Abrichttische nicht (mehr) Plan?!

Ruffle

ww-birke
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Schönen Sonntag beisammen,

Ich erziele nach tagelangen Einstellversuchen an meiner Abrichte (Abrichteinheit an der Robland X31) einfach keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Zuerst Spitzfuge, dann hohlfuge, was sich mir ja durch neigung des Aufgabetisches noch erschließt und was ich auch beseitigen kann.
Jetzt aber, ich hatte es ja irgendwie beim justieren schonmal vermutet, wollte und konnte es aber nicht wahrhaben, glaube ich festgestellt zu haben dass sowohl der Aufgabe- als auch der Abnahmetisch als einzelne betrachtet leicht konkav sind.
Durch auflegen der Wasserwaage ist zwischen der Auflage an den Messerwellenseiten und den Tischenden ein Lichtspalt zu sehen.

Spinne ich oder kommt so etwas tatsächlich nach vielen Jahren, die die Maschine auf dem Buckel hat mal vor?
Wie kann so etwas denn entstehen?
Durch Temperaturschwankungen?
Es handelt sich ja um massiven Grauguss.

Nächste Frage, wie und wo kann man das beseitigen lassen?
Lohnt sich das kostentechnisch? Muss ja ein Metallbauer / Maschinenbauer mit entsprechender Gerätschaft machen, damit das hochpräzise Plan geschliffen werden kann.

Lg und schönes Restwochenende

Ruffle
 

Holzrad09

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Durch auflegen der Wasserwaage ist zwischen der Auflage an den Messerwellenseiten und den Tischenden ein Lichtspalt zu sehen.
Wenn Ich das hier richtig sehe, dann haben die Tische gezahnte Tischlippen. https://www.kennedymachines.com/photo/maszyny/126_1.jpg
Diese können mit der Zeit leicht nach oben stehen, passiert oft durch lose Äste, welche sich beim hobeln gelegentlich da durch drängen, in Extremfällen können sie sogar abbrechen.
Ich würde beide Tischlippen abschrauben und die Tische nochmals prüfen.
LG
 

Ruffle

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Wenn Ich das hier richtig sehe, dann haben die Tische gezahnte Tischlippen. https://www.kennedymachines.com/photo/maszyny/126_1.jpg
Diese können mit der Zeit leicht nach oben stehen, passiert oft durch lose Äste, welche sich beim hobeln gelegentlich da durch drängen, in Extremfällen können sie sogar abbrechen.
Ich würde beide Tischlippen abschrauben und die Tische nochmals prüfen.
LG
Danke für deinen Beitrag,
Richtig die Tischlippen sind gezahnt, allerdings aus einem Guß mit dem Tisch, da ist leider nichts abzuschrauben :emoji_cry:
 

Friederich

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Durch auflegen der Wasserwaage ist zwischen der Auflage an den Messerwellenseiten und den Tischenden ein Lichtspalt zu sehen.
Kann natürlich auch sein, dass die Wasserwage nicht perfekt gerade ist.
Ansonsten würde ich mich halt zwischen Hohl- und Spitzfuge an einen brauchbaren Kompromiss herantasten.
 

Ruffle

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Kann natürlich auch sein, dass die Wasserwage nicht perfekt gerade ist.
Ansonsten würde ich mich halt zwischen Hohl- und Spitzfuge an einen brauchbaren Kompromiss herantasten.
Das habe ich schon ausgeschlossen, war nicht nur die eine wasserwaage die mir das offenbart hat..

Naja Problem dabei ist dass ich damit je nach Werkstücklänge durch die "Welle" im Tisch nicht nur eine Hohlfuge bzw offene spitzfugen an den Enden habe, sondern das ganze dann eben leicht wellig wird, wobei ich natürlich von 10teln spreche.
Aber meine Ansprüche sind einfach auch vlt zu hoch für eine solche Maschine.

