Landhausdiele kommt hoch

posmanet

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Moin! Uch bitte um Hilfe und Tipps für unsere Landhausdiele, die auf einer Fußbodenheizung mittlerweile 10 Jahre liegt. An einzelnen Stellen kommt sie leider hoch, kürzlich sind ein, zwei Stellen dazu gekommen. Ob das mit der Heizperiode zusammen hängt? Das sieht so aus, als ob sich das Dekorholz vom Trägermaterial löst.
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Zieht man etwas an der Ecke, kann man reinschauen. Das Trägermaterial sieht wie ein helles Nadelholz aus. Intuitiv denke ich an Holzleim, das man vielleicht irgendwie über eine Kanüle o.ä. da einbringt. Vorher natürlich gründlich aussaugen und nachher ordentlich beschweren oder eine Baustütze draufstellen. Ich bin mir nicht sicher, ob gewöhnlicher Holzleim geeignet für die Temperaturschwankungen der Fußbodenheizung ist. Allerdings ist der Vorlauf auch nur was um die 30-40°C.

Kennt sich jemand aus oder hat sowas schonmal gemacht und kann Tipps geben - oder mich zumindest von den gröbsten Dummheiten abhalten?

Erstmal weiterhin schöne Feiertage!
 

isso

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Ist da noch was von der Diele am Boden oder ist die Diele aufgerissen und Reste kleben am Boden?
 

posmanet

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Die Dielen sind jeweils 2m lang und jeweils eine Ecke kommt hoch. Der weitaus überwiegende Teil hängt also noch zusammen. Unterhalb der Diele müsste Estrich liegen.
 

Roterbischof

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Hallo und frohe Weihnachten.
Entweder werden die Dielen zu trocken (vielleicht fussbodenheizung, ohne eignung) oder Wasser ist drauf gekommen. Sonst passiert so etwas eigentlich nicht.
 

brubu

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Das kenne ich, ev. wurde zu knapp Leim aufgetragen bei der Herstellung, die Leimfläche nicht ganz sauber gehobelt, das Holz etwas zu feucht etc.
PU würde ich wegen dem Geschmier auf keinen Fall nehmen. Wir haben Zulagenbretter aus Spanplatten geschnitten und ca. 500kg Gewichte in ein Zimmer getragen um in 2 Etappen viele solche Stellen zu leimen. Leim normaler PVAC Weissleim, die Decklagen mit Stecheisen o.ä. etwas anheben und den Leim mit HPL Streifen reinschmieren. Um die Fuge herum mit breitem Klebband abdecken.
 

posmanet

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Erst einmal Danke Euch für die Antworten! Ich denke auch, dass die Diele bei der Herstellung unzureichend verklebt wurde, da einige der Schadstellen auch an völlig unbelasteten Orten sind.
 

derdad

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Das kenne ich, ev. wurde zu knapp Leim aufgetragen bei der Herstellung, die Leimfläche nicht ganz sauber gehobelt, das Holz etwas zu feucht etc.
PU würde ich wegen dem Geschmier auf keinen Fall nehmen. Wir haben Zulagenbretter aus Spanplatten geschnitten und ca. 500kg Gewichte in ein Zimmer getragen um in 2 Etappen viele solche Stellen zu leimen. Leim normaler PVAC Weissleim, die Decklagen mit Stecheisen o.ä. etwas anheben und den Leim mit HPL Streifen reinschmieren. Um die Fuge herum mit breitem Klebband abdecken.
Das hat wirklich auf Dauer gehalten?
In der Industrie wird meist Harnstoffharzleim verwendet. PVAc Leim bindet mit Harnstoffleim eher schlecht als recht.
Ich würde es mit Epoxy machen. Hält gut und ist auch spaltüberbrückend. Trocknet klar auf. Und es gibt auch langsam aushärtende Epoxy. Epoxy anmischen und in Einwegspritze füllen. (Die gibt es um wenig Geld in Apotheken oder im Netz.) Dann kann man den Kleber gut und präzise in den Spalt drücken.
Um die Dielenecke wieder flach zu drücken könnte ich mir eine Spreize zur Decke vorstellen, falls es "normale" Raumhöhe ist. (Um die 250).
LG Gerhard
 

