Verbindungen Fahrradrahmen aus Holz

Mr.Ditschy

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Nachhaltig ist nur das Stahlbike - alles andere sind letztlich Wegwerfprodukte - mal mit besserer (Alu / Titan), mal mit schlechterer (Carbon / Holz) Recyclingquote.
Ein Stahlbike ist bei mir auch schon gebrochen, also so ist das auch wieder nicht ... von daher finde ich ein Alubike schon das Maß der Dinge für den Otto normal Verbraucher.

Doch anderes Thema, denn ob nun Holz einem hier am Bike gefällt oder nicht, ist ja nicht die Frage.
Interessant ist die Möglichkeit in Holz allemal, warum also nicht .... dem einen gefällts, dem anderen nicht (Autos gibt es auch in unterschiedlichen Materialien und Holz war auch schon dabei).
Ich kannte z.B. ein Bike Projekt aus Bleistiften/Buntstiften und Harz, war ebenso interessant ...
 

NOFX

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Ich wäre von der Konstruktion eher bei sowas wie bei faserverstärkten Kunststoffen wie GKF und Karbon. Also in Lagen aus Furnier verleimt und dann kann man auch die Verbindungen "durchgängig" machen. Der Rahmen an sich würde dann eher so aussehen wie eine Multiplex-Platte mit "Einlagen" für Tretlager, Lenkerstange und Sattelstange.
 

Jan.H.

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Ich lass mal alle ideologischen, ökologischen und geschmackstechnischen Fragen beiseite. Stahl kommt ebenso wenig in Frage wie Bambus. Ich bin ja schließlich im Woodworker Forum.:emoji_slight_smile:
Den Hinweis mit den Bambus Fahrrädern habe ich nur gebracht da ja nach möglichen Verbindungsformen für die Rahmenteile gesucht wurde.
Und ja Bambus ist eigentlich Gras und kein Holz aber ich finde da könnte man nen Auge zudrücken :emoji_blush:
 

Timer

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Wie hast du vor das Steuerrohr und das Tretlager zu verstärken? Und wie den Übergang der Kettenstreben an das Tretlager? Das sind ja die neuralgischen Punkte bei einem Rahmen. Gerade beim Steuerrohr wäre ein Bruch nicht nur schmerzhaft sondern auch gefährlich.

Mir fällt da nur entweder eine Materialschlacht aus Holz oder Einsätze aus Metall ein.
 

Manohara

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Erfahrungen mit Brüchen gibt es bei Fahrrädern ja reichlich. Manche, die ich gesehen habe, haben mich sehr überrascht ... weswegen ich keine Experimente damit machen würde.
Den "Impuls", ein Rad aus Holz zu bauen verstehe ich gut, aber um die nötige Stabilität zu erreichen, braucht es - nach meiner Einschätzung - so viel Holz, dass Eleganz und Leichtigkeit verloren gehen.
Eck-Verbindungen bei Holz sind - soweit ich weiß - immer Schwachstellen, die verblüffen können. (damit meine ich: nicht einfach präzise einzuschätzen)
Ich rate ab.
 

Christian Knüll

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Ich werde den unteren Teil des Rahmens inkl Steuerrohr und Tretlager (im Foto rot eingekreist) aus einem Stück Vollholz Esche 21 mm schneiden. Davon gibt es dann 2 Teile plus eine Mittelalage Nussholz 6 mm.

In die "Rohre" an sich hätte ich bei der Dicke schon Vertrauen - aber Verbindungen nur mit Fingerverzinkung ohne zusätzliche Verstärkungsplatten?
Dein erster Rahmen war ja aus Multiplex - das hat den Vorteil dass es sowohl längs als auch quer ähnlich stark belastet werden kann.
Vollholz ist aber nur längs zur Faser fest - aus anderen Richtungen darf da so gut wie nichts kommen. Vollholz vs. Multiplex ist schon ein sehr großer Unterschied.

