Kommode für Garderobe aus Eiche/Elsbeere

Dieses Thema im Forum "Projektvorstellung" wurde erstellt von Mustang65, 30. August 2019.

  1. Mustang65

    Mustang65 ww-fichte

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    Hallo zusammen,

    ich möchte Euch gerne mein erstes "richtiges" Projekt vorstellen. Ich habe vor ca 1,5 Jahren angefangen meine kleine Kellerwerkstatt zu bauen und diese einzurichten. Vom Werktisch bis zu den Werkstattmöbeln habe ich nach und nach alles selbst gebaut, Nach bedarf Werkzeuge gekauft und eigentlich ständig dazu gelernt. Da meine Werkstatt zu 90% aus MPX-Platten besteht, wollte ich es nun endlich auch mal mit Massivholz versuchen. Von der Bohle weg bis zum fertigen Möbel. Da meine Frau schon seit einiger Zeit immer wieder erwähnte, dass wir in der Garderobe endlich was "gescheites" brauchen um all die Mützen, Schals, Schuhe usw zu verstauen, wagte ich mich nun an eine Kommode für die Garderobe.

    Der Ursprünliche Plan war, das Ganze aus massiver Eiche zu fertigen. Korpus, Fronten, Rückwände, einfach alles. Das Design sollte eher modern werden mit Auszügen für die Mützen und zwei Türen für die Schuhe. Also erstmal zum Holzhändler gefahren und Eichenholz geholt. Zwei Bohlen, 5,2m lang, 40cm breit, 50mm stark, auf 9% kammergetrocknet, beides Mittelbretter, beim Holzhändler auf handlichere 2,6m gekürzt.

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    Die Bohlen habe ich dann erstmal mit der Tauchsäge besäumt und grob zugerichtet, natürlich mit anständig Übermaß, um daraus Leimholz herzustellen.

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    Dann ging das Ganze durch die Hobelmaschine. Die Kommode soll 150cm breit, 80cm hoch und 40cm tief werden. Da ich den "Deckel" und die Bodenplatte aus ganzen durchgehenden Lamellen fertigen wollte, entschied ich mich dazu diese von Hand mit der Rauhbank zu fügen. Man will ja schließlich was lernen!
    Das hat soweit auch ganz gut geklappt, die Leimfugen waren so gut wie kaum sichtbar und alles was schön plan.




    So verfuhr ich dann auch mit mit den Seitenteilen. Die Mittelwand sowie die Einlegeböden fügte ich dann aber mit der Hobelmaschine, da das einfach schneller ging.

    Dem ursprünglichen Plan die Kommode komplett aus Eiche zu fertigen kam dann jedoch ein gutes Angebot an trockenen Elsbeerebrettern dazwischen. Da musste ich einfach zuschlagen und habe mal eben 8 dieser Bretter gekauft. 2m lang, 20-30cm breit und 23mm stark, auf 8% getrocknet. Nun hatte ich "einfaches" Eichenholz und dieses doch sehr schöne und (für mich) exklusive Elsbeerenholz. Kurzerhand entschieden meine Frau und ich, dass die Fronten aus Elsbeere sein sollten, ebenso die Auszugkästen.



    Ich wollte ein durchgängiges Design haben, welches diese wunderbare Maserung und Färbung der Elsbeere wiederspiegelt. So entstand der Gedanke zum finalen Design. 9 Frontpanele, 3 für die Auszüge und jeweils 2x3 Für die Türen des Schuhabteils.



    Für die Rückwand der Kommode hatte ich noch etwas Eiche übrig und habe ich dank der freundlichen Tips von IngoS und Macchia für eine Rückwand aus Fasebrettern entschieden. Die Herstellung klappte sehr gut mit einem Scheibennutfräser und einem Falzfräser. Eine extra Garnitur zum Erstellen solcher Bretter wollte ich mir nicht zulegen.



    Für die Rückwand habe ich einen Umlaufenden Falz in den Korpus gefräst, in dem dann die Fasebretter jeweil oben und unten verschraubt wurden.