brubu

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Es sind geschätzt 8 Jahre her und ich habe nichts mehr gehört. Es waren sehr viele lose Stellen, da wären wir auch mit dicken Injektionsnadeln nicht vorwärts gekommen. Bei einem Kunden mit Baumarktparkett sind auch lose Stellen aufgefallen aber die stehen nicht hoch und haben wir bis jetzt belassen. Ich habe den Eindruck die Industrie spart extrem an Leim und dann gibt es auch an teureren Landhausdielen Fehlstellen.
 

derdad

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Ich habe den Eindruck die Industrie spart extrem an Leim und dann gibt es auch an teureren Landhausdielen Fehlstellen.
Das stimmt sicher. Da wird die Auftragsmenge bis aufs minimalste an der Maschine eingestellt. Jedes Gramm zählt, hochgerechnet auf die großen Mengen. Und falls es doch Fehlverleimungen gibt, wird das als natürlicher Ausschuss bezeichnet.
LG Gerhard
 

brubu

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Und falls es doch Fehlverleimungen gibt, wird das als natürlicher Ausschuss bezeichnet.
Das tritt leider meist erst nach der Garantiefrist des Herstellers oder Händlers auf, daher lasse ich gerne die Finger von teurem Material.

Mit Latten von der Decke spannen war in der Dachschräge an der Holzdecke nicht möglich. Dazu hätte es sehr viele Latten gebraucht und das Zimmer wäre kaum mehr begehbar gewesen.
 

brubu

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Das hat wirklich auf Dauer gehalten?
In der Industrie wird meist Harnstoffharzleim verwendet. PVAc Leim bindet mit Harnstoffleim eher schlecht als recht.
Hab dazu einen Versuch gemacht und Weissleim auf einen Rest eingetrockneten Harnstofffurnierleim gegeben aber keine Holzstücke verleimt.
Der Weissleim lässt sich kaum vom Harnstofffurnierleim lösen. Es muss aber betont werden, dass es kein reiner Harnstoffleim ist sondern ab Werk im Pulver eine kleine Menge Weissleim beigemischt ist. Früher durfte man dem Harnstoffleim selber etwas Weissleim beimischen um die Fugen etwas weicher zu machen.
 

magmog

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...... klar kann pfuschig rumgeklebt werden, ich befürchte jedoch,
dass der Kleber durch ist und in der nächsten Zeit zunehmend versagt.
Wie leicht lässt sich an unauffälliger Stelle die Fuge erweitern,
dass würde ich zur besseren Einschätzung probieren.
 

brubu

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Das merkt man beim Leimen sofort sobald man die Decklage anhebt um Leim in die Fuge zu streichen. Wäre der Leim durch würden sich die Decklagen ganz lösen. Ich habe in der Industrie schon erlebt wie zu wenig Leim in der Auftragsmaschine war und die nicht direkt sichbare Unterseite teilweise keinen Leimauftrag hatte. Auch das gibt es.
Von pfuschig würde ich nicht sprechen, immerhin hält es in unserem Fall und wenn wir solche Schäden nicht reparieren müssen wir auch nicht über lose Kanten diskutieren, dann ist alles was versagt wegwerf.
Die Zähne muss man sich ab und zu auch flicken lassen und nach Jahrzehnten folgt die Wiederholung, deswegen ist die Reparatur nicht pfuschig.
 

posmanet

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Pfuschig war die bisherige Lösung für die eine Stelle, die (seit etwa 3 Jahren) tatsächlich im Durchgangsbereich liegt - wir hatten kurzerhand einen Läufer drauf gelegt. Dieses Jahr sind in kurzer Zeit mindestens 2 neue Stellen dazu gekommen - daher muss jetzt mal langsam gehandelt weden. Man kann ja nicht alles mit Läufern zupflastern. Klar kann ich alles rausreißen und neu machen - bei 3,5 Räumen + Flurteil aber auch nicht ganz billig. Ich werde demnächst eine Klebeprobe hinterm Sofa machen und gerne auch berichten, sobald es was zu berichten gibt. So wie es aussieht, werde ich erstmal mit Holzleim/Weißleim gehen.
 

