Frage bzgl. Herstellung von Rhöner Schwalbenschwanz-Schindeln

SPYLOO

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Hallo zusammen,

wir sind gerade an der Sanierung und Renovierung unseres denkmalsgeschützten Auszugshäuschen.
Drei Seiten waren mit Rhöner Schwalbenschwanzschindeln aus Buche belegt - und wir möchten und müssen diese drei Seiten auch wieder mit identischen Schindeln verkleiden.
2026-10-16_15-19-50_819.jpeg

2026-10-16_15-20-01_467.jpg

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Wie könnte man diese mit den vorhandenen Maschinen (FKS, Tischfräse, Oberfräse, Bandsäge, etc.) möglichst effizient & schnell herstellen (benötige ca. 7400 Stück).
Hat jemand Erfahrungen / Tipps.
Die Bilder stammen von alten identischen Schindeln vom Dachboden - was mich wundert das sie damals schon gesägt wurden (Sägespuren einer Kreissäge) - und nicht gespalten.
Danke und VG :emoji_wink:!
 

Holzrad09

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Das sind 2 verschiedene Schrägen, einmal 75 und einmal 45 Grad wie es ausschaut, also musst Du jedes Brettchen zweimal in die Hand nehmen.
Schablone mit Niederspanner und fräsen am Anlaufring, erst die eine Schräge, dann die andere.
So würde ich das machen ....
LG
Edit: am Ende Einsetzfräsen könnte man noch machen, sind dann aber auch zwei Fräsgänge.
 
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weissbuche

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Über die Buche als Holzart wundere ich mich auch. Vorgehensweise wie Holzrad. Ich würde eventl. mit der Bandsäge vorschneiden um Abplatzer zu vermeiden.
 

Micha83

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Vorschneiden macht schon Sinn.
Auf jeden Fall würde ich zwei Fräsen gleichzeitig rüsten, um jedes Teil nur einmal in die Hand nehmen zu müssen.
Von ruwi gibt's Frästische mit mehreren Spindeln, das als Anregung nehmen und in low Budget nach bauen. Dann könntest du die zwei Schrägen auf zwei Spindel in einem Rutsch fräsen. Bei zwei Tischfräsen müsstest du immer ein paar Schritte machen oder dich umdrehen.
 

SPYLOO

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Buche wäre jetzt auch nicht meine erste Wahl ist aber historisch durchaus weit verbreitet und aus Denkmal Sicht erforderlich:
https://www.rhoener-holzschindel.de/fassaden/holzschindeln/

Das sind 2 verschiedene Schrägen, einmal 75 und einmal 45 Grad wie es ausschaut, also musst Du jedes Brettchen zweimal in die Hand nehmen.
Hi Ronny, das dachte ich auch zuerst, allerdings habe ich mit ein paar Gegenständen versucht die Schrägen zu erzielen und siehe da mit einem konischen 45° Fräser und einem entsprechenden Durchmesser erziele ich die Form in einem Fräsgang je Seite (ich habe es mal mit einem konischen Kunststoffbecher versucht nachzustellen):
2026-10-18_20-46-02_278.jpg 2026-10-18_20-46-10_785.jpg

Dann könnte man den Rohling am Tischfräsanschlag entlang auf den konischen Fräser (alternativ Wendeplattenfräser 45° Einstellung) schieben bis an einen Tiefenanschlag - dann Wendeplatten auf -45° andere Laufrichtung und von der anderen Seite am Anschlag ein zweites Mal - fertig.
Nur um Ausrisse zu vermeiden müsste ich ja den Rohling auf den mitlaufenden Fräser schieben?!?
2026-10-18 21_13_55-Präsentation1 - PowerPoint.png


Zudem sind die Schindeln ja in Längsrichtung keilig (9,5mm - 2mm):
2026-10-18_20-47-17_039.jpg 2026-10-18_20-47-29_088.jpg

... das ist so meine Hauptfrage ... wie man vom Stamm ausgehend die Stammscheiben (Länge der Schindel + Zuschlag) schneidet, dann wie im folgenden die Blöcke formatiert und dann wie auch zum Faserverlauf über einen Anschlag an einer Kreissäge oder Bandsäge mit scharfen Blatt keilig schneidet???
VG
 
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weissbuche

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Wenn ich mir das Hirnholz anschaue, ist das keine Spaltware, das ist Blockware aus denen die abgebildeten Schindeln geschnitten sind. Für das Ausarbeiten der Keilform fällt mir nur ein Modell für die Dickte ein um das zu hobeln oder eine Vorrichtung für die Kreissäge ähnlich einer Keilschneidvorrichtung. Dafür bräuchte man aber Bohlen in einer Dicke, die der breite der Schindeln entspricht.
 