Hat jemand denn eine grobe Vorstellung davon was es kosten würde mir die Abrichte "abrichten" - sprich plan schleifen zu lassen?
Wie wird so etwas überhaupt gemacht und wer kann so was und hat die entsprechenden Maschinen für so etwas?

Lg
 

Ruffle

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Fühlerblattlehre habe ich nicht, könnte ich mir aber sicher morgen mal aus der Arbeit ausleihen..
Welches Papier ich habe weiß ich garade nicht, normales Kopier- / Druckerpapier eben..
Gebe gleich nochmal Rückmeldung ich sehe mal ob ich das rausfinden kann..
 

Ruffle

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So habe 80g Papier gefunden und gleich mal ausprobiert..
Bekomme nur 1 Blatt darunter geschoben, dazwischen meine ich auch noch einen kleinen Lichtspalt zu sehen, aber zwei Blätter kann ich nicht ohne anheben der Wasserwaage runterpacken.
Also irgendwo nicht ganz 2 Blätter vom 80g Papier sind Luft dazwischen.
Nach meinen kurzen Recherchen hat ein Blatt 0,1 mm.
Sprich der Spalt wird knapp 0,2 mm sein.
Und das auf dem Aufgabe- als auch auf dem Abnahmetisch, wenn auch nicht auf ganzer Breite der Tische.
Was sagt dir das @michaelhild ?
 

Ruffle

ww-birke
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oder es gibt gar keinen Fehler und deine Ansprüche sind einfach sehr hoch...
Hast du ein Foto von deinem Hobelergebnis?
Kann sein, ich bin eben Profi-Maschinen aus der Schreinerei gewohnt.
Aber mein Anspruch ist eigentlich nur der, antändiges Leimholz herstellen zu können ohne irgendwelche Fugen, wenn auch im 10tel mm bereich, aber sichtbar.
Hobelergebnis kann ich morgen mal posten, am Sonntag in Bayern hobeln mögen die Nachbarn nicht so gerne :emoji_joy:!
Habe bisher eben 2 Schmalflächen zum testen gehobelt, aneinander gelegt, und da sieht man eben den Fehler, weil dieser sich ja mit 2 Stücken "verdoppelt".

Sowas hab ich nämlich "befürchtet".
Lichtspalt zeigt zwar deutlich einen Fehler an, das sieht aber immer schlimmer aus, als was es wirklich ist.
Deine 0,1x mm kannste abhaken. Das ist nichts.
Hm, also wie gesagt denke ich knapp 0,2 mm.
Für Leimholz bei 2 abgerichteten Schmalflächen sprechen wir ja dann schon von 0,3 - 0,4 mm Fuge, das ist schon ein bisschen was oder nicht :emoji_thinking:?


Verzogene Gusstische kann man planfräsen oder hobeln.
Maschinenbaufirmen mit entsprechender Ausrüstung sind möglicherweise der richtige Ansprechpartner.
LG
Na laut den Kollegen hier ist das mit 1-2 10tel mm noch ein vertretbarer Bereich.

Werde vlt trotzdem mal bei einem Maschinenbauer in der Nähe anfragen was der so dafür möchte.
Vielleicht gebe ich mich bei einem entsprechenden Preis dann mit einer etwas größeren Fuge zufrieden :emoji_joy::emoji_joy:
 

michaelhild

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Hm, also wie gesagt denke ich knapp 0,2 mm.
Für Leimholz bei 2 abgerichteten Schmalflächen sprechen wir ja dann schon von 0,3 - 0,4 mm Fuge, das ist schon ein bisschen was oder nicht :emoji_thinking:?
Also ich denke nicht, bzw. bin mir aus dem Bauch raus recht sicher, kann es nur nicht erklären, dass Du das Maß der Kuhle im Tisch 1:1 auf die gehobelte Fuge übertragen kannst. Die Hobelwelle liegt ja vor diesen Bereichen, also liegt das Werkstück ja so gut wie immer auf min. 2 der Hochstellen auf.
Weil wenn dem so wäre, könnte ich mit der HC 260 keine gerade Kante hobeln und deren Tische sind deutlich mehr wie 0,1x mm konkav. Und da wäre der Fehler ja noch gravierender, da die Tische deutlich kürzer.
 