Ich hatte bisher 3 Rahmenbrüche - 2x Alu, 1x Carbon: Beim Alu jeweils direkt neben Schweißnähten (Tretlager bzw. Hinterradschwinge bei einem Fully), beim Carbon ein längs aufplatzendes Sattelrohr aufgrund eines Fertigungsmangels.
Man kann also gut sagen dass auch kommerzielle Rahmen aus klassischen Rahmenwerkstoffen bei Vielfahrern gar nicht mal so selten brechen. Aber: das ist zum Glück alles rechtzeitig beim putzen aufgefallen und unfallfrei ausgegangen - selbst beim Carbon dem eher plötzliches Versagen angelastet wird. Ob es die Vorwarnung bei Vollholz auch gibt? Keine Ahnung, aber wenn ich z.B. an Axtstiele denke waren die Brüche dort im Gegensatz zu den Fahrradrahmen meist völlig überraschend und komplett durch.
 

isso

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Es gibt ja durchaus fahrbare Holzräder. Auch ist es etwas anderes ob man einfach irgendein Fahrrad fährt oder das Ding selbst gebaut hat. Die Kenntnisse über Konstruktion und eventuelle Schwachstellen sind einfach andere, außerdem schafft das ja ein Bewusstsein und eine höhere Aufmerksamkeit.

Reizen würde mich das auch, aber eher ne Liege mit etwas Gepäckabteil.

Fahrrad muss nicht versichert sein, Verkehrssicher sollte es aber schon sein und verkaufen würde ich persönlich einen Eigenbau auch nicht.

Ich bin gespannt, halte aber weiterhin Stahl für das tauglichste und nachhaltigste Material für alle halbwegs normalen Ansprüche .Das wird hier aber nicht im Vordergrund stehen.

Ich meine das Projekt auf Insta gesehen zu haben.
 

WoodyAlan

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Dass man ein Rad nicht extra versichern muss wie ein Kfz is klar. Aber ich dachte es muss alles was am Verkehr teilnimmt irgend ne Art Prüfung unterzogen worden sein zwecks verkeherssichheit? Am Auto muss jede noch so kleine Anpassung vom tüv abgenommen werden.

Das würde ja bedeuten, dass ich mir irgendein Fantasiefortbewegungsmittel zam sparen könnte und damit überall fahren kann solange es keinen Motor hat.

Wenn sich das Ding in Einzelteile auflöst und fällst dann vor ein Auto… kann auch mitm normalen Rad passieren klar, aber bei selbstbauten is die Gefahr ja deutlich erhöht.
 

derdad

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Ich würde mich als Holzradbauer einmal in Bücher von Wagnern (die österr. Bezeichnung von Stellmachern) einlesen. Die haben Jahrhunderte alte Erfahrung im Bau von belastbaren Rahmen. An besonders neuralgischen Stellen wurde meiste Ulme/Rüster verwendet. Es hat in etwa die Elastizität von Esche ist aber um einiges zäher und spaltfester. Besonders Radnaben waren meist aus Ulme.
LG Gerhard
 

Erix

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Wie hast du vor das Steuerrohr und das Tretlager zu verstärken? Und wie den Übergang der Kettenstreben an das Tretlager? Das sind ja die neuralgischen Punkte bei einem Rahmen. Gerade beim Steuerrohr wäre ein Bruch nicht nur schmerzhaft sondern auch gefährlich.

Mir fällt da nur entweder eine Materialschlacht aus Holz oder Einsätze aus Metall ein.
Ins Steuerrohr und ins Tretlager kommen entsprechend dimensionierte Alu/Titanrohre, in die dann der Steuersatz bzw.Das eigentliche Tretlager gepresst werden. Hält beim Multiplexrahmen bombenfest (zumindest bis jetzt).
 

Christian Knüll

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Aber ich dachte es muss alles was am Verkehr teilnimmt irgend ne Art Prüfung unterzogen worden sein zwecks verkeherssichheit?
Gibt es am Fahrrad zum Glück -meines Wissens nach- nicht.
Es gibt zwar Vorschriften was ein Fahrrad haben muss um Verkehrssicher zu sein (Klingel, Beleuchtung, 2 unabhängige Bremsen, Reflektoren usw.)
Bei manchen Sachen wie Batterieleuchten gibt es auch Baumusterprüfungen und Zulassungsverfahren.
Und als kommerzieller Anbieter wird man seine Produktpalette vermutlich auch irgendwo mal prüfen und zertifizieren lassen um bei generellen Produkthaftungsfragen Papier in der Hand zu haben.

