Werkzeug reinigen

Martin Graf

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Wie bereits oben genannt, würde ich zunächst mit warmen Wasser und Spüle und einer groben Bürste anfangen. Eine Wurzelbürste oder eine alte Spülbürste sind gut geeignet. Für enge Stellen eine alte Zahnbürste mit harten Borsten. Es ist erstaunlich, was damit alles entfernt werden kann. (Ich erinnere mich noch an meinen Chemie-Lehrer: "Wasser ist das beste Lösungsmittel!").
Ginge sowas mit einem Ultraschallreiniger?
Meine Erfahrung mit US-Reinigern: die kleinen, billigen haben nur wenig Leistung und taugen deshalb nicht so viel. Schmutz/Ablagerungen, die aus festem Material bestehen, werden mit US einigermaßen gut entfernt. Auch können damit Ablagerungen, die in Ritzen/Hohlräumen sind und mit der Bürste nicht erreichbar sind, relativ gut entfernt werden. Weiche/elastische Ablagerungen und solche, die regelrecht festkleben, werden weniger gut oder gar nicht entfernt.
Im nächsten Schritt gezielt ein gut geeignetes Lösungsmittel auswählen. Auch eignen sich hier Mikrofasertücher ganz gut, weil sie etwas abrasiv wirken.
Bei Kunststoffoberflächen (z. B. elektrische Handmaschinen) habe ich gute Ergebnisse mit Kunststoffreiniger gemacht (ich weiß nicht, welches Lösungsmittel da drin ist. "Meiner" ist ein billiger von Aldi).
Außerdem würde ich Reinigungsbenzin oder Spiritus probieren. Dem Lösungsmittel immer etwas Zeit zum Einwirken geben.
Bei rostigen Oberflächen habe ich gute Erfahrungen mit einem Bad in Zitronensäure (ggf. über Nacht) gemacht.
Aceton, Nitroverdünnung vermeide ich.

Gruß
Martin
 

Martin45

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Habe hier einen Reinigungsgerät 15L 360W Ultraschall, 600W Heizung. Allerfeinste Qualität direkt aus dem Land der besten Qualität, nämlich China.

Soll ich da mal altes Werkzeug und was Wasser rein kippen und wir schauen mal?
 

TobiBS

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Weil nach Fotos gefragt wurde, hier mal ein Beispiel. Und ja ich weiß, dass das jetzt nicht alles Edelstahl ist.
IMG_6705.jpeg
 

willyy

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ich würde das mit Rostlöser behandeln, dann Ultraschallbad mit Spüle und evtl. am Schluß einmal mit Schleifvlies drüber gehen, falls das noch tötig ist.
Und dann gut sein lassen. Bissl Patina bzw. "old-style-look" wird bleiben.
 

wasmachen

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HinternDiwan
Ich würd einfach auf n Lappen bissl WD40 drauf und drüberreiben. Fertig.
Das sind ja auch ned alles so HighEnd Teile....
Das mit der Strahlerei der Sägeblätter würd ich auch lassen. Erstens versauts die Schneide, und auch den Körper selber. Der ist 'gespannt'. Du weisst vmtl eh wie n gerades Stück Blech nach dem Strahlen aussieht? Den 'Klemmdreck' macht eh der Schleifdienst mit. MWn mit Ultraschall...
 

kberg10

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Werkzeug soll doch nie rostig werden, sonst hat man es zu wenig oft verwendet. Achtung Ironie!
Es kommt auch viel auf das Umfeld an wo es eingesetzt wird, feuchter Keller, salzbelastete Garage usw.
Und Teer wird sich wohl nur mechanisch entfernen lassen. Ich hab mir für meine kleinen Bandschleifer Schleifvlies zugelegt, da geht einiges.
Grobreinigungsscheibe und Drahtbürste machen mich auch nicht verlegen. Beton kriegt man mit einem Nadelentroster auch von den Zwingen gut weg.
 

inselino

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Hey,
ich habe damals die Teile meiner Frommiasäge sowohl von Harz/Öl als auch von Rost befreit.
Hier finden sich Anleitung und Fotos der Aktion
https://www.woodworker.de/forum/thr...trosten-und-säubern-mit-chemie-und-so.132448/
Für klebrigen Schlonz würde ich immer erstmal KOH Bad (Kaliumhydroxid) empfehlen. Das löst organisches Material ganz gut und greift Metall nicht an und ist recht günstig zu bekommen.
Im Thread gibt es auch hinweise auf die elektrochemische Variante zur Rostumwandlung.
 

Mazze

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Hi,

mein Allheilmittel gegen die meisten Sorten Dreck: Bremsenreiniger. Greift die meisten Kunststoffe gar nicht an. Holz muss man danach nochmal schützen, z.B. durch Ölen.

Harze entfernt man mit Petroleum oder Diesel sehr gut, danach der Bremsenreiniger.

Was sich davon nicht beeindrucken lässt: Ethanol.

Diese Mittel sind obendrein alle auch sehr preiswert.


