Komplettumstieg auf Linux - Ein Erfahrungsbericht

heiko-rech

ww-robinie
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Hallo,
nachdem ich eigentlich immer irgendwie Linux benutzt habe, möchte ich nun komplett auf Linux umsteigen. Ich nutze mehrere Rechner, von denen bereits zwei unter Linux laufen:
- Laptop zu Hause (Internet, E-Mail, Videos und DVDs schauen, gelegentlich CAD, PHP/MySQL)
- Backup-Rechner im Büro (zieht größere Datensicherungen aus dem Netz wie z.B. Webserver und Datenbanksicherungen)
- Alter Laptop (Internet, E-Mail, etc.)

Jetzt soll aber auch die Workstation, an der ich jeden Tag arbeite, unter Linux ans Laufen kommen. Diesen Text hier schreibe ich bereits darauf. Parallel soll aber Windows drauf bleiben, man weiß ja nie.

Ich möchte hier einfach gelegentlich schreiben, wie es mit dem Umstieg weitergeht.

Was habe ich heute gemacht:
Erst mal alle Daten gesichert. Danach wurde Linux (Ubuntu) parallel zu Windows installiert. Das Ganze auf einer eigenen SDD, die ich zuvor eingebaut habe. Die Installation war eigentlich problemlos. Ich habe erst einmal eine Minimalinstallation gemacht. Anschließend wurde die Software, die ich wirklich auf dem Rechner brauche, installiert:
- Thunderbird - EMail
- Firefox - Browser
- LibeOffice Calc -Tabellenkalkulation
- Master PDF - Vollständiger Ersatz für Acrobat DC (nur billiger)
- BricsCAD - AutoCAD Clon
- GIMP - Bildbearbeitung
- Shotcut - Videoschnitt

Die Einrichtung der Programme war keine große Sache. Kalender und Adressbuch liegen auf unserem Server, die mussten genau wie die IMAP-Konten nur in Thunderbird angelegt werden. Hier muss ich nur wieder die Filterregeln für den Spam eingeben. Nach der Anmeldung in Firefox sind auch alle Lesezeichen und Einstellungen im Browser vorhanden.
Bei BricsCAD muss man ähnlich wie in AutoCAD ein Support-Verzeichnis einspielen, dann sind wieder alle Einstellungen da. CAD läuft also auch.
Der Treiber für die Grafikkarte war etwas kniffliger (NVIDIA RTX A4000), ist aber jetzt auch drin.
Das Videoschnittprogramm Shotcut ist in der von Ubuntu angebotenen Version etwas veraltet, da habe ich mir die aktuelle Version heruntergeladen. Läuft jetzt auch.
Der Drucker und der Scanner waren schnell eingerichtet.

Alles in allem hat die Grundeinrichtung sehr gut funktioniert. Unter Linux ist alles etwas schneller geworden. Die Programme starten schneller, das Schnittprogramm läuft flüssiger als unter Windows (11), das ganze System nervt weniger. Ich kann jetzt also anfangen Linux auch hier für meine Arbeit, also Zeichnen Videoschnitt, Kommunikation zu nutzen.

Worum ich mich noch kümmern muss, ist DATEV- Unternehmen Online. Da muss ich auf ein anderes Anmeldeverfahren wechseln, da der Dongle unter Linux nicht unterstützt wird.

Mit Sicherheit wird noch das eine oder andere kleine Hindernis auftauchen, aber fürs Erste sieht es gut aus. Dummerweise hat das Entschlüsseln der Windows-Festplatte nicht funktioniert. Ich kann also nur von Windows aus darauf zugreifen, obwohl Windows sagt, sie sei entschlüsselt. Die Schaltflächen zum Verschlüsseln werden seltsamerweise auch nicht mehr angezeigt. Aber auch das sollte sich irgendwie lösen lassen.

Im Vorfeld habe ich allerdings schon alle alternativen Programme zu den bisher benutzten Adobe-Produkten unter Windows getestet und mich nach und nach an die Bedienung gewöhnt. So fällt er Umstieg nicht schwer.

