Splintholz Eiche beim Fachwerk ein Mangel

Andreas W.

ww-robinie
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Hallo Fritz,

für mich ist das Wort "Betrug" ist schon starker Tobak.
Genauso wie das Wort "gedroht".
Was wirft der Käufer Dir denn vor?
Du hast ihm höherwertiges Holz für einen höherwertigen Preis angeboten. Und billigeres (minderwertigeres, preiswerteres...) für einen billigeren.
Dein Käufer wollte offensichtlich das Billigere haben.

Ich an Deiner Stelle würde mir folgende Fragen stellen:

Hat sich der Käufer das Holz vor Ort selbst angeschaut?
Habe ich dem Käufer dieses Holz "aufgeschwatzt"?
Habe ich den Käufer falsch beraten (bzgl. des möglichen Verwendungzweckes)?
Habe ich ein schlechtes Gewissen?
Bin ich eine Firma?

Wenn ich die Fragen, außer der ersten, mit `nein´ beantworten kann, würde ich mir keine Sorgen machen.

300,-/m3 für eingeschnittenes Holz sind da, wo ich herkomme, wirklich nicht teuer. Auch für Nadelholz. Überteuert warst Du also sicher nicht.

An Eiche-Fachwerkhäusern, die ich gesehen habe, ist auch immer Splint verbaut worden. An der Sichtseite außen ist mir kein Splint aufgefallen, kann aber sein, daß der sich schon seit langer Zeit verabschiedet hat (kenne nur alte Fachwerkhäuser aus Eichenholz).
Alte Fachwerkhäuser hat man ja nicht aus gesägtem Holz, sondern aus beschlagenem Holz Holz gebaut. Einstielig mit Kern in der Mitte. Je nach Kundenwunsch und Kunden-Geldbeutel sind die Hölzer nicht immer scharfkantig gewesen, also auch mit Splint dran. Im Prinzip nicht anders als bei Dir.
Sicher hat man auch "früher" versucht, da wo das Haus schön sein soll, möglichst die schönsten Hölzer zu verbauen.
Mir persönlich gefällt unbehandeltes Eichenholz mit Splint an einem Balken überhaupt nicht, ich würde ihn entfernen. Lieber hätte ich kein vollkantiges Holz. Das ist aber persönlicher Geschmack.

Noch ein paar Worte:

Die DIN EN 350-2 beschreibt die natürliche Dauerhaftigkeit von Holzarten gegen Lebewesen, die das Holz zerstören wollen (bei uns in allererster Linie Pilze und dann Insekten). Die DIN EN 350-2 klassifiziert in fünf Klassen, von 1 (sehr dauerhaft) bis 5 (nicht dauerhaft).
Splintholz aller (!!) Holzarten wird in Klasse 5 -also `nicht dauerhaft´ - eingestuft (egal ob Fichtensplint oder Eichensplint oder Lärchensplint oder Teakholz-Splint).
Vor eingen Tagen hat es mal einen Beitrag zu Robinien-Pfosten gegeben, wo der Splint weggegammelt ist.
Robinien-Kernholz ist bekanntlich sehr widerstandsfähig (Klasse 1-2 nach DIN EN 350-2), Robinien-Splint aber nicht (Klasse 5), deswegen gammelt der auch schnell weg.

Das Splintholz Deiner Eichenbalken ist also ohne künstlichen Holzschutz nicht dauerhaft gegen Pilze und Insekten.

Die Frage ist nun: wie stark sollen Deine Hölzer in verbautem Zustand Pilzen und Insekten ausgesetzt werden?
Dazu ist die DIN EN 335 zu beachten, sie regelt die sog. Gebrauchsklassen von Holz in dessen Einbauzustand. Die Klassen gehen von 0 bis 5, inkl. Klasse 3.1 und Klasse 3.2.
Den Außenbereich von Fachwerkhölzern stufe ich in Klasse 3.1 ein. Sofern es "richtig" verbaut ist. Richtig verbaut heißt, konstruktiver Holzschutz ist beachtet worden, das Holz kann zwar überall naß werden, aber kann auch überall wieder "schnell" abtrocknen (natürlich insbesondere an den Verbindungsstellen). Damit erreichst Du, daß Dein Holz niemals so feucht wird, daß Pilz-Wachstum möglich ist.
Kannst Du diesen konstruktiven Schutz nicht gewährleisten, fällt Dein Holz in Gebrauchsklasse 3.2. Oder 4.

