Massivholzdiele im Badezimmer

di.lang

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Moin,
wir überlegen in unserem neuen Bad anstatt Fliesen einen Holzfussboden zu verlegen. Nun hab ich schon ein wenig das Inet durchforstet und bin auf geräucherte Eiche gestossen, die auch für Fussbodenheizung geeignet sein soll.

Gibt es hier jemand im Forum der damit Erfahrungen hat und sagen kann was man unbedingt beachten sollte. Sollte man verkleben oder reicht eine Verschraubung in die Nut?
Was sollte man bei den Fussleisten beachten damit sich darunter kein Wasser sammelt?

Grüße Dirk
 

frankundfrei

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Räuchereiche im Bad

Durch die Feder schrauben - wohin? - Bei einer Fußbodenheizung kann das nicht gut gehen.

Klassisch wäre verkleben. Allerdings hätte ich Bedenken, da ein Holzboden im Bad doch recht schnell mal so stark leiden kann, dass er ausgetauscht werden muss. So würde ich auf Trittschallkork Fertigparkett-Landhausdielen legen - vorzugsweise massive Qualität - z.B. die von Bergland.

Bei kalkhaltigem Wasser wird sich jeder Tropfen auf der Räuchereiche abzeichnen. Eine regelmäßige Pflege ist nötig, wenn es dauerhaft schön aussehen soll. Das Holz muss offenporig bleiben - also kein Lack.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de
 

di.lang

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Da die Dielen in das 1. Obergeschoss sollen, würden die Dielen auf die Balken verschraubt werden. Die Fussbodenheizung war bisher nur eine Option und wird wohl auch nicht kommen.
Wir wohnen im Bremer Umland und haben sehr weiches und gering kalkhaltiges Wasser, dass wir da keine Probleme sehen.

Wenn die Dielen verklebt werden wie funktioniert das dann? Normal verlegen und Leim in Nut und Feder oder werden die Dielen unter Druck verleimt?

Grüsse Dirk
 

wandergeselle

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moinsen-
im bad bitte nur verklebt - wie winfried schreibt - mit feuchtraumgeigenetem kleber auf - z. b. fermacell- die auf den balken liegt.
ansonsten gibt jeder seriöse anbieter daten und infos zu solch wichtigen fragen....
und dann eben auch passend geölt.....
 

di.lang

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Danke für die Infos!

Wir werden uns dann mal bei Fachleuten umhören. Kann man das verkleben selbst machen oder sollte da ein Profi ran?

Grüße Dirk
 

WinfriedM

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Wer handwerklich begabt ist, sich in die Grundlagen einliest, ein paar Tests macht und sorgfältig arbeitet, kann das auch selbst machen.
 

hemmi1953

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Wir wohnen im Bremer Umland und haben sehr weiches und gering kalkhaltiges Wasser, dass wir da keine Probleme sehen.

Grüsse Dirk

Sei hier bitte sehr vorsichtig. Wir haben bei uns auch ein sehr weiches und gering kalkhaltiges Wasser, und haben trotzdem vor einem Jahr nach der kompletten Umgestaltung unseres Badezimmers eine sehr unschöne Überraschung erlebt. Auf unseren neuen sehr dunklen Fliesen, die den Fußboden u.a. auch in der Dusche bilden, sind sehr deutliche Kalkflecken zu sehen. Diese zu entfernen ist sehr mühselig bzw. wir haben bisher noch keine wirklich überzeugende Lösung dafür gefunden.

Gruß Christof
 

WinfriedM

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Wenn es wirklich Kalk ist und die Fließen säurefest, dann sollte doch jeder säurehaltige Badreiniger oder auch Zitronensäure in Nullkommanichts Kalk entfernen.
 

WinfriedM

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Das stimmt, von daher nicht zu oft und Fugen vorwässern. Danach gut abspülen. Profireiniger für die Unterhaltsreinigung machen in der Regel so keine Probleme (z.B. Milizid).
 

frankundfrei

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Litoherm im Bad

@Andrasch

Also im Bad halte ich dieses System schon für äußerst gewagt.

Wenn tatsächlich massive Dielen auf der Balkenlage ohne Fußbodenheizung verlegt werden, dann halt noch einmal abwägen ob Ihr die regelmäßige Pflege von der Oberfläche leisten wollt und ob Ihr das Risiko von möglichen Wasserschäden in der Balkenlage in Kauf nehmen wollt.

Wenn Ihr wasserfeste Estrichplatten verlegt, dann würde ich keine Massivholzdielen mehr verwenden sondern Fertigparkett - auch in Dielenoptik möglich (sog. "Landhausdielen"). Diese würde ich nicht verkleben, sondern auf Rollkork schwimmend verlegen, damit der Austausch jederzeit möglich ist.

Natürlich könnt Ihr sie auch nach Vorschrift verkleben lassen. Wenn sie dann aber nicht mehr gefallen und nicht mehr aufbereitet werden können, da doch mal zu viel Wasser stehen geblieben ist, dann fangt Ihr bei dem Bad von vorne an.

