EB HC 260 Probleme mit Hobelbild

astube

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Hallo zusammen,

ich habe ende letzten Jahres sehr günstig eine "defekte" EB HC 260 M aus dem Jahr 1987 erworben. Diese habe ich in den letzten 2 Monaten repariert (lediglich der Maschinenschutzschalter musste ausgetauscht werden), dann auseinandergenommen, gereinigt, Verschleißteile wie Riemen und Wellenlager gewechselt und dann am ende alles neu eingestellt. Soweit so gut.
Es waren Wendemesser dabei, wobei eine Seite noch unbenutzt aussah und auch noch rasiermesserscharf ist. Die Messer habe ich mit einer Lehre (0.5mm) die ich gekauft habe akribisch eingestellt, wie es auch hier im Forum und im Internet mehrfach erklärt wurde (in Nullstellung ca. 3mm Mitnahme eines Holzstücks beim drehen der Welle). Danach habe den Aufnahmetisch justiert und auf die Messer eingestellt.

Nun habe ich ein paar Probleme, die ich bisher noch nicht in den Griff bekommen konnte:

1. Beim Abrichten von Fichte (wahrscheinlich alle Holzarten, ich habe bisher nur mit Fichte getestet) entstehen starke Rillen quer zur Vorschubrichtung (ich habe bisher leider keine Bilder, diese werde ich nachreichen, jedoch habe ich eine Skizze des Hobelbildes angehängt, ich hoffe man erkennt was ich meine).

2. Beim Dickenhobeln entstehen sehr feine Rillen (ich vermute sehr stark von der fein geriffelten Auszugswalze, siehe angehängtes Bild), ebenfalls quer zur Vorschubrichtung im Werkstück, sowie eine lange Rille längs entlang des gesamten Werkstücks (siehe 2. Skizze). Ich habe bereits versucht durch entlasten der Federn den Anpressdruck zu verringern, jedoch ohne wirklichen Erfolg. Die Spuren scheinen auch nur einseitig auf dem Werkstück zu entstehen, egal wo ich es durchschiebe (im Sinne von weiter links oder rechts auf dem Dickentisch).


Meine Vermutungen wären:

Zu 1.: Nicht gleich eingestellte Messer. Ich habe gelesen, dass die Wendemesser leider immer etwas spiel haben und sich trotzdem noch minimal (grade beim Festziehen) bewegen können. Hat da jemand schonmal Erfahrungen mit gemacht? Ich hatte nach dem Einstellen nochmal nachgemessen, was soweit auch gut aussah; auch bei dem Test mit der Mitnahme des Werkstücks war nach dem Festziehen noch alles so wie es sein sollte. Empfiehlt sich hier ein Upgrade auf HSS Messer mit Einstellnut? Oder lohnt sich hier evtl. ein neuer Satz Wendemesser?
Interessanterweise war das Hobelbild nach dem 1. Abrichten nachdem ich die Messer eingestellt habe sogar (in meinen Augen) sehr gut und glatt. Vielleicht waren die Rillen immer noch da, aber bei weitem nicht so tief und sichtbar wie aktuell. Beim Auflegen eines Stahllineals kann man ganz klar in gleichem Abstand die tiefen Rillen und Wellenform der Oberfläche erkennen. Kann es sein dass sich hier im Betrieb etwas verstellt? Die Leisten, mit welchen die Messer geklemmt sind, habe ich insgesamt ziemlich fest angezogen, sodass es mich wundern würde falls sich diese nochmal verstellen würden. Kann es sein, dass sich ein Messer evtl. nach innen drückt bzw. durch den Kontakt mit dem Werkstück weiter runter gedrückt wird, und somit nur noch ein Messer hobelt (was wie ich gelesen habe ein solches Hobelbild erklären könnte)?

Zu 2.: Für mich sieht das fast so aus, als wäre der Dickenhobeltisch oder die Walze nicht korrekt eingestellt. Wobei die Walze bei der Maschine nicht verstellbar ist. Hier hatte ich während der "Restauration" zwar nichts verstellt, könnte aber natürlich trotzdem sein dass dieser sich mit der Zeit verstellt hat. Wie kann ich sowas am besten feststellen/messen?
Warum dieser Längsstreifen entsteht (egal wo ich es durchschiebe) habe ich leider keine Idee, sieht fast aus wie ein Kratzer.


Was wären hier die ersten Dinge, die ich mir anschauen/nachmessen/testen sollte? Ich bin für jede Hilfe dankbar!
Dass die Maschine schwer einzustellen ist, ist mir auf jeden Fall bewusst. Ich habe noch einige Fotos von der auseinandergebauten Maschine auf dem Handy, falls das in irgendeiner Art und Weise hilfreich wäre, kann ich diese noch nachreichen.


