Leimholzplatte aus dem Baumarkt vor dem Ölen Schleifen?

Streuselkuchen

ww-pappel
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Hallo Forumsgemeinde,

ich bin bisher in Punkto Holzbearbeitung ein unbeschriebenes Blatt.
Für mein elektrisch höhenverstellbares Schreibtischgestell habe ich mir eine 200x80x2,7 cm Leimholzplatte aus Buche im Bauhaus gekauft. Laut Beschreibung ist die Platte feingeschliffen und sonst unbehandelt.
Passend dazu habe ich mir aus dem Netz von natural-farben.de Hartöl mit UV-Schutz bestellt.
Eigentlich wollte ich jetzt in Vorbereitung die Platte mit Exzenterschleifer auf 120, 180 und 240 (eventuell noch 320) Schleifen und dann Ölen.

Jetzt stellt sich mir allerdings die Frage, ob die ganze Prozedur vor dem Ölen überhaupt notwendig ist. Aufgrund meiner mangelnden Erfahrung kann ich aber gleichzeitig auch null einschätzen, wie fein geschliffenen das Holz bereits ist.

Wie sind da eure Erfahrungen? Wie sollte ich am besten vorgehen, welche Schritte vor dem Ölen sind für ein schönes Endergebnis sinnvoll?

Vielen Dank für eure Hilfe

Beste Grüße
 

Holzsinn

ww-robinie
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Wenn die Platte schon geschliffen ist und sich die Oberfläche glatt anfühlt und gleichmäßig aussieht, würde ich nur mehr mit Körnung 180 in Faserrichtung, aber von Hand schleifen, anschließend wässern und mit 240iger fein schleifen. Dann kommt der Ölauftrag, getrocknet sollte der aber auch nochmal fein mit Körnung 320 geschliffen werden, bevor die Platte die 2.Ölung bekommt. Die Prozedur sollte eine glatte, seidig glänzende Oberfläche ergeben.

Melanie
www.holz-sinn.de
 

Little John

ww-robinie
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Hallo,
bin da ganz bei Melanies Vorschlag, möchte aber noch ergänzen die Unterseite und die Ränder sollten auch mindestens einmal geölt werden.
Ich öle, in solchen Fälle,n als erstes die Unterseite ( da machen Abdrücke der Lagerklötzchen nichts) und drehe die Platte dann direkt um um die Oberseite zu ölen.

Es grüßt Johannes
 

Friederich

ww-robinie
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ist die Platte feingeschliffen
Das fühlst du doch, ob sie dir glatt genug ist. Bzw ob weiteres Schleifen noch was bringt. Ich vermute stark, dass noch ein Feinschliff nötig ist. Am besten von Hand mit Schleifklotz.
Nach dem letzten Feinschliff wässern, trocknen, und dann nochmals Feinschliff (mit schnellen wischenden Bewegungen von Hand und ohne Druck, damit nicht neue Fasern angerissen werden)
Ab dem zweiten Ölungsdurchgang darauf achten, dass nach ca 10-15min der Ölüberstand gründlich trockengerieben wird. (Leinölfirnis vorausgesetzt)
 
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Obatzter

ww-esche
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Da Streuselkuchen Neuling und keinen grossen Bezug zu Holzarbeiten hat sollte man ihm die bisherigen richtig empholenen Massnahmen insbesondere Wässern näher erklären. Unter Wässern versteht man die Holzoberfläche mit einem gut befeuchtetem Schwamm oder Lappen die zuvor geschliffene Holzoberfläche feucht zu machen.(aber aber nicht patschenass) daduch stellen sich die Holzfasern. Diese werden dann noch mal nach der Trocknung in Masserungsrichtung quasi glattgeschliffen. Dann danach 1mal ölen, trocknen lassen, dann zwischenschliff und zu guter letzt dann das zweite mal Ölen. Hoffe ich konnte helfen.
 