Es gibt aber soweit ich weiss nichts was einen Bastler mit selbst gestricktem Bike automatisch in die Illegalität bringen würde.
Du musst die vorhandenen Vorschriften einhalten, es gibt aber keine formale Prüf- und Überwachungsinstanz.
Es ist bei Sportlern auch gar nicht unüblich sich sein Bike komplett selbst aus Einzelkomponenten zusammenzuschrauben (und dabei all die lästigen Kleinigkeiten wie Klingel und Reflektoren wegzulassen)

Die Rennleitung ist bei dem Thema ja auch absolut tiefenentspannt. Während Mofafahrern regelrecht nachgestellt wird hat sich noch nie in meinem Leben je ein Polizist für den Zustand meiner Fahrräder interessiert. Im Gegenteil: Kommentar einer befreundeten Polizistin zur formal verbotenen rot blinkenden Rückleuchte: mir ist es lieber der Radler blinkt wie ein Weihnachtsbaum als dass ich den nächsten unbeleuchteten Idioten halb tot von der Straße kratzen muss.

Ist beim Fahrrad ja auch zu 95% Selbstgefährdung wenn etwas nicht passt und der typische Streitfall eher nach dem Motto: "hätteste ordentliches Licht gehabt hätte dich der Autofahrer rechtzeitig sehen können und dich nicht überfahren - also hör auf zu heulen :emoji_wink:"...

Spannend wird es sicherlich nur wenn ein spontaner Rahmenbruch nicht nur einen selbst zerlegt, sondern indirekt noch einen heftigen Folgeunfall z.B. eines dahinter fahrenden, ausweichenden Autos verursacht. Da wird dann sicherlich der Rahmenhersteller, also in dem Fall man selbst vor Regressforderungen stehen. Bin aber kein Experte bei dem Thema.

Christian
 

Hoosier

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Spannend wird es sicherlich nur wenn ein spontaner Rahmenbruch nicht nur einen selbst zerlegt, sondern indirekt noch einen heftigen Folgeunfall z.B. eines dahinter fahrenden, ausweichenden Autos verursacht. Da wird dann sicherlich der Rahmenhersteller, also in dem Fall man selbst vor Regressforderungen stehen
Nee, dann ist der Autofahrer zu dicht aufgefahren

Hier geht es "nur" um die eigene Sicherheit
 

Christian Knüll

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Ich hätte gedacht, dass heutzutage alles eine CE-Kennzeichnung braucht.
CE ist eine "Eigenerklärung" - du kannst selbst bestätigen dass dein Produkt allen relevanten Vorschriften entspricht.
Und CE spielt hier meines Wissens nach generell keine Rolle, da hier kein Produkt "auf den Markt gebracht" wird - sonst wäre CE für jedes selbst gebastelte Vogelhäuschen im Garten fällig.

Das geht erst los wenn man den Rahmen einer anderen Person verkauft . Und das wäre dann wirklich so ziemlich das unverantwortlichste was man machen könnte und würde einen zurecht in Haftung bringen.

Christian
 

WoodyAlan

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Nee, dann ist der Autofahrer zu dicht aufgefahren

Hier geht es "nur" um die eigene Sicherheit
Nunja, ich sitz im Auto, neben mir der Radweg, Rahmen bricht und platsch liegt der vor mir. Und dann? Oder du bist auf dem bike unterwegs musst wegen Hindernis (ggf. Menschen) bremsen und schlägst da ein. Sooo viel Fantasie brauch ich da dür eine vermeidbare, mindest reduzierbare Gefährdung anderer nicht. Nur das eigene Wohl zu betrachten find ich da schon irritierend.
 

Hoosier

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Ja mei, das ist dann eben Pech. Wird aber nicht anders sein wie wenn dir das mit dem Vorkriegsrad von deinem Opa oder einem selbstkonfigurierten Edelrenner oder oder passiert...
 

Hoosier

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Ich will damit sagen dass man sich im Leben nicht gegen alles 100% absichern kann. Ein Restrisiko bleibt, egal was man macht.
Genug off topic nun.
 

WoodyAlan

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Nehmen wir mal an es bleibt beim Sachschaden an fremden Eigentum. Passiert das jemandem mit nem nach Standards geprüften Rad, ok is ned schön aber nun mal passiert.
Ist das Rad im Kopf einer Person entstanden, mit Wissen ausm Internet, schaut die Lage aber anders aus oder?
Ein Spruch „is dann halt Pech“ ist da wenig hilfreich. Da unterstelle ich billigend in Kauf genommen.
 

Erix

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Ich bin da deutlich optimistischer. Wenn man von allen möglichen "Nebenwirkungen" ausgeht, kann man vieles gleich bleiben lassen. Ich gebe Hoosier zu 100% Recht, dass man sich nicht gegen alles zu 100% absichern kann. Sollte ich überleben, berichte ich dann aus dem Krankenhaus
 
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