    Die Auszugskästen habe ich aus Elsbeere gefertigt und mit 10mm Buchensperrholzböden (hatte ich noch über) versehen. Hier kam ein Schubkastenverleimfräser von ENT zum Einsatz. Leider habe ich von der Fertigung der Schübe keine Bilder gemacht.

    Da die Fronten teilweise Astlöcher und Risse hatten, habe ich diese mit Epoxydharz ausgegossen und verschliffen. Das gleiche Harz kam auch an 3 Stellen am Korpus zum Einsatz, jedoch nur an Stellen, die nach Montage nicht mehr bzw kaum sichtbar waren.




    to be continued...
     

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  2. Mustang65

    Mustang65 ww-fichte

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    Nach ca 50 Stunden Arbeit, verteilt auf 8 Wochen, war es dann endlich geschafft: Ich hatte eine Kommode gebaut, die sowohl mir als auch meiner Frau super gefallen und die nun endlich für Ordnung sorgt.


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    Der Korpus wurde mit dem Flachwinkelhobel von Hand geputzt, anschließend mit 2 Schichten Osmo Hartwachsöl weiss transparent behandelt.. Als 3. Schicht kam noch Osmo Hartwachsöl farblos halbmatt obendrauf, da wir einen eher matten Look wollten. die Innenseiten und Schubkästen sind mit einer Schicht Clou Aqua Lack matt gestrichen worden. Die Fronten wurden mit 3 Schichten Osmo Hartwachsöl farblos halbmatt behandelt. Die Auszüge sind 380er Blum Movento, die Topfscharniere Hettich Sensys.

    Werkzeuge im Einsatz:
    Tauchsäge Makita SP6000j
    Scheppach HM2 kombi Hobelmaschine
    Diverse Handhobel von Ulmia und Dictum
    Makita Flachdübelfräse PJ7000
    Makita Oberfräse RT0700
    ELU Oberfräse MOF 177 (im Tisch verbaut)
    Einhell Akkuschrauber
    Fräser und Forstnerbohrer von ENT

    Das war mein erstes richtiges Projekt, weitere werden aber definitiv folgen. Habe viel gelernt, weiss was ich das nächste mal anders machen kann/muss und wo noch Übungsbedarf ist. Die Auftragsliste meiner Frau ist im laufe dieses Projekts auch schon angewachsen, so dass ich für das nächste Jahr schon mal Arbeit habe.
     

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  3. dascello

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    Moin Mustang,
    Das ist doch mal was richtig Handfestes. Weit weg von Fred Feuerstein und mit viel Geschmack realisiert.
    Mir gefällt das durchgehende Bild der Elsbeere sehr gut. Du hast auch tolle Bretter erwischt.
    Ich hoffe, dass das doch sehr wuchtige „Außenrum“ aus Eiche gut steht und sich nicht wirft.
    Nur eine Anmerkung von mir: Bei Deinen Fähigkeiten wäre eine Konstruktion des Eichekorpus mit Verbindungen auf Gehrung doch kein Problem gewesen.

    Gruß

    Michael
     
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  4. dascello

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    Und: Fünf Zentimeter Luft rechts und links gäben der ja frei stehenden Kommode etwas Raum zum Atmen - so rein optisch!

    Meckern auf allerhöchstem Niveau!
     
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  5. Frank73

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    Die Front ist wirklich Klasse. :emoji_thumbsup:
    Sehr gut umgesetzt.
     
  6. elmgi

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    Hallo Ben,

    die Kommode ist in der Nische ein richtiger "Hingucker"!
    Die Front mit der durchlaufenden Maserung macht sich wirklich toll.
    Weiterhin gutes Gelingen.
     
  7. Mustang65

    Mustang65 ww-fichte

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    Vielen Dank für die freundlichen Antworten, freut mich dass es euch genauso gefällt wie uns.

    Eine Gehrung wäre durchaus machbar gewesen, jedoch wollte ich die durchlaufende Schattenfuge oben und unten realisieren. Das hatte ich mal irgendwo gesehen und es gefiel mir sehr gut. Bei den noch anstehenden Projekten wird aber die Gehrung sowie klassische Schwalbenschwanzzinken zum Einsatz kommen. Hier jedoch wollte ich wie gesagt die Schattenfuge.