Zum Abschluss noch ein paar Worte dazu, warum ich auf Linux gewechselt bin und was ich mir davon verspreche:
Zum einen möchte ich mich nicht mehr weiter der Lizenz- und Update-Politik von Microsoft, Adobe und anderen Softwareriesen unterwerfen müssen. Wo es geht, nutze ich Open-Source-Software. CAD und PDF Bearbeitung sind jedoch Ausnahmen. Vieles an Windows und vor allem an Windows 11 hat mich in den letzten Monaten einfach nur noch genervt. Die Software ist überladen und wird gefühlt immer langsamer. Dass man am Ende noch Geld sparen kann, ist ein angenehmer Nebeneffekt.

Jetzt werde ich einfach mal anfangen meine tägliche PC-Arbeit unter Linux zu erledigen und wenn ihr Interesse daran habt auch gerne weiter über positives und negatives berichten.

Gruß
Heiko
 

heiko-rech

ww-robinie
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Hallo,
Schöne Liste, davon laufen welche Programme ausschließlich unter Linux?!
Die aufgeführten Programme gibt es alle auch für Windows und meist auch für Mac. Einfach mal selbst nachschauen.

Schau dir mal Open Office an das finde ich recht brauchbar.
Unter so einem Aluhut scheint die Zeit nahezu stillzustehen:emoji_slight_smile: Die letzte Aktualisierung von Openoffice war, glaube ich 2015 oder so.
Open Office ist das Ursprungssystem, weil dort aber über Jahre kaum noch Entwicklung stattgefunden hat, nutzen fast alle heutzutage Libre-Office, was ja die gleiche Codebasis hat.
Strenggenommen ist das Ursprungssystem ja Staroffice, das es schon Mitte der 1980er Jahre gab. Ich habe hier noch die Version 3.x für den Schneider CPC. Mit Openoffice dürfte Libreoffice nach so langer Zeit nicht mehr viele Gemeinsamkeiten haben.

und Libre Calc kommt an Excel nicht heran, leider, aber ich werde und will mich daran gewöhnen.
Schau dir mal Softmaker Office an. Das hat von allen Alternativen die beste Kompatibilität und die meiste Ähnlichkeit (auch optisch) zu den MS-Produkten.

Gruß
Heiko
 
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KalterBach

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Ich finde das wirklich gut, habe aber weder den "Zugang" noch die Muße mich damit auseinander zu setzen.

Also wenn jemand sich berufen fühlt hier mal alles "umzurüsten", mit Erfolgsgarantie und ohne Ausfallzeit....
So wie beim nächsten Update-Zwang.

Die aufgeführten Programme gibt es alle auch für Windows und meist auch für Mac. Einfach mal selbst nachschauen.
Moment, ich schau mal schnell auf meinem Mac nach. Check, die meisten gefunden und seit längerem in der täglichen Anwendung.

Du hast meine Ironie überlesen. :emoji_wink:
 

heiko-rech

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KaiX0

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Hallo,

Die aufgeführten Programme gibt es alle auch für Windows und meist auch für Mac. Einfach mal selbst nachschauen.


Unter so einem Aluhut scheint die Zeit nahezu stillzustehen:emoji_slight_smile: Die letzte Aktualisierung von Openoffice war, glaube ich 2015 oder so.

Strenggenommen ist das Ursprungssystem ja Staroffice, das es schon Mitte der 1980er Jahre gab. Ich habe hier noch die Version 3.x für den Schneider CPC. Mit Openoffice dürfte Libreoffice nach so langer Zeit nicht mehr viele Gemeinsamkeiten haben.


Schau dir mal Softmaker Office an. Das hat von allen Alternativen die beste Kompatibilität und die meiste Ähnlichkeit (auch optisch) zu den MS-Produkten.

Gruß
Heiko
Ja, mache ich mal, danke. Die Anforderungen sind leider recht komplex. Ich habe und verwende gerne komplexe Excel-Sheets, in denen ich z.B. GANTT Diagramme mit ein paar Automatiken für bestimmte IT-Projekte abbilde. Meine Frau nutzt Numbers. Und wir arbeiten an vielen Sheets gemeinsam, die Schnittmenge Excel:Libre:Calc ist also sehr wichtig.
 