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Aufgrund meiner mangelnden Erfahrung kann ich aber gleichzeitig auch null einschätzen, wie fein geschliffenen das Holz bereits ist.
Meiner Erfahrung nach sind die Platten mit 80er Körnung geschliffen. Ich meine mich daran zu erinnern das dies auch mal auf einem Etikett vermerkt war. Wie schon vorgeschlagen würde ich mit 120/180 per Hand in Faserrichtung schleifen und ölen.
 

willyy

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Auch wenn das Schleifen nur oben sinnvoll ist, würde ich die Platte beidseitig wässern und trocknen lassen.
Buche kann auf Feuchtigkeit stark reagieren. Wenn Du einseitig wässerst, kann es Dir die Platte wölben, bis sie wieder vollständig trocken ist.
Nach dem Wässern zum Trocknen auf 2 Latten legen, damit auch die Unterseite trocknen kann, sonst hast Du denselben Effekt. Dann würde die Oberseite trocknen und die Unterseite kann die Feuchtigkeit nicht abgeben.

Ab wann gilt eine einmal geölte Oberfläche als überstreichfähig ? Wenn man mit den Fingern drüber geht, dürfen die Finger noch leicht ölig werden oder muß das komplett trocken sein?
In dem fertigen Hartöl wird ein Trocknungsbeschleuniger drin sein.
 

Streuselkuchen

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Vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen und Tipps.

Ja, ich fühle, wie glatt sich die Platte aktuell für mich anfühlt. Aufgrund mangelnder Erfahrung weiß ich dann aber immer noch nicht, mit welcher Körnung ich anfangen sollte, noch "glatter" zu schleifen. Oder einfach ausprobieren? Ich dachte halt, dass es vielleicht kontraproduktiv ist, mit einer zu hohen oder niedrigen Körnung anzufangen.

Vom Wässern höre ich im Zusammenhang mit der Oberflächenbehandlung einer Leimholzplatte tatsächlich zum ersten mal. Danke für den Hinweis.
Mich überrascht auch, dass alle das Schleifen per Hand empfehlen. Ich hatte in den Youtube-Videos und Online-Artikeln immer nur vom Schleifen mit einem Exzenterschleifer gehört/gelesen. Zwischenschliff wurde da öfters auch als unnötig abgetan.
Da bin ich jetzt doch wieder verwirrt.

Vielleicht als Info, nach welcher Anleitung ich mich ursprünglich richten wollte:

https://holzwerkerblog.de/werkstatt-2/oberflachenbehandlung-mit-ol/
Das Öl hab ich mir (auch durch die Anleitung) bestellt:

https://shop.natural-farben.de/Oele...:::1_5.html?XTCsid=ttiirpil5753v059arqb9t14v1
mit UV-Schutz.
 

michaelhild

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Gute Wahl.
Das Öl von Natural ist echt top.
Wobei ich speziell bei Buche das Parkett-Öl bevorzugen, das ist nicht so dünn eingestellt und wird von der Buche nicht so extrem aufgesogen.
 

PrimaNoctis

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Gute Wahl.
Das Öl von Natural ist echt top.
Wobei ich speziell bei Buche das Parkett-Öl bevorzugen, das ist nicht so dünn eingestellt und wird von der Buche nicht so extrem aufgesogen.
Ich schließe mich an und empfehle dir, bei so einem Öl das wässern einfach zu lassen. Das Öl stellt die Fasern nicht auf und ich behaupte mal, du wirst keinen Mehrwert außer Armtraining dadurch erreichen.
Zweimal nass in nass, sprich 15 bis 30min warten und dann den 2. Auftrag. Ja, das reicht.
Wenn du unbedingt willst, kannst du ja in ein oder zwei Jahren nachölen. Zwischenschliff ist wie wässern nicht nötig.

Wenn du einen elektrischen Schleifer hast, nimm den. Wenn du Kringel oder komische Kratzer siehst, die nicht wirklich weggehen und vom schleifen kommen, ist es spätestens Zeit, das Schleifpapier zu wechseln. Lieber einmal mehr als einmal zu wenig. Nach dem Ölen sieht man nämlich die Spuren.
Ansonsten kannst du das natürlich auch von Hand machen.
Beginne bei der Platte entweder mit 80 oder gleich mit 120. Danach noch einmal mit 180 und gut ist. Würde ich das elektrisch schleifen, würde ich mit 120 anfangen.


