löding

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Hallo zusammen,

ich habe hier einen schönen kleinen Ziertisch, der auf den halbwegs überdachten Balkon soll. Eventuell soll sogar ein Pflanzenkübel drauf stehen dürfen.

Da er nun (ob mit oder ohne Pflanze) sicher immer wieder ein paar Tropfen abbekommen wird, möchte ich dafür sorgen, dass er das nicht ganz so krumm nimmt.

Wie stelle ich das am besten an?

Vor einer Weile wurde er mit Schellack behandelt. Schleifmaschine wäre vorhanden, falls nötig.

Ich danke schon mal herzlich für hilfreiche Kommentare. :emoji_slight_smile:


(Bei der Holzart bin ich mir unsicher. Vermutlich Fichte.)
 

löding

ww-pappel
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Nachtrag: Es ist nicht geplant, den Tisch über Winter draußen zu lassen. Natürlich wird er dennoch ein paar Temperaturschwankungen erleben.

Es wurden damals nur wenige Schellackfilme aufgetragen (3?). Das war eher zum ausprobieren.

Eine Idee ist ja, dass ich die Oberfläche jetzt nur leicht abschleife und/oder noch vorhandene dünne Schichten Schellack mit Alkohol leicht abreibe. Danach mit Leinölfirnis bearbeite (2 mal im Abstand von 24 Stunden). So hätte ich eine Tiefenimprägnierung. Was mache ich dann drüber?

Andere Idee: Schellack bleibt drauf, wird eventuell sogar noch mal nachgelegt und ich mache irgendwas drüber.

Drüber: Eventuell etwas, von dem das Wasser abperlt?

Für zukünftige Arbeiten: Klingt es grundsätzlich nach etwas, wenn ich rohes Holz zunächst mit Leinöl tiefenimprägniere, danach ein paar Schichten Schellack drüber mache und dann noch etwas (Wachs?) drüber gebe, was Wasser erst mal abhält? Wegen Haustieren, Kleinkindern und der Umwelt wären unbedenkliche Stoffe ideal.

Also so wenig Aufwand wie möglich, so viel wie nötig. Unter Wasser gesetzt oder extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt wird der Tisch nicht werden. Spritzflüssigkeit könnte er aushalten müssen oder auch mal Pfützen, die dann aber bald weggewischt werden.

Kann man auf den Laienideen etwas aufbauen?

Ist mein erstes Mal... bisher habe ich einfach nur Schränke u.ä. getischlert und lediglich darauf geachtet, dass die Abmessungen ideal sind, das Zeug stabil ist und noch ganz passabel aussieht. Oberflächenbehandlung war bisher nachrangig...
 

sachsejong

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ich hab jetzt nicht so den Plan von Schellack, aber meines Wissens nach kannst Du es nicht wasserfest kriegen. Wachs ist genauso sinnlos, das wird nix. Das kann ich bestimmt sagen.

Wenn Du was draussen hinstellen willst, dann musst Du da wirklich ordentlich ran. Leinöl, Tungöl KANN funktionieren, Details einfach mal hier nachlesen:
http://www2.dick.biz/download/pdf/oberflaechenmittel-1.pdf


Gruss

Holger
 

löding

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Danke für die Tipps und den klasse Link! Ich konnte das Dokument bereits weitgehend lesen (teilweise nur grob) und bin mir sicher, dass es mir in einigen Fragen weiterhelfen kann. Auch eines der Bücher, das dort empfohlen ist (von Sam Allen), ist mir jetzt schon mehrfach begegnet und wird wohl auch mal angeschafft. Die Lust ist geweckt, mich mit den Themen vertieft zu beschäftigen.