heiko-rech

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Hallo,
Ja, mache ich mal, danke. Die Anforderungen sind leider recht komplex.
Da MS ja ohnehin von den Desktop -Versionen weggeht, spielt das doch eigentlich keine Rolle mehr. MS Office geht ja komplett in die Cloud und du brauchst nur noch einen Browser.
ja scheint so :emoji_wink: zumindest ist die letze Version von 25.11.10 lt. Website
Das hatte ich so genau nicht auf dem Schirm, aber:
Schau dir mal die Release Notes genauer an:
2013 Sprung von 3.xx auf 4.0 Nach 12 Jahren ist man bei 4.1.16. Schaut man genauer hin, ist da in den letzten Jahren nicht viel vorangegangen. Deutlich wird das, wenn man sich in den Release Notes immer mal den Bereich "Improvements/Enhancements" genauer anschaut. Es hat schon seinen Grund, warum es keine größere Linux-Distribution mehr gibt, welche diese Software direkt mit installiert oder in ihren Repositorys anbietet. Einzig auf sehr alten Rechnern, macht OpenOffice eventuell noch Sinn, da es weniger Ressourcen benötigt, als das modernere LibreOffice.

Gruß
Heiko
 

Kerstenk

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Ich finde das wirklich gut, habe aber weder den "Zugang" noch die Muße mich damit auseinander zu setzen.

Also wenn jemand sich berufen fühlt hier mal alles "umzurüsten", mit Erfolgsgarantie und ohne Ausfallzeit....
ich kenne das, werde auch immer wieder von einem Freund aufgefordert umzusteigen. Es gäbe an Software alles, was ich nutze, dass ist nicht das Problem, sondern alles Wissen, was ich in all den Jahren um das System, was ich nutze, wären mit einem Schlag recht wertlos. Die Kosten des Umrüstens, aller Maschinen und die viele Zeit, die dabei verloren geht, bis ich wieder da bin wo ich zur Zeit stehe, ist das alles nicht wert.
Ich nutze seit ca. 2008 Mach3 als Steuersoftware, inzwischen an 4 Maschinen, ich kenne die meisten Möglichkeiten und wie man es umsetzen kann.
Jeder muss für sich selber entscheiden ob es sich lohnt.
 

WinfriedM

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Was bei Linux wirklich interessant ist, ist die Nutzung älterer Hardware, was es dann sehr kostengünstig macht. Gerade derzeit werden jede Menge noch gar nich so alte Geräte ausgemustert, weil Windows 11 (ohne Tricksereien) erst ab Intel 8. Generation läuft (teils auch schon 7.). Viele Firmen und Privatleute werfen massenhaft noch sehr leistungsfähige Geräte auf den Markt, die wegen Nichteignung für Windows 11 sehr günstig verkauft werden. Für Linux völlig ausreichend.

Ökologisch natürlich auch sehr sinnvoll, ältere Hardware weiter nutzen zu können.

Ein Linux-Server, den ich 2025 mal wieder neu eingerichtet habe, läuft jetzt auf einem Fujitsu Q556. I5 6. Generation für 99 Euro, gibts teils auch noch deutlich günstiger. Wenn der nichts zu tun hat, nimmt er sich nur 7 Watt. Der vorherige Server schluckte noch 25 Watt. Wenn die Teile 24/7 laufen, macht jedes Watt weniger Sinn.

Die Minitower von Fujtsu (P557, P558, P957 etc) sind auch super und für deutlich unter 100 Euro zu bekommen, teils schon für 49 Euro.
 

Dale_B_Cooper

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Da MS ja ohnehin von den Desktop -Versionen weggeht, spielt das doch eigentlich keine Rolle mehr. MS Office geht ja komplett in die Cloud und du brauchst nur noch einen Browser.
Naja, so halbherzig wie MS das macht, hab ich an der Ernsthaftigkeit erhebliche Zweifel. Versuch mal in powerpoint online den Folienmaster zu setzen. Geht nicht. --> totaler Showstopper.
Wie man Cloud und Office erfolgreich macht, kann man sich bei Google ansehen. Das sind Welten in der Useability.

MS punktet mit seiner Standalone Software und das nutzen sie imho gnadenlos aus.
Es gäbe an Software alles, was ich nutze, dass ist nicht das Problem, sondern alles Wissen, was ich in all den Jahren um das System, was ich nutze, wären mit einem Schlag recht wertlos.
Du meinst System-Admin Wissen?

