Shooting Board-Riefen - Was läuft falsch?

lasos84

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Liebe Community,
ich mache die ersten Erfahrungen mit dem Holzwerken und habe mir ein Shooting Board gebaut. Perfekt winklig werden die Stücke. Nur bekommen ich beim Bestoßen immer eine (fühl-, aber nicht messbare) Riefe am Werkstück, das der Hobel hinterlässt, siehe Foto. Was zur Hölle ist da los? Beschädigungen an der Klinge kann ich nicht erkennen, es ist frisch geschärft. Ich bin latent verzweifelt...
 

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elchimore

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Huhu Namenloser,
Ist da nen richtiger Falz (Absatz) drin? dann liegt vielleicht das Werkstück nicht hoch genug und das Hobeleisen bearbeitet nur einen Teil.....
Grüssle Micha
 

Friederich

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Riefen können auch entstehen durch die Ecken des Hobeleisens. Weswegen die manchmal ganz leicht abgerundet werden.
 

Mathis

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Erschreckend, wie dieser unreflektierte und dümmliche Gebrauch von Anglizismen sich verbreitet. Hab mich schon zusammennehmen müssen, nicht immer wieder gegen French Cleats oder blödsinnige Blast gates zu wettern- unnötiger Gebrauch englischer Begriffe verbreitet sich wie galoppierender Rinderwahnsinn.
Aber klar, blast gate hört sich viel toller an als Absperrschieber, und dass ein shooting board eine Stoßlade ist, war mir natürlich klar, aber muss man jeden Quatsch unübersetzt nachplappern?

Wahrscheinlich stößt mir das deshalb so sauer auf, weil ich schon etliche Fachbücher aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt habe und weiß, wie dämlich es ist, solche Fachbegriffe einfach nachzuplappern, als einen Augenblick zu überlegen, wie solch ein Teil seit hunderten Jahren in Deutscher Sprache heißt.
 

Batucada

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und dass ein shooting board eine Stoßlade ist, war mir natürlich klar, aber muss man jeden Quatsch unübersetzt nachplappern?
vielleicht ist das für Dich, der der englischen Fachsprache mächtig ist, noch das kleinste Problem. Aber was machen alle anderen Hanseln wie ich zum Beispiel, die zwar "Schreiner" richtig schreiben können, dagegen aus privater Sicht schon gar nichts mit diesem Beruf zu tun haben? Ich hab's nicht gewusst, obwohl ich im technischen Englisch gut bewandert bin, aber eben nicht in dieser Sparte. Wenn ich könnte, dann würde ich Dir gerne für Deinen Beitrag 5 mal "gefällt mir" zuweisen. Mir fällt jedenfalls zu dem dämlichen Gebrauch der Anglizismen nichts Positives ein, ich habe eher die Vermutung, dass dieser Personenkreis, den es betrifft, wohl ein übertriebenes Geltungsbedürfnis haben könnte. Arme Menschen.

Batucada
 
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Free

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Moin zusammen,
ich kann euren Ärger durchaus verstehen, finde aber, dass der Themenstarter dadurch nicht vergrault werden muss. Finde er hat in angemessener Weise eine Frage gestellt und konnte wohl schlecht ahnen, was diese hier bei dem einen oder anderen auslöst.

Lieber lasos (ein Name wäre schön),
lass dich nicht abschrecken und teil uns mit, was die erneute Untersuchung deiner Klinge ergeben hat.

Gruß,
Flo
 

Mister G

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Es gibt zu wenig deutsche Filme :emoji_wink:
Das war vielleicht vor 20 Jahren so. Heute gibts auch genug fachlich brauchbares in deutscher Sprache zum berieseln auf "du Röhre" – falls man keine Lust zum lesen hat.
Ich war bei "shootingboard" jedenfalls gedanklich auch erstmal bei "Zielscheibe" und konnte mir keinen Reim auf die Fragestellung machen.
 