Die Ausführung von wasserfesten Estrichplatten auf Balkenlage sollte von einem Fachmann betreut werden. Sonst habt Ihr wasserfeste Estrichplatten und das System ist dennoch nicht wasserfest.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de
 

gun

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Habe in einem Badezimmer einen Nut und Feder Teakboden gemacht, der wird allerdings mehrmals taeglich unter Wasser gesetzt. Jetzt nach 1 Jahr hat sich eine Stelle aufgeworfen. Hatte leider nur Teakoel da, werde den Boden bei Gelegenheit heiss wachsen.
Also ich halte das auch fuer gewagt, die Decke muss auf jeden Fall atmen koennen, und die Wandabdichtungen sind heikel. Wenn das Holz vor der Verlegung wirklich satt gewachst ist, sollte es gehen. Empfehle auch eine schwimmende Verlegung, OSB Platten und Bitumen...
Was ist denn Rollkork, Frank?
 

fffranz

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Ich habe interessiert die Beiträge hier gelesen. Ich möchte im Bad ebenfalls Eichendielen verlegen. Problem ist wie immer im Bad die Feuchtigkeit und Wasser. Ich habe die Idee, mit einem Hartwachs alles dick abzudecken und dann mit einem Heißluftföhn das Wachs in jede Ritze fließen zu lassen. Die Verlegung soll schwimmend auf Living-Board erfolgen.
Wäre das eine geeignete Lösung?
 

joh.t.

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Habe Eichediele im Bad, direkt auf der Balkenlage.
Die aufgefräst und ein Yachtdeck mit schwarzen Fugen draus gemacht.
Geschliffen und mit Bona Trafik lackiert.
Geht, würde ich aber nicht für Kunden machen.
Ein bisschen heikel ist es schon...
 

TischlerTheo

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Hallo,
ich würde auf keinen Fall Wachs nehmen. Wachs und Wasser verträgt sich gar nicht. In meinem Bad ist der Eiche-Dielenboden geölt.
Grüße Theo
 

fffranz

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ich würde auf keinen Fall Wachs nehmen.
Hallo Theo,
Danke für den Hinweis. Dann werde ich es auch so machen.
Mein Bodenaufbau sieht so aus: LivingBoard auf Balkenlage. Darauf dann die Dielen. Ich möchte keine Folien oder streichbare Abdichtung nehmen. Das LivingBoard könnte man vor dem Verlegen auch satt ölen. Die 19 mm Dielen möchte ich schwimmend verlegen. Als Randabschluss Stopfhanf in die Fugen und darüber eine Sockelleiste.
Grüße - Frank
 

fahe

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Ich möchte keine Folien oder streichbare Abdichtung nehmen
...widerspricht dann halt jedem heute geltenden Regelwerk. Im Fall eines Wasserschadens wirst Du Deine Versicherung aber sicher überzeugen, dass Pfleiderers OSB-Platte - pfui, shame on me.... natürlich: LivingBoard und Stopfhanf alle Anforderungen um ein Mehrfaches übertreffen. :emoji_joy:

In der Zeit überlege ich noch, was Dich an dem aus der Gruft geholfen Thread ermuntert haben mag, die Dielen im Bad schwimmend zu verlegen.

Entschuldige bitte die sarkastisch ironischen Anmerkungen.
 

fffranz

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Entschuldige bitte die sarkastisch ironischen Anmerkungen.
Ja, es ist halt schwierig, sich vom "richtig" der letzten 50 Jahre Kunststoff zu lösen.
Die meisten Wasserschäden treten eh hinter einer Kunststoffsperrschicht auf (defekte Rohre und Anschlüsse) - da ist das dann eher hinderlich, wenn alles mit Planen und Kunststoff zugeklebt ist.
Schwimmend verlegt: damit schraube ich nicht durch das LivingBoard und habe eine unbeschädigte Oberfläche mit Nut und Feder. Was spricht dagegen?
Und ja, LivingBoard ist was anders als OSB. OSB dünstet Lösemittel aus, LivingBoard verzichtet auf Formaldehyd, quillt weniger auf als OSB, hat bessere Schallschutzeigenschaften.
Versicherungen??? LHL - bin ich ein Angsthase, der nur leben kann, wenn alles vermeintlich gut versichert ist? Da pfeif ich drauf, bin die letzten 60 Jahre sehr gut damit gefahren.
Sollte ich einen Wasserschaden haben, dann mache ich die Decke (Holzpaneele) auf, nehme die Holzfaserplatten raus und lasse alles trocknen. Fertig. Das kann ich auch im EG machen, da mein Holzhaus auf einem Schraubfundament steht.
Was mich bewegt hat, hier was zu schreiben: ich habe nach Möglichkeiten gesucht, die Eichendielen im Bad gegen Spritzwasser zu schützen, ohne sie zu versiegeln. Die Idee war, festes Wachs auf die Oberfläche und in die Fugen mittels Heißluft einzubringen. Sicher - für Leute wie dich wieder eine Schnapsidee - aber warum nicht? Mein Haus ist mein Hobby und da kann ich mir Experimente leisten...
 