Was bei Linux wirklich interessant ist, ist die Nutzung älterer Hardware, was es dann sehr kostengünstig macht.
Das ist gelindegesagt eine starke Endanwender-Sicht.
 

heiko-rech

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Hallo,
ich kenne das, werde auch immer wieder von einem Freund aufgefordert umzusteigen. Es gäbe an Software alles, was ich nutze, dass ist nicht das Problem, sondern alles Wissen, was ich in all den Jahren um das System, was ich nutze, wären mit einem Schlag recht wertlos.
Kann sein, muss aber nicht. Kommt immer auf den Einzelfall an.
Die Kosten des Umrüstens, aller Maschinen und die viele Zeit, die dabei verloren geht, bis ich wieder da bin wo ich zur Zeit stehe, ist das alles nicht wert.
Ich nutze seit ca. 2008 Mach3 als Steuersoftware, inzwischen an 4 Maschinen, ich kenne die meisten Möglichkeiten und wie man es umsetzen kann.
Als ich noch angestellt tätig war, hatten wir eine Weeke BP10. Die Software dafür war bis zu letzt auf einem 386er mit MS-DOS 5.0 installiert. Der Rechner war direkt mit der Maschine verbunden, die Datensicherung lief über ein Zip-Laufwerk und der Rechner hing nicht im Firmennetzwerk. Auch hier wäre ein Aufrüsten, wenn überhaupt möglich, nicht wirtschaftlich gewesen.
Jeder muss für sich selber entscheiden ob es sich lohnt.
Wobei bei solchen Diskussionen wie hier sehr oft von einem Szenario des Komplettumstieges in einem Rutsch ausgegangen wird. So wird das aber nicht gemacht. Man geht schrittweise vor (siehe mein Ausgangsposting). Beispielsweise nimmt man sich einen älteren Rechner und packt mal eine der großen Distributionen drauf. Den kann man dann mal als Rechner zum Herumspielen nutzen. Browser, E-Mail Client, vielleicht auch ein wenig Office. Schnell bemerkt man dann, dass das eigentlich nicht viel anders ist, als ein Windows-PC.
Oder man sucht sich erst einmal eine Software aus, die man für Windows( Mac und Linux bekommt und testet die mal als Alternative zur bisherigen. Dualboot ist mit den gängigen Distributionen auch kein Problem.

Am Ende muss halt jeder selbst entscheiden. Man sollte sich aber auch klarmachen, dass jedes Jahr, das verstreicht, die Abhängigkeit nur vergrößert. Für Unternehmen wie Microsoft war das schon immer das ideale Geschäftsmodell, seit sie IBM mit MS-DOS über den Tisch gezogen haben. Momentan arbeitet Microsoft immer stärker daran, dass sich auf neuen Rechnern nicht mehr so einfach ein Nicht -MS System installieren lässt. Ohne selbst im BIOS etwas zu ändern wird es teilweise schon schwer Linux zu installieren.

Wenn man sich ein wenig Wissen aneignet, kann man wieder selbst entscheiden und ist weniger abhängig. Mir persönlich ist das sehr wichtig und ich bin nach wie vor mit meinen Entscheidungen zufrieden.

Was mir in Gesprächen aber auch oft passiert ist, dass sich der Gegenüber über Microsoft, Goolge Amazon etc. aufregt, aber wenn man Alternativen aufzeigt immer die Argumente kommen, dass man sich dann ja umstellen muss, das ist ja alles anders und man muss neue Dinge lernen. Ich finde, das passt nicht zusammen. Also entweder alles beim aktuellen Stand belassen, sich dann aber nicht über Monopole, Datenkraken etc. aufregen, oder einfach mal selbst aktiv werden und was ändern.

Gruß
Heiko
 

Kerstenk

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Du meinst System-Admin Wissen?
Das wissen der Maschinensteuerung, ich nutze sie nicht nur so wie ich sie geliefert bekomme, sondern komplett mit eigener Oberfläche, eigenen Funktionen, das hat sich im laufe der Jahr so ergeben. Wir reden von 5 Achsen (die sechste für den Werkzeugwechsler) 3 Fräsmotoren, Sägeaggregat schwenkbar und 17 Bohrspindeln und einer automatischen Verrechnung des Nullpunktes und noch ein paar Sonderfunktionen. Das alles auch von der Oberfläche aus ansteuerbar, also nicht nur per gcode. Ein Win CADCAM System mit dem ich das alles realisieren kann, was ich seit 2000 im Einsatz habe. Da stecken hunderte an Stunden drinnen.