Ruffle

ww-birke
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Also ich denke nicht, bzw. bin mir aus dem Bauch raus recht sicher, kann es nur nicht erklären, dass Du das Maß der Kuhle im Tisch 1:1 auf die gehobelte Fuge übertragen kannst. Die Hobelwelle liegt ja vor diesen Bereichen, also liegt das Werkstück ja so gut wie immer auf min. 2 der Hochstellen auf.
Weil wenn dem so wäre, könnte ich mit der HC 260 keine gerade Kante hobeln und deren Tische sind deutlich mehr wie 0,1x mm konkav.
Meiner Logik nach wäre es irgendwie so:

Ich komme mit meinem werkstück aus der Kuhle vom Aufgabetisch, also Werkstückspitze trifft leicht angehoben auf die Messer, nach dem ersten Schub drücke ich nur noch auf den Abnahmetisch, wo ich in die nächste Kuhle fahre und das Werkstück im mittleren /hinteren Bereich weniger abgehobelt wird bevor ich die Kuhle gegen Abnahmetischende verlasse und am Werkstückende wieder mehr abgehobelt wird..

Kann auch sein dass meine Logik da total Banane ist, ich hoffe es sogar!
Aber so war meine Theorie bisher nachdem ich das Hobelergebnis und die Tische mit ihren Kuhlen gesehen habe..

Wobei das Ergebnis ja auch wiederrum von der Werkstücklänge abhängt.
Lägere Stücke liegen ja auf den oberen Punkten auf, während man mit kleineren über Berg und Tal fährt ^^...
 

Ruffle

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sind die Ebenen der beiden Tischflächen parallel zueinander?
Da Abrichtergebnis sehr von den Fähigkeiten des Bedieners abhängt,
auch einfach daran liegen.
Beschreibe doch bitte mal Deinen Arbeitsablauf.
Ja klar, an den Einstellungen feile ich schon ne weile, die Tische sind schon gut eingestellt, nur haben sie eben jeweils in der Mitte der Länge eine ca 0,1x mm tiefe Kuhle.
Bin ja sonst mit abgerichteten Flächen recht zufrieden.
Es fällt mir nur auf dass die Fugen nicht hundertprozentig dicht werden wenn ich zwei gerichtete Schmalflächen aneinander lege.

Wie gesagt, bin gelernter Schreiner und würde behaupten dass ich abrichten kann, zumal ich das an einer sauber justierten Maschine schon ab und an mal gut hinbekommen habe :emoji_laughing::emoji_v:.
 

PurplePony

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Es fällt mir nur auf dass die Fugen nicht hundertprozentig dicht werden wenn ich zwei gerichtete Schmalflächen aneinander lege.
Tipp für eine dichtere Leimfuge:
Beim verleimen die Zwingen am Drehknauf 1/4 bis 1/2 Umdrehung fester drehen als bisher. Dann wird die Leimfuge dicht.
Zu erreichen mit Ersatz des weißen Toastbrots mit Nutella durch Volkornbrot mit Zwiebelmett und hartgekochten Eiern.

Bitte nicht ernst nehmen
 

Ruffle

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So jetzt mal ein paar Bilder vom Probehobeln..
Auf Fotos natürlich nicht so gut zu erkennen, deshalb habe ich noch einmal mit 80 g Papier die Lücken mal sichtbarer gemacht.
Die Zwinge habe ich nur extrem locker angesetzt, sodass ich ein Fotos machen konnte.
Ich bin es sonst eigentlich gewohnt die abgerichteten Stücke von einer sauber eingestellten maschine nur aneinander legen zu müssen, und keine Fuge ist zu sehen.