Ich werde im Laufe der Tage noch Bilder vom tatsächlichen Hobelbild nachliefern damit es vielleicht etwas ersichtlicher ist.

Vielen Dank im Voraus und viele Grüße!
 

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Heener

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Bitte nutze die Suche, die Einstellungen dieser Maschine wurden ausführlich kommentiert. Unter Anderen für mich.
 

hainwerker

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Wenn die Rillen beim abrichten und auf Dicke hobeln gleich tief sind, nur unterschiedlich weit auseinander dann sind das einfach die Maschinenspuren vom hobeln. Die kann man (mit so einem Hobel) leider nie komplett umgehen. Unterschiedlicher Abstand entsteht durch unterschiedlich schnellen Vorschub.
Fotos vom Holz würden aber wirklich helfen, sonst es nur geraten.
Die Längsrille ist bestimmt ein Grat irgendwo auf dem Dickentisch, bzw. In der Auszugswalze schätze ich?
 

astube

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Moin, danke schonmal für die Ideen.

@Heener habe ich selbstverständlich schon gemacht, aber für meine konkreten Probleme leider nichts gefunden. Vielleicht kannst du mich ja auf einen Beitrag verweisen? Zur Einstellung der Maschine selbst habe ich natürlich schon viele Forenbeiträge gelesen und diverse Videos geschaut und auch selbst schon rumgeschraubt, da ich aber Amateur bin, ist es für mich schwierig, die richtigen Zusammenhänge herzustellen. Deshalb auch ein neuer Beitrag von dem ich mir konkrete Tipps von erfahreneren Holzwerkern erhoffe.

@hainwerker Ich hatte heute Zeit ein paar Tests an einem Stück Holz durchzuführen. Hier ein paar Fotos:

1. Relativ langsamer Vorschub beim Abrichten:
PXL_20260219_174817871.jpg PXL_20260219_171643718.jpg

2. Schnellerer Vorschub beim Abrichten, sieht "besser"(in Bezug auf die Rillen da weniger und weiter auseinander) aus, aber sehr unsauber mit Stellen die fast wie Ausriss (?) aussehen:

PXL_20260219_174925554.jpg PXL_20260219_171935517.jpg

3. Noch ein paar Bilder vom Dickenhobeln, ich hoffe man erkennt im Vollbild die Probleme, die ich versucht habe zu beschreiben. Auf dem 2. Bild ist wie ein langer Kratzer zu erkennen, welcher auch nur entsteht, wenn ich das Werkstück an einer bestimmten Stelle durchschiebe. Daher gut möglich dass deine Theorie mit dem Grat stimmt. Wobei ich nicht ganz verstehe, wo das passieren könnte (an der Walze oder der Welle)?
Auf dem 3. Bild sieht man noch eine Art Druckspuren an mehreren Stellen längs entlang des gesamten Werkstücks.
PXL_20260219_175341493.jpg PXL_20260219_175347460.jpg PXL_20260219_180525964.jpg

Falls relevant, hier noch 2 Bilder von den Messern:
PXL_20260219_180703927.jpg PXL_20260219_180749220.jpg


Die Tische sind (noch) nicht mit Gleitmitteln behandelt, ich habe mir aber vor ein paar Tagen eine Dose Silbergleit bestellt, vielleicht hilft das ja, kann ich aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Was für eine Oberflächenqualität ist von so einem Hobel (mal angenommen er wäre dann irgendwann auch korrekt eingestellt) überhaupt zu erwarten? Habe ich vielleicht einfach zu hohe Erwartungen an das Gerät?


Schonmal vielen Dank im Voraus für die Hilfe!
 

Alceste

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sind die Messer den scharf? Vibriert die Maschine auffällig bei Inbetriebnahme? Vielleicht willst du mal deinen Wohnort näher beschreiben, dann könnte sich evtl. jemand finden der in deiner Nähe wohnt, der sich das mal in persona anschauen kommen kann. Ist oftmals effizienter als gemeinsames Rätselraten.
 

Johannes

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Hallo Anton,
für mich sieht das so aus, als wäre die Drehzahl zu niedrig.
Kannst du eventuell ein Video machen, das zeigt, wie schnell du schiebst und wie das Geräusch dabei ist?

