Ich habe mir noch mal ein paar Gedanken zu den Rezepturen gemacht. Mit Gummi Arabikum habe ich allerdings noch keine Erfahrungen.
Das oben genannte Rezept mit Sandarak und Kopal ist meiner Meinung nach falsch wiedergegeben. Um eine polierfähige Konsistenz als Stammlösung zu erhalten, müsste es meinen Experimenten nach so lauten (1Teil Sandarak, 1Teil Kopal, 4Teile Schellack) und hiervon nochmal das vierfache an Alkohol. Etwas weniger funktioniert auch. Je nachdem, was du noch zusätzlich an Alkohol in den Polierballen gibst. Das musst du ausprobieren. Jeder hat da so seine Vorlieben. Trotzdem war, zumindest bei mir, das Ergebnis nicht so schön, wie bei reinem Schellack. Das könnte am verwendeten Kopal gelegen haben. Meines Wissens war das im 19. Jhd verwendete Kopal ein anderes, als das heute erhältliche (Kopal ist nur ein Sammelbegriff für halbfossile Harze, wird bei Brachert auch, glaube ich, erwähnt) Das Kopal von Kremer Pigmente (verwende ich normalerweise in Balsamterpentinöl) habe ich in einen Filter gegeben und mehrere Tage in Alkohol auflösen lassen. Es hat sich, zumindest bei mir, nicht komplett aufgelöst. Dann nochmal die komplette Lösung durch einen Papierfilter laufen lassen. Danach habe ich dann ansatzweise versucht eine Grundpolitur mit Bims aufzubauen. Ich bin nicht gut damit klar gekommen. Ob das jetzt am verwendeten Kopal oder an meiner Technik lag, kann ich nicht sagen. Ich habe dann etwas frustriert aufgegeben und den Rest als Streichschellack benutzt. Man musste aber immer wieder gut aufführen und ich habe die Lösung auch noch immer wieder mal durch einen Filter laufen lassen müssen, da es verklumpte.
Zu Gum- Sandrach. Sandarak erzeugt zwar auch einen Glanz, ähnlich wie Schellack, reißt aber viel schneller. Dafür braucht es einen Partner, der das verhindert. Sehr gut eignet sich Mastix hierfür. Ob mit Gum-Sandrach evt eine Mischung aus Sandarak, Mastix oder alternativ Sandarak, Gummi Arabicum gemeint ist? Da kann ich auch nur Vermutungen anstellen..
Gruß Michael