Wie extrem dünnes Furnier kleben / verarbeiten

Zulu110

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Hallo zusammen,
auf der Suche nach Makassar Furnier bin ich im Internet auf eine der üblichen verdächtigen chinesischen Internetseiten gestoßen, auf denen Furnier direkt vom Hersteller verkauft wird. Ich habe mir hier mal von zwei Anbietern Muster zuschicken lassen, welche nun auch nach 2 Wochen angekommen sind.
Eines der Furniere hat wie gewohnt ca. 0,6mm Dicke uns lässt sich ganz normal verarbeiten. Das andere Furnier ist allerdings dünn wie ein Blatt Papier und hier frage ich mich wie man das denn nun geklebt bekommt. Ich denke mal, dass sich bei dieser Dicke sofort der Leim durchschlägt. Auf der Unterseite ist es mit einer dünnen Vliesschicht kaschiert.
Hat jemand vielleicht Erfahrungen damit wie man solch ein dünnes Furnier verarbeitet?
Mit Schleifen ist hier natürlich auch nicht mehr viel, da man vermutlich sofort durch sein wird. Allerdings ist es schon so glatt, dass das auch nicht nötig sein sollte.

Hier mal zwei Bilder von dem Furnier.
Auf dem zweiten Bild habe ich es mal gegen das Licht gehalten, damit man sieht wie dünn es ist.

20260311_154745.jpg


20260311_154805.jpg
 

Schreinersein

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Das ganz dünne nennt sich Mikrofurnier, wie und ob man es außerhalb industrieller Verarbeitung verwenden kann, kann ich Dir auch nicht sagen. Findet man schonmal auf Fußleisten.
 

Herr Dalbergia

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Dieses 0,1 bis 0,2 er Zeugs wird tapeziert. Die bauen in Asien den Innenausbau aus MDF oder Multiplex oder was weiß ich komplett fertig, schleifen, spachteln und grundieren, und dann wird das „Furnier“ drauf tapeziert….

Das hält dann fast so lange wie IKEA Möbel.
Dann wird’s weg geschmissen und gerne vor der Baustelle verbrannt.

Und wieder ein paar Ebenholz Bäume weniger …
 

Zulu110

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Moin, das habe ich mir schon gedacht. Dann geht es in die Tonne und wird unter Erfahrung verbucht.
Das andere Furnier mit 0,6mm war ja ok und wird demnächst verarbeitet.
 

Holzsinn

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Moin, das habe ich mir schon gedacht. Dann geht es in die Tonne und wird unter Erfahrung verbucht.
Das andere Furnier mit 0,6mm war ja ok und wird demnächst verarbeitet.
Das wäre aber schade, so schönes Furnier wegzuschmeißen. Vielleicht lassen sich ja 2-3 Blatt miteinender verleimen und dann wie normales Furnier weiterverarbeiten?
Melanie
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Zulu110

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Wenn jemand die beiden Blätter haben will, kann er sie gerne bei mir abholen kommen.
 

Mathis

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Das wäre aber schade, so schönes Furnier wegzuschmeißen. Vielleicht lassen sich ja 2-3 Blatt miteinender verleimen und dann wie normales Furnier weiterverarbeiten?
Klar, das kann nur jemand sagen, der das noch nie gemacht hat. Sowas geht einfach nicht, 3 Furniere a 0,2 mm lassen sich nicht zu einem mit
0,6 mm verleimen.
 
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Holzsinn

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Deshalb hatte ich das Ganze ja als Frage formuliert, da ich tatsächlich keine Erfahrung mit kaschiertem Furnier habe. Als Restauratorin brauche ich das auch nicht, ich habe genügend echtes altes Furnier zur Verfügung. Mir liegt aber grundsätzlich das Weiterverarbeiten von schönem Material am Herzen.
Klar ist mir inzwischen auch, dass sich der grinsende Ziegenbock am liebsten meldet, wenn er jemand Unwissenheit nachsagen kann....
Melanie
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Mathis