ClintNorthwood

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Schwimmend verlegter Dielenboden der sich nicht wirft oder schüsselt wäre mal was interessantes. Vor ca. 14 Jahren hatten wir für eine kurze Zeit eine Luftfeuchtigkeit von 90 %. Ich hatte dadurch 2 Reklamationsanfragen wegen verlegtem (versiegeltem) Parkettboden. Trotz 1 cm Luft zu den Wänden waren es dann 0 mm wie bei einer Presspassung.
Der Großhandel sagte mir, bei dieser Luftfeuchtigkeit kam sogar das Parkett in den Ausstellungsräumen hoch.
Bei Dielen dauerhaft schimmend verlegt im Bad würde ich mir bestätigen lassen das darauf hingewiesen wurde, dass der Fall der Fälle eintreten wird.

@fffranz, hier um Forum triffst du halt mehr experimentierunwillige User als andersrum.
Niederdeutsch:

Wat de Buer nich kennt...​

Ich selbst habe bei genug Zeitbudget viele Dinge durch probieren herausgefunden und Grenzbereiche ausgetestet.
Doch bei deinem Vorhaben hätte ich die Befürchtung, dass das Fett, das sich im Wachs befindet, unschöne Ränder schafft weil Holz das aufnimmt.
Hier war mal jemand, der experimentel Leinöl in die Parkettfugen goss um das Knarzen zu verhindern. Die Ränder sahen lustig aus.
Bei einem Kunden sah ich was passiert wenn man versucht, den Übergang von Sockelleisten zum Parkett mit Silikon zu versiegeln und dazu Spüli nimmt.



Im Privatbereich ist das versicherungstechnisch völlig wumpe ob mit Abdichtung oder nicht. Einen nachweisbaren Vorsatz zu konstruieren ist unmöglich.
Es sei denn man heißt Thrumb oder so ähnlich und wohnt jenseits des Atlantik.
 
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fahe

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Ok, ich bin raus. Ich fürchte aber, Du wirst hier nicht allzu viel Zuspruch erfahren.

Eine zweite Dichtschicht entspricht halt nicht nur den anerkannten Regeln der Technik, sondern ist längst Norm.

Und wenn Dir ein gestandener Tischler, der seine Baddielung eben mitnichtend schwimmend verlegte, in dem aus der Gruft geholten Thread andeutet, dass er das, was er für sich selbst gemacht hat - und wir haben den schönen Boden meiner Erinnerung hier schon gesehen - für Kunden dennoch nicht so riskieren würde, ist das natürlich keinerlei Grund, darüber nachzudenken. :emoji_joy:

Ich wünsch Dir dennoch Erfolg. Ansonsten... einfach Holzfaserplatten rausnehmen und trocknen lassen. :emoji_wink:

PS: Mein Haus ist auch eines meiner Hobbys. Ist auch schon das zweite Haus, dass ich nahezu ohne fremde Handwerker selbst um-, ausgebaut und saniert habe.
PPS: Ja, die Wachsidee schien mir zu abseitig, um überhaupt darauf einzugehen.
 

brubu

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Das stimmt, von daher nicht zu oft und Fugen vorwässern. Danach gut abspülen. Profireiniger für die Unterhaltsreinigung machen in der Regel so keine Probleme (z.B. Milizid).
Aus Interesse habe ich zu Milizid nachgelesen. Da steht mehrfach für säurebeständige Oberflächen. Und die Fugenmasse ist leider meist nicht säurebeständig. Man muss sich nur Duschen ansehen die fleissig mit Putzmitteln behandelt werden.
Ich habe schon nach speziellen Fugenmassen gesucht, die gibt es, werden aber im Wohnungsbau kaum verwendet.
https://vollmer-fugentechnik.de/saeurebestaendige-fugen.html
Bei einem alten Tauchbecken einer Sauna war eine grünliche Masse drin die aussah wie Silikon aber eher hart war.
 

fffranz

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PPS: Ja, die Wachsidee schien mir zu abseitig, um überhaupt darauf einzugehen.
Ja, die Wachsidee habe ich schon verworfen. Öl ist in dem Fall wohl besser.
Ich habe mich verschrieben: es sind Holzfasermatten - die kann man sehr wohl trocknen lassen - oder man tauscht sie einfach aus. Wie auch immer, der Aufwand ist überschaubar.
 

fffranz

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Doch bei deinem Vorhaben hätte ich die Befürchtung, dass das Fett, das sich im Wachs befindet, unschöne Ränder schafft weil Holz das aufnimmt.
Das mit dem Wachs habe ich schon verworfen - TischlerTheo hat mir da schon eine Empfehlung gegeben: Holz im Bad doch lieber Ölen.

Wir hatten 15 Jahre Holzdielen in unserem Gartenbungalow - da ist auch nichts passiert. Einmal ist mir ein ganzer Eimer Wischwasser umgekippt und das Wasser ist überall reingelaufen - ohne Schaden. Beim Abbau konnte ich sehen, daß nichts verrottet oder verschimmelt war.
Allerdings waren wir da nur am Wochenende und es hatte genug Zeit zum Trocknen. Dauerbenutzung ist dann doch etwas anderes.
 
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