Lorenzo

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Ich benutz gerne die deutschen Fachbegriffe, manchmal kuck ich auch nach. Für viele Leute die sich jetzt mit dem Thema Holzwerken beschäftigen gibts halt ein großes Angebot an englischen (und durchaus auch sehr guten) YouTube Videos. Wenn man dann die Fachbegriffe nicht vorher schon kannte, verwendet man dann auch die englischen. Und nur so als Hinweis an die älteren Semester: Noch is Zeit sich darüber zu aufzuregen, bald heißt es dann: "Ey Alter! Die Zeiten haben sich geändert." Denn so is der Lauf der Dinge :emoji_wink: Sicher nicht immer gut, aber auch nicht so schlimm! Locker bleiben, und auch mal was neues dazu lernen..
Und wenn man den deutschen Fachbegriff uugenzwinkernd nennt, dann wird er vielleicht eher verwendet als wenn man ihn unhöflich einfordert. :emoji_wink:
 

lasos84

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Puh, that escalated quickly, um eine englische Redewendung zu nutzen. Oder: Was ist denn hier los?

Die Recherche hat eine winzige Riefe ergeben, die man nur mit dem Daumennagel erfühlen könnte.Das Schleifen allerdings hat lang gebraucht, weil die Diamantsteine sich darauf hin auch noch zugesetzt haben, nochmal geschliffen werden musste -kurzum: Es hat gedauert.

Was eure weiteren Impulse angeht: Die Riefe war präsent sichtbar, aber kaum fühlbar. Wenn, dann mit dem Daumennagel. Also klein, aber scharf umrissen.
Ich hoffe, dass es nun besser läuft. Bei einem ersten Stoßversuch hatte ich das subjektive Gefühl, das Eisen sei weniger scharf als vorher, da einige Male mehr Sägemehl denn Späne produziert wurden. Das muss ich nochmal beobachten.
Danke für eure schnelle Unterstützung!
Viele Grüße,
Lasse
 

raziausdud

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Sägemehl .... stumpf. Dreh doch das Brett immer nach 2-3 Hobelzügen um. Da der Abssatz auf dem Foto nicht in der Mitte des Brettes ist, müsste er bei dem geschilderten Vorgehen nicht auftauchen oder zumindest zwischendurch in schwacher Form doppelt.

Wenn Du das Brett nicht umdrehst: ist die Riefe gleich beim ersten Zug da? Wird sie von Zug zu Zug stärker? Wird sie nach x Zügen nicht mehr stärker? Wenn man das Ergebnis mit bloßem Auge sieht, müsst man auch eine Scharte im Hobeleisen erkennnen.

(Ansonsten leider wieder mal wie so oft in letzter Zeit. Durch irgendeine Bemerkung driftet das Thema sehr umfangreich ab ... )

Rainer
 

Batucada

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Und nur so als Hinweis an die älteren Semester: Noch is Zeit sich darüber zu aufzuregen, bald heißt es dann: "Ey Alter! Die Zeiten haben sich geändert." Denn so is der Lauf der Dinge :emoji_wink: Sicher nicht immer gut, aber auch nicht so schlimm! Locker bleiben, und auch mal was neues dazu lernen..
Dem steh' ich 100% kontra gegenüber! Ich bin jetzt schon alt und weiß. Aber vor 40 Jahren hatte ich schon technische Handbücher für den industriellen Gebrauch verfasst - das waren Wälzer im Umfang von 500...600 Seiten. Der Clou der Sache, ich hätte damals schon Anglizismen verwenden können, mit der Begründung: "Die Zeiten haben sich geändert." Dieses Argument ist so platt wie abgedroschen. Nein ich bleibe mir und der deutschen Sprache treu. Wer meine Beiträge liest, wird dies bestätigt finden. Wer Anglizismen gerne verwendet, soll es machen, bei mir punktet er aber nicht.

Batucada
 

lasos84

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Sägemehl .... stumpf. Dreh doch das Brett immer nach 2-3 Hobelzügen um. Da der Abssatz auf dem Foto nicht in der Mitte des Brettes ist, müsste er bei dem geschilderten Vorgehen nicht auftauchen oder zumindest zwischendurch in schwacher Form doppelt.

Wenn Du das Brett nicht umdrehst: ist die Riefe gleich beim ersten Zug da? Wird sie von Zug zu Zug stärker? Wird sie nach x Zügen nicht mehr stärker? Wenn man das Ergebnis mit bloßem Auge sieht, müsst man auch eine Scharte im Hobeleisen erkennnen.