posmanet

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...... klar kann pfuschig rumgeklebt werden, ich befürchte jedoch,
dass der Kleber durch ist und in der nächsten Zeit zunehmend versagt.
Wie leicht lässt sich an unauffälliger Stelle die Fuge erweitern,
dass würde ich zur besseren Einschätzung probieren.
Die Fuge lässt sich kaum erweitern / eher bricht man sich die Finger. Der Rest scheint jeweils noch gut verklebt zu sein. Wie in #17 erwähnt, gibt es eine 3 Jahre alte Stelle im Durchgangsbereich, die in der Zeit auch nicht weiter aufgegangen ist. Von da her bin ich guter Dinge und habe mir heute schonmal zwei Stützen besorgt.
 

Schreinersein

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Bei hohl liegendem Parkett gibt es so ein System mit Epoxidharz und Kanülen, wo man 2 oder 3mm Bohrungen setzt und dann Epoxi injiziert. Ich würde mich da vielleicht auch ans Epoxidharz halten, das sollte dann genug pack-an entwickeln.
 

magmog

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Die Fuge lässt sich kaum erweitern / eher bricht man sich die Finger. Der Rest scheint jeweils noch gut verklebt zu sein. Wie in #17 erwähnt, gibt es eine 3 Jahre alte Stelle im Durchgangsbereich, die in der Zeit auch nicht weiter aufgegangen ist. Von da her bin ich guter Dinge und habe mir heute schonmal zwei Stützen besorgt.


Guuden,

das freut mich, da der Schaden erst später auftauchte, hatte ich befürchtet, dass eine mangelhafte Verklebung vorliegt.
Dann wäre das Nachkleben auf Dauer kaum von Erfolg gekrönt worden.
 

mahe00

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Bei hohl liegendem Parkett gibt es so ein System mit Epoxidharz und Kanülen, wo man 2 oder 3mm Bohrungen setzt und dann Epoxi injiziert. Ich würde mich da vielleicht auch ans Epoxidharz halten, das sollte dann genug pack-an entwickeln.
Gibt's zB von Bostik wood repair P975. Hab ich sehr gute Erfahrungen mit gemacht.
 

brubu

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Das ist eher für die Verklebung auf den Boden gedacht als für Holzschichten untereinander. Löcher möchte ich keine wenn es anders geht.
 

Schreinersein

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Dann halt seitlich rein. Wollte nur aufs Epoxi hinweisen, da hast Du halt zumindest vom Material her wenig Probleme, was das Kleben angeht. Natürlich müssen dann die alten Kleberreste tunlichst am Holz haften.
Die Bohrungen sind im übrigen so klein, daß Du die nach dem verschließen mit Hartwachs wahrscheinlich nicht mehr wieder findest, wenn Du nicht auf den Knien und der mit der Nase über den Boden rutschst...
Mit Epoxidharz ist natürlich penibles Abkleben Pflicht, wenn Du das irgendwo drauf bekommst, wo es nicht hin soll, bleibt es da dann auch
 

posmanet

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Ich habe in meinem Metallschrott noch ein 5mm Metallröhrchen gefunden. Das wurde im Schraubstock ein wenig geplättet. Im Anschluss kam der 3d-Drucker ran und hat aus flexiblem TPU einen passenden Adapter zur Standard Pon**-Tube gedruckt.
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posmanet

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Anheben mit dem Stecheisen.
www-2025-12-30_162807.jpg
Mit dem Klebeschnuddeladapter Klebstoff einbringen ging ganz gut.
www-2025-12-30_190529.jpg
www-2025-12-30_174207.jpg
(Nicht wundern, diese Fotos sind an unterschiedlichen Stellen entstanden.)

Im Anschluss natürlich flächig pressen und ggf. Klebereste entfernen.
www-2025-12-30_171414.jpg
 
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