hainwerker

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Hi Ronny, das dachte ich auch zuerst, allerdings habe ich mit ein paar Gegenständen versucht die Schrägen zu erzielen und siehe da mit einem konischen 45° Fräser und einem entsprechenden Durchmesser erziele ich die Form in einem Fräsgang je Seite (ich habe es mal mit einem konischen Kunststoffbecher versucht nachzustellen):
Anhang anzeigen 222790 Anhang anzeigen 222791

Meinst du einen konischen Fräser, der dann zusätzlich in der Schwenkspindelfräse geschwenkt wird? Sonst müsste der Winkel doch an jedem Punkt der Rundung der selbe sein, oder stehe ich auf dem Schlauch?
Spannendes Projekt auf jeden Fall, viel Erfolg damit! :emoji_slight_smile:
 

isso

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Keile schneidet man mit Bandsäge, alternativ Kreissäge.

Die Maße wären ganz gut.

1. Schritt Blöcke richten. Lange plus ein paar mm
Dicke exakt wie die Breite der Schindeln.
2. Keile schneiden
3. Form mit Bandsäge ausschneiden, hier lohnt auch eine Schablone.
3. Fräsen, hier würde ich aber gucken, dass ich Einsetzfräsen mache. Dann fräst du nicht gegen die Faser und hast keine Ausrisse .
4. Sauber ablängen, das kann aber auch schon Punkt 3 sein.

Einsetzfräsen lohnt sich wirklich Gedanken zur Schablone zu machen, mit dem Vorgang sparst du massiv andere Arbeitsschritte.

Evtl kannst du das ausschneiden mit der Bandsäge auch sparen, Ich glaube aber, dass das einiges fliegt. Ich würde den Schritt machen.
 

Martin45

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Du brauchst ja schon eine Menge Schindeln.
Lohnt die Arbeit inkl. Testen, Rüsten etc. gegen jemand der darin Routine und eingespielte Abläufe hat, z.B. die Firma aus deinem Link?
Ich kenne die Preise nicht, aber bei der Menge ist man ja schon eine Weile dran und wenn ich das dann mit Dachziegelpreisen vergleiche komme ich ins Grübeln.
 

SPYLOO

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Du brauchst ja schon eine Menge Schindeln.
Lohnt die Arbeit inkl. Testen, Rüsten etc. gegen jemand der darin Routine und eingespielte Abläufe hat, z.B. die Firma aus deinem Link?
Ich kenne die Preise nicht, aber bei der Menge ist man ja schon eine Weile dran und wenn ich das dann mit Dachziegelpreisen vergleiche komme ich ins Grübeln.
der Preis liegt bei ca. 0,5€ je Schindel
 

SPYLOO

ww-buche
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Meinst du einen konischen Fräser, der dann zusätzlich in der Schwenkspindelfräse geschwenkt wird? Sonst müsste der Winkel doch an jedem Punkt der Rundung der selbe sein, oder stehe ich auf dem Schlauch?
Spannendes Projekt auf jeden Fall, viel Erfolg damit! :emoji_slight_smile:
Du hast Recht, ich habe es mir genauer angeschaut - entweder Fräser schwenken (geht bei mir leider nicht - keine schwenkbare Spindel) Ich würde eine geneigte Vorrichtung zum Einsatzfräsen bauen um die Winkelabweichung darzustellen. geschätzt ca. 10°.
 
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Müssen die Winkel der Schrägen denn exakt wie die alten sein? Bzw. hat das einen praktischen Nutzen? Oder kommen die einfach von der verwendeten Produktionsmethode?
Und du kannst die Winkel der Schrägen entsprechend deinen Möglichkeiten in gewissen Grenzen anpassen?
 

harkan11

ww-ahorn
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# SPYLOO

Schon mal über eine Besichtigung bei --> Hersteller nachgedacht? Dort kannst Du bestimmt die Produktion mal anschauen und wirst den aufwendigen Herstellungsprozess sehen.
 

joh.t.

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Um ehrlich zu sein.
Bei der Menge kaufen.
Der kann so gut herstellen weil er durch rationalisiert ist und Zugang zum Holz hat.
Ein paar Ersatzschindeln könnte man auch selbst machen, aber die 7400 verbrauchen massiv Ressourcen, die ich nicht hätte.
 

fried.chycken

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rechne alleine das Material, ich wäre mir nicht sicher ob ich die für den Preis machen wollte/könnte. Ist eine Menge Holz, die da bewegt werden müssen
Jetzt hast du selbst schon geschrieben - wollte gerade anmerken, bei Serienproduktion am besten @Kerstenk fragen :emoji_grin:

Das klingt aber so als wäre der Hersteller das Mittel der Wahl. Bei 50 cent pro Schindel sind das zwar 4000€, kommt mir aber gar nicht so schlimm vor wenn man Material und Zeitaufwand dagegen rechnet...
 