Es fällt mir auch während dem Hobeln schon auf dass er an der ein oder anderen Stelle mehr wegnimmt, akkustisch aber auch vom Widerstand am Werkstück.
Besonders aufgefallen ist mir heute dass am Werkstückende immer mehr abgetragen wird, suaf den schmalflächen dann auch deutlich sichtbar, auch als einzelne betrachtet, dass die letzten 2 bis 3 cm nochmal ordentlich tiefer gehobelt wird.
Bei längeren Werkstücken setzt dieses tiefere Abtragen schon früher ein, wie auf den Bildern zu sehen.

Ich kann mir das eigentlich wirklich nur damit erklären dass die Tische nicht mehr plan sind, oder was kann es sonst noch sein?!?

Hin und wieder, und bei zu wenig Druck auf das Werkstück "schlackert" das Werkstück regelrecht, also wird von den Messern immer wieder nach oben gefedert.
Woran liegt das?
Geringe Drehzahl?
Mit der gehobelten Oberfläche bin ich sonst eigentlich zufrieden.

Lg
 

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michaelhild

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Bei der Länge der Teile und dann soll es an den Tischen liegen. Also irgendwie ich weiß nicht. Bin aber auch nur Hobbymensch.
Guckt mir irgendwie nach Hobelschlag. Ist denn der Messerflugkreis zum Abnahmetisch richtig?
 

Lorenzo

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Bei so nem deutlichen Hobelschlag ist auf jeden Fall auch der Abnahmetisch zu tief eingestellt. Aber auch sonst is da noch was im Argen. Ich denk du solltest alles von Grund auf einmal durchgehen.Sind die Tische einzeln plan? Planparallel? Abnahmetisch auf Höhe Messerflugkreis? Dann die Tische weiterhin parallel zueinander verschoben.
Das dein Holz schlackert liegt denke ich daran dass es erst sehr spät vom Abnahmetisch erfasst wird, weil dieser eben zu niedrig eingestellt ist. Das Holz läuft praktisch auf der Welle, statt auf dem Tisch.
Und dann kommts noch ein bisschen auf die Hobeltechnik an... Aber erst mal müssen die technischen Voraussetzungen für ein sauberes Ergebnis gegeben sein.
 

Ruffle

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Sind die Tische einzelnplan?
Nein, darum geht es ja, das habe ich gestern festgestellt, laut den Vorrednern hier ist die geringe Abweichung aber wohl vertretbar bzw im Rahmen.

Soweit ich das mit meinen Mitteln (lange Wasserwaage / Richtscheit beurteilen kann ja!

Was die Hobeltechnik angeht, waage ich zu behaupten dass ich das kann.

Ok, werde mal den Abnahmetisch etwas höber drehen, wobei ich auch dachte dass das soweit passt nach dem Test mit dem von den Messern 5mm weit getragenem Stück Holz.
 

Friederich

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Besonders aufgefallen ist mir heute dass am Werkstückende immer mehr abgetragen wird...
Das wiederum deutet stark darauf hin, dass die Messer (bzw deren Schneidenflugkreis) etwas zu hoch sitzen. (Bzw Abnahmetisch zu niedrig)
Messer zu hoch: Absatz hinten
Messer zu niedrig: Absatz vorne.
Jeweils nur wenige Zentimeter Länge. Etwa 3cm käme schon hin.
 

seschmi

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Auf Bild Nummer 4 sieht das recht deutlich wie Hobelschlag aus. Da sind vermutlich die Messer zu hoch eingestellt.

Das kriegt man auch nicht mit Zwingen zusammengedrückt, weil ja eine Stufe drin ist. Eine minimale Hohlfuge dagegen muss ja kein Nachteil sein, die wird durch die Zwingen allemal dicht, und dann hat die Leimfuge an den Enden, wo es kritischer ist, mehr Pressung. Zumindest theoretisch.

Sieht der Hobelschlag denn immer gleich aus, egal wo Du abrichtest (rechts/links/mittig)?
 
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