Konstruktion/Statik Stuhl

Demum

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Hallo Leute,

schön, dass ich meine Frage hier im Forum stellen kann.
Ich sitze gerade an einem Entwurf für einen Stuhl. Er soll eine relativ simple Form haben. Da das Material mit dem ich experimentiere nicht sonderlich belastbar ist, ist eine gute Konstruktion sehr wichtig.
Die Seitenteile sollen nach Möglichkeit aus einem Stück sein.

Nun meine Frage: auf dem angefügten Bild, seht ihr vier Seitenansichten. Proportionen im Detail spielen erstmal keine Rolle, viel mehr geht es um die grundsätzlich stabilste Form.
Auf den ersten beiden Skizzen ist es jeweils ein Trapez, bei der dritten ein Rechteck bzw. Quadrat und auf dem vierten ein Rechteck bei dem die hinteren Beine leicht abgewinkelt sind.

Ich fand bisher nur heraus, dass die letzte Form mit den leicht abgewinkelten Beinen eine gute Statik hat, weil das meiste Gewicht auf ihnen lastet. Darüber hinaus konnte ich zu dem Thema aber leider nichts finden.

Ich hoffe alles verständlich dargelegt zu haben und würde mich freuen, wenn mir jemand von euch ein paar Infos liefern kann.
Materialstärken, Querstreben usw. bleiben erst einmal außen vor, es geht wie gesagt um die Grundsätzlich beste Ausgangsform.

Viele Grüße, Jan
 

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welaloba

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Mehr Info wäre hilfreich! Welches Material genau? Vorderansichten?
Du willst sicher nicht den "STUHL" als solchen neu erfinden?
Werner
 

marcus_n

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Ich verstehe die vier Symbole nicht. Sind das Runen, Programmiersymbole? Wenn es um Zargen und Stuhlbeine geht. Stuhlbeine nie senkrecht gerade konzipieren, sondern unten nach aussen laufen lassen. Die Zargen vorne im Beinbereich breit und nach hinten Richtung Gesäß schmal zulaufen lassen. Sitzfläche evtl. von vorn nach hinten um zwei Grad abfallen. Nützt aber alles nichts, weil ich diese Grafiken nicht verstehe. Und das obwohl ich Kommunikationsdesigner bin. Es gab mal eine Schallplatte die mit einem Satelliten ins Weltall geschossen wurde. Da waren so Symbole drauf.
 

Demum

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Danke für die Antworten.
Kommunikationsdesigner. Bemerkenswert. Dann weißt Du sicher, dass man das auch netter kommunizieren kann.

Hoffe das die angefügte Skizze etwas aussagekräftiger ist.
Das Element um das es geht habe ich grau markiert.

Liebe Grüße
 

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marcus_n

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Werter Demum. Was war da unnett an meiner Antwort?
Ein Kufenstuhl also, passend zu Kufentischen. Interessant. Wenn es dir um Stabilitätsfragen geht, dann stell dir immer vor wie es ist, wenn die Kinder zum Kippeln anfangen. Die Lösung welche du auf der Zeichnung präsentiert hast sieht schon mal gut aus. Breite Auflagefläche am Boden. Wie wird das an der Sitzfläche befestigt? Und darf ich fragen warum Kufen und keine Stuhlbeine? Ist das Bugholz, oder aus einer Platte gesägt? Multiplex oder was kommt noch in Frage? Bei deiner Konstruktion musst du immer noch an die Kräfte denken, die quer auftreten. Nicht das dir das Kartenhaus dann zusammenklappt.
Ich finde das ja schon fast ein philosophisches Thema. In den Zeiten des Klimawandels, in denen es fast keinen Schnee mehr gibt und somit auch keine Schlitten und Schlittschuhe, bekommen Kufen einen modischen Kultstatus. Vielleicht findest du noch Inspirationsmöglichkeiten in den Stahlrohrstühlen der 60er und 70er Jahre.
Besten Gruß
Marcus
 

Demum

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Lieber Marcus,
Danke für deine Antwort! Ich gebe zu, meine Skizzen waren recht bescheiden. Nichts für ungut.
Damit kann ich auf jeden Fall etwas anfangen. Ich stehe noch am Anfang. Deshalb habe ich mir über Verbindungen im Detail noch keine Gedanken gemacht. Die wichtigste Frage ist erstmal die der Statik. Das liegt ganz einfach daran, weil ich versuche mit dem Material Kork zu arbeiten. Deshalb auch die geschlossene Form mit den Kufen. Ich werde vermutlich versuchen, mehrere Platten des Korkes aufeinander zu Leimen, ähnlich einer Multiplexplatte. Das der Effekt nicht der selbe sein wird, da Kork ja keine Maserung wie Holz hat die im 90 Grad Winkel verleimt wird, ist mir bewusst. Falls das Experiment scheitert, werde ich wohl oder übel eine ergänzende Schicht eines Holzwerkstoffes zusetzen müssen. Schöner wäre es aber ohne. Bevor ich mich dabei in Unkosten stürze, möchte ich vorab deshalb sicher gehen, eine potente Form zu haben.
Deine Äußerung das es schon fast ein philosophisches Thema ist, Klimawandel usw., trifft tatsächlich einen wichtigen Aspekt bei dem Entwurf. Zu sehr möchte ich da jetzt nicht ins Detail gehen.

Vielen Dank nochmal für die Informationen

Gruß
 

marcus_n

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Demum: Kork als Trägermaterial, als Basis der Kufen? Eine Sandwichkonstruktion? Ok. Was kostet das? Wie stabil ist das? Wenn es dir um die Statik geht, dann sind vor allem die Verbindungen der entscheidende Knackpunkt. Hier speziell: Kufe, Sitzfläche, Lehne. Darf alles nicht wegbrechen oder abknicken. Guck dir mal die Entwicklungen von Pappmöbeln aus Wellpappe an. Das ist ja an sich ein relativ instabiles Material, das trotzdem überraschende Ergebnisse hervorgebracht hat. Alternativ noch die Kunststoffmöbel der italienischen Designer aus den 60ern anschauen. Die waren damals um Jahrzehnte voraus.
Kork an sich wird nicht genügen, das wirst du schon mit irgendetwas tränken und laminieren oder was weiss ich was machen müssen.
Wenn es dir um stabile Stühle geht, dann guck dir Bilder an von Bürostühlen aus der ersten Hälfte des 20. Jhr. Serienfertigung, wenig Bauteile, simpel und wiederholbar konstruiert.
 

Besserwisser

ww-robinie
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Kork ist sicher zu weich, da braucht's ja gigantische Querschnitte, schon von der Knickfestigkeit her.
Also eher so ne Art Blockstuhl.
 
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