Holzrad09

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Vorschneiden macht schon Sinn.
Auf gar keinen Fall !
Wenn Du bei 7400 Schindeln auch nur ne halbe Minute pro Schindel an der Bandsäge stehst, sind das immer noch 3700 Minuten, sprich - nach Adam Ries mehrere Tage.
Das Fräsen braucht schon mehr als genug Zeit.
Schwenkmesserkopf einmal die Messer nach oben geschwenkt und im Gleichlauf am Ende eingesetzt und einmal die Messer nach unten geschwenkt und das Brettchen gewendet, da gibt es auch keine Ausrisse.
Ist dann 14800 mal einsetzen, schon ne Heidenarbeit.
 

Kerstenk

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Wenn Du bei 7400 Schindeln auch nur ne halbe Minute pro Schindel an der Bandsäge stehst, sind das immer noch 3700 Minuten, sprich - nach Adam Ries mehrere Tage.
jede Sekunde, die man an Zeit pro Teil einspart, sind zwei Stunden Arbeitszeit gesamt die wegfallen. Der Berg an Spänen und Abschnitte ist da nicht zu unterschätzen.
Dann kommt noch hinzu, welche Feuchtigkeit darf das Holz haben, damit es später an der Wand keine Probleme macht. Firmen die das seit vielen Jahren machen, wissen worauf es ankommt, was zu vermeiden ist.
 

Arkhan1806

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Also ehrlich gesagt würde ich die bei dem preis auf keinen Fall selbst bauen. Wenn ich die Schindeln jetzt mal vereinfacht als Quader sehe (ja, da kann man durch den Zuschnitt schon noch etwas optimieren) und behaupte, dass die 24 cm lang und 8 cm breit sind, dann komme ich auf grob 1,4 m³. Wenn man da noch etwas Verschnitt, Ausschuss, etc. mitrechnet, bist du vielleicht bei 2 m³... Jetzt nehme ich mal an, dass du den m³ Buche für z.B. 1.300 € bekommst, dann hast du 2.600 € Kosten für's Holz. Rechnen wir noch etwas Verschleiß, etc. dazu (sagen wir mal 200 €), dann hast du Kosten von 2.800 € für's selbermachen.
Wenn du die Teile kaufst, zahlst du 3.700 €, du sparst also 900 € durch's selber machen.

Jetzt sagen wir, du brauchst eine Minute pro Schindel (was ich für nahezu unmöglich sehe, du wirst deutlich mehr Zeit benötigen), dann hast du 130 Stunden Arbeit. Macht also eine Ersparnis von etwas unter 7 € pro Stunde.
Wahrscheinlich brauchst du deutlich länger. Bei 10 Stunden Vor- und Nachbereitung und 2 Minuten pro Schindel bist du schon bei 270 Stunden Arbeit und damit bei ca. 3,30 € Ersparnis/Stunde.

Ganz ehrlich: Wenn du das nicht machen willst, um's zu machen, dann kauf die Teile. Wenn das finanziell nicht funktioniert, dann würde ich mir für die 900€ eher noch nen Minijob für ein paar Monate suchen, da hast du dann weniger Arbeit und definitiv weniger Risiko mit.
Wenn du die Schindeln bauen willst, weil du Bock drauf hast: Mein Respekt, go for it! :emoji_slight_smile:
 

Kerstenk

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..... und 2 Minuten pro Schindel bist du schon bei 270 Stunden Arbeit
was willst (nicht wisst, wie erst geschrieben) Du mit denen machen :emoji_slight_smile: die müssen deutlich unter einer Minute fertig sein. Die sind sägerauh, was man auf den Bildern vom Hersteller erkennen kann, das bekommt man auf 2-3/10mm damit hin. Das Profil auf einer Schablone und Tischfräse, immer zwei zusammen, linke und rechte Seite. Es lohnt sich da mal ein paar Stunden in der Planung und Bau von Vorrichtungen zu stecken, holt man am Ende wieder raus.
 
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magmog

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......was mich bedenklich stimmt ist, das die Schindeln über die ganze Länge konisch sind.
Der Rest ist Pillepalle.

Sonst würde ich lange Leisten herstellen, einschneiden wo die Schindeln zuende sind plus
Überlänge 5mm plus Fräser∅. Am laufenden Meter die Einschnürungen mit Schrägen fräsen.
Anschneiden und ablängen im Paket.
 

Kerstenk

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