Korpus auf Gehrung, "früher" ohne Verbinder ?

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von ranx, 27. November 2016.

  1. ranx

    ranx ww-robinie

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    moin,

    hat man "früher" in Naturholzbauweise Korpi, Korpen, Korpusse einfach
    auf Gehrung zugeschnitten, überhaupt gebaut?

    Nur der Neugierde halber, vielen Dank, uwe
     
  2. SteffenH

    SteffenH ww-robinie

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    Nein, nicht ohne Verbinder.

    ("Korpora", sagt allerdings kein Mensch)
     
  3. Fiamingu

    Fiamingu ww-robinie

    Hallo Uwe,
    verdeckte Zinken gab es auch.
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  4. Besserwisser

    Besserwisser ww-robinie

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    Nein, das ist eine Bauweise der Plattenbauära.
     
  5. yoghurt

    yoghurt Moderator Mitarbeiter

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    "Die Gehrung sei dem Bilderrahmen vorbehalten!" so mein Berufsschullehrer 1997. Das war da zwar schon deutlich überholt, lässt aber erkennen wie man das gesehen hat.

    Ich bin auch noch immer der Meinung, dass verleimte Gehrungen bei Vollholz-Platten-Korpen keine gute Wahl sind. Was nicht heißt, dass das nicht halten kann.
     
  6. Friederich

    Friederich ww-robinie

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    Ich auch. Kann auch diese aktuelle Mode nicht nachvollziehen.
    Gehrungen sind nur eine unsinnige Verkomplizierung; sehen besch... aus, wenn nicht perfekt gelungen, und haltbarer als eine stumpfe Verdübelung sind sie auch nicht.
     
  7. ranx

    ranx ww-robinie

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    moin,

    hallo und Danke soweit!

    Ich sehe das ja Sinnvoll an wenn man kein Hirnholz sehen will oder darf,
    also fürs Auge, dann muss es aber perfekt sein.
    Ganz Genau, egal ob modernes Plattenmaterial oder "altes" außer
    man kann spachteln und lacken.

    Ich will die Tage mit einem Würfel/Cube-Regal anfangen. Beschichtetes MPX.
    Damit es in der Küche gut zu reinigen ist hatte ich erwogen die Zargen auf
    Gehrung zu verbinden... aber so viel bringt es mir gar nicht habe ich festgestellt.
    Zur Unterstützung der Montage hätte ich auch keine Probleme Edelstahlschrauben
    gestalterisch einzusetzen aber die scharfen Kanten der Gehrung muss ich etwas
    brechen. Dann ist da eh wieder die Beschichtung ab ...

    Nochmals Danke!
     
  8. pedder

    pedder ww-robinie

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    "Vollblinde" Schwalbenschwänze. Ich habe so eine Kommode aus den 1940 Jahren Ich nehme an aus der der schwedischen Möbelindustrie.
     
  9. Fiamingu

    Fiamingu ww-robinie

    Wenn, dann setz doch noch Flachdübel.
    Stumpfe Verleimungen sind mir suspekt.
    Ich mag da gerne eine konstruktive Verbin-
    dung. Verdeckte Schwalben gehen nur in
    Massivholz. Ist aber schon höhere Kunst
    beim Zinken.
     
  10. yoghurt

    yoghurt Moderator Mitarbeiter

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    Hallo,
    ich sehe das anders! Bloß keine Dübel!! Wenn das Material halbwegs gerade ist kriegt man es mit der Klebebandmethode gut verleimt. Gutes Klebeband ist wichtig, ich nehme Tesa 4124.

    Aber zum konkreten: Es klingt so, als ob die Gehrungen hier keine Punkte bringen! Dann lieber stumpf mit Lamello oder Dübeln! Oben statt Oberboden zwei Traversen und dann eine Platte oben drauf!
     
  11. Sägenbremser

    Sägenbremser ww-robinie

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    Köln
    Ist jetzt auch meine Erfahrung bei MPX Gehrungen.
    Flachdübel sind da viel zu ungenau, wenn auf einer
    ordentlichen Dübelbohrmaschine mit einem stabilen
    Druckbalken und Gusseisentischen gearbeitet wird
    geht das aber schnell und kantensicher.

    Das wirkliche Problem stellt aber die Anarbeitung der
    Gehrung da. Wer eine Vakuumspanneinrichtung auf
    der FKS hat ist da klar im Vorteil. Auch den bewährten
    Druckbalken von den älteren Säge sollte man da nicht
    immer für umsonst mit in Zahlung geben, der kann so
    auch noch gute Dienste leisten wenn die Nuten passen.
    Ansonsten muß mal halt eine Druckvorrichtung bauen
    um bei solch dünnen Beschichtungen siegreich zu sein.

    Gruss Harald
     
  12. Fiamingu

    Fiamingu ww-robinie

    Warum keine Flachdübel bei Gehrungen?
    Grosse Oberfläche durch Gehrung plus Flachdübel
    ist doch besser als stumpf verleimen???
     
  13. Friederich

    Friederich ww-robinie

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    Das ist es. Am einfachsten in hoher Präzision zu fertigen.
    Unterboden, evtl. Zwischenböden und die Traversen werden alle mit der gleichen Einstellung auf Länge geschnitten und alle zwischen die Seitenwände gesetzt.

    Und die Abdeckplatte oben in beliebiger Größe von unten durch die Traversen angeschraubt.
     
  14. yoghurt

    yoghurt Moderator Mitarbeiter

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    Hallo,
    wir haben da mehrere 25kg Eisengewichte in der Werkstatt, falls die Platten störrisch sind.