Eines aus dem Link verstehe ich allerdings gerade nicht ganz, was schon bei meinem aktuellen Projekt zu Unsicherheit führt. Es heißt bereits am Anfang: "Sie können alle naturbelassenen, geschliffenen oder gehobelten trockenen Holzoberflächen ölen." Kurz darauf dann "Für jede Oberflächenbehandlung gilt der Grundsatz "Weich auf hart", also z. B. zuerst Schellackgrundierung, dann Ölen und zum Schluss Wachsauftrag." Das klingt widersprüchlich. Insbesondere, da auch später die Eingenschaft von Schellack als besonders hart, isolierend, benutzbar als Fixativ, Grundierung, Sperrschicht bezeichnet wird. Hier habe ich zuerst hineininterpretiert, dass das Öl über der Schellackgrundierung eventuell eher als reine Politur gedacht ist und nur dann zur Tiefenimprägnierung geeignet ist, wenn man es direkt aufs Holz aufträgt. Später werden allerdings die besonderen Eigenschaften von Tungöl gelobt, u.a. dass es sehr tief eindringt und zu einer sehr hohen Wasserbeständigkeit führt. Unter einem Beispielbild direkt bei dem Text steht, dass hier zwei Schichten Tungöl auf eine Schellackgundierung aufgebracht wurden. Es hat einen deutlich sichtbaren Effekt auf die Maserung. Ich bin also verwirrt… Angenommen, ich wollte tatsächlich sowohl Tungöl (oder Leinöl), als auch Schellack verwenden – welche Unterschiede macht die Reihenfolge, in der ich sie auftrage? Welche positiven und welche negativen Effekte gibt es?

Ich werde den Text + eventuell Buch und weitere Quellen sicher noch eingehender studieren, freue mich aber, wenn sich hier noch Profis oder erfahrene Handwerker melden, die zu dem Punkt etwas beisteuern können.

Ebenfalls verwirrend finde ich die Empfehlung, das Holz nach dem ersten Schleifen mit Wasser zu befeuchten, trocknen zu lassen und erneut zu schleifen, bevor man es dann mit Öl behandelt. Die Sache an sich finde ich zwar einleuchtend – an anderer Stelle heißt es jedoch, dass das Holz einen möglichst geringen Feuchtigkeitsgrad aufweisen soll. Macht aufgetragenes Wasser da nichts mehr aus? Trocknet das also schnell genug?

Aktuell habe ich den Eindruck, dass sich Tungöl für mein aktuelles Projekt besonders gut eignet. Auch für Anwendungen in zukünftigen Projekten (Objekte für Küche, Kinderzimmer, Bad), scheint es mir sinnvoll zu sein, mich damit zu beschäftigen. Auch Leinöl scheint da teilweise ausreichend positive Eigenschaften mitzubringen. Mit Schellack würde ich gerne weitere Erfahrungen sammeln, bin aber unsicher, inwiefern man das kombinieren kann (offensichtlich kann man ja, ich weiß nur nicht, welchen Effekt das je nach Reihenfolge hat). Da Wachse als „Abschluss“ sogar genannt werden, passt vielleicht meine erste Idee, tatsächlich ein Wachs für den Abperleffekt zu benutzen, oder aber ein wachshaltiges Mittel, von denen ja auch ein paar in dem Link empfohlen sind.



Ich weiß… eventuell mache ich es komplizierter als es ist. Allerdings bin ich leicht perfektionistisch veranlagt und sammle gerne schnell Wissen und Erfahrung. :emoji_wink:
 

WinfriedM

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Mach doch mal ein Foto vom dem Ziertisch. Viele Möbel sind überhaupt nicht dafür konstruiert, außen zu stehen und Wasser abzubekommen. Auch der Leim ist oft nicht wasserfest.

Am sinnvollsten wäre vermutlich noch eine lösemittelbasierte Dickschichtlasur.

Öl bleibt immer diffusionsoffen und lässt Wasser ins Holz eindringen.
 

löding

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Vielen Dank auch an dich, Winfried!

