Und immer wieder Knochenleim

Krischu

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Habe in der Vergangenheit als Hobby-Tischler wenig mit Knochenleim gearbeitet sondern immer nur mit Weißleim (Kaltleim). Jetzt habe ich ein Furnierprojekt vor mir und wollte schon mal üben. Hatte noch ein paarhundert Gramm aus einem Bestand von ca. 1970. Davon hatte ich eine handvoll in ein Zylinderglas geschüttet, mit Wasser bedeckt und über Nacht quellen lassen. Dieser Tage hatte ich mir außerdem einen Babyflaschenwärmer als Leimtopfersatz gekauft (10 € in einem Internetauktionshaus).

Heute war der Leim um ca. 30% hochgegangen. Habe noch mal mit Wasser bedeckt und auf dem Herd im Wasserbad solange erhitzt, bis er flüssig wurde.

Aber so richtig flüssig wurde er halt nicht. Auch blieb er immer noch etwas klumpig.

Eine richtig geschmeide sämige Konsistenz konnte ich bisher, trotz mehrstündigen Warmhaltens auf der höchsten Stufe des Flaschenwärmers noch nicht erreichen.

Wie muß die Beschaffenheit genau sein? Wie gesagt, ich weill Furnieren damit, es soll also keine Gelierbremse (Essig) hinein.

--
Christoph
 

welaloba

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Hallo, wenn dein Leim nach dem Schmelzen klumpig ist, hast du nicht lange genug bzw. mit zu wenig Wasser quellen lassen. Was helfen kann, ist, den geschmolzenen heißen Leim mit etwas mehr heißem Wasser zu verdünnen und gut und ausdauernd rühren.
Gruß Werner
PS: Schmelzen sollte man erst, wenn alles gut durchgeweicht ist. Die Perlen sehen dann deutlich anders aus als im Trockenzustand.
 

Krischu

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Hallo, wenn dein Leim nach dem Schmelzen klumpig ist, hast du nicht lange genug bzw. mit zu wenig Wasser quellen lassen. Was helfen kann, ist, den geschmolzenen heißen Leim mit etwas mehr heißem Wasser zu verdünnen und gut und ausdauernd rühren.
Gruß Werner
PS: Schmelzen sollte man erst, wenn alles gut durchgeweicht ist. Die Perlen sehen dann deutlich anders aus als im Trockenzustand.

Ich hatte ja - nach Regel, die ich hier letztens gelesen habe - die Perlen mit Wasser bedeckt und quellen lassen.

Sie waren nach 24h "hochgegangen", die Perlen fühlten sich gummiartig an. Da mir es danach aussah, als hätten die Perlen noch "Durst", habe ich noch etwas Wasser zugegeben. Wahrscheinlich hätte ich dann ihnen nochmals Zeit geben müssen, weiter zu quellen.

Aber ich werde so vorgehen, wie Du beschreiben hast.

Im Moment ist es so, daß der Leim etwas zäh, großklumpig und "federnd" von einem Holzstab abtropft. Er reißt dann auch ab und das am Holz hängende Stück Leim federt nach oben.

--
Christoph
 

Krischu

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genau, viel Wasser, der Leim sollte fast flüssig sein, wenn er fertig ist.

So, hat jetzt geklappt. Nach Zugabe von Wasser und neuerlichem Erhitzen im siedenden Wasserbad ist die Konsistenz jetzt glatt.

Wie heiß muß der Leim eigentlich im Leimgefäß gehalten werden?

--
Christoph
 

Mathis

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So, hat jetzt geklappt. Nach Zugabe von Wasser und neuerlichem Erhitzen im siedenden Wasserbad ist die Konsistenz jetzt glatt.
Leider kannste diesen Leim jetzt direkt in die Mülltonne werfen!!!
Warmleim darf NIE!!! kochen, das zerstört die Haltekraft unwiederbringlich, dieser Leim ist jetzt kaputt!

Wie heiß muß der Leim eigentlich im Leimgefäß gehalten werden?
Bei tierischen Glutinleimen darf die Temperatur nie über 60-65 Grad Celsius kommen, darüber hinaus wird das Glutin zersetzt.

All diese Infos gibts ganz kostenlos bei Wikipedia: einfach mal durchlesen, dann weißte Bescheid!
 

tomcam

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Genau, deswegen war die ID vom Babynahrungs Erwärmer gar nicht so schlecht. Bei uns bewehrt seit 25 Jahren.
 

Krischu

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Danke. Ja, stimmt, das las ich irgendwo und hatte es jetzt glatt vergessen.
Nun gut, wenn das Wasserbad siedet, heißt es noch nicht, daß der Leim auch die Temperatur erreicht hat, aber ich werde es beim nächsten Aufguß bedenken.

Habe trotzdem gerade mal einen Riß in einem kleinen Brettchen damit geleimt und werde es mir morgen anschauen. Gelieren tut er jedenfalls.

--
Christoph

Guten Rutsch
 

Krischu

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nur 60-65 Grad für Glutinleime?

Zu den 60-65 Grad C Arbeitstemperatur muß jetzt doch noch mal fragen:

Ich mag ja damit falsch liegen, daß ich diese Grenze jetzt anzweifle, aber:

Wie wird der Leim hergestellt? Doch wohl durch Kochen von Knochen. Und wie wird gekocht? Doch wohl mit 100 Grad Celsius. Und dann wird eingedampft. Und wie wird eingedampft? Doch wohl nicht unter Vakuum sondern auch bei Atmosphärendruck, also wieder bei 100 Grad.

Warum soll sich also das Glutin, wenn es wieder auf 100 Grad erhitzt wird, zersetzen?

Also, daß ich meinen Leim wegen der möglicherweise kurzen Erhitzung auf 95 Grad C in die Tonne schmeißen soll, will ich nicht ganz einsehen, halte ich deshalb für überzogene Forumspolemik :emoji_wink:

Ich werde natürlich in Zukunft, dank Babyflaschenwärmer den Leim schonender behandeln.

Heute morgen war der Leim geliert, so wie eine sehr "harte" Götterspeise oder sollte ich besser sagen, wie ein Silicon-Brustimplantat, oder wie ein Stück getrockneter Silicon-Kitt.

Aufwärmen im Babyflaschenwärmer machte ihn in wenigen Minuten verarbeitbar.

Jetzt aber noch eine Frage zur Konsistenz des Knochenleims. Auf Abbildungen in Wikipedia kann man aus einer Abbildung sehen, daß der Leim eine honiggelbe Farbe hat. Das Ausgangsmaterial, das ich habe, sieht eigentllich auch nicht anders aus als so.

Tatsächlich aber sieht mein Leim trübe und ocker- bis umbragrau aus. Jetzt warte ich nur auf den Zuruf, es hätte an meiner Behandlung des Leims während des Ansetzens gelegen :emoji_slight_smile:. Ich werde noch mal einen zweiten, sehr schonenden Ansatz fahren. Wenn das das gleiche Ergebnis liefert, schau ich mich mal nach anderem Auagangsmaterial um.


Ein Frohes Neues Jahr,

Christoph
 

welaloba

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Hallo Christoph, Polemik hin Polemik her - hast du denn mal einen Leimversuch gemacht? Doppelpunkt: Einfach zwei Stückchen Holz mit heißem Leim zusammensetzen und weglegen. Dann kannst du nächsten Tag sehen, ob dein Leim noch was taugt. Darf man alles nicht so eng sehen. Ich vertraue meinem Leim seit Jahren übrigens erst, wenn er zum zweiten Mal erhitzt wird. Also quellen, schmelzen, abkühlen, wieder erhitzen und dann leimen. Wie ich schon sagte, bei meinem Knochenleim ist immer etwas Hasenleim mit drin und auch eine halbe bis ganze Platte aus Altbeständen.
PS: Mein geschmolzener und erkalteter Leim steht in einem Edelstahltopf mit Deckel, von dem ich nach Bedarf ein Stück rausschneide (mit einem Messer) und dieses in einem zweiten Topf erhitze. Ganz kleine Portion gehen auch mal in einer Konservendose, wenns schnell gehen soll. Aber immer im Wasserbad, und Trennung zwischen Wassertopf und Leimtopf durch Kieselsteine oder ähnl.
Gruß Werner
Nachtrag: Das Bild mit dem Porzellantiegelchen habe icherst jetzt gesehen. Muss sagen, eine Minimenge (die erwähnte in der Konservendose) sieht bei mir genauso aus.
 

bagalut

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Hallo Christoph!
Vielleicht noch einmal das wichtigste zum Knochenleim:
Verhältnis von Wasser zu Leim etwa 2 zu 1: IMMER bezogen auf das Gewicht und nicht das Volumen.
Der Leim wird in KALTES und SAUBERES Wasser gegeben. Nicht andersherum! Peinlichst auf Sauberkeit achten damit möglichst wenig Bakterien in der Leimflotte sind. Die fühlen sich beim späteren Erhitzen nämlich auch wohl! Zum Quellen (bei Perlen mindestens 5 Std.) kann das ganze auch in den Kühlschrank.
In keinem Fall über 65°C erhitzen! Optimale Verarbeitung bei 60-65°C.
Kurzfristig kann der Leim etwas höher gefahren werden (max. 3 Std. bei 70-75 °C). Hat man früher (in den 30er Jahren des letzten Jhdts. industriell zum Furnieren gemacht).
Eine "helle" Leimflotte sieht bei gleicher Viskosität "dünner" aus als eine dunkle Leimflotte! Deshalb hat man früher bei großen Mengen ausschließlich gewogen und nicht auf die Farbe Rücksicht genommen!

Übrigens wird der Leim bei niedrigen Temperaturen durch viermaliges Erhitzen in einem Hydrolyseverfahren extrahiert und nicht "gekocht"! Und anschließend "kocht" der Leim tatsächlich im Vakuum wie Du es vermutet hast bei Niedertemperatur...
Du kannst den Leim natürlich erhitzen soweit Du willst - nur kleben tut er nicht mehr!
Liebe Grüße vom bagalut
 
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