Ich fräse nicht nur, sondern Drehe, Laserschneiden und Werkzeugschleifmaschine, der Vorteil ist eben das ich das spezielle Wissen warum habe, was sich in über 25 Jahren angesammelt hat. Dadurch bin ich in der Lage Kunden Dinge anzubieten, die sie nicht mal eben woanders bekommen, was sie inzwischen auch so kommunizieren.

Es geht nicht darum nur an altem hängenzubleiben, sondern mit angeeignetem Wissen, neues machen zu können, weiter zu kommen.

Abhängig sind wir so oder so, wenn wir glauben wir wären es damit oder dem anderen nicht, dann werden wir eines Tages eines besseren belehrt.
 

Dale_B_Cooper

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Das wissen der Maschinensteuerung
Alles klar, also Fachwissen über eine Applikation. Ich will das überhaupt nicht herunterspielen, aber das ist ja absolut NICHT OS-spezifisch, sondern 100% applikations-spezifisch.

Wenn SW hart ein OS gebunden ist, ist das immer ärgerlich und verhindert auch einen Wechsel natürlich. Weil Windows-Lizenzkosten überhaupt keine Rolle spielen im Vergleich zu Umarbeitungskosten und Mühen. Personenstunden kosten Geld, keine albernen OS-Lizenzen. Also ja, absolut klar.

Desweiteren stört mich auch die komische Einstellung, Linux sei toll, um Omas altes Notebook noch irgendwie nutzbar zu bekommen. Das ist ja alles ganz niedlich und für den einzelnen bestimmt praktisch. Wenn man das primär mit Linux assoziiert, hat man offenbar nicht verstanden, dass Linux:
  • über 53 % aller Server läuft, 90 % bis hin zu 96,3 % bei den Top-1-Millionen-Webservern,
  • unter den professionellen Entwicklern in den USA etwa 47 % Linux zum Entwickeln nutzen (und der Rest vermutlich v.a. Apple),
  • 85% der Smartphones einen Linux basierten Kernel haben (und der Rest Unix-artig ist),
  • 100% der top 500 Computer Linux verwenden,
  • Unmengen von IoT-Geräte, DVD-Player, usw. auf Linux laufen.
Der Desktop ist die einzige relevante verbleibende Domäne von Windows. Weil Menschen umstellen komplizierter ist als Server zu migrieren.. :emoji_wink:
 
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Kerstenk

ww-robinie
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  • über 53 % aller Server läuft, 90 % bis hin zu 96,3 % bei den Top-1-Millionen-Webservern,
  • unter den professionellen Entwicklern in den USA etwa 47 % Linux zum Entwickeln nutzen (und der Rest vermutlich v.a. Apple),
  • 85% der Smartphones einen Linux basierten Kernel haben (und der Rest Unix-artig ist),
  • 100% der top 500 Computer Linux verwenden,
  • Unmengen von IoT-Geräte, DVD-Player, usw. auf Linux laufen.
Der Desktop ist die einzige relevante verbleibende Domäne von Windows. Weil Menschen umstellen komplizierter ist als Server zu migrieren.. :emoji_wink:
aber nur 2-4% Endanwender die Linux PCs verwenden. Liegt daran das es in vielen Bereichen einfach notwendig ist, Daten problemlos tauschen zu können, ohne lästiges konvertieren und eventueller Verlust am Verwendungsumfang.

Mein erstes Smartphone war ein Apple. Ich musste ein anderes besorgen, weil veraltet. Ich bin umgestiegen auf Android, weil die Verbindung zum MS-PC eben nicht so problemfrei war wie immer gesprochen wurde. Und ich auf sowas keine Lust habe, meine Zeit damit zu verschwenden dauernd auf die neuste Version gehen zu müssen, damit es klappt. Es ging um so einfach Dinge wie Datenaustausch.