Es grüßt Johannes
 

astube

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sind die Messer den scharf? Vibriert die Maschine auffällig bei Inbetriebnahme? Vielleicht willst du mal deinen Wohnort näher beschreiben, dann könnte sich evtl. jemand finden der in deiner Nähe wohnt, der sich das mal in persona anschauen kommen kann. Ist oftmals effizienter als gemeinsames Rätselraten.
Ich würde behaupten die Messer sind ziemlich scharf, habe aber auch keine Referenz. Tatsächlich vibriert die Maschine etwas, habe auch noch ein Video gefunden wo man das ganz gut hört. Ich weiß aber nicht mehr ob ich den Riemen nicht nochmal nachgespannt habe. Es rasselt auch irgendein Teil das ich bisher noch nicht ausmachen konnte (Datei war leider zu groß, daher auf youtube: https://youtube.com/shorts/S11OFlPx85c)
 

hainwerker

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Danke für die Fotos. Das ist auf jeden Fall nicht die normale berg-und Talfahrt, die man bei Streifenhobelmessern manchmal hat. Dafür sind sie viel zu weit auseinander.Wenn die Maschine zu langsam dreht könnte es allerdings doch daran liegen, da stimme ich zu.
Die riffeln beim dickenhobel sind von der Auszugswalze würde ich sagen. Eventuell den Druck der Auszugswalze verringern?
 

Kerstenk

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happyc

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Einen a.d. Waffel
Noch ein paar Bilder vom Dickenhobeln, ich hoffe man erkennt im Vollbild die Probleme, die ich versucht habe zu beschreiben. Auf dem 2. Bild ist wie ein langer Kratzer zu erkennen, welcher auch nur entsteht, wenn ich das Werkstück an einer bestimmten Stelle durchschiebe. Daher gut möglich dass deine Theorie mit dem Grat stimmt. Wobei ich nicht ganz verstehe, wo das passieren könnte (an der Walze oder der Welle)?
Auf dem 3. Bild sieht man noch eine Art Druckspuren an mehreren Stellen längs entlang des gesamten Werkstücks.
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Das grobe Geriffel könnte daher stammen, dass nur eines der beiden Messer ins Werkstück eingreift - kontrollier mal die Einstellungen.
Die feinen Riffelungen auf Bild 1 kommen wohl von der Auszugswalze - sind die nur einseitig auf dem Holz sichtbar? Sind die Federn gleich vorgespannt?
Die rauen Spuren auf Bild 2 zeugen von einem unscharfen / stumpfen Bereich an dem / den Hobelmesser(n) - du schreibst, dass das nur in einem Bereich auftritt? Schau die die Messer dort mal genau an.
die Rillen auf Bild 3 kommen von kleinen Beschädigungen / Scharten auf den Hobelmessern, da ist die Schnittkante leicht beschädigt.

Nachtrag: Kersten hat kurz vor mir geschrieben, das Video hatte ich noch nicht angesehen. Die Vibrationen sind definitiv zu stark. Bau mal die Messer und die Keilleisten aus, und starte dann. Dann sollten keine Vibrationen auftreten.
 

astube

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@happyc Danke, werde ich morgen gleich mal testen und hier berichten.
@Küstenharry Beide Messer stehen exakt gleich weit aus der Welle heraus. Habe die Metalllehre mit einem Multimeter verbunden und auf Durchgang gestellt, somit lässt sich das mMn. ziemlich genau einstellen. Können die Messer auch aus einem anderen Grund unterschiedlich weit aus der Welle stehen?

@derdad Also wäre für mich erstmal auch die Konsequenz die Messer zu tauschen? Lohnt es sich hier direkt auf HSS Messer umzubauen? Oder reichen die Wendemesser?
 

astube

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@Bladdy Genau, ein Kontakt an der Welle, der andere an der Lehre. Ich habe den Kontakt der Lehre mit der Welle bis auf die Aussparung mit Paketband abgeklebt, sodass nur der Kontakt mit dem Messer zu Durchgang führt.
 

astube

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@markusG Das mit dem Lineal bzw. einem sehr geraden Stück Holz habe ich auch eingestellt bzw. so den Aufnahmetisch auf die Messer eingestellt. Beide Messer nehmen das Stück Holz auf beiden Seiten der Messer um die 3mm mit.

Die Idee mit dem Multimeter habe ich glaube ich auch irgendwo hier im Forum mal gesehen.
 

Alceste

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Ich würde echt empfehlen, dass du nach jemandem mit mehr Sachverstand suchst, der sich das ganze in Natura anschaut.
Die Idee mit dem Multimeter habe ich glaube ich auch irgendwo hier im Forum mal gesehen.

magst du das vielleicht mal näher erläutern? In dem verlinkten Thread steht was von Messuhr nicht von Multimeter...
 

Martin45

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Deine Messer sind stumpf, würde ich denken.
An den Brettenden sieht man Hobelschlag, das kann man noch besser einstellen.

Ich befürchte deine gutgemeinte Revision ist zu einer Verschlimmbesserung geworden.
Weisst du sicher wie Wellenlager eingebaut werden müssen?
Beschreib mal deine benutzten Werkzeuge.
 
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