    Natürlich ist eine Feder in der Verbindung prinzipiell besser als stumpf zu arbeiten. Der Vorteil am stumpfen Verleimen mit der Klebebandmethode liegt darin, dass man die Teile einfach zusammenfalten kann. Bei Lamellos müsste man in zwei Ebenen Zwingen ansetzen, die dann auch noch gleichmäßig drücken müssen. Ich bestreite nicht, dass das geht - aber die andere Lösung ist viel einfacher und effizienter! Was wir da schon Kisten verleimt haben, alles ohne schwere Zwingen und Zulagen. Einfach alles getapet, Leim dran, gefaltet und zum Abbinden weggestellt....
     
  15. Dietrich

    Dietrich ww-robinie

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    Hallo,

    da ist dem Lehrer der Gehrungen den Bilderrahmen vorbehalten möchte ein kräftiger Fehler unterlaufen. Ein Klassiker des Möbelbaus zeigt das Gehrungen sehr wohl zum Möbelbau gehören und das auch schon vor 300 Jahren:
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    Gruß Dietrich
     
  16. Friederich

    Friederich ww-robinie

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    Ich kann nicht erkennen, ob da der Korpus auf Gehrung zusammengesetzt ist..
    Profile mußte man natürlich auf Gehrung schneiden. Ging ja garnicht anders, bevor die Konterprofile erfunden wurden.
     
  17. dascello

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    Danke, Dietrich, da musste ich das nicht klarstellen! Meine Lieblingsobjekte, die alten Cembali, sind zumindest am spitzen Ende IMMER auf Gehrung gearbeitet und verleimt.
    Pressen Mittels quer aufgeleimter Leisten, die so gestaltet sind, dass die Pressung im rechten Winkel zur zu verleimenden Verbindung erfolgt. Die hatten heine Vakuumpressen, Lamellos und so n Schnickschnack. Die konnten das einfach.
    Das geht auch heute noch.

    Gruß
    Michael
     
  18. Dietrich

    Dietrich ww-robinie

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    Hallo Friedrich,

    mir ging es eigentlich mehr um die Aussage zu den Bilderrahmen.

    Dennoch sind Sockel und Gesims mit ihren Gehrungen (sind das nicht sogar Doppelgehrungen?)
    auch Hohlkörper also Korpusse im weiteren Sinne.

    Gruß Dietrich
     
  19. dascello

    dascello ww-robinie

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    Mein akuelles Projekt! Nachbau eines Cembalos von 1637 (Germanisches Nationalmuseum Nürnberg)
    Die hintere Ecke des Gehäuses, Gehrung ohne sonstwas, Material Pappel.
    Glaubt mir, das gab es schon immer!

    Michael
     

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  20. Dusi

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    Also meine Erfahrung als Anfänger mit ein paar Jahren Erfahrungen... seitdem ich genau sägen kann, sind mir Gehrungen die liebste Verbindung.

    Mit der Klebebandmethode klappt das immer... Ich habe auch Lamellos und Dominos probiert, aber die bekommt man nie so genau gesetzt, dass die Gehrung wirklich passt.

    Und die Stabilität ist spitze... Insbesondere wenn man die Rückwand dann noch verschraubt.
     
  21. Friederich

    Friederich ww-robinie

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    Hallo Dietrich, das ist ein Bilderrahmen ja genaugenommen auch. Ein ganz flacher Hohlkörper halt.
    Aber ich denke, es ist doch klar, was Yoghurts Lehrer meinte.

    Und sicher hat man früher auch glattwandige Korpusse auf Gehrung gearbeitet. Bzw. mit ganzverdeckten Schwalbenschwänzen (Die haben ja außen auch eine Gehrung). Besoders wenn danach furniert wurde-damit sich die Zinken nicht durchs Furnier drücken.

    Aber bei den meisten Projekten, wie sie hier von Hobbyschreinern durchgeführt werden, halte ich das für unnötig fehlerträchtig und aufwendig.
     
  22. Holzmagnet

    Holzmagnet ww-birnbaum

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    Weniger Fuß, mehr Cembalo :emoji_stuck_out_tongue: Gibt es irgendwo mehr von deinen Arbeiten zu sehen? Gerne auch während der Bauphase?

    Sorry das ich mich eigennützig in das Thema einwerfe.
     
  23. yoghurt

    yoghurt Moderator Mitarbeiter

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    Hallo,
    meinem Berufsschullehrer ist da so einiges unterlaufen.... aber was er da gemeint hat war schon klar - oder? Natürlich wurden und werden Profile gekröpft - aber wir reden ja von Korpuseckverbindungen!

    @dascello: vielen Dank für den Beitrag! Wie zu sehen ist gibt es keine Regel ohne Ausnahme! (Aber der Berufsschullehrer hat sich ja über den Möbelbau geäußert!)

    (Schon lustig, dass ich jetzt anfange den alten Knochen zu verteidigen! Damals waren wir wenig begeistert!)
     
  24. dascello

    dascello ww-robinie

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    Wuppertal
    @Holzmagnet

    guckssu z. B. hier:

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    Gruß

    Michael

    .... der zu (und auf) seinen Füßen steht und die gezeigte Ecke auch noch verschleifen wird
     
  25. Holzmagnet

    Holzmagnet ww-birnbaum

    Beiträge:
    236
    Ort:
    Land Brandenburg
    Vielen Dank Michael.

    Solche Arbeiten beeindrucken mich sehr, allergrößten Respekt für dein Schaffen.

    Lg
    Fabian
     
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