, diesmal aber nicht mit dem Flächenstreicher und Besenstiel, sondern mit einem normalen 100mm Pinsel in geizigem Auftrag. Der 2,5Liter Eimer reichte so gerade für die ca. 35m² Terrasse. (Hersteller: ca. 27 bis 33 m² bei 2 Anstrichen für 750ml! je nach Untergrund)
    Ich hatte nur einen Anstrich, der sehr sparsam war. Laut Hersteller sollte das Verfahren folgendermaßen sein:emoji_frowning2:sinngemäß)
    satt auftragen, 10 Minuten warten, nochmals auftragen, wieder 10 Minuten warten, danach überschüssige "Farbe" mit Lappen abwischen, damit nix klebt.
    Wie sollte ich das bei ner Terrasse machen? 4Bohlen ölen und dann 2x 10 Minuten Pause?

    Auf jeden Fall hat der Eimer gereicht, auch wenn mein Bankirai Untergrund wohl so durstig gewesen ist, dass die Angabe der Reichweite überhaupt nicht passte :emoji_wink: Ich kam höchstens auf ein sechstel!

    Ich habe hier mal Bilder:

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    Dieses "billige Öl" sieht zumindest jetzt noch gut aus, ist aber noch frisch und nicht getrocknet. Auf jeden Fall ist kein Grau mehr zu sehen. Auch im Nahen sieht man sehr die Holzstruktur, also ist das Zeugs auch nicht deckend.

    Ich werde die Terasse aber nie mehr mit 130bar aus kürzester Entfernung abdüsen. Ich vermute mal, damit hatte ich mir die Öberfläche wieder bis aufs Graue abgespült. (Man betrachte die ebenfalls gedüste Plantkiste, - die war vorher braun lasiert)
     
  22. Rei123

    Rei123 ww-robinie

    Beiträge:
    680
    Ort:
    Rhein-Main
    Also mir gefällt es soweit....

    Hochdruckreinigung ist bei Holz immer etwas kritisch:
    Keine Fräsdüse und flach halten, daß der Dreck mehr von der Oberfläche weggeschossen wird. Nicht von oben brutal draufhalten.

    Und wenn alles Öl eingezogen ist:
    Das gleiche noch einmal, das Holz braucht es. Beim zweiten mal geht auch nicht mehr so viel rein.
    Das nächste Wochenende soll ja auch ganz schön werden...:emoji_grin:
    Vorher kurz abschrubben, damit der Dreck der Woche runtergeht.

    Viel Spaß

    Reiner
     
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