Was danach noch dran ist, muss eher mechanisch entfernt werden,

Sandstrahlen ändert ggfls. Das Gefüge und damit die Festigkeit, für Werkzeug meiner Meinung nach nicht gut. Aber eine top Vorbereitung für technische Lacke auf Metall.

Zum Polieren gibts mehr Mittel als man sich vorstellen kann: Elsterglanz, Autosol, Nevrdull, … hab mal eine Versuchsreihe mit mehr als einem halben Dutzend Mittel gemacht, die haben alle ihre Vor-und Nachteile. Ausprobieren! Viel Geduld mitbringen! Das sind aber alles keine Reiniger, sondern Poliermittel.

viel Spaß! Altes Werkzeug ist cool.
 

Arkhan1806

ww-esche
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Sandstrahlen ändert ggfls. Das Gefüge und damit die Festigkeit, für Werkzeug meiner Meinung nach nicht gut.
Hm... Also ja, das ist in einigen Fällen richtig, das kommt auf das Strahlgut, den Strahldruck, etc. an.
Aaaber, die Eindringtiefe ist enorm gering, also oft unter einem zehntel. Da ändert sich bei einem Schraubenschlüssel schlussendlich nichts, das relevant ist. Es handelt sich ja um relativ dicke Teile. Bei einem sehr dünnen Blech ist das natürlich was anderes.

Tatsächlich halte ich das Strahlen von Schraubenschlüsseln, Schraubendrehern, etc. für sehr zielführend. Geht schnell und macht nicht besonders viel Arbeit. Vorausgesetzt man hat natürlich ne Kabine. Man muss da ja nicht gleich mit maximalem Druck anfangen.
Aufpassen muss man natürlich bei Schneiden, etc., die werden stumpf. Auch geschliffene Flächen von Führungen, etc. sollte man nicht strahlen. Auch Sägeblätter würde ich eher nicht strahlen, da ich da tatsächlich die Bedenken von @wasmachen teile und Angst hätte, dass die sich vielleicht verziehen (Verhältnis von Eindringtiefe zu Materialstärke ist gering und auch ein sehr kleiner Verzug ist schon doof), außerdem geht die Beschriftung weg, was bei Sägeblättern ja wichtig ist.
 

inselino

ww-robinie
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Harze entfernt man mit Petroleum oder Diesel sehr gut
Das geht vermutlich auch, ist von der Entsorgung her aber viel nerviger als Kaliumhydroxid und auf nen Liter auch nicht günstiger.
Ich habe mir halt damals die Sicherheitsdatenblätter von im Handel vertriebenen Harzlösern angeschaut und da war im wesentlichen KOH gelistet und daher habe ich das ausprobiert und für sehr gut befunden.
 

Martin45

ww-robinie
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Strahlen? Dann habt ihr zwar erstmal keinen Rost. Dafür danach keinen Korrosionsschutz mehr, wenn der Chrom oder Nickel der Beschichtung runtergestrahl ist. Gleiches gilt bei den chemischen Mittelchen wie Cola, Rostentferner, Zitronensäure etc.
Das wird also nach kürzester Zeit doppelt bitter.
 

Mazze

ww-birnbaum
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Das geht vermutlich auch, ist von der Entsorgung her aber viel nerviger als Kaliumhydroxid und auf nen Liter auch nicht günstiger.
wer ne Petroleumlampe hat, hat das Zeug eh da. Wer nen Diesel hat, auch (Zapfrüssel beim nächsten Tanken mit nem Lappen abwischen, reicht). Extra kaufen zum Putzen ist doof, aber das Zeug kostet weniger als alle normalen „Reiniger“. Entsorgung von schmutzigen Diesellappen hier ganz normal über Hausmüll. So ein größerer Lappen nimmt 100ml auf, damit putzt man mehr als zwei ganze Werkzeugwägen :emoji_slight_smile: Petroleum und Diesel als Tip kenne ich von der Reinigung von Motorradketten. Geht prima, und kostet einen Bruchteil von einem extra Kettenreiniger. Und greift nicht viel an, nur auf der Haut hats nichts verloren.

danke für den Tip mit Kaliumhydroxid, auch interessant!
 

kberg10

ww-robinie
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wer ne Petroleumlampe hat, hat das Zeug eh da. Wer nen Diesel hat, auch (Zapfrüssel beim nächsten Tanken mit nem Lappen abwischen, reicht). Extra kaufen zum Putzen ist doof, aber das Zeug kostet weniger als alle normalen „Reiniger“. Entsorgung von schmutzigen Diesellappen hier ganz normal über Hausmüll. So ein größerer Lappen nimmt 100ml auf, damit putzt man mehr als zwei ganze Werkzeugwägen :emoji_slight_smile: Petroleum und Diesel als Tip kenne ich von der Reinigung von Motorradketten. Geht prima, und kostet einen Bruchteil von einem extra Kettenreiniger. Und greift nicht viel an, nur auf der Haut hats nichts verloren.

danke für den Tip mit Kaliumhydroxid, auch interessant!
Dieselgestank brauch ich echt nicht in der Werkstatt. Und jedesmal wenn ich was in die Hand nehme......
 
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