(Ansonsten leider wieder mal wie so oft in letzter Zeit. Durch irgendeine Bemerkung driftet das Thema sehr umfangreich ab ... )

Rainer
Hallo Rainer,
das hatte ich in der Tat getan. Ich muss es nochmal final überprüfen, meine aber, dass es mit dem geschärften Eisen besser ist. Aber ich muss wohl nochmal ans Schärfen ran, die Schärfe ist unbefriedigend. So lerne ich es eben auf dem harten Weg - Lerneffekt :emoji_slight_smile:
Die Riefe war nach wenigen Zügen sichtbar und blieb.

Danke für eure Unterstützung, schönes Forum! Wenn ich jetzt noch eine gute Quelle für Holz für Boxen finde, die nicht nur ganze Bohlen verkauft - aber das ist ein anderes Thema :emoji_wink:

Viele Grüße
Lasse
 

pedder

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Und wie heißt das Kabellose Telefon mit Internetzugang?

Stoßlade meint nach meinem Wissen etwas anderes. Von Ulmia ist es so ein Ding zum einklemmen in die Vorrderzange, in dem dann seinerseits das Werkstückeingespannt wird. Umständlich teuer und in amerikanischen dann auch nicht shooting board sondern Miter Jack genannt. Was daran liegen dürfte, dass auch keiner der deutschen Standard hobel wirklich gut im shooting board funktioniert. Shooting boards heißen erst Stoßlade, seit jemand das falsch übersetzt hat.
 
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lunateide

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Guten Abend woodworker (Entschuldigung, wollte schreiben: Holzbearbeitende, der deutschen Sprache in Wort und Schrift mächtige Menschen ohne Migrationshintergrung)

Es ist müsig, sich über diesen Herren aufzuregen der meist ungerufen ohne Anrede in das eine oder andere Thema hereinstolpert, sein geballtes Wissen absetzt, um es dann wieder grußlos und ohne Namensnennung zu verlassen.
Er braucht das, aus welchem Unbehagen heraus auch immer.

Mitunter bin ich sogar einer Meinung mit dem, was er schreibt; die Art jedoch wie er schreibt ist einfach nur unangenehm und arrogant und erinnert an gewisses Twittern.

Ich wünsche noch einen schönen Abend.
Gruß auch nach Imdorfinnerstadt

Roland
 

Lorenzo

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Du hast aber vor 40 Jahren für ein anderes Publikum übersetzt. Das war nicht durch Medien und Internet schon auf dem besten Wege der Zweisprachigkeit. Und gut aufbereitete Fachliteratur oder auch Videos findest du jetz halt zuhauf kostenlos im Netz. Vielleicht kucken inzwischen schon mehr Leute hier rein die mit Shootinhg Board was anfangen können, mit Stoßlade aber nicht. Ich finde auch schade wenn die deutschen Fachbegriffe verschwinden, aber das tun sie zumindest in der Ausbildung nicht. Fachkreise haben sich schon immer bisschen anders ausgedrückt als Laien.
Und nochmal, wenn man daran was ändern will, dann is solidarisches stänkern nicht der richtige Weg.
 

Lico

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Zum Thema Stoßlade gibt's übrigens Youtube Videos ohne Ende. Ich hab eigentlich nichts gegen Anglizismen. Manche Begriffe sind im englischen einfach handlicher, manche lassen sich überhaupt nicht sinnvoll übersetzen. Hab ich kein Problem mit. In diesem aktuellen Fall trifft das aber nicht zu.

Lico
 

Batucada

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Auf'm Land und nicht in der Stadt
Du hast aber vor 40 Jahren für ein anderes Publikum übersetzt. Das war nicht durch Medien und Internet schon auf dem besten Wege der Zweisprachigkeit.
Kommt darauf an, aus welchem Blickwinkel die Betrachtung angestellt wird. Nur zu Erinnerung, die Durchmischung der deutschen Sprache mit Anglizismen gabe es schon viel früher. In der Nachkriegszeit gabe es genügend Quellen, um dieses bedenkenlose Treiben auch noch zu fördern. Da musste erst gar nicht auf das Internet gewartet werden. Ich bin der Meinung, dass es kein Stänkern ist, wenn man voll dagegen hält.

Batucada
 
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