In der Masse setzt sich immer das durch, was einfach zu bedienen ist, was dafür auf einem großen Server läuft, interessiert aber niemanden, da setzt sich das stabilere einfache durch.
 

KaiX0

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Da MS ja ohnehin von den Desktop -Versionen weggeht, spielt das doch eigentlich keine Rolle mehr. MS Office geht ja komplett in die Cloud und du brauchst nur noch einen Browser.
Es gehört aber auch zu meinen Entscheidungen, mich gegen diese Abo-Modelle zu verweigern (ich kann ja noch Kopfrechnen), als europäischer Bürger meinen kleinen Teil zu Souveränität, Menschenrechten etc. beizutragen und die Clique dieser superreichen, illiberalen und brandgefährlichen Tech-Milliardäre nicht zu unterstützen. Insofern ist MS (obwohl Gates ja noch ein 'Guter' in der Runde dieser Soziopathen ist) leider 'raus.
Für mich ist das tatsächlich ein sehr wichtiges gesellschaftliches und politisches Thema, wenn nicht das Wichtigste!
 

uli2003

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Also entweder alles beim aktuellen Stand belassen, sich dann aber nicht über Monopole, Datenkraken etc. aufregen, oder einfach mal selbst aktiv werden und was ändern.
Mein Weg. Nicht den Stand belassen, sondern aktuell sein. An anderer Stelle liest man hier, dass der dem Kunden vorgeführte Transporter nicht teuer genug sein kann, Abos für wichtigere Dinge wie sichere Software sitzen nicht mehr dran.
Alte Hardware wird unternehmerisch genutzt, plötzlich pfeift das Netzteil ab und nimmt schlimmstenfalls noch andere Hardware mit ins Grab - was dann erst einmal Unproduktivität und Ausfall bedeutet.
Ja, kann man alles machen, wenn man ein Fabel dafür hat, bitte sehr.

Auch habe ich weder mit Gates noch mit Musk oder irgendwem irgendwann zusammengesessen oder mich nur mit ihnen unterhalten. Ich wage zu behaupten, andere aus dieser Runde auch nicht. Menschliche Einschätzungen auf Basis der Klatschpresse zu treffen, scheint mittlerweile normal zu sein, und jedes große Unternehmen handelt automatisch unrecht und sammelt Millionen Daten von jedem von uns - sogar von denen die nur Tausend haben.

Abhängig sind wir so oder so, wenn wir glauben wir wären es damit oder dem anderen nicht, dann werden wir eines Tages eines besseren belehrt.
Genau so ist es. Je größer ein Unternehmen wird, umso mehr tendiert es dorthin. Hätte 'damals' zum Beispiel OS/2 mit IBM die Marktführung übernommen, würden wir vielleicht jetzt die Software einer kleinen Schmiede 'Gates' benutzen - wer weiß?
 

KaiX0

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Auch habe ich weder mit Gates noch mit Musk oder irgendwem irgendwann zusammengesessen oder mich nur mit ihnen unterhalten. I
Starkes Argument. Nur wen ich persönlich kenne, kann ich bewerten...Du hast also auch keine Meinung zu Hitler, Kennedy, Mahatma Ghandi, Alice Weidel, Friedrich Merz...? Auf welcher Basis wählst Du?

Immer wieder erstaunlich, das Menschen, die keine Interesse an bestimmten Themen haben, Anderen, die Interesse daran haben und sich dazu informieren, genau das vorwerfen. Unaufgefordert! ICH habe eine Haltung dazu, und niemanden belehrt, aufgefordert, mitzumachen oder Ähnliches. Ich habe MEINE Haltung dazu auf Heikos Beitrag dargelegt, und nie verlangt, dass mir irgendjemand recht geben oder folgen soll.

Klatschpresse zu unterstellen empfinde ich als unangemessen, zeigt aber am Ende nur einen Mangel an Argumenten und eine Art Beißreflex.
 