Ein Foto kann ich im Moment nicht liefern. Ich habe ihn vor sehr vielen Jahren selbst gebaut. Die einzelnen Teile sind ineinander versenkt, verleimt (wasserdichter Leim) und an unauffälligen Stellen verschraubt. Unter der runden Tischplatte habe ich zunächst ein einzelnes (teilweise gedrechseltes) Kantholz mittig über eine etwas kleinere runde Platte mit der größeren Tischplatte verbunden. Unten geht es in ein "pyramidenartiges Kreuz" aus zwei senkrechten, ineinander gesteckten Platten über, die wiederum auch in das mittige Kantholz geschoben sind (vier senkrechte Nuten)... Zur besseren Verständlichkeit ein Link zu einem Foto aus dem Netz: http://oldthing.de/customer/3418/images/artikel/370841567611_0.jpg Wobei das nur halbwegs hinkommt. Tischplatte und Kreuz am Boden passen allerdings einigermaßen und mein Tisch ist ebenfalls nicht mit besonders filigranen Elementen ausgestattet. Ich vermute, dass ich damals Fichte verwendet habe (einfach wegen der Kosten und weil es leicht zu kriegen ist). Anderes Bild mit Ähnlichkeiten: http://ecx.images-amazon.com/images/I/31HF1dDwW9L.jpg

Also eine Dickschichtlasur - Danke für den Tipp! Da ich mich vorher auf "natürlich und gesundheitlich unbedenklich" eingeschossen hatte, bin ich erst mal nur zu ganz anderen Lösungen gekommen. Nun habe ich mich kurz informiert. Positiv: Holz nimmt kein Wasser auf, bleibt in seiner Form, kann trotzdem noch atmen. Negativ: blättert vermutlich irgendwann mal ab - was aber OK ist, dann gibt es eben wieder etwas zu schaffen. :emoji_wink: Unklar: Warum "muss" es lösemittelbasiert sein? Ich habe nicht zwingend etwas dagegen, erkenne nur gerade nicht den Grund. Im Hinterkopf habe ich immer noch den Gedanken an die Umwelt, gesundheitliche Unbedenklichkeit und an Produkte, die auch geeignet für Spielzeug sind. Ähnlich wie ich z.B. fast von Anfang an nur wasserfesten Leim verwendet habe, hoffe ich, dass ich bei der Holzbehandlung immer auf solche Produkte zurückgreifen kann. Bei meiner - zugegebenermaßen kurzen - Produktrecherche bin ich aber leider nur auf wasserbasierte Lasuren gestoßen, die so "bio" sind wie gewünscht.
 

WinfriedM

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Auf Untergründen, auf denen schonmal irgendeine Farbe drauf war, klappt es meist besser mit lösemittelbasierten Systemen. Es sei denn, du schleifst wirklich gründlich alles runter, dann geht wasserbasiert genauso.

Die Welt ist leider nicht so einfach, dass Lösemittellacke = schlecht und wasserbasierte Lacke = gut sind. Auch in wasserbasierten Lacken sind Lösemittel, oft welche, die viel länger brauchen, bis sie raus sind. Und man braucht her Konservierer und weitere Chemie, die auch nicht ohne ist. Und die Umwelt wurde in den letzten Jahren gerade dadurch belastet, dass die Leute meinen, Wasserlacke kann man bedenkenlos in den Abfluss gießen.

Es gibt Wasserlacke, die fallen bei Ökotest gnadenlos durch, weil ziemlich giftige Inhaltsstoffe. Man muss also schon etwas genauer hinschauen.

Wenn du was recht naturbasiertes verwenden willst, dann geht z.B. auch Biopin Bootslack oder Letonkinois Lack. Da kann man sogar mit Öl vorarbeiten. Beides übrigens auch wieder lösemittelbasierte Systeme, ähnlich wie die meisten Holzöle.

biopin - Naturfarben

http://www.letonkinois.de

Hier gilt dann aber: Regelmäßig inspizieren und Fehlstellen in Ordnung bringen. Und nicht zu wenige Schichten aufbringen.
 

Snekker

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Wen du den Tisch Ruinieren willst dann nimm ihn mit nach draußen. Schellack ist nicht Wasserfest und UV empfindlich. Zeige ruhig das du ein Barbar bist und keine Kultur hast.
 
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