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Prima, bestens erkannt. Wenn ich lese, dass jemand Unsinn erzählt oder seine Unwissenheit als Lösung vorschlägt, melde ich mich gerne dazu, aber nur wenn ich mit dem Thema eigene belastbare Erfahrungen habe. Und die habe ich massig.
Das Bild ist übrigens eine Meckerziege, keine grinsende.
 

mj5

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Jetzr wuesste ich aber "zu-und-zu-gern" wer da einen Punkt gemacht hat!
War doch eigentlich nur ein, wie ueblich bemueht lockerer, Dummspruch, Kollege @wasmachen. :emoji_wink:
 

flüsterholz

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Ich denke mal, dass sich bei dieser Dicke sofort der Leim durchschlägt. Auf der Unterseite ist es mit einer dünnen Vliesschicht kaschiert.
Meines Wissens soll diese Kaschierung den Leimdurchschlag verhindern.
Klar, das kann nur jemand sagen, der das noch nie gemacht hat. Sowas geht einfach nicht, 3 Furniere a 0,2 mm lassen sich nicht zu einem mit
0,6 mm verleimen.
Zumindest industriell geht das. Furnier-Lampenschirme werden z.B. aus 2 Schichten dünstem Furnier und einer Mittellage aus Vlies hergestellt. Und ich meine, es gibt auch mehrlagige von WPG Veneering oder so ähnlich.
 

wasmachen

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Jetzr wuesste ich aber "zu-und-zu-gern" wer da einen Punkt gemacht hat!
War doch eigentlich nur ein, wie ueblich bemueht lockerer, Dummspruch, Kollege @wasmachen. :emoji_wink:

Ruder mal langsam, einzigster Grund fürs löschen war die Richtigstellung anderer Beiträge darüber.
Und dann find ichs korrekt, wenn dann auch anderes korrigiert wird.
Konkret solltest dich vll jetzt n bissl entschuldigen für das 'dumm anmachen', Danke!
 

Zulu110

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Meines Wissens soll diese Kaschierung den Leimdurchschlag verhindern.

Zumindest industriell geht das. Furnier-Lampenschirme werden z.B. aus 2 Schichten dünstem Furnier und einer Mittellage aus Vlies hergestellt. Und ich meine, es gibt auch mehrlagige von WPG Veneering oder so ähnlich.

Ich kann das gerne mal ausprobieren wenn ich in den nächsten Tagen wieder "normale" Furniere verarbeite und dann berichten. Dann leime ich einfach mal ein Stück auf ein Rest MDF was hier noch rumliegt.
 

Zulu110

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So, ich habe nun gestern einmal zwei Blatt von dem Furnier geklebt.
Ich muss sagen, dass es keinen Leimdurchschlag gegeben hat. Ich habe natürlich etwas weniger Leim als bei normalen Furnier genommen, hätte aber ehrlich gesagt trotzdem nicht damit gerechnet. Scheinbar scheint die Vliesschicht den Durchschlag doch zu verhindern.

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20260320_184745.jpg

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flüsterholz

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Danke für die Rückmeldung. Da hatte mich mein Erinnerungsvermögen doch nicht ganz im Stich gelassen. Darf ich mal fragen, wie du genau vorgegangen bist? Leimsorte, Pressen, etc und wo du das her hast. Mir ist da gerade so ein Gedanke für eine mögliche Anwendung gekommen. Wie lässt es sich in trockenem Zustand biegen? Ähnlich wie ein normales 0,6mm starkes Furnier, oder besser? Was mich noch interessiert hätte, ob man nicht doch mehrere übereinander leimen könnte, Vlies an Vlies? Aber du hast wahrscheinlich nichts mehr über?
Gruß Michael
 

Zulu110

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Ich habe ganz normalen Weissleim genommen und mit einer Schaumstoffrolle aufgetragen. Danach zwischen zwei dicken Siebdruckplatten gepresst.
Man kann das schon sehr gut biegen. Als es angekommen ist war es auf ca. 5cm Durchmesser aufgerollt.
Ich werde nun nochmal testen wie es sich auf den Stirnflächen verleimen lässt. Diese sind ja durch den Schnitt rauer und saugen vermutlich etwas stärker.
 
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