Kerstenk

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Wenn SW hart ein OS gebunden ist, ist das immer ärgerlich und verhindert auch einen Wechsel natürlich. Weil Windows-Lizenzkosten überhaupt keine Rolle spielen im Vergleich zu Umarbeitungskosten und Mühen. Personenstunden kosten Geld, keine albernen OS-Lizenzen. Also ja, absolut klar.
Um da noch mal drauf einzugehen, ich achte immer darauf SW zu verwenden die ich entweder kostenfrei nutzen darf, oder sie kaufen kann. Wenn dann Updates kommen, die ich kaufen muss, entscheide ich, ob ich diese brauche oder nicht.
Für die Maschinensteuerungen wird XP eingesetzt, keine der Maschinen hängt am Netz, gezeichnet wird in aller Regel auf der Maschine, wenn nicht, per Stick. Alle Maschinen sind gleich ausgestattet, so dass ich Daten untereinander tauschen kann, spart viel Zeit, weil kein Umdenken notwendig ist.
Das CADCAM (Vector CADCAM) Programm habe ich 1999 für 11.000DM gekauft, da es 3D kann und der Postprozessor sehr gut anpassbar ist, es auch begrenzt auf der 5Achs genutzt werden kann, auch wenn viel Handprogrammierung erforderlich ist, nutze ich sie immer noch sehr viel. Habe auch andere Programme, die aber eher selten zum Einsatz kommen.
Über einen Umstieg habe ich immer mal wieder nachgedacht, immer dann, wenn man sich mal wieder darüber geärgert hat :emoji_wink: Aber am Ende kommt die Kosten-Nutzen-Rechnung, die sagt einfach bei mir, die Kosten und der Zeitaufwand bringt am Ende keine wirkliche Besserung, ich nutze die Zeit lieber für besseres.
 

willyy

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Was mir in Gesprächen aber auch oft passiert ist, dass sich der Gegenüber über Microsoft, Goolge Amazon etc. aufregt, aber wenn man Alternativen aufzeigt immer die Argumente kommen, dass man sich dann ja umstellen muss,
der Mensch ist ein Gewohnheitstier, dieser Spruch ist so absolut richtig, wie kaum ein anderer.

Und ich muß (mir ein-) gestehen, dass es mir genauso geht. Ich rege mich immer öfter über die Updates von MS auf, weil die zur Zeit mehr anrichten als beheben. Die Qualität ist gerdae absolut bodenlos und wird schlimmer.
Und andererseits bin ich zu faul das Migrieren anzufangen. Meine Frau ist Lehrerein, wo die ganze Schule am MS-Tropf hängt.

Meine Hoffnung ist ja, das sich langsam etwas tut. Vermutlich weil der Mensch ein Gewohnheitstier ist, brauchen so Propzesse einfach lange.
In der öffenltichen Verwaltung passiert ein bisserl was. München hat es ja komplett verkackt, aber Schleswig Holstein, Dänemark und scheinbar Berlin wollen auch umstellen.

Und da einige Städte und Heiko zeigen, dass es funktioniert, kann man sich nicht rausreden, es geht technisch nicht, sondern muß sich eingestehen, dass es an einem selber liegt. Das ist halt für manche unangenehm.

Mir ist nicht klar, warum die Industrie so an MS klebt. Da ist doch alles wirtschatflich hinterfragt und Kosten getrieben. Es kann nicht sein, dass es wirtschaftlich ist, ganze IT Abteilungen zu unterhalten, die sich nur um die Rechner (Schei...) kümmern.
Aber man kann es mit Zahlen eben schlecht beweisen, was günstiger wäre.
 

wirdelprumpft

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warum die Industrie so an MS klebt

MS muss man dem neuen Personal nicht erklären, da es weit verbreitet ist.
SAP ist wohl je nach Modulzusammensetzung komplizierter und man ist nur von einem anderen Konzern abhänig.
Linux da kommt wahrschein bei vielen die Antwort, ne ich brauch kein neues Auto......:emoji_wink:
 

willyy

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MS muss man dem neuen Personal nicht erklären, da es weit verbreitet ist.
das kann nicht der Grund sein. Office, Web, mail Anwendungen sind austauschbar wie Unterhosen. Welches OS da läuft ist auch egal.
Die Filebrower unter Linux schauen genauso aus wie Explorer und haben meist bessere Funktionalität.
Die großen CAD Hersteller sind vermutlich MS lastig unterwegs, bei uns in der Firma läuft NX. Keine Ahnung ob es das auch unter Linux gäbe.
SAP wäre dan die zweite Seuche, die zu bekämpfen wäre.
 
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