Massivholzdiele im Badezimmer

WinfriedM

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Aus Interesse habe ich zu Milizid nachgelesen. Da steht mehrfach für säurebeständige Oberflächen. Und die Fugenmasse ist leider meist nicht säurebeständig.
Das müssen die aus haftungsrechtlichen Gründen natürlich schreiben. Aber im Gebäudereinigungsgewerbe ist es absoluter Standard, mit säureehaltigen Reinigern im Bad zu reinigen, das geht gar nicht anders, will man Kalk weg bekommen. Und da ist es Standard, die Fugen vorzuwässern, damit die Säure die Fugen nicht angreifen kann. Gemeint sind übrigens die Fugen zwischen den Fließen, also der Fugenmörtel. Nicht die Dichtmasse, die fast immer Silikon ist. Ich hab noch nie gesehen, dass Silikon durch diese recht schwache Säure geschädigt wird. Natürlich nach Reinigung alles nochmal mit klarem Wasser abspülen.

Generell gilt aber: Man sollte mit sauren Reinigern nur so oft wie nötig. Die meisten Verschmutzungen im Bad kann man mit normalen Allzweckreinigern entfernen.

Bei Naturstein im Bad sieht es anders aus, da richten saure Reiniger in der Regel immer Schaden an.
 

WinfriedM

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Und ja, LivingBoard ist was anders als OSB. OSB dünstet Lösemittel aus, LivingBoard verzichtet auf Formaldehyd, quillt weniger auf als OSB, hat bessere Schallschutzeigenschaften.
Das kann man m.W. so nicht stehen lassen. Es gibt seit vielen Jahren OSB, was mit PU verleimt ist, da gibt es kein Formaldehydthema durch das Bindemittel. Anders wird das beim Livingboard wohl auch nicht gemacht werden. Und trotzdem haben all diese Platten auch eine Formaldehydausdünstung, auch das Livingboard: Das liegt daran, dass jedes Nadelholz Formaldehyd ganz natürlich ausdünstet.
 

brubu

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Danke das ist mir alles klar. Wir haben für "schwere Fälle" eine 50% ige Säure. Aber seit die scharfen Putzmittel überall angepriesen und oft viel zu viel angewendet werden leiden die Fugen extrem. Ich müsste einmal im Grossverteiler lesen was auf den Packungen steht, wohl auch Warnhinweise die niemand ernst nimmt. Fugen anfeuchten ist bekannt aber wie viele Laien machen es? In Mietverträgen sollte man dies wohl fett hineinschreiben.
 

WinfriedM

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Holz im Bad doch lieber Ölen.
Ja genau, das kann gut funktionieren. Und da hat sich ein Produkte bewährt, was auch wieder Wachs im Namen hat: Osmo Hartwachsöl. Das hat aber mit wachsartigen Eigenschaften gar nichts mehr zu tun, es dringt wie ein Öl ins Holz ein, bildet aber gleichzeitig eine dünne zähelastische Schicht Wenn an experimentierfreudig ist, kann man es noch verbessern: Zuerst mit einem tief einziehendem Holzöl arbeiten. Das verbessert die Feuchtigkeitsbeständigkeit. Und dann erst als Finish das Osmo Hartwachsöl.

Worauf du bei so einem Boden aufpassen musst: Keine alkoholischen Desinfektionsmittel im Bad, die hinterlassen Flecken. Und keine färbenden Produkte längere Zeit einwirken lassen, z.B. Haarfärbemittel, Badezusätze oder auch manche Shampoos.
 

TischlerTheo

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Hallo fffranz,
ich würde die Dielen durch die Feder verschrauben (mit Dielenschrauben mit kleinem Kopf). Die Dielen von Hand zusammenschieben (kleine Fugen offen lassen). Nur lose auflegen kann ich mir nicht richtig vorstellen. Werden die Dielen ohne Stoß verlegt.
Grüße Theo
 

fffranz

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Hallo fffranz,
ich würde die Dielen durch die Feder verschrauben (mit Dielenschrauben mit kleinem Kopf). Die Dielen von Hand zusammenschieben (kleine Fugen offen lassen). Nur lose auflegen kann ich mir nicht richtig vorstellen. Werden die Dielen ohne Stoß verlegt.
Grüße Theo
Hallo Theo,
ok, meinst Du das ist besser als eine schwimmende Verlegung? Mit den Schrauben verletze ich die Platte darunter - verhindere aber, daß sich das Holz aufwirft. Ja, vielleicht ist das wirklich besser. Ich könnte die Schraubenspitze vor dem Einschrauben in Leinöl tauchen.
Die Fugen etwas größer lassen, damit Feuchtigkeit wieder austreten kann.
Ich dachte zusätzlich an 5 mm Hanfmatte als Trittschall - und als Feuchtigkeitsausgleich.
Gruß - Franz
 

TischlerTheo

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Hallo fffranz,
vor dem Waschbecken und der Dusche liegt ein Bad Teppich/Badvorleger. Soviel Wasser fällt bei uns im Bad nicht an. Bei uns ist der Boden vollflächig auf Fermacell verklebt.
 

fffranz

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Noch mal eine neue Idee in den Ring geworfen: Könnte man den Rohfußboden und den Wandabschluß nicht mit Lehm+Hanf abdichten? Für den Rohfußboden verwendet man einen Lehmschlicker, der alle Ritzen verschließt. Dann abziehen, trocknen lassen und noch einmal mit Leinöd rüber. Lehm trocknet zwar aus und bildet Risse - schließt sich aber, wenn es naß oder feucht wird. Fließendes Wasser ist natürlich keine Option, da wird das Material weggeschwemmt. Aber es geht ja hier ums Badezimmer. Für den Wandabschluß verstärkt man den Lehm mit Hanffaser und baut eine leichte Kante auf.
Mal sehen, ob ich gleich wieder gesteinigt werde für unkonventionelle Vorschläge - aber ich habe eifach keine Lust, irgend so einen Plastikanstrich im Bad zu verwenden, von Folie ganz zu schweigen.
 

hlzbt

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irgendwo
Wir haben uns das auch mal überlegt - und verworfen. Ich würde es wie beim Boot eher mit einem undurchlässigen Boden (= Fliesen) und einer Holzgräting machen. Und, falls nur Holz, dann auch wie beim Boot, mit dauerelastischer Vergussmasse (MS-Polymere, ggf. Synthesegummi [WKT] oder PU [Sika]).
Damit Hanf dicht bleibt, müsste es imho dauerfeucht sein. Und man möchte vielleicht nicht alle paar Jahre mit einem Kalfateisen da auf dem Boden arbeiten.
 

MartinLehmann

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Moin ffranz

wir haben auch seit ein paar Jahren Eiche Dielen im ganzen Bad - auf einer Unterkonstruktion klassisch durch die Feder verschraubt. Da sich das Bad im EG befindet, wir zum Thema Abdichtung den entgegengesetzten Weg gegangen: wir dichten nicht, sondern ermöglichen dem Wasser bei einer echten Havarie abzufließen.
Wir haben keine Sohle, sondern Glasschaumschotter als Dämmung und kapillarbrechende Schicht - darauf liegt die Kreuzlattung. Der Schotter verhindert gut aufsteigende Feuchtigkeit und lässt Wasser der Schwerkraft folgen...
Mir ist schon klar, dass das kein gewöhnlicher Bodenaufbau ist - aber für Mitleser ggf. eine Gedanken-Anregung.

Gruß

Martin
 
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