Wendest Du keinen künstliche Maßnahmen an, empfiehlt (schreibt vor?) die DIN EN 335 für Einsatz in Gebrauchsklasse 3.1 Hölzer der Dauerhaftigkeitsklasse 2. Das wäre also Dein Eichenholz (sofern es von keiner Roteiche stammt).
Und zwar mit einem Splintanteil von weniger oder maximal 5%.
Hast Du Deinem Käufer also Holz mit kleiner gleich 5% Splintanteil verkauft, kann er Dir auch als Fachfirma mit Beratung gar nichts.

Zu den Gebrauchsklassen ist evtl. ist folgender Link interessant:

https://informationsdienst-holz.de/...05_T02_F02_Holzschutz_Bauliche_Massnahmen.pdf
Gruß, Andreas
 

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Schön erklärt Andreas,

eine Ergänzung noch. Fachwerk Balken und überhaupt Balken werden schon sehr lange gesägt. Gebeilt wurde eigentlich nur bei kleinen Querschnitte, alleine schon wegen der Holzausbeute.

Gruss
Ben
 

Fritz92

ww-pappel
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Hallo,
Scheint ja garnicht so uninteressant zu sein das Thema, danke erstmal nochmal für das reichliche Feedback.

Ja das mit Resistenzklassen nach DIN EN 350-2 war mir klar und bekannt aber das mit den Splintholz nach DIN 68800-1 (2010) sprich GK 1 mit 10% Splint und GK 0 mit 5% Splint ist aufjedenfall nochmal ne Interessanten Info. Sowas muss man allerdings dann im Kaufvertrag festhalten als Farbkernholz, Farbkernholz bedeutet weniger als 5% Splint und ist in DIN 68800-1:2011-10 festgehalten. Habe natürlich nichts dergleichen bezüglich Farbkernholz oder Güteklasse mit dem Käufer vereinbart und kann mir ehrlicherweise auch nicht vorstellen dass selbst das Laubholzgroßsägewerk bei mir in der Gegend bei Fachwerk da so gründlich ist was die Normen angeht, wenn es um große Lieferungen für Holzdalben/Spundwände im Hafen geht dann vielleicht schon eher. Eichenholz ist ja aktuell sowieso wieder in Mode und die Nachfrage hoch.

Werde wenn ich mal zuküntig mal wieder paar Eichen aufgesägt habe das auch nicht anders handeln, mal abgesehen davon das ich noch andere Interessenten für die Balken hatte. Aufpassen bei der Interessentenwahl :emoji_grin:

Vorwurf ist dass ich Ihm keine Premiumware für 300€ verkauft habe und das im Splint teils der Holzwurm drin war, weil sein Zimmermann sich beschwert hat über das Holz was mich ja auch überhaupt nicht wundert. Ja nach deinem Fragekatalog brauch ich mir keine Sorgen machen und mache ich jetzt auch nicht, gekauft wie gesehen. Die Balken für 300€ hatten aufjedenfall mehr als 5 und auch als 10 Prozent Splint, nur das war ja nachwievor offentsichtlich wo wir wieder bei dem Beitrag von Purple Pony wären das der Käufer selber dafür verantwortlich ist dass er den Zimmermann zur Begutachtung für das Bauvorhaben nicht mitgebracht hat und aufgeschwatzt hab ich Ihm garantiert nichts.

Naja habe Ihm die Rücknahme der Balken für 300€/m³ schon vor über einer Woche angeboten (baue mir dann noch ein Gartenunterstand draus) unter der Vorraussetzung das der Zimmermann Sie vorbeibringt und mir den Mangel "Holzwurm im Kernholz" darlegt... bislang keine Rückmeldung denke auch nicht das da noch was kommt aber wollte mich nochmal informieren damit ich beim nächsten mal klüger bin und das bin ich jetzt aufjedenfall.

Gruss der Fritz
 

VolkerDK

ww-robinie
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Haha, gut gemacht...er dachte wohl du holst die ab :emoji_slight_smile:
Eigentlich sollte man ihn kommen lassen...und dann sagen die sind nass geworden...kannst nur 200 noch geben.
Das dumme Gesicht würde ich gerne sehen:emoji_grin:
 
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