Besonders beim Hirnholz solltest du sauber schleifen (gröber anfangen), wenn es gut aussehen soll. Dort wird es auch am meisten saugen. Oder einfach keinen Kopf machen, wenn man es nicht wirklich sieht, musst du beurteilen.

Beim Abnehmen des Überstands wirklich trocken machen, so als würdest du Geschirr abtrocknen. Dafür eignet sich gut Küchenpapier. Die machst du anschließend in ein Glas mit Deckel, nicht in den Hausmüll wegen Entzündungsgefahr.
Bei kleinen Ästen oder Holzfehlern kann nochmal Öl hochziehen. Das nimmst du am nächsten Tag oder auch an zwei folgenden Tagen noch mal mit etwas Küchenpapier und rubbeln weg. Dann glänzt es nachher nicht.

Viel Erfolg und viel Freude dabei!
 
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Ja, ich fühle, wie glatt sich die Platte aktuell für mich anfühlt. Aufgrund mangelnder Erfahrung weiß ich dann aber immer noch nicht, mit welcher Körnung ich anfangen sollte, noch "glatter" zu schleifen. Oder einfach ausprobieren? Ich dachte halt, dass es vielleicht kontraproduktiv ist, mit einer zu hohen oder niedrigen Körnung anzufangen.
Du brauchst dir nicht so viele Gedanken machen. Man kann es mit Exzenterschleifer machen oder Schwingschleifer oder eben per Hand. Es ist ja nur eine Platte und du bist in endlicher Zeit fertig. Bei der Körnung kannst du nicht viel falsch machen. Nimmst du zu fein ist deine Arbeit ewig lang und es passiert nicht so viel. Zu grob merkst du nach ein paar Sekunden -> es wird rauer. Ein tolles Einsteigerprojekt um Erfahrung zu sammeln. Und jeder macht es etwas anders. Ich tippe diese Zeilen auch an einem Buche Schreibtisch und die Platte habe ich nur einmal geölt.
 

Friederich

ww-robinie
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Ich dachte halt, dass es vielleicht kontraproduktiv ist, mit einer zu hohen oder niedrigen Körnung anzufangen.
Stimmt schon. Das ist dann halt wirklich Erfahrungssache, mit welcher Körnung man beginnt. Ich denke, 100er wäre bestimmt nicht verkehrt (....?)

Ich hatte in den Youtube-Videos und Online-Artikeln immer nur vom Schleifen mit einem Exzenterschleifer gehört/gelesen.
Könnte damit zuammenhängen, dass das meist in Wirklichkeit Werbeveranstaltungen sind. Deswegen wird da oft überflüssiges und teures Equipement eingesetzt.
Mit simplem Schleifklotz geht das so einfach, dass ich nichtmal dann einen Exzenter benutzen würde wenn er direkt neben mir stünde.
Schleifstaub regelmäßig durch Ausschlagen des Papiers auf eine Kante entfernen.

Zwischenschliff wurde da öfters auch als unnötig abgetan.
Zwischenschliff zwischen den Öldurchgängen mache ich auch nicht.
Wässern und dann nochmal Feinschliff dagegen ist schon sinnvoll. Bevor der erste Ölauftrag erfolgt, natürlich.
 
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Holzsinn

ww-robinie
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Von Hand zu schleifen bei einer schon maschinell geschliffenen Platte ist deswegen sinnvoller, weil es dann keine Schleifkringel vom Excenterschleifer gibt. Die müssten bei jedem feineren Schleifgang wieder weggeschliffen werden. Von Hand in Längsrichtung ergibt bei wenig Erfahrung eher ein gleichmäßiges Schleifbild.
In meinen Oberflächenkursen rate ich Laien auch immer zum Wässern, schon allein deshalb, weil das neben dem Faseraufstelleffekt auch eine Kontrollfunktion hat. Die feuchte Oberfläche zeigt dir, ob noch irgendwelche Störstoffe, z.B. Leimreste, Fettspuren etc. vorhanden sind, die man im trocken staubigen Zustand nicht sieht.

Melanie
www.holz-sinn.de
 
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