    Freistehend würde die Kommode definitiv noch besser kommen, jedoch wollte ich den Platz maximalst nutzen. Mit Frau und Kleinkind zählt jeder Zentimeter Stauraum. Und auf "Press" sollte das Holz ja auch nicht rein.
     
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  8. Macchia

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    sehr schön geworden!
    Tolles Material sinnvoll und langlebig eingesetzt.

    ... das war nur Ingo.
    ich hatte nur deinen Beitrag / Frage gelobt weil sie präzise, knapp, verständlich und engagiert verfasst worden war.

    Aufpassen, dass der Kleine nun nicht mit Wachsmalkreiden die Maserung nachzeichnet...:emoji_hushed:
    ach und ja, da fehlt nen Stück Sockelleiste:emoji_stuck_out_tongue_winking_eye:
     
  9. IngoS

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    Hallo,

    wirklich schön geworden.
    Ich hätte Bedenken mit den unterschiedlichen Holzarten gehabt. Aber so, wie du das gemacht hast, finde ich das gut gelöst.
    Ja, Füße oder Sockel habe ich auch drüber nachgedacht. Füße finde ich gut, wenn man noch mit nem Staubsauger drunter kommt, ansonsten ist ein Sockel, bzw. eine Blende schon sinnvoll.

    Gruß

    Ingo
     
  10. dascello

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    Nö, Sockel wäre nullachtfuffzehn
     
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  11. Mustang65

    Mustang65 ww-fichte

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    Das Stück fehlt nur auf den Bildern. Ist mittlerweile dran.
     
  12. dascello

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    Kann ja jeder behaupten
     
  13. schrauber-at-work

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    Schönes Projekt, beide Daumen hoch!
    Sehr erfrischend im Ferzeitigen "Sommerloch" ein so schönes Projekt zu sehen.
    Sehr gelungen.

    Gruß Stephan
     
  14. pixelflicker

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    Das Holz sieht echt toll aus mit der durchgehenden Maserung sehr schön in Szene gesetzt.

    Wie hast du das mit den Schattenfugen gemacht? Das kommt bei den Bildern nicht so recht rüber. Hast du die Fuge nachträglich eingefräst?
     
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  15. Mustang65

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    Nein, die Schattenfuge habe vor der Montage in den Deckel und den Boden gefräst. Ist mit einem Falzfräser jeweils an der Front und den beiden Seiten eingefräst. Deckel und Boden sind eigentlich 40mm stark, durch den Falz habe ich die optisch auf 35mm reduziert. Durch die Montage der Seitenteile entsteht dann die Schattenfuge. Die Fronten habe ich dann vom Spaltmaß her auch entsprechend abgesetzt.
     

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  16. schrauber-at-work

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    Gefällt mir sehr gut, auch die Umsetzung:emoji_muscle::emoji_ok_hand:

    Merke ich mir, guter "Kniff".

    Gruß Stephan
     
  17. pixelflicker

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    Ah Interessant. Sieht cool aus.
    Dann musstest du aber auch die Seitenteile ausklinken, wenn ich das richtig sehe, oder? Damit der Spalt gleich wird und die Schublade noch aufliegen kann.
     
  18. Mustang65

    Mustang65 ww-fichte

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    Das sieht optisch so aus, ja. In Wirklichkeit habe ich aber die Deckel- und Bodenplatte an den Stellen, wo die Seiten aufliegen, um 3mm abgesetzt. Die Schattenfuge ist knapp 8mm hoch ausgefräst und an den Auflagen der Seitenteile wurden nochmal knapp 3mm abgefräst. So ist die Fuge 5mm hoch und der Deckel/Boden liegt etwas "tiefer gelegt" auf den Seiten auf, so dass ich nen Anschlag für die Schubkästen und Türen habe.
     
  19. v8yunkie

    v8yunkie ww-robinie

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    Hallo Ben,
    gefällt mir sehr gut!! Tolle Masserung, klasse auch die durchlaufenden Schattenfugen. Würd ich mir auch hinstellen :emoji_wink:

    Gruss,
    Thomas
     
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