Tischplatte aus Esche

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Schitzl, 7. November 2019.

  1. Schitzl

    Schitzl ww-pappel

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    Hallo erstmal an Alle, ich bin neu hier und möchte mich erstmal vorstellen. Ich heiße Jörg und bin aus dem Münchner Raum, genauer gesagt Fürstenfeldbruck. Ich bin Feingeräte Elektromechaniker und hatte bisher mit Holzbearbeitung nichts am Hut. Ich liebäugel allerdings seit drei Jahren damit, hatte viel gelesen und war bisher abgeschreckt von den Anschaffungs- Kosten und ich war mir nicht sicher welchen Weg ich dabei gehen möchte.
    Ich hab mich dafür entschieden erstmal alles händisch zu bearbeiten um den Werkstoff Holz besser kennen zu lernen. Vor etwa einem dreiviertel Jahr gings dann los und ich habe mir eine Moxon vice mit einem Rali Hobel und einer Ryoba an einem Schraubstock gebaut. Aus gedämpften Buchebohlen mit dem Spindelsatz von Dictum und mit zwei T-Nutschienen( Nut wurde mit der Makita Flachdübelfräse gemacht). Weil mir das zu kurz war und ich in meinem Lattenrostkeller keine Hobelbank habe( nur einen provisorischen Arbeitstisch, der jetzt auch ein paar Löcher für Bankhaken hat) habe ich aus dem Rest Buche noch eine schmale Verlängerung mit einer ausgebufften Eigenkonstruck- Seitenzange gebaut. Auf die bin ich echt stolz( bei Zeiten stell ich mal Fotos rein)

    Jetzt will ich an die eigentlichen Projekte ran: für meine zwei Jungs Kindermöbel bauen

    Und hier kommt auch schon die eigentliche Frage:
    Ich habe mit der Ryoba 6X 140cm Längsschnitte in 30mm strake Esche Mittelbretter hinter. Die Seiten habe ich vorher mit einer gebrauchten Raubank begradigt. Das war schon mal viel Schweiß, welcher hier geflossen ist.
    Nun will ich die 140cm und ca 12-13 cm breiten Bohlen mit meinem neuen Veritas nr. 62 fügen.
    Scheinbar hat Esche einen nicht zu unterschätzenden Wechselwuchs, oder?
    Brett eins und zwei ließen sich noch in zwei Richtungen kontrolliert hobeln.
    Aber das dritte Brett hat irgendwie alle 20-30 cm einen Richtungswechsel und ich habe immerwieder erhebliche Ausrisse. Da zieht es gleich drei 1mm breite Fasern 2-3 cm lang hoch!? Quer zur Faser geht's, ist aber dann rau.
    Momentan hab ich ein 25 Grad Eisen im Nr.62 und das ist auch Rasiermesserscharf.

    Wie werde ich dem Holz Herr? 50 Grad Eisen einlegen oder die Richtung immer ändern?
     
  2. ChrisOL

    ChrisOL ww-robinie

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    Hallo,

    50 Grad Eisen plus Bett von Hobel wird zu viel. Schleife eine kleine Fase mit ca 30 Grad vorne an dein Eisen.
    Das erhöht den Schnittwinkel, und die Schneide wird stabiler und hält länger die Schärfe.

    Zu den Ausrissen, ganz wenig Spanabnahme und wenn möglich das Hobelmaul sehr weit zu machen. Dann klappt das.

    Einen wechselnden Faserverlauf kannst du in jedem Holz haben.

    Wenn du häufiger Längsschnitte in Hartholz machen willst würde ich dir eine Handkreissäge oder Tauchsäge mit Schiene ans Herz legen. Die Handarbeit ehrt dich, doch der Arbeitsfortschritt mit der Maschine ist enorm.
     
    schrauber-at-work gefällt das.
  3. Schitzl

    Schitzl ww-pappel

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    Tauchsäge habe ich bereits ins Auge gefasst :emoji_wink:
    den Tipp mit der 30 Grad Fase werde ich am Nachmittag gleich mal umsetzen- Danke
    Wann nimmt man dann eigentlich das Eisen mit 50 Grad Fase?
     
  4. Schitzl

    Schitzl ww-pappel

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    Ich hätte noch eine andere Frage. Ich würde gerne nicht ganz diagonal durch die verleimte Tischplatte eine 1cm tiefe Nut fräsen um dann eine Leiste aus z.b.Padouk einzuleimen. Geht sowas oder muss ich das anders machen?
     
  5. ChrisOL

    ChrisOL ww-robinie

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    Hallo,

    ein Eisen mit 50 Grad plus die 12 bis 15 Grad von Hobelbett sind schon sehr viel. Das nimmt man nur mit minimaler Spanabnahme bei schwierigen Hölzern. Du musst deutlich kräftiger zulangen um den Hobel zu bewegen. Ich würde da eher zum Schleifer greifen :emoji_wink:

    Einen Streifen diagonal einleimen ist nicht optimal, kommt ein wenig auf die Breite der Platte an, durch den Streifen verleimst du Lang und Querholz. Kann gut gehen muss aber nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. November 2019
  6. carsten

    carsten Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    Riskant das da was reißt: ja Für mich selbst würde ich sowas riskieren.
    Aber weshalb ich eigentlich Antworte ist die Kombination Esche/ Padouk.
    Hab ich mal gedrechselt weil mir beide Hölzer auch gefallen.
    Beim eigentlichen Drechseln (schneidende Bearbeitung) keine Probleme. Aber beim Schleifen. Padouk kann recht intensiv färben und Esche ist recht grobporig. Und je feiner geschliffen wurde desto intensiver war die Färbung der Esche. Hab dann ausgiebig gebürstet und geblasen um die Poren wieder frei und den Kontrast wieder herstellen zu können. Leider verliert Padouk geölt auch sehr schnell seine prägnante Farbe und wird dunkel rot braun/grau.
    Wie es sich mit Lack verhält weiß ich mangels Erfahrung nicht.
     
  7. Schitzl

    Schitzl ww-pappel

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    Oh danke für den Einwand. Da hätte ich mich sicherlich geärgert. Meine zweite Wahl wäre Nussbaum geflammt geriegelt.
    Gibt es da ähnliche Erfahrungen?
    Diagonal mach ich es dann wohl besser nicht. Dann eher Langholz in Langholz, aber dann kann ich es auch gleich ohne Nut machen und einfach eine 2 cm dicke Leiste auf die ganze Länge zwischen die Bohlen leimen.
    Hmmm aber eigentlich wollte ich ja nicht auf die ganze Länge...
     
  8. bierbank

    bierbank ww-nussbaum

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    Ich mach grad eine Tischplatte aus Ahorn mit Sapelli Streifen. Die will ich auch nicht durchgehend haben sondern werde einen Teil Ahorn- und einen Teil Sapelli-Leiste mit einer Schräge einleimen. Hmm, einfacher zu machen als zu beschreiben ... Hier mal ein Link zu einem Schneidbrett, das ich als Design-Studie gemacht hab: Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.

    Gruss, Klaus
     
  9. Schitzl

    Schitzl ww-pappel

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    Das ist jetzt nett gemeint aber ich will mich erstmal nicht in noch einem Forum anmelden um deine Bilder zu sehen. Wärst du so nett Klaus ein Bild hier zu verlinken
     
  10. bierbank

    bierbank ww-nussbaum

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    Ah, klar - hab ich nicht dran gedacht, sorry. Bilder kann ich posten, sobald die Telekom (nach fast zwei Wochen Ausfall!) unseren Internetanschluss daheim wieder repariert hat ...

    Gruss, Klaus
     
  11. Schitzl

    Schitzl ww-pappel

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    Hallo Klaus hab mich doch beim Holzwurmtreff angemeldet, weil ich es da auch interessant finde. Hab deine Bilder gesehen also brauchst du die nicht mehr hier verlinken. Ich werde es so machen wie du!
     
  12. Schitzl

    Schitzl ww-pappel

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    Das mit dem Wechselwuchs fuchst mich. Jedes Brett hat so eine Teilung. Sollte ich da etwa lieber keine durchgehende Lamellen machen, sondern die einzelnen Bohlen so auftrennen, dass ich nachher die fertige Tischplatte in eine Richtung aushobel kann? Wie verbinde ich dann die Stirnhölzer? Geht das mit der Lamellofräse oder geht das nur Keilgezinkt?
     
  13. bierbank

    bierbank ww-nussbaum

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    Prima - dann könnte Dich das hier interessieren: Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar. :emoji_slight_smile:

    Die Erfahrung aus den Schneidbrettern hat gezeigt, dass es sehr schwierig ist, hier alle Teile auf einmal bündig zu verleimen. Deshalb hab ich bei der Tischplatte zuerst die Zierleisten mit Hilfe von Dominos an die Lamellen geleimt. Der Nächste Schritt wird dann sein, die vier Einzelteile nochmal abzurichten, auf Dicke zu hobeln und wieder mit Dominos zu verleimen. Dank Spiralmesserwelle hab ich beim Hobel kein Problem mit Wechselwuchs, beim manuellen Hobeln aber sehr wohl. Da hilft nur das Holz vorher entsprechend zusammen zu stellen oder dem letzten Millimeter zu schleifen statt zu hobeln. Mit der Ziehklinge ging's ggf. auch, würde ich bei der grossen Fläche aber nicht machen wollen.

